Berliner Autozündler: Brandstifter muss für sieben Jahre ins Gefängnis

dapdEr zündete aus Sozialneid vorwiegend teure Autos in der Hauptstadt an: Ein Brandstifter ist zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Berlin sprach den 28-Jährigen in mehr als hundert Fällen schuldig.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...825481,00.html
  1. #20

    Zitat von Sonnenblumenfeld Beitrag anzeigen
    Da man es ja häufig liest, in Deutschland herrscht auch im Gefängnis Arbeitspflicht. Geregelt in § 41 StrVollzG.

    Wer sich der Zwangsarbeit verweigert, davon spricht selbst das Grundgesetz in Artikel 12 Abs. 3, muss in aller Regel damit rechnen, an den Haftkosten beteiligt zu werden. Jeden Monat fallen dann ca. 360 Euro für Unterbringung und Verpflegung an.

    Weitere Sanktionen sind die Regel: Angefangen beim Entzug des Fernsehers, über Beschränkung der Teilnahme an Freizeitaktivitäten innerhalb der Anstalt und Einschränkungen eventueller Vollzugslockerungen; vor allem aber keine Möglichkeit, sich Dinge wie Tabak oder Kaffee zu kaufen, denn Nahrungsmittel dürfen nur vom Arbeitsentgelt erworben werden (§ 22 StrVollzG).
    Ich gebe zu, dass ich da nicht besonders informiert bin, aber wenn das konsequent so wäre, dann dürften überhaupt keine Kosten für Häftlinge entstehen, die Justiz, so zu sagen ein Geschäftsmodell sein.

    MfG. Rainer
  2. #21

    .

    Zitat von Tobias Claren Beitrag anzeigen
    "Sie waren arbeitslos zur Tatzeit?" fragte sie. André H. nickte. "Aber viele andere sind auch ohne Arbeit", sagt sie. "Die zünden trotzdem keine Autos an."


    Die Begründung von ihm ist absolut nachzuvollziehen.
    Ja, LEIDER zünden die keine Autos an...
    Viel wirksamer wäre aber wohl, wenn es eine Art Suizidankündigungsseite für dieses Klientel gäbe.
    In Taiwan ist es schon "sehr beliebt" sich mit Grillkohle umzubringen. Anzünden, Tür zumachen und im Schlaf am Kohlenmonoxid sterben. Die Methode ist so beliebt dass dort an Supermarktkassen Alarm ausgelöst wird, wenn einer kein Grillgut (Fleisch...) kauft. Hier in Deutschland gab es zwei oder drei bekannt gewordene Fälle...

    Das ist natürlich eine "endgültigere" Entscheidung, aber die Wirkung auf Medien und Politik wäre wohl enorm.
    Man denke an Foxconn in China (Apple-Hersteller) und die France Telecom. Das war nur einmal in den medien und Skandale.
    Es bringen sich wahrscheinlich eh jeden Tag X Menschen wegen ihrer Lebenssituation um.
    Wenn davon nur ein paar ihre anprangernde Story auf so einer Seite veröffentlichen würden, wären es keine anonymen Opfer mehr. Man kann es nicht mehr von Hartz4 oder Armut trennen. Es gibt ja nicht ohne Grund keine Statistiken über die Gründe für Suizid. Das ist politisch unerwünscht.
    Die bringen sich doch eh um, daher glaube ich schon, dass wenn es so ein Angebot eines öffentlichen anprangernden Abschiedsbriefes mit Selbstmordankündigung gäbe, dies gerne angenommen würde. Aus den gleichen Gründen der nachfolgende Öffetnlichkeit und des Entsetzens laufen auch Leute und Schüler Amok. Dies hier wäre die Chance auf Öffentlichkeit und Entsetzen ohne "Kollateralschäden". Man bringt nur sich selbst um, aber erregt trotzdem Aufsehen. Ohne so eine Webseite würde kein Medium über den 08/15-Suizid berichten...
    Dies würde wohl mehr politischen Druck erzeugen als ein paar abgefackelte Autos.

    Und es gäbe im ganzen Szenario keine einzige Straftat. Und NICHTS was man von staatlicher Seite unterbinden kann.
    So eine Seite wäre nicht mal unter de-Domain mit Betreiber im Impressum rechtlich zu belangen.
    Auch nicht, wenn da nachweislich jede Woche einer seinen Suizid ankündigt und nachweislich stirbt.





    Was, wir leben in einer Demokratie, und da könnten diese Menschen etwas ändern?
    Wieviel Prozent sind denn die Hartz4-Geknechteten und vergleichbar Armen bzw. mit geringer QUalifikation? Am besten noch abzüglich dem Prozentsatz der Nichtwähler, die gibt es ja in jedem politischen Lager.

    Wenn die zusammen nicht auf die Prozentzahl kommen können, die nötig ist dass eine Partei die Führung übernimmt, haben die theoretisch sogar das Recht zur Revolution.
    Klingt krass? Nein, denn diese Menschen leben ja unter inakzeptablen menschenunwürdigen Umständen.
    Das wäre so, als würde man es Sklaven verübeln wenn sie gegen ihre Sklavenhalter aufbegehren. Im Alten Rom angeblich 50% der Bevölkerung.

    Wäre die Sklaverei in den Südstaaten in Ordnung gewesen, wenn man den Sklaven das Wahlrecht zugestanden hätte?
    Sie hätten nichts verändern können (Minderheit), aber da es ja demokratische Wahlen gewesen waren, muss ja deren Schicksal in Ordnung sein? <= Denkt mal drüber nach!
    Siehe oben !
  3. #22

    Zitat von jürgenm Beitrag anzeigen
    .........
    Wir sollten vielmehr dankbar sein, daß wir solch angenehme Lebensumstände überhaupt (noch) finanzieren können.

    Ihr Vergleich mit Sklaverei ist abartig!
    Dann sollten Sie mal darüber nachdenken, wer daran schuld ist, dass sie einen H4 Bezieher beneiden. Es liegt am Wirtschaftssystem, in dem Ausbildung nicht mehr bezahlt wird, in dem man von einem Arbeitsplatz allein oft nicht mehr leben kann. Wer von der Arge gezwungen wird, eine Arbeit anzunehmen, deren Lohn von nicht aus reicht davon angemessen zu leben, der lebt wie ein Sklave.

    Das ganze H4 Gesetz wird als Zugang zur Arbeit verkauft, aber mit H4 kommt niemand aus der Armut heraus. Ich weiss nicht, wie viele Prozesse von Gerichten nicht angenommen, oder Verzögert werden.

    MfG. Rainer