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Berater-Gehalt: Viel Stress, viel Geld

Wie viel*verdient eigentlich ein Unternehmensberater? Einer Gehaltsauswertung zufolge viel - zumindest in den*Top-Beraterfirmen. Das Gros der Berufseinsteiger arbeitet allerdings bei kleineren Beratungen - und dort werden längst nicht so üppige Gehälter gezahlt.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...775548,00.html
  1. #10

    tja

    Zitat von bürgerschreck Beitrag anzeigen
    Woher der Spiegel diese Gehaltszahlen hat, wissen die Autoren wohl nur selbst.
    "Wer bleibt und es bis zum Partner schafft, kann sich über ein Gehalt zwischen 140.000 und 240.000 Euro jährlich freuen. Im.....
    das ist schon sehr unterschiedlich und haengt auch von der qualifikation ab: viele der grossen beratungen zahlen einem promovierten anfaenger durchaus 10.000-15.000Euro mehr beim einsteig im vergleich zu einem anfaenger, der 'nur' ein diplom hat.

    ebenfalls geht das fixgehalt bei den grossen 4-5 beratungen fuer volle partner ab ca. 400.000euro los und dann kommt halt die umsatzbeteiligung dazu, die den grossteil des gehalts ausmachen koennen, wenn es brummt.

    diese gehaelter sind trotz mangel und guter konjunktur immer noch deutlich hoeher, als was bei der industrie im durchschnitt gezahlt wird. am ehesten kommen da noch die pharmagehaelter heran.

    die grossen gehaelter klingen toll, wenn man das ganze aber auf eine 80h woche herunterrechnet und den verlust an lebensqualitaet einbezieht, der das reisen, das viele arbeiten, ebenfalls durchaus am wochenende, mit sich bringt, wird ganz schnell ernuechtert. der grossteil der berater verabschiedet sich nach ein paar jahren, weil es nur noch die wahl zwischen burnout jetzt oder spaeter hat.

    gott sei dank ist das reisen nicht mehr bei jeder grossen beratung so ein muss, ich reise max. 2 tage pro woche, auch wenn es wochen gibt, in denen ich komplett unterwegs bin.
  2. #11

    Thema

    Zitat von Koana Beitrag anzeigen
    ............

    Bedeutungslosigkeit muss man nicht als Last empfinden - sie macht einen geradezu schwerelos!
    Ich hoffe, dass es diese Job`s, wenn ich die 50 überschritten habe, auch noch am Markt sind ;)

    Viel Glück bis zum Ruhestand.
  3. #12

    Wie soll das gehen?

    Zitat von bürgerschreck Beitrag anzeigen
    Kein Partner einer ernsthaften Beratungsfirma wird sich mit solchen Gehältern zufrieden geben... 70000 Euro als Einstiegsgehalt inkl. Boni nur in den großen Top-Firmen... lächerlich. Damit kann man heute keine guten Leute mehr zu 180 Hotelübernachtungen im Jahr überreden. Denn BMW, BASF und Siemens suchen auch gute Leute.
    Dann erklären Sie mir mal, wie man ein Gehalt > 100.000,- für Junioren mit den gängigen Tagessätzen refinianzieren soll. Die übertriebenen Gehälter für Partner sind auch nur dadurch bezahlbar, dass es ein Heer an Junioren gibt, die für entsprechend niedrigere Gehälter arbeiten.
  4. #13

    ganz schön viel

    Zitat von nixkapital Beitrag anzeigen
    ....eigentlich ganz schon viel Geld ...
    Woran messen Sie eigentlich, was "ganz schön viel" ist?

    Das am subjektiven Aufwand zu messen, ist ja eher was für Moraltheologen: Wer aber weniger arbeitet als sein Nachbar und doch mehr Geld bekommt als sein Nachbar, der ist dem Herrn ein Gräuel!

    Oder wollen Sie die abgelieferte Leistung messen? "Bloß" Beratung? Da habe ich einen guten Tip: Wer für die Leistung Geld bezahlt, der überlegt sich sehr genau, wofür er es ausgibt, und dem ist sie tatsächlich so viel wert, oft sogar mehr.

    So gemessen, nämlich an dem Maß, für das jemand mit dem ihm zur Verfügung stehenden Geld einsteht, ist die Bezahlung gerade richtig: Der Berater bekommt gerade das, was jemand ihm zu zahlen bereit ist.
  5. #14

    Schlampeneinheit

    Zitat von FastHand Beitrag anzeigen
    Sehr schön diese Gehaltsgrafiken, leider wurde bei den Einheiten geschlampt.
    Nö.

    Die Linke Skala ist ein Einheiten von Tausend Euro notiert. Das steht klar darüber.

    Die exakten Grenzwerte, unterehalb derer ein, zwei oder drei Viertel der Mitarbeiter liegen, sind in Euro notiert, und das steht klar daneben.

