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Berater frisch vom Campus: Klein anfangen, groß verdienen
Sind das nur Grünschnäbel, oder können die wirklich schon was? Studentische Unternehmensberater genießen in der Wirtschaftswelt einen guten Ruf, Kunden schätzen gerade ihren frischen Blick. Manche "Campus-Consultants" erhalten 1000 Euro Tagessatz. Aber die Aufnahmetests sind hart.
http://www.spiegel.de/karriere/beruf...776780,00.html
- #20 29.07.2011 05:52 von
...
Was kann denn der Berater dafür, wenn ihn irgendeine Pfeife einstellt, ihm aber keinerlei Informationen zur "Anwendung" gibt. Wenn Sie mir nicht sagen, wie hoch Ihr Frühstücksbudget ist, welche Brötchen Sie gerne essen und ob Sie laktoseintolerant sind, kann ich Ihnen auch nicht so wirklich Ihr Traumfrühstück zaubern.Trotzdem freue ich mich, wenn Sie mir für die Planung ein paar Euro geben. Die Chance auf ein echtes Traumfrühstück liegt trotzdem relativ niedrig.
- #21 29.07.2011 07:27 von
60 Stunden Woche...?
Könnte man in einemArtikel mal klären was die Damen und Herren in den 60 Stunden da so effektiv tun...mich als Unwissenden der noch nie einen Unternehmensberater konsultiert hat würde das mal brennend interessieren.
- #22 29.07.2011 07:59 von
Gute Ergänzung zum Studium
Auch wenn hier viele über die klassischen Unternehmensberatungen herziehen und auch in meinen Augen damit recht haben, geht es hier doch um ein anderes Thema:
Studenten bekommen die Möglichkeiten, ihr im Studium erworbenes Wissen in der Praxis zu beweisen. Wie im Text bereits steht, werden diesen Beratern sicher mit keinen Themen beauftragt, die das Untenehmen gefährden. Die Entscheidung, was umgesetzt werden soll, liegt immer noch beim Unternehmen. Andersherum ist es für die Studenten eine sinnvolle Ergänzung, in Unternehmen erste Erfahrungen zu sammeln und auch Kontakte zu knüpfen. Die wenigesten BWL-Studenten arbeiten nach dem Studium bei einem der großen Beratungsunternehmen, da diese gar nicht den Bedarf dafür haben.
Allgemein finde ich es besser, wenn ein Student auch während des Studiums praktische Dinge macht, die sehr gut passen. Seine Zeit damit zu verbringen, als Kellner zu arbeiten, um damit seine Rechnungen zu zahlen ist ja gut und schön. Bringt aber nichts fürs Studium, im Gegenteil, es verlängert dieses nur, weil die Zeit zum lernen fehlt. Zumindest kann man behaupten, man hat in der Wirtschaft gearbeitet. - #23 29.07.2011 08:05 von
schlecht informiert!
Es gibt nicht "den" deutschen Dachverband studentischer Beratungen, sonden die! Neben dem BDSU mit gut 2000 Mitgliedern ist da nämlich auch noch das JCNetwork, ein Dachverband mit aktuell 23 Beratungen und 1400 Mitgliedern. Über selbigen wird kein Wort verloren, ebenso ist keine studentische Beratung im Artikel erwähnt.
http://www.jcnetwork.de/
http://www.jcnetwork.de/organisation...dsvereine.html
Das ist in etwa so, als ob man nur von 2 deutschen Autokonzernen, 3 wichtigen EVUs o.ä. schreiben würde. Ein Blick auch Wikipedia hätte im übrigen an Recherchearbeit gereicht!
Schwache Leistung! - #24 29.07.2011 11:16 von
Was macht ein Berater
Ja gerne. Ich habe gerade Ferien und ein paar Minuten Zeit.
Unsere Beratungsfirma, deren Miteigentümer ich bin, ist spezialisiert auf Supply-Chain-Management. Sicherlich wissen Sie, daß z.B. in der Automobilindustrie, aber auch immer mehr in anderen Industrien ein Produkt nicht mehr nur von einem Hersteller gefertigt wird, sondern immer mehr auch von Zulieferern die wiederum Zulieferer haben usw. Diese verbundenen "Zuliefererketten" können sich über Kontinente hinweg erstrecken oder verschiedenste Branchen mit verschiedenen "Kulturen" müssen plötzlich zusammenarbeiten. Nehmen Sie beispielsweise das Elektroauto, hier haben sie es plötzlich mit neuen Zulieferern zu tuen (Kohlefaserwerkstoffe) oder Zulieferer müssen komplett neu aufgebaut bzw. extrem verändert werden (Hochleistungsbatterien, spezielle E-Motoren).
