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Berliner Flughafen-Blamage: Klemmende Türen, trockene Sprinkler, laute Flieger

Getty ImagesParty abgesagt, Umzugsleute abbestellt, Betriebsbeginn verschoben: Einen Tag nach Bekanntwerden der Flughafenpanne von Berlin rückt die Frage nach Ursachen und Verantwortlichen für die Blamage in den Mittelpunkt. Schon beginnen die Beteiligten mit Schuldzuweisungen.

http://www.spiegel.de/reise/aktuell/...832316,00.html
  1. #70

    Der Baustopp fand aufgrund von Klagen von Naturschutzvereinen statt, nicht wegen Planungsfehlern oder -problemen. Lustigerweise ging es um die angebliche Überdimensionierung, die geplanten jährlichen Passagierzahlen von 17,6 Millionen würden ja nie rreicht werden. Heute sind wir ungefähr beim doppelten. Daher auch die dritte Startbahn, das neu gebaute Terminal 2 langsam aus den Nähten platzt. 2015 soll ein Satellitenterminal fertig werden.

    Großartige Probleme gab's beim Umzug übrigens nicht, der fand - wie gesagt - innerhalb einer Nacht statt. Niedriglöhner gibt's im Bausegment schon seit dessen Existenz. Und die Infrastruktur für ein paar Scanner wird vermutlich auch nicht das Problem sein. Vermutlich dürfte das Problem eher in der Planung zu suchen sein.

    Zitat von siehmal Beitrag anzeigen
    Der FH MUC wurde nach einer jahrelangen Bauverzögerung fertig und hatte mit etlichen Startschwierigkeiten zu kämpfen. Damals gab es aber auch eine ganz andere Situation. Dort änderte sich die Sicherheitssituation (Flüssigkeitsscanner) nicht während der heißen Bauphase, da gab es sicher keine Niedriglöhner und osteuropäische Bauarbeiter und da wurde auf Prestige gesetzt und nicht auf sparen sparen sparen...man kann beide Projekte nur in Teilen vergleichen.

    Der Umzug und die Öffnung wird im übrigen vom FH MUC unterstützt und begleitet - mal sehen ob da alles reibungslos klappt, denn die Kollegen sind ja erfahren ;-)
  2. #71

    titel

    Zitat von der_rookie Beitrag anzeigen
    Was braucht man bei solch einem Projekt?
    1.) Auf allen Ebenen Entscheider, Manager und ausführende Teams zu haben die in ähnlichen Projekten im selben Rechtsraum Erfahrung haben
    2.) Anfangs eine seriöse Zeit und Budgetplanung erstellen - und mit Erfahrungswerten für "Un-planbares" rechnen
    3.) Sofortige Informationen über Probleme / Überraschungen weitergeben
    4.) Unfähigkeit führt zu Konsequenzen (Mitarbeiter werden ersetzt, Subauftragnehmer gekündigt und nicht wieder beauftragt)
    5.) Der gute Wille zur Kooperation ALLER die Einfluss nehmen können
    Das ist scherlich in der Theorie alles richtig, in der Praxis nur leider kaum machbar, insb. Punkt 2, m.E. sollte man sich lieber klarmachen, dass sich Projekte ab einer bestimmten Grössenordnung nicht sicher planen lassen. Das ist meine Erfahrung aus über 10 Jahren (Groß-)Projektmanagement. Es werden immer "Commitments" verlangt, die kommen auch, sind aber das Papier kaum wert, auf dem sie stehen.

    Natürlich kann ich Sicherheitspuffer noch und nöcher draufhauen und mich dann freuen, dass ich die Termine halte. Nur: 1. finden Ihre Subunternehmer immer einen Weg, an ihre Puffer ranzukommen (da ist Geld, das rumliegt!). Und 2. selbst wenn nicht, auch früher fertig und billiger ist eine Fehlplanung, denn das Geld lag dann unter ihrem Kopfkissen und hätte gut für anderes genutzt werden können.

    Punkt 1 + 4 widersprechen sich auch. Schmeissen Sie mal Schlüsselkompetenzen mittten im Projekt raus, bis sie die ersetzt haben, da können Sie ihren seriösen Zeitplan von oben gleich mit in die Tonne werfen.

    Aber das ist eben der Unterschied zwischen Theorie und Praxis.
  3. #72

    Zitat von RosaHasi Beitrag anzeigen
    warum nehmen diese nicht einfach einen schon existierenden flughafen als beispiel und erweitern diesen.
    Welchen? Tegel? Wie will man da was erweitern, so mitten in der Stadt?

