Benzin-Talk: "Anne Will" im Schnellcheck

dapdDer Benzinpreis steigt und steigt - wer ist schuld? Oder muss Sprit noch viel teurer werden, damit wir zur Vernunft kommen? Bei Anne Will rangen sechs Gäste um Antworten, nur zwei konnten überzeugen. Der Talk im Schnellcheck.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0...829838,00.html
  1. #70

    So einfach ist das alles nicht

    Zitat von gazettenberg Beitrag anzeigen
    Zunächst einmal vielen Dank für das hohe Niveau, auf dem Sie hier antworten. Bin ich bei Benzinpreisdiskussionen nicht gewohnt. Klasse!
    Richtig ist, dass es keine Zweckbindung von Steuern in Deutschland gibt, auch nicht geben darf, weil dies das Haushaltsrecht des gewählten Parlaments aushebeln würde. Unstrittig ist aber sicherlich, dass die KFZ-Steuer die Kosten des Straßenverkehrs nicht allein gegenfinanzieren könnte. Straßen sind teuer, Park- und Verkehrsflächen in Innenstädten sind knapp.

    Sollten tatsächlich 80 Prozent des Autoverkehrs gewerblich sein, so ist es nur sinnvoll, der gewerblichen Nutzung die echten Kosten des Autoverkehrs in Rechnung zu stellen, statt diese Kosten der Gemeinschaft aufzubürden und so beispielsweise den unsinnigen Transport von Alpenmilch nach Flensburg weiter zu befördern.
    ...
    Ausgerechnet die Mineralölsteuer ist nämlich teilweise zweckgebunden. Das Non-Affektationsgebot ist keineswegs eine unüberwindlcihe Hürde...

    Und jetzt bitte nicht noch die Debatte um die externen Kosten des Verkehrs, dass sprengt erfahrungsgemäß die Möglichkeiten öffentlicher Foren, da man jede einzelne Studie intensiv gelesen haben muß, um ihre Ergebnisse kommentieren zu können.
  2. #71

    Marokko

    Zitat von acusticusneurinom Beitrag anzeigen

    Milch ist Milch, was ist daran diskriminierend? Werden da die Alpen oder die Kühe diskriminiert? Was ist sinnhaft, in der Nordsee gefangene Krabben in Italien puhlen zu lassen, weil es dort billiger ist, um sie nach der Puhlerei wieder nach Deutschland zurückzukarren?
    Die Krabben gehen inzwischen nach Marokko zum puhlen. Muß man nicht mögen, aber ich hab schon vor Jahren den Verkehrspolitischen Referenten einer Umweltorganisation gefragt, warum sie das Geld, dass sie in ihren Protest gegen die "Krabbenodyssee" stecken nicht in einen Preis für den Maschinenbaulehrstuhl stecken, der eine Krabbenpuhlmaschine präsentiert, die billiger ist als der Transport. Auf die Antwort warte ich bis heute :)
  3. #72

    Zitat von Direwolf Beitrag anzeigen
    Ausgerechnet die Mineralölsteuer ist nämlich teilweise zweckgebunden. Das Non-Affektationsgebot ist keineswegs eine unüberwindlcihe Hürde...
    Es steht zwar noch im Gesetz (wie auch die Todesstrafe lange in einigen Landesverfassungen stand), ist aber nicht anwendbar und würde sonst sicherlich vom auch BVerfG kassiert werden.

    Zitat von Direwolf Beitrag anzeigen
    Und jetzt bitte nicht noch die Debatte um die externen Kosten des Verkehrs, dass sprengt erfahrungsgemäß die Möglichkeiten öffentlicher Foren, da man jede einzelne Studie intensiv gelesen haben muß, um ihre Ergebnisse kommentieren zu können.
    Ja, die ersparen wir uns.
  4. #73

    Zitat von rennflosse Beitrag anzeigen
    Nein, es gibt verschiedene Sorten mit gewissen geschmacklichen Unterschieden. Sie können das gerne probieren.
    Okay, glaube ich Ihnen. Ich bezweifel allerdings, dass der Konsument darauf achtet.

    Zitat von rennflosse Beitrag anzeigen
    Gut. Dann müßte das Preisschild aber überall gleich sein und Preisunterschiede beim Benzin dürfte es in Europa nicht geben.
    Ja, eine Währungsunion ohne Fiskalunion funktioniert ohnehin nicht dauerhaft.
  5. #74