Nehmen wir einmal an, Sie haben einen kleinen mittelständischen Betrieb, der Kunststofffolien herstellt und haben eine Folie entwickelt, die sehr gut auch in neuartigen Batterien verwendet werden kann. Bislang haben sie mit ihren Folien vorwiegend kleinere Aufträge erfüllt und nun sollen sie in die Großserienfertigung einsteigen.
Man fordert von Ihnen Garantien hinsichtlich Qualität, Lieferterminen, flexible Mengen...und auch sie brauchen plötzlich diese Garantien z.B. von ihren Granulatherstellern.
Das kennen sie so bislang noch nicht und auf der einen Seite wissen sie, das der Auftrag eine riesen Chance für ihre Firma ist, aber auf der anderen Seite...haben sie Bammel.....alles soll plötzlich anders ablaufen, genügend Spezialgranulat müsste u.a aus Japan kommen...die Logistik wird komplex....reicht eine Produktionslinie, um die Liefersicherheit zu garantieren, denn es drohen empfindliche Vertragsstrafen....
Hier können wir dann helfen, indem wir zunächst die Ist-Situation der Logistik analysieren, danach entwerfen wir ein Szenario für die neuen logistischen Abläufe intern in der Produktion und in der Zulieferkette.Darauf aufbauend können wir eine Komplett-Planung machen (oder auch nur Teilpl.) einschließlich der nötigen Materialflusssystemen, Läger, EDV, oftmals schalten wir andere "Berater" ein (z.B für Vertragsmanagement).
Die neue "Logistik" wird am Rechner solange simuliert, bis alles zunächst einmal im "Rechner" rund läuft. Je nach Auftrag werden die gefundenen Lösungen auch im Betrieb implementiert, das Personal geschult und der Anlauf der Produktion wird auch begleitet.
Bitte, dieses Beispiel ist fiktiv und nur sehr vereinfachend hier dargestellt. - #25 29.07.2011 11:16 von
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Ihre Vergleiche hinken aber gewaltig.
Ganz gut auskennen ist aber oftmals nicht genug. Denn wenn so ein Berater frisch von der Uni kommt, egal ob Naturwissenschaftler, Informatiker oder Ingenieur, dann hat er Grundlagenwissen parat - mehr auch nicht. In Ansätzen hat er vielleicht sogar im Rahmen einer Diplomarbeit bereits ein wenig geforscht. Aber das ist selten.
Fundiertes Wissen in einem Bereich erlangt man erst, wenn man in diesem Bereich forscht. Oder noch besser: forscht und lehrt. Und zwar jahrelang. Alles andere ist bestenfalls solides Halbwissen, wenn es um Details geht.
Und Halbwissen kann gefährlich sein! - #26 29.07.2011 12:20 von
Der Elfenbeinturm...
Also zunächst einmal gibt es auch eine Menge Berater, die Erfahrung außerhalb der Beratung gemacht haben, nicht alle kommen frisch von der Uni, die wenigsten Frischlinge gibt es bei Spezialberatern. In meiner Firma haben alle mindestens 5 Jahre Praxis außerhalb der Beratung.
Das mit der Forschung ist so eine Sache, sie wollen ja als Beratungskunde in aller Regel Lösungen für die Unternehmenspraxis haben und nicht irgendwelche Theorien einkaufen. Bei Beratungsprojekten ist eben nicht das Elfenbeinturmdenken gefragt, deshalb scheitern auch viele Hochschullehrer in der Beratungspraxis bzw. werden nur wegen des Namens eingekauft. - #27 29.07.2011 12:57 von
bla
Sehr richtig! Das beweisen Sie mit Ihrem Beispiel ganz anschaulich. Sie machen Pauschalurteile, die so absolut sind, wie sie auch absolut falsch sind.
Nicht alle Leute, die sie hier ansprechen, gehen schon nach dem Diplom von der Uni ab. Gerade in den Naturwissenschaften ist die Promotion noch sehr häufig, und da bekommt man dann eben jahrelange Erfahrung im praktischen Projektmanagement, oft auch interdisziplinär. Und auch andersrum wird nicht immer ein Schuh draus: Ich kenne einige Dipl.Ings. von der FH, die haben auch schon einiges an praktischer Forschungserfahrung, da fehlte dann aber einiges an theoretischem Unterbau um vernünftig zu arbeiten.