    Da gibt es kein Einheitenproblem, und es ist auch erfreulich klar beschrieben, was die exakten Werte in den grünen Kästen bedeuten.
  6. #15

    herrlicher beitrag

    Zitat von Koana Beitrag anzeigen
    ... die Mädels und Jungs, top gestylt - wie frisch aus der Versicherungswerbung gesprungen, mit Ihren Checklisten und Fragebögen.
    Persönlich finde ich es doch immer wieder erfrischend, ich nutze Ihre Anwesenheit (also alle zwei Jahre leistet sich unser Unternehmen so eine Beratung - umgesetzt wird meist kaum etwas) als willkommen Abwechslung im Büroalltag.

    Das Salär sei Ihnen gegönnt, als unkündbarer Sandarbeiter sitze ich sowieso nur meine Zeit ab und freu mich auf den Ruhestand.
    Aber ehrlich, in meiner Firma wüsste ich auch nichts vernünftiges mit mir anzufangen - Sudoku, hier zu posten, dreimal Meeting am Tag (Vorstand am Morgen, Abteilung Mittag und Nachmittag) - die Arbeit machen die Praktikanten.

    Zum Vorstand hab ich es nicht gebracht - wäre schön gewesen, doppelt soviel Gehalt, Dienstwagen um 200 PS mehr und 1 Tonne schwerer, die tägliche Schleimspur auf der ich elegant durch die Flure gleite - tja - war ich nicht clever genug.

    Aber egal , lassen wir uns gerne weiter beraten - mich können sie nicht mehr outsourcen - dass ich völlig überflüssig bin, weiss ich selber schon seit zwanzig Jahren - meine Hobbies haben mich gerettet - und mehr als sechs Stunden am Tag muss ich auch nicht mehr anwesend sein - an ca. 200 Tagen im Jahr (Rest sind Dienstreisen und Seminare... - d.h. schöne Hotels, Incentives und mal andere Gesichter sehen)............

    Bedeutungslosigkeit muss man nicht als Last empfinden - sie macht einen geradezu schwerelos!
    vielen dank für diesen herrlichen beitrag...da kann ich mich einmal zurücklehnen und schmunzeln auf arbeit :-)
  7. #16

    Berater

    Zitat von Dr.Knock Beitrag anzeigen
    Berater werden immer dann geholt wenn die "Entscheider" in den Unternehmen unfähig sind.
    Jede Beratung endet mit Personalabbau, leider nicht an den richtigen Stellen.

    Es gilt nach wie vor: "Was passiert wenn ein Barater in die Wüste kommt ?"
    Eine Zeit lang nichts, aber plötzlich wird der Sand knapp !
    Da kennt sich ja jemand scheinbar sehr genau mit der Beraterbranche aus. Im Ernst. Der Anteil der Cost Cutting Projekte in der Beraterbranche liegt vermutlich bei < 1%, was sicher auch damit zusammenhängt, dass 90% aller Berater eben nicht in der Strategieberatung tätig sind sondern Prozessberatung, IT-Consulting oder ähnliche Projekte machen. Natürlich wird besonders in den großen DAX Konzernen immer wieder gerne das Bild vom Berater propagiert, der kurz da ist, irgendetwas (mehr schlecht als recht) macht und dann wieder weg ist. Das hängt aber sicher auch damit zusammen, dass in vielen deutschen Konzernen leider sehr häufig der in einem Beitrag weiter unten wunderbar persiflierte Konzernmitarbeiter anzutreffen ist, der oft faul, vor allem aber meist völlig kopflos an seinen "Projekten" rumwurschtelt und auf die Rente wartet. Ohne diesen Typus Mitarbeiter wäre das Gros der Unternehmensberater und wohl auch der Wirtschaftsprüfer arbeitslos. Meiner Erfahrung nach kann man diesen Konzernmitarbeitern ein solches Arbeitsverhalten noch nicht einmal vorwerfen. Ich beneide niemanden, der ständig neue, schwammig definierte und meist sinnlos erscheinende Aufgaben auf den Tisch bekommt ohne den größeren Zusammenhang erklärt zu bekommen. Da hat der Berater doch einen sehr entscheidenden Vorteil gegenüber dem Mitarbeiter. Klar definiertes Ziel, zeitlich begrenzter Horizont und kein "um den heißen Brei reden um den Kollegen nicht zu verärgern." Dass es dann oft heißt, "die Berater sind weg und nichts funktioniert" ist sicher auch zu einem großen Teil der wichtigen Konzernregel geschuldet: "Anders als gewohnt ist Fehler genug."
  8. #17

    Wegen Ihnen...

    Zitat von Koana Beitrag anzeigen
    ... die Mädels und Jungs, top gestylt - wie frisch aus der Versicherungswerbung gesprungen, mit Ihren Checklisten und Fragebögen.
    Persönlich finde ich es doch immer wieder erfrischend, ich nutze Ihre Anwesenheit (also alle zwei Jahre leistet sich unser Unternehmen so eine Beratung - umgesetzt wird meist kaum etwas) als willkommen Abwechslung im Büroalltag.