    mal der reihe nach

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Klaus Picard...konterte alle Vorwürfe (Preisanstieg zu Ferienbeginn o. ä.) souverän mit Fakten und Statistiken, die sich nicht nachprüfen ließen.Benzin-Talk: "Anne Will" im Schnellcheck - SPIEGEL ONLINE
    das haben die meisten statistiken so an sich…
    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Anders gesagt: Autofahren muss wehtun." (Ulf Poschardt)
    Benzin-Talk: "Anne Will" im Schnellcheck - SPIEGEL ONLINE
    was er natürlich nicht gesagt hat ist, dass ihm es nicht wehtut, weil er genug geld hat…
    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "Wenn Sie die Leute entlasten wollen, dann senken Sie doch einfach die Mineralölsteuer." (Klaus Picard zu Klaus Ernst)Benzin-Talk: "Anne Will" im Schnellcheck - SPIEGEL ONLINE
    netter versuch, Herr Picard und seinesgleichen werden die differenz mit freuden zum alleinigen wohl der aktionäre einstreichen, am preis an der tankstelle wird sich nichts ändern…
    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Dann wurden Menschen, die mitten in Berlin aus Geländewagen (SUVs) oder großen Limousinen stiegen, nach dem Benzinverbrauch ihres Autos gefragt.Benzin-Talk: "Anne Will" im Schnellcheck - SPIEGEL ONLINE
    so dummheit denn weh täte, hätten diese herrschaften eine hohe schmerzmittelrechnung…
    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ulf Poschardt hat..gesagt, was alle wissen...dass man sich am leichtesten selbst finanziell entlasten kann, in dem man wenig und vor allem vernünftig fährt. Und dass man, wenn man so wie er nicht mit der Bahn zur Arbeit fährt, sondern mit dem Auto, nicht rumjammern darf.Benzin-Talk: "Anne Will" im Schnellcheck - SPIEGEL ONLINE
    das typische gerede eines nichtbetroffenen, der mit seiner rede noch die intelligenz der zuhörer beleidigt…

    zur erklärung: wer sein leben lang sparsame autos gefahren hat (auch vor 30jahren gab es autos mit einem verbrauch von knapp 6l/100km) dem hilft der spruch vom vernünftigen fahren leider gar nicht…

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was ist die Erkenntnis?

    Dass Menschen, die sich eigentlich um die Zukunftsfähigkeit Deutschlands in Sachen Mobilität kümmern müssen (Lambsdorf und Ernst), daran kein Interesse zu haben scheinen, sondern sich eher auf kurzfristig werbewirksame Projekte kaprizieren (Pendlerpauschale). Sämtliche themenrelevanten Stichworte wie Nachhaltigkeit von Energie, Carsharing, alternative Stadtplanung et cetera wurden von Pohl und Poschardt genannt.
    Benzin-Talk: "Anne Will" im Schnellcheck - SPIEGEL ONLINE
    DAS war nicht das thema, aber egal…
    als dann noch so dinge wie citymaut erwähnt wurden wurde es völlig grotesk.
    beispiel London: "umweltfreundliche" autos müssen die "congestion charge" nicht bezahlen, als "umweltfreundlich" gelten dort elektroautos und hybride. der witz ist, dass afaik die dichte der S(innlos) U(nnützen) V(ehikel), auch als Chelsea Tractor bekannt, die einen Hybridantrieb haben in London deutlich höher ist als anderswo.
    d.h. der menschenschlag aus der oben erwähnten einspielung kann weitermachen wie bisher, der, der jeden cent zweimal umdrehen muss, bevor er ihn ausgibt, schaut wie immer in die röhre…
  6. #75

    Zitat von rennflosse Beitrag anzeigen

    Insofern ist das Auto nichts besonderes. Toaster werden täglich gerade 10 Minuten gebraucht, Fernseher einige Stunden. Die meisten Geräte stehen zuhause wegen Absenz ihres Besitzers mehrzeitlich unnütz rum.
    Finden Sie nicht, daß ein Gegenstand mit einem isolierten Zweck und einem äußerst bescheidenen, finanziellen Wert eine andere Bedeutung hat, als ein wesentlich kosteninteniveres Fahrzeug?

    Das Auto ist so eine Art Schweizer Taschenmesser. Es kann viel mehr als der Besitzer jeden Tag nutzen kann.
    Ja - was denn noch? Toasten, Wäsche waschen, Geschirrspülen, Rasenmähen, Brot backen, vielleicht sogar tapezieren bzw. als Tapeziertisch dienen? Das wußte ich allerdings noch nicht.

    Sie sind mir vielleicht ein lustiger Vogel.

    Diskriminiert würden die Norddeutschen.
    Wieso? Milch ist Milch. Jede Kuh produziert sie in jeder Ecke der Welt auf die gleiche Weise. Eine doofes Rindvieh kann das, was kein Mensch kann: Aus Gras, Heu - Milch machen.

    Und auch die Italiener in einer gottverlassenen Ecke Italiens sollen sich ihren Lebensunterhalt verdienen, notfalls mit Krabbenpuhlen.
    Also, es ist Ihrer Ansicht nach sinnvoll, in der Nordsee gefangene Krabben zum Puhlen nach Italien zu bringen, während in der Region, wo sie gefangen und verarbeitet werden könnten, Arbeitslosigkeit herrscht? Aha. Das wußte ich auch noch nicht.