    Schönefeld? Der neue Flughafen wird direkt angrenzend gebaut. Bei diesen Größenordnungen geht nur: abreißen und neu bauen.
  4. #73

    Zitat von Growling Mad Scientist Beitrag anzeigen
    Klemmende Türen? ist ja interessant... vor über 1-2 Monaten hab ich über 3 Ecken von einem Bauleiter erfahren, es würden Risse im Bauwerk des Flughafens entstehen, und diese Teile müssten evtl. neu gegossen werden. Es hieß dann auch, der geplante Eröffnungstermin sei nicht zu halten. Als ich danach in den Nachrichten, nach einer solchen Meldung suchte, fand ich an dem Tag nur die Meldung "BER wird planmäßig eröffnet".
    Na mal sehen, wie groß das ganze Ausmaß noch wird. Heute früh war es ja nur eine nicht getestete Entlüftungsanlage für den Brandschutz, kommt endlich raus mit den Schmalzstullen! Wir sind alle gespannt.
    die nicht getestete entlüftungsanlage ist eine glatte lüge. viel eher ist es so, daß man wohl versucht hat hintenrum eine genehmigung für den handbetrieb der sprinkleranlage und der brandschutztüren zu bekommen.

    Nach Informationen einer Tagesspiegel-Quelle haben die Planer aus Kostengründen auf einen wesentlichen Teil der Sprinkleranlage verzichtet.
    Flughafen Berlin-Brandenburg: Es brennt nicht nur beim Brandschutz - Berlin - Tagesspiegel
    nur, daß es mit der genehmigung für den handbetrieb nicht geklappt hat.
  5. #74

    die Berliner bauen den Flughafen?

    Zitat von Benjowi Beitrag anzeigen
    Wieso seinerzeit in München bei eher größeren Dimensionen alles auf die MInute geklappt hat und in Berlin nur Pleiten, Pech und Pannen zu vermelden sind hat hoffentlich nichts mit "DDR-Tradition" zu tun-oder gehört sowas zur Imagepflege des Herrn regierenden Bürgermeisters -so was mit "arm aber sexy"?
    Na klar, die Berliner sind zu blöd dazu und, das war zu erwarten, auch wieder mal eine Gelegenheit, das Thema DDR auszubuddeln. Wenn ich mich nicht irre, kommt der Flughafen-Chef Schwarz aus Essen und der Technik-Chef aus dem Rheinland. Auf den Chefposten in Berlin gibts nicht allzuviel Berliner, ob es mit Berlinern besser gelaufen wäre, sei mal dahingestellt, aber Berlin zieht nun mal Karrieristen von überall her magisch an.
  6. #75

    Hm

    Zitat von mm71 Beitrag anzeigen
    Das ist scherlich in der Theorie alles richtig, in der Praxis nur leider kaum machbar, insb. Punkt 2, m.E. sollte man sich lieber klarmachen, dass sich Projekte ab einer bestimmten Grössenordnung nicht sicher planen lassen. Das ist meine Erfahrung aus über 10 Jahren (Groß-)Projektmanagement. Es werden immer "Commitments" verlangt, die kommen auch, sind aber das Papier kaum wert, auf dem sie stehen.
    Lesen Sie bitte noch einmal meinen Punkt 1: Man braucht Erfahrung. Natürlich werden weiße Elefanten verhauen. Deswegen braucht man bei Projekten die man selber nicht kann die Unterstützer. Es gibt jede Menge Beispiele von gigantischen Milliardenprojekten die sauber geplant durchlaufen. Klar, wenn das Team noch nie einen Ölförderkomplex für 10 Mrd. EUR gebaut hat, dann sollte man halt doch bei FluorDaniels oder Konsorten anrufen. Die können so etwas recht gut
    Zitat von mm71 Beitrag anzeigen
    Natürlich kann ich Sicherheitspuffer noch und nöcher draufhauen und mich dann freuen, dass ich die Termine halte. Nur: 1. finden Ihre Subunternehmer immer einen Weg, an ihre Puffer ranzukommen (da ist Geld, das rumliegt!). Und 2. selbst wenn nicht, auch früher fertig und billiger ist eine Fehlplanung, denn das Geld lag dann unter ihrem Kopfkissen und hätte gut für anderes genutzt werden können.
    Ich will im Einzelprojekt eine angemessene Planung. Und als Steuerzahler will ich bei Großprojekten eher eine Einsparung als eine Kostensteigerung sehen. Dann steigt vielleicht in einem Jahr einmal die Neuverschuldung langsamer als geplant. Das ist sehr produktiv
    Zitat von mm71 Beitrag anzeigen

    Punkt 1 + 4 widersprechen sich auch. Schmeissen Sie mal Schlüsselkompetenzen mittten im Projekt raus, bis sie die ersetzt haben, da können Sie ihren seriösen Zeitplan von oben gleich mit in die Tonne werfen.

    Aber das ist eben der Unterschied zwischen Theorie und Praxis.
    In der Tat vielleicht schlecht formuliert. Konsequenzen können auch nach Projektende sein. Lesen Sie bitte auch noch einmal meinen Originalpost. Der Vorschlag war für Berlin nicht den Architekten jetzt rauszuschmeißen, sondern danach nicht mehr zu beauftragen. Und Einzelpersonen können durchaus auch einmal getauscht werden. Die Möglichtkeit muss alleine wegen Unfallrisiken sein.
  7. #76

    Wenn es wenigstens nur die "Berliner Flughafen-Blamage" wäre

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Party abgesagt, Umzugsleute abbestellt, Betriebsbeginn verschoben: Einen Tag nach Bekanntwerden der Flughafenpanne von Berlin rückt die Frage nach Ursachen und Verantwortlichen für die Blamage in den Mittelpunkt. Schon beginnen die Beteiligten mit Schuldzuweisungen.

