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Berater im Theater: Kampf der Kulturen

Dominik KetzUnternehmensberater können Fabriken neu trimmen, Bleistifte zählen, Prozessketten analysieren. Aber was passiert, wenn es um Kreativität geht - fremdeln sie dann und verschanzen sich hinter ihren Schaubildern? Consultants im Staatstheater, das sehen viele Kulturmenschen als Tragödie.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...822399,00.html
  1. #1

    Viele Schaumschläger dort

    Ich empfehle, zu diesem guten Artikel einen Insider-Bericht aus der
    ZEIT,18.05.2006 Nr.21, zu lesen unter dem Titel: "McKinsey und ich".
    "Zwecks verdeckter Recherche bewarb sich die Journalistin Julia Friedrichs bei McKinsey, einer mächtigen, aber zugeknöpften Beraterfirma. Ein halbes Jahr dauerte das bizarre Auswahlverfahren, in dem sie Menschenbild, Größenwahn und Verführungskünste des Unternehmens kennen lernte."
    Danach wird man diese Schlaumeier nüchterner betrachten, sie leben oft auch nur von den Vorarbeiten der Firmenangestellten.
  2. #2

    Unternehmensberater

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Unternehmensberater können Fabriken neu trimmen, Bleistifte zählen, Prozessketten analysieren. Aber was passiert, wenn es um Kreativität geht - fremdeln sie dann und verschanzen sich hinter ihren Schaubildern? Consultants im Staatstheater, das sehen viele Kulturmenschen als Tragödie.

    Berater im Theater: Kampf der Kulturen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    sind ueberfluessig. Wenn ich nicht weiss, wie ich meine Firma fuehren soll, also eine Firma die ich in - und auswendig kenne, kann mir dabei auch kein Unternehmensberater, der die Firma und die Produkte, die Angestellten und die Kunden nicht kennt, helfen.
  3. #3

    So ein Blödsinn

    Zitat von vantast Beitrag anzeigen
    Ich empfehle, zu diesem guten Artikel einen Insider-Bericht aus der
    ZEIT,18.05.2006 Nr.21, zu lesen unter dem Titel: "McKinsey und ich".
    "Zwecks verdeckter Recherche bewarb sich die Journalistin Julia Friedrichs bei McKinsey, einer mächtigen, aber zugeknöpften Beraterfirma. Ein halbes Jahr dauerte das bizarre Auswahlverfahren, in dem sie Menschenbild, Größenwahn und Verführungskünste des Unternehmens kennen lernte."
    Danach wird man diese Schlaumeier nüchterner betrachten, sie leben oft auch nur von den Vorarbeiten der Firmenangestellten.
    Mit Verlaub: Ein Buch über ein Bewerbungsverfahren zu schreiben - und dabei zu behaupten, man hätte verstanden, wie eine Firma funktioniert ist doch kompletter Blödsinn.

    Der Artikel ist eine peinliche Werbung für irgendjemanden namens Schellenberg, wer immer das auch ist - vermutlich ein Kumpel der Autorin.

    Wo Schellenberg aber Recht hat: Man kann mit analytischen Fähigkeiten niemandem helfen, dem es egal ist, dass er etwa 80% seiner Kosten durch Subventionen deckt.

    Daher ist klassisches Consulting für Theater oder Opern zum Scheitern verurteilt. Wichtig sind gute Verbindungen zur Politik und gute Öffentlichkeitsarbeit (d. h. die 80%) - weniger wichtig sind Effizienz und gute Vermarktung (d. h. die 20%, für die Berater geeignet sind).
  4. #4

    tragikomödie

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Unternehmensberater können Fabriken neu trimmen, Bleistifte zählen, Prozessketten analysieren. Aber was passiert, wenn es um Kreativität geht - fremdeln sie dann und verschanzen sich hinter ihren Schaubildern? Consultants im Staatstheater, das sehen viele Kulturmenschen als Tragödie.

    Berater im Theater: Kampf der Kulturen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    War ja nur eine Frage der Zeit bis die Ökonomisierung aller Lebensbereiche auch im Kulturbetrieb Einzug erhält.

    Ich stelle mir gerade vor, wie ein Berater-Luftikus mit Rechenschieber bei einer Inszenierung von Brechts "Mutter Courage" die Requisiten zusammenstreicht. Wäre fast schon wieder bühnenreif. Was solls, dank "Sparpolitik" werden die Stadttheater in den nächsten Jahren sowieso fallen wie die Dominosteine.

    Den Cosultants kann man nur das Stück "Top Dogs" von Urs Widmer ans Herz legen.
  5. #5

    Das schlimme ist ....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Unternehmensberater können Fabriken neu trimmen, Bleistifte zählen, Prozessketten analysieren. Aber was passiert, wenn es um Kreativität geht - fremdeln sie dann und verschanzen sich hinter ihren Schaubildern? Consultants im Staatstheater, das sehen viele Kulturmenschen als Tragödie.