Ich kann nicht so recht verstehen, was die Lehre damit zu tun hat. Ich habe jetzt auch jahrelange Erfahrung in Forschung und Lehre, aber die Lehre hat mich jetzt nicht übermässig auf die Management-Aufgaben vorbereitet, die in Zukunft auf mich warten... - #28 29.07.2011 15:52 von
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Wissensvermittlung sollte für jeden Berater essentiell sein. Wie sonst soll man seine Ergebnisse sinnvoll an die Kunden weitergeben können? Bei Präsentationstechniken fängt es schon an, was man da manchmal von Beratern an Folien zu sehen bekommt, ist gruselig. Nachfragen bei solchen Vorträgen können für die Berater schon peinlich werden. Da werden teilweise Ergebnisse präsentiert, die in sich unlogisch sind oder deren Schlussfolgerungen gewagt sind.
Wer seinen Job nicht selbst machen kann, der benötigt Berater. In Einzelfällen, z.B. bei kleinen Unternehmen, mag das Einkaufen von Spezialwissen durch Berater sinnvoll sein. Wobei es für den kleinen Unternehmer gefährlich werden kann, sich einzig auf die Berater zu verlassen. Bei grossen Unternehmen ist es besser und billiger, jedenfalls auf Dauer, das Spezialwissen im Unternehmen anzuhäufen.
Pauschalurteile sind angebracht, wenn damit das Wesentliche ausgesagt wird. Wie viele Beraterprojekte gehen schief? Oder bringen nicht das, was versprochen worden ist?
Selbst Promovierte in den harten Fächern müssen nicht viel drauf haben. Was zählt, ist die wissenschaftliche Reputation. Die weist man nach durch etliche wissenschaftliche Veröffentlichungen.
Und wenn es um technische Details geht, dann muss man Experte auf diesem Gebiet sein, um das richtig einschätzen und mitreden zu können. Eine Promotion im gleichen Fach, aber in einem anderen Gebiet, nützt einem da relativ wenig.
Es ist in Mode gekommen, Berater zu beschäftigen. Früher ist das alles auch ohne Berater gegangen. Und es würde auch heute noch funktionieren. Wenn man Manager mit Ahnung, Mut und Rückgrat hat. So wie früher. - #29 29.07.2011 18:50 von
Klassisches Beispiel für den Elfenbeinturm
Da stimme ich Ihnen zu.
Auch richtig, aber habe ich bei Wissenschaftlern auch oft erlebt, ist also nicht beratertypisch.
Irgendwie sehen Sie das falsch - und sehr unwissenschaftlich obwohl Sie doch die Fahne so hoch oben auf dem Elfenbeinturm gehisst haben. Wissenschaft heisst doch aus mehreren Quellen Wissen zusammenzutragen und zu verdichten. Stehe ich vor einem Problem, ist es doch sehr sinnvoll, einen anderen Blick auf die Sache werfen zu können.
Weiterhin zeichnet es auch eine Führungskraft aus, wenn diese erkennt, daß ein Problem durch eigene "Bordmittel" nicht zu lösen ist und es sich sehr gut mit Hilfe von Externen lösen läßt.
Je mehr Wissen im Unternehmen ist, desto besser. Einverstanden. Nur Wissen kostet auch und verschlingt daher auch Unternehmensresourcen. Es ist also aüßerst fraglich, ob z.B. ein Marmeladenhersteller bei der Einführung einer neuen EDV eine Truppe von Informatikern einstellen sollte oder dieses punktuell benötigte Wissen nicht lieber auch punktuell beschafft.
Na nun wird´s aber extrem unwissenschaftlich.
Weiter geht´s mit Unlogig.
Also, die Leute, die ich kenne, welche in harten Fächern promoviert haben, haben allesamt viel drauf. Und ich kenne eine Menge davon. Fast alle haben neben ihrer Promotion zahlreiche Veröffentlichungen gemacht bzw. mitgewirkt. Die Promotion an sich doch ist eine sehr hohe wissenschaftliche Reputation.
Weiterhin ist es Aufgabe von Wissenschaftlern, etliche wissenschaftliche Veröffentlichungen zu machen. Es gibt aber auch akademisch ausgebildete Menschen, die andere Aufgaben erfüllen.
Klassisches Elfenbeinturmdenken. Auch Details müssen z.B. zu einem Ganzen zusammengefügt werden, da muß jemand den Überblick behalten. Und um beispielsweise ein Getriebe für ein Windkraftwerk zu entwickeln, ist es notwendig, daß sie etwas von Werkstoffen für Zahräder verstehen, sie brauchen aber nicht über das Thema "Fließverhalten von Stahlwerkstoffen" promoviert zu haben.
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