    Das Salär sei Ihnen gegönnt, als unkündbarer Sandarbeiter sitze ich sowieso nur meine Zeit ab und freu mich auf den Ruhestand.
    Aber ehrlich, in meiner Firma wüsste ich auch nichts vernünftiges mit mir anzufangen - Sudoku, hier zu posten, dreimal Meeting am Tag (Vorstand am Morgen, Abteilung Mittag und Nachmittag) - die Arbeit machen die Praktikanten.

    Zum Vorstand hab ich es nicht gebracht - wäre schön gewesen, doppelt soviel Gehalt, Dienstwagen um 200 PS mehr und 1 Tonne schwerer, die tägliche Schleimspur auf der ich elegant durch die Flure gleite - tja - war ich nicht clever genug.

    Aber egal , lassen wir uns gerne weiter beraten - mich können sie nicht mehr outsourcen - dass ich völlig überflüssig bin, weiss ich selber schon seit zwanzig Jahren - meine Hobbies haben mich gerettet - und mehr als sechs Stunden am Tag muss ich auch nicht mehr anwesend sein - an ca. 200 Tagen im Jahr (Rest sind Dienstreisen und Seminare... - d.h. schöne Hotels, Incentives und mal andere Gesichter sehen)............

    Bedeutungslosigkeit muss man nicht als Last empfinden - sie macht einen geradezu schwerelos!

    ... habe ich mich beim Spiegel angemeldet um Ihnen diese Nachricht zu schreiben.
    Das war der unterhaltsamste und schönste Beitrag, den ich seit langem in den Spiegel-Foren gelesen habe!!!
    Was mir am besten gefällt, ist, dass Sie ganz bestimmt nicht zu denen gehören, die eines Tages mit Herzinfarkt oder Burnout zwar auf 5 Milliarden emails zurückblicken können aber ansonsten nichts geblieben ist.
    Daran muss ich noch arbeiten.

    (Muss dazusagen, dass ich selbst Berater bin...)
  9. #18

    Komisch, oder?

    Zitat von realistischer_pessimist Beitrag anzeigen
    die grossen gehaelter klingen toll, wenn man das ganze aber auf eine 80h woche herunterrechnet und den verlust an lebensqualitaet einbezieht, der das reisen, das viele arbeiten, ebenfalls durchaus .....
    Komisch, dass so viele nach ein paar Jahren aufgeben, wo wir doch nichts anderes tun als mit Rollköfferchen von Hotel zu Hotel hüpfen und durch die Welt zu jetten, gut auszusehen und ansonsten nur Dampf in die Luft zu blasen.
    Die üblichen Vorurteile, vermutlich gefasst aufgrund von Erfahrungen in Kostensenkungs- bzw. Changeprojekten, wo man vielleicht selbst auch mal kritisch unter die Lupe genommen wurde. Tausende Projekten die ohne Berater gar nicht umgesetzt werden könnten, weil kein (fachliches) Knowhow oder keine Kapazitäten da sind, das wird mal eben so ignoriert wie die Tatsache, dass die meisten Berater tatsächlich selbst arbeiten und nicht nur hübsche Konzepte basteln, die nie in die Realität umgesetzt weden. Ja, es gibt sie wirklich - die programmieren, die forschen, die entwicklen, die nehmen in Betrieb, die leisten Unterstützung beim Übergang in die Linienorganisation. Mit Hübschsein oder eloquenten Palaver sind noch keine Ziele erreicht worden.
    Ich hab mir auch 5 Jahre meinen Hintern in Flugzeugen und ICEs plattgesessen und bin dann mit 10% weniger Gehalt in die Industrie gegangen. Im Verhältnis zur tatsächlichen Arbeitszeit verdien ich jetzt deutlich mehr pro Stunde/Tag und der Stress hat auch nachgelassen. Tatsächlich hab auch ich immer weniger Respekt vor vielen Beratungsdienstleistern, mit denen ich jetzt von der anderen Seite des Verhandlungstisches zu tun habe. Aber wenn man nicht ganz blöd ist und deren Angebote und Konzepte hinterfragt, merkt man auch schnell, was seriös und realistisch ist und was nicht. Kein Unternehmen schmeisst mal eben Millionen raus für nichts.
  10. #19

    .

    Viele Manager haben Beratung nötig, das ist kein gutes Zeichen. Denn es geht auch ohne Beratung. Millionen Arbeitnehmer und Selbständige benötigen keine Beratung, und liefern "dennoch" ordentliche Arbeit ab.

    Was fehlt den Managern? Wissen, Können, Mut?
    Eine schlimme Entwicklung ist da vor 20-30 Jahren in Gang gekommen. Derjenige, der den Schraubendreher benutzt, verdient noch nicht einmal ein Zehntel als derjenige, der sagt, wo der Schraubendreher nach getaner Arbeit hinzuhängen ist.
    Da ist gewaltig viel schief gelaufen in der Wirtschaft.








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