    Berater im Theater: Kampf der Kulturen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    nicht nur das die U.-Berater keine Ahnung vom Kultubetrieb an sich haben, mal abgesehen von selten Ausnahmen, sondern vielfach auch keine Ahnung von BWL. Sie leben im Wesentlichen von vorgefertigten Gutachten die mit neuen Zahlen gefüllt werden (die müssen dann die Mitarbeiter des untersuchten Betriebes liefern) und dann wird aus diesem Ganzen eine neue Bewertung abgegeben.
    Und was noch hinzu kommt ist dass von den U.-Beratern nur die wenigsten "echte" Betriebswirte sind. In einer Firma traten ein Theologe, ein Jurist und ein ehemaliger Geschichtsstudent an um ein metallverarbeitendes Unternehmen zu beraten.
    Was habe ich gelacht .... . Entsprechender U.-Sinn ist auch dabei rausgekommen.
    Das einzige wozu sie gut waren, die Unternehmensführung konnte sich bei den schon seit langem im Gespräch befindlichen Entlassungen auf die U.-Berater berufen.
  6. #6

    Ansatz

    i.m.h.o. ist schon der ansatz falsch:
    wie seinerzeit selig mit dem öffnungsbeschluss für die universitäten ging undgeht man davon aus, dass Theater & Oper massenkompatibel sei. Ist es aber nicht. Einerseits verbindet sich mit T&O nicht die hoffnung der massen auf ein besseres wirtschaftliches leben, auf ein persönliches fortkommen ; andererseits leben wir im zeitalter von TV & DVD ... mächtige und v.a. günstige und insbesondere 'massenkompatible' konkurrenz.

    Für die vergleichsweise horrenden kosten links gibt es rechts keine betriebswirtschaftlich bedeutende einnahmen: T&O sind und bleiben zuschussunternehmungen, subventionsbetriebe. Letztlich galt für "hochkultur-betriebe" immer schon "L'art pour l'art", wirtschaftliche sinn- und zweckfreiheit.

    "Einsparungen" gibt es nicht, das ist polit-sprech: Wenn, wird da nichts gespart (und auf die hohe kante gelegt), - es wird schlicht gekürzt. "L'art pour l'art" ist aber aus sich heraus schon nicht wirtschaftlich: Wer meint, sich sowas wie T&O leisten zu müssen oder zu können, muss sich bewußt sein, dass das schlicht geld kostet.

    Für den willen, dieses geld auszugeben oder nicht, braucht es aber kein feigenblatt im form eines gutachtens eines beratungsunternehmens. Denn genau das ist es: statt den mut zu haben "sorry leute, dieses jahr gibt's weniger oder nix, pech für euch, aber so haben wir es beschlossen" werden unternehmensberater vorgeschickt, die diese botschaft lediglich geschickt verpacken sollen. Ein teurer spass, den man sich da leistet, weil man nicht den mut zur aufrichtigkeit und zum stehen zu den eigenen entscheidungen hat!

    Platt: alles augenwischerei. T&O kosten nunmal geld. Entweder man gibt es aus oder lässt es, fertig ist die kiste.
  7. #7

    .

    Zitat von marypastor Beitrag anzeigen
    sind ueberfluessig. Wenn ich nicht weiss, wie ich meine Firma fuehren soll, also eine Firma die ich in - und auswendig kenne, kann mir dabei auch kein Unternehmensberater, der die Firma und die Produkte, die Angestellten und die Kunden nicht kennt, helfen.
    Ihre Analyse ist unvollständig. Ist es denn so, wie Sie unterstellen? Läuft in allen Unternehmen alles optimal und richtig?

    PS. Ein Berater mag Ihre Firma nicht kennen, dafür aber - im gegensatz zu Ihnen - vergleichbare Firmen oder Konkurrenz. Ebenso dürfte er Ihre Produkte und Kunden von daher kennen.

    Aber okay, wir kennen das ja hier aus dem SPON-Forum. Hier kann jeder alles, DAX-Konzern führen, morgens noch den Nahostkonflikt lösen und nachmittags die Finanzkrise. Lauter Koryphäen hier, die nur deshalb bis zur Rente auf Sachbearbeiterebene festhängen, weil sie "zu kritisch" sind oder von ein paar BWLern mit Powerpointfolien auf dem Weg nach ob ausgetrickst wurden. Selten so gelacht....
  8. #8

    Unternehmensberater, bzw. die Big 5, wurden doch nur so groß, weil Manager nicht mehr managen, sondern eine positive Ausstrahlung haben :)

    Die Firmenchefs holen sich Berater, zahlen ein Paar Millionen um sich von denen dann anzuhören, was die eigenen Mitarbeiter denen erzählt haben.
    Via Berater glauben sie es dann, dem Mitarbeiter ohne Berater glauben sie nicht.

    Egal welcher, die Unternehmensberater (vor allem die Big 5) haben alle keine Ahnung, nicht in der Wirtschaft und schon gar nicht im Kulturbetrieb.
    Und das ist keine Ausnahme, das ist die Regel. Woher sollen Berater auch Ahnung haben, Rekrutieren sie doch i.d.R. frisch von den Unis weg.
  9. #9

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Unternehmensberater können Fabriken neu trimmen, Bleistifte zählen, Prozessketten analysieren. Aber was passiert, wenn es um Kreativität geht - fremdeln sie dann und verschanzen sich hinter ihren Schaubildern? Consultants im Staatstheater, das sehen viele Kulturmenschen als Tragödie.

    Berater im Theater: Kampf der Kulturen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - KarriereSPIEGEL
    Ein Staatstheater ist eine Behörde und eine Behörde ist kein Unternehmen. Eine Behörde will keine Gewinne erzielen, zahlt keine Umsatzsteuer, treibt keinen Handel, sondern setzt Beschlüsse um, egal was sie kosten. Das ist etwas völlig anderes.

    Soll eine Untersuchung durch eine Consulting Firma überhaupt Sinn machen, müsste vorher der Eigentümer des Staatstheaters, also die Landesregierung, genaue Vorgaben machen, was sie eigentlich von ihrem Theater erwartet.

    Genau da, hapert es aber immer.








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