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Bericht über Euro-Hilfe: China will sechs Milliarden Euro in Spanien investieren
China macht Ernst mit seinen Ankündigungen zur Euro-Hilfe: Einem Zeitungsbericht zufolge will Peking spanische Staatsanleihen im Wert von sechs Milliarden Euro kaufen -*in Portugal und Griechenland hatte der Exportweltmeister zusammengerechnet nur halb so viel investiert.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,738135,00.html
- #20 07.01.2011 05:03 von
China in Spanien
Naja, Investitionen in Spanien sind ein strategisch guter Griff, jedenfalls aus Sicht von China. Was Druck oder Diktate angeht: China hat einen langen Atem, und wer weiß, was die Zukunft bringt.
Unsere Politkasper wären gut beraten, unter dieser Stütze jetzt die Lage in Griechenland, Irland und Portugal schnell(!) zu reparieren, sonst haben sie am Ende beides: Abhängigkeit von China UND maximale Kosten. Aber das passt besser unter Ihren nächsten Absatz:
Einen kleinen Unterschied gibt's (hoffentlich!) zwischen EURO-Bonds und der EFSF: Wenn der Bond draußen ist, hat der Garantiegeber keinen Einfluss mehr auf den Emittenten. Die EFSF dagegen kann mitreden, bis der Bond fällig ist, und wenn die Jungs da nicht völlig deppert sind, nutzen sie das auch.
Meiner Meinung nach gehört zur erwähnten Reparatur:
(1) Umschuldung in Griechenland, und zwar vorzugsweise per Abschlag auf den Wert, sonst wird das Problem nur in die Zukunft verschoben. Natürlich gibt's dabei neue Schieflagen bei Banken, aber dann fängt man die - oder zumindest deren Gläubiger - eben auf mit den Mitteln, die man stattdessen jetzt dort reinbuttert. Außerdem frage ich mich, wie sich ein Pleitier verhalten sollte, um möglichst schnell Vertrauen alter und/oder neuer Geldgeber zu gewinnen. Weiterlügen a la Madoff, bis alles weg ist? Oder FRÜH reinen Tisch machen, um die Verluste für die Gläubiger gering zu halten?
(2) Die Wirtschaft in Spanien aufbauen. Dass China hier investiert, ist für mich die eigentlich gute Nachricht (und ein Indikator dafür, dass es denen nicht nur um politischen Einfluss geht). Mit den Staatsanleihen macht man bei den aktuellen Zinsen nochmal gute Gewinne, wenn man sie durch Stabilisierung der Wirtschaft absichert.
(3) Irland? Fällt mir im Moment nichts sinnvolles zu ein, außer einer ehrlichen Trennung zwischen "insolvent" und "illiquide" und Eindämmen der Auswirkungen. Island hat's vorgemacht, nur müßte man hier mehr Geld in die Hand nehmen, um ein Überschwappen auf die Gläubiger der Gläubiger zu stoppen. Das dumme ist, dass Irland die Schulden insolventer Banken garantiert hat, aber nach dem hier wird das vielleicht wenigstens durch die Hintertür korrigiert: https://www.cortalconsors.de/euroWebDe/-?$part=financeinfosHome.Desks.Nachrichten.Desks.ho t-stocks.Desks.market-news.content.market&$event=pickContent&id=n.a.&id_ name=WKN&shortURLIdentifier=CNIDis10963847 (weiß nicht, wie lange das abrufbar bleibt, jedenfalls sollen den Banken evtl. neben faulen auch gesunde Kredite weggenommen werden).
Gruß,
Steve - #21 07.01.2011 06:52 von
China bekommt keine finanzielle Entwicklungshilfe!
Immer diese alten Kamelen mit der Entwicklungshilfe. Nach BMZ bekommt China schon seit 2008 keine finanzielle Entwicklungshilfen mehr.
http://www.bmz.de/de/was_wir_machen/...ina/index.html
Es ist jetzt nur noch eine Strategische Zusammenarbeit zwishen China und Deutschland in Sachen Umwelt und Effizienzsteigerung.
Wann hören das Gejammer um die Entwicklungshilfen endlich mal auf. - #22 07.01.2011 07:28 von Walther Kempinski
China und Japan
Ich erinner mich noch gut an den Film Black Rain (1989 Michael Douglas als US-Cop in Japan)
Zitat:
"Ich wuchs mit euren Soldaten auf. Damals ward ihr weise.