    Flughafen Berlin Brandenburg (BER): Suche nach dem Schuldigen - SPIEGEL ONLINE
    Es ist bezeichnend für die Großmannssucht des preußischen Machtstrebens. Selbst die Jahre des Darbens konnte die großen Klappen nicht unterkriegen, oder zumindest auf Zimmerlautstärke dimmen. "Wir schwimmen im Geld, welches wir nie hatten und geben es mit vollen Händen aus". Es war schon immer so, seit dem Notopfer Berlin, die anderen Blöden werden uns schon nicht hängen lassen. Berlin wird doch das Spree-Athen genannt. Für wahr, die sind das Abbild der Korruptionsrepublik, die uns das Gedeih und Verderb des zusammen geschusterten Europas vor Augen führt.
    Schäuble muss der Teufel geritten haben, als er spontan von Bon-Bon aus die neue Gesamtdeutsche Hauptstadt Berlin ausrief. Was hätte uns gehindert, alles im beschaulichen Bonn zu lassen? Ernähre Dich redlich und bleibe bei deinen bescheidenen Leisten. Aber Schäuble war nie der, oder ein Schuster. Schade!
  8. #77

    Zitat von MashMashMusic Beitrag anzeigen
    Das werden wir sehen. Während Ihr geliebtes China hauptsächlich vom Kopieren lebt, werden hier Maschinen aller Art konstruiert, die weltweit begehrt sind und gekauft werden.
    ...und die gleich in China wieder kopiert und billig weiterverkauft werden, weil die hiesigen Raffkes sich ja so tolle Gewinne davon versprochen hatten, ihre Technologie in China fertigen zu lassen.

    Auch nach Jahrzehnten einschlägiger Erfahrungen haben wir immer noch nicht gelernt, über zwei Milliarden Chinesen und Inder nicht zu unterschätzen. Das wird unser selbst verdienter ökonomischer Untergang sein...
  9. #78

    Zusammenwirken der Brandschutzeinrichtungen

    Vor über zwanzig Jahren, habe ich die Ausschreibungsunterlagen für die Wartung und Instandhaltung der Brandschutzeinrichtungen auf dem Flughafen Düsseldorf auf den Tisch bekommen. Nach genauem Studium der Unterlagen stellte ich fest, das zu keinem Zeitpunkt eine Funktionsprüfung aller Branddschutzeinrichtungen im Hinblick auf deren positives Zusammenwirken vorgenommen worden war. Ich lehnte es demzufolge ab, auch nach mehrmaliger Aufforderung durch die Flughafenleitung ein Wartungs- und Instandhaltungsangebot zu unterbreiten, weil ich befürchtete, dass die Brandschutzanlagen nicht funktionstüchtig sein würden. Leider sollte ich recht behalten. Nur wenige Jahre nach der Anfrage brach auf dem Düsseldorfer Flughafen ein Brand aus, der mehrere Menschen das Leben kostete. Mein Eindruck ist bis heue der, dass die allermeisten Planer bei Großprojekten dem Thema Brandschutz nur eine sehr geringe Relevanz einräumen. Oftmals wird sogar vergessen die richtigen Anlagen zu projektieren und einzubauen. Wenn dann die Bauaufsichtsbehörde reagiert, so wie im Fall des Berliner Flughafens geschehen, ist das Geschrei groß und keiner will die Verantwortung übernehmen, schon gar nicht der verantwortliche Architekt, der nach meiner Meinung, nach einem solchen Desaster umgehend gefeuertwerden sollte.
  10. #79

    Schlamperei

    Zitat von BigRick1407 Beitrag anzeigen
    Wer geglaubt hat, dass man einen solchen Bau in Boomzeiten fristgemäß fertig bekommt, der ist mit dem Klammerbeutel gepudert. Es gibt schlicht und ergreifend nicht genug Fachkräfte. In Ostbrandeburg hat einfach keine einzige Baufirma irgendwelche Kapazitäten, weil nicht nur der Flughafen gebaut wird.
    In den Projekten, in denen ich Einsicht in die Projektleitung hatte oder in denen ich díese Funktion selber innehatte war es üblich die verfügbaren Kapazitäten bereits bei der Terminplanung zu berücksichtigen.

    In der ersten Planungsphase stehen natürlich noch nicht alle Kapazitäten fest, da die Ausschreibungen und Vergaben ja noch anstehen. Diese Risiken kann man aber mit realistischen Annahmen minimieren.

    Aber wenn man wenige Wochen vor der Eröffnung eine mehrmonatige Verzögerung einräumen muss, dann kann nicht nur in der Planungsphase geschlampt worden sein.


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