Jetzt taugt Amerika nur noch für Musik und Filme.
Wir bauen die Maschinen, die Zukunft. Ihr gewannt den Krieg, wir gewannen den Frieden."
Sorry, aber das ist nicht das erste mal, dass eine asiatische Macht im Aufstreben war. Wo sind die Japaner jetzt? In einer zähen und jahrelangen Rezession.
Es ist auch nicht das erste mal, dass die USA totgesagt wurden. Pro Jahrzehnt, werden die USA doch mindestens einmal totgesagt. Am Ende stehen sie wieder oben auf und dominieren das Weltgeschehen. Das die USA sehr viele Feinde haben und aus deren Mündern düstere Wünsche bezüglich den Amis entfleuchen, verwundert nicht. Aber totgesagte Leben bekanntlich länger.
Und was China angeht, tja. Im Prinzip die größte Bombe der Welt. Wäre möglich, dass die in 10 Jahren die Welt beherrschen, wäre aber auch genauso möglich, dass die in 10 Jahren am Boden liegen und nimmer hoch kommen. Soziologisch ist China doch eine tickende Zeitbombe. Wenn die Chinesen in der Breite erst mal auf den Geschmack kommen, mit Freiheit, Internet, Reisen und das soziale Gefälle mit dem großen Bauernheer sich erst mal zeigt, kann der Rote Drache auch recht schnell abstürzen. Man stelle sich den Wutbürger doch mal in China vor, da kommen zur Großdemo dann nicht 30.000 sondern eher 3 Millionen. - #23 07.01.2011 07:37 von
..."das muß man sich erklären!" ("Tegtmeier",Jürgen von Manger)
...die eigentliche Rechnung wie Sie es nennen, sind für mich stets die Machterhaltungs- oder bessser noch Macht-Vergrößerungsinteressen der undemokratischen Diktaturen, z.B.:
a) Hitler: Beteiligung am Spanischen Bürgerkrieg um sich Francos Spanien gewogen zu machen und seine nagelneue Luftwaffe ausprobieren zu können.
b) Sowjetunion: Unterstützung Indiens, Vietnams, Angolas zur Interessenwahrung in Asien und Afrika, mit China zunächst dicke befreundet, dann abgeblitzt, weil zwei Platzhirsche in der Natur immer Streit bekommen werden.
c) DDR: "Brudervolk" von Angola, Kuba, Chile - nicht schlecht, unter Berücksichtigung der Mangelwirtschaft eines kleinen Landes,finde ich.
d) Schah Resa Pahlevi von Persien/Iran:Unterstützung des Westens, mit eigenen hegemonialen Zielen, und Überforderung seiner Landesbevölkerung mit grausamen Gewaltmethoden, wenn auch in "guter Absicht".
e) Saudiarabien: Kluge Unterstützung von Allem, was dem Königshaus Geld und eigene Stabilität bringt usw.usw....denke ich mir so!
P.S.: vielleicht gelingt den klugen Chinesen ja tatsächlich, was dem auch klugen Gorbatschow ja versagt blieb:
die kreisquadraturisch widersinnige sozialistische Marktwirtschaft...;-) - #24 07.01.2011 09:15 von
...
Reisen?
Chinesen stürmen Deutschland:
Sie reisen in alle Welt und kaufen ein, was das Zeug hält. Für Chinesen ist die Bundesrepublik ein Top-Reiseziel. Schon stellen Händler hierzulande ihr Warenangebot um. Deutsche Hotels und Restaurants sind indes weniger zufrieden mit den Gästen aus Fernost.
Schätzungen der WTO rechnen bis 2020 damit, dass jährlich 100 Millionen Chinesen ins Ausland reisen werden – soviel wie heute aus ganz Asien. Im Jahre 2003 reisten 20,2 Millionen Chinesen ins Ausland, 2004 waren es 28,85 Millionen, was einem Plus von 42,8% gegenüber dem Vorjahr entspricht.
http://www.ftd.de/unternehmen/handel.../50142766.html
http://www.diplom.de/Diplomarbeit-94...n_kommen!.html
http://www.zeit.de/2003/08/Bu_Yaling
http://www.focus.de/reisen/urlaubsti...aid_50770.html - #25 07.01.2011 09:39 von
- #26 07.01.2011 10:28 von
...
Das würde ich eher umgekehrt sehen. "Diktate" gibt es so oder so keine, aber bisher hat es innerhalb Europas die Verhandlungsposition eher verbessert, mit den Konsequenzen der eigenen Pleite für die Gläubiger zu drohen. Solange sich Staaten wie Spanien mit chinesischer Hilfe refinanzieren können wird die Bundespolitik eher darauf hinweisen können, dass die bisherigen Maßnahmen doch offensichtlich ausreichen. Und wenn die möglichst stark von Frankfurt auf China umschulden, wird das mit der "Gläubigerbeteiligung" von deutscher Seite eventuell mehr als eine symbolische Forderung.
Naja, ein wenig anders funktioniert das schon, auch wenn ich nicht genau weiß wie Junckers Idee denn nun im Detail funktionieren sollte. Der EFSF leiht das so aufgenommene Geld eben zu höheren Zinsen (ca. 6-8% laut britischer FT) an die Pleitestaaten weiter. Auch wenn sich letzten Endes alle Eurostaaten für die Kredite verbürgen, was ja auch allgemein bekannt war, handelt es sich also nicht wirklich um eine gemeinsame Anleihe für die alle die gleichen Zinsen zahlen. Dass man den Mechanismus hier kaum ordentlich erklärt sieht ist trotzdem ärgerlich. - #27 07.01.2011 10:31 von
Steuerhinterziehung...
Hallo Schleswig...
Ja, Steuerhinterziehung ist in Italien ein großes Problem und manch reicher Italiener hat sein Geld längst in die Schweiz transferuert. An der Grenze in Chivasso ist der Finanzpolizei manch fette Beute in die Arme gelangt aber man kann getrost davon ausgehen, daß das Meiste ungestört das Land verlässt.
Viel interessanter der Ansatz der Guardia di Finanza die Besitztümer mit dem deklarierten Einkommen zu vergleichen, da erlebt man so manch Überraschung... ;)
Zur "Ungemütlichkeit"...
Italien wird sparen müssen und FM Tremonti wird im Laufe des Jahres ein weiterer 25 Mia. Sparpaket auflegen.
Derweil gehört Italien zur Dritten Kategorie...
Nicht too big to fail, nicht too big to bail sondern too big to mention.
Wenn Italien im worst case Fall zahlungsunfähig wird ist der € gegessen, zumal Italien ein mit Dutschland vergleichbaren Anleihenmarkt hat.
Deswegen bekommt Italien auch international eine bessere Presse...
http://www.ilsole24ore.com/art/econo...?uuid=AYR9uWxC
...und der sole24ore freut sich, daß Italien nicht zu den Problemländern gezählt wird.
Aber Tremonti warnt...
"Die Krise ist nicht zu Ende"
"Wenn man der geopolitischen Zukunft entgegenblickt, ist es offenkundig, dass sich der Wettbewerb auf kontinentaler Ebene abspielt. Daher ist es notwendig, dass Europa vereint eine Rolle spielt..."
http://www.wirtschaftsblatt.at/archi...53921/index.do
Daher Vorsicht...
Viele Grüße aus Südtirol... - #28 07.01.2011 10:33 von
...
Kann ja gar nicht sein. Die sind doch gar nicht im Euro, und dann kann ja bekanntlich nichts schiefgehen ;-) Alles andere verbreitet hier die ketzerische Idee, man würde ohne den Euro einfach fröhlich weiterretten, nur eben dann ohne juristische Hürden.
Diese Erkenntnis hingegen dürfte die Verhandlungsposition der Pleitekandidaten tatsächlich stärken und in Frankfurt Angst und Schrecken verbreiten (in China dann vielleicht irgendwann auch ein wenig Verärgerung). - #29 07.01.2011 10:47 von
Italien...
Nachtrag...
Italien ist eben zu groß, damit die Anderen dafür zahlen...
Das würde auch Deutschland in die Knie zwingen, es geht schlicht nicht mehr so weiter...
Disziplinarische Reformen werden Alle treffen...
Italien wird auch sein politisches Gewicht in die Waagschale werfen, um auf den "Markt" niedrigere Zinsen zu bekommen.
http://forum.spiegel.de/showthread.p...76#post6768276
Mit China hat ein neuer big player die Bühne betreten... ;)
Mal sehen...
Viele Grüße...
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