    Hier ist soviel Falsches dran. Wieviele Frauen sind es denn, haben Sie Zahlen? Nein, also ist es ein Vorurteil.
    Nein, es ist kein Vorurteil, sondern eine psychologische Tatsache, die in Zahlen nicht meßbar ist.

    Schwerer werdende Fahrzeuge findet man in allen Fahrzeugklassen, dennoch geht der Spritverbrauch zurück.
    Nein. Er stagniert - trotz modernerem Motormanagement - in etwa auf dem Niveau der 80-er Jahre.

    Ich "komme" Ihnen nicht mit elektrischen Fensterhebern. Ich komme Ihnen mit wissenschaftlichen Fakten.

    Zitat von rennflosse Beitrag anzeigen
    Mitnichten. Im Übrigen ist flaches Ackerland dann wieder kein Alpenland. Und dann isses auch keine Alpenmilch.
    Richtig. Milch ist Milch. Chemisch absolut gleich zusammengesetzt, gleich, ob aus Bayern oder aus dem Norden der Republik.

    Aber was machen die Ruhrpöttler? Dosenmilch?
    Nö. Die kaufen Milch aus Westfalen, viele grüne Wiesen, viel Landwirtschaft. Die brauchen keine Alpenmilch. Dortmund und große Teile des Potts sind eigentlich westfälisch.

    Wußten Sie noch nicht, gelle?

    ;-D
  7. #76

    Zitat von tharimar Beitrag anzeigen
    [qoute]Das mag in deutschen Großstädten wie Berlin, Hamburg, München etc. ja ein gangbarer Weg sein. Aber was ist mit den vielen Menschen die auf dem Land, in kleineren Städten oder der Umgebung wohnen?
    Meine Schwester hat 30 km Arbeitsweg, wohnt in einer Kleinstadt mit 25.000 Einwohnern. Der Bahnhof, der früher mal existierte, wurde vor gut 10 Jahren durch die deutsche Bahn stillgelegt, der Bus fährt 4x am Tag - nur leider auch nicht dahin, wo sie arbeitet. Meinen Schwager gehts ähnlich. Berücksichtigt man dann noch, dass sie 2 schulpflichtige Kinder haben, die auch noch nach hier und da gefahren werden müssen, dann erklären Sie mal, wie das funktionieren soll.

    Ich wohne (zugegeben im Zentrum) einer ca 20 Tsd.-Einwohner-Stadt 70 km von einem Ballungszentrum entfernt. Hier können tagsüber täglich (WE 50%) ca. 25 -30 Busverbindungen zum Bahnhof und von dort fast jede Stunde Züge in's Ballungszentrum genutzt werden. Ich frage mich, was Sie für Kommunalpolitker in Ihrer Stadt haben, wenn dort solch katastrophalen Zustände im ÖPNV herrschen.
  8. #77

    Zitat von FoxhoundBM Beitrag anzeigen
    Ich bin für Umweltschutz übrigens immer zu haben. Dann aber bitte dort, wo es sinnvoll ist (z.B. Verbot der Regenwaldabholzung, Verbot von Walfang, Verbot von Müllverklappung). Die derzeit grassierende Umwelt- und Klima-Hysterie in Deutschland ist jedoch einfach nur lächerlich - und scheint bei vielen Leuten die Religion ersetzt zu haben.
    Haha, der deutsche Wohlstandsbürger. Umweltschutz: ja, bitte - aber nur dort, wo er mich nicht stört und ich mich nicht einschränken muss.
  9. #78

    Hm,

    Zitat von tharimar Beitrag anzeigen

    Meine Schwester hat 30 km Arbeitsweg, wohnt in einer Kleinstadt mit 25.000 Einwohnern. Der Bahnhof, der früher mal existierte, wurde vor gut 10 Jahren durch die deutsche Bahn stillgelegt, der Bus fährt 4x am Tag - nur leider auch nicht dahin, wo sie arbeitet. Meinen Schwager gehts ähnlich. Berücksichtigt man dann noch, dass sie 2 schulpflichtige Kinder haben, die auch noch nach hier und da gefahren werden müssen, dann erklären Sie mal, wie das funktionieren soll.
    Mich würde wirklich mal intressieren in welcher Stadt mit 25k Einwohnern nur 4 mal am Tag ein Buss fährt?
  10. #79

    Zitat von franneck Beitrag anzeigen
    Merke: Mobilität ist nicht gleich Autofahren!
    Jeder mensch ist mobil, nämlich in der Regel schon mit seinen eigenen 2 Beinen, die der liebe Gott nicht nur zum Tragen einer Hose erdacht hat.
    Aber natürlich wird eine Erhöhung der Spritpreise im Endeffekt alle treffen, auch die, die nicht dazu beitragen.
    Bevor man sich einen noch höheren Preis wünscht, könnte man vielleicht erstmal über die Einführung einer Kerosinsteuer nachdenken, allein der Gerechtigkeit wegen
    Ok, bitte um Erklärung, was mir meine Beine nutzen, wenn ich an einer Veranstaltung in mehreren 100km Entfernung zu meinem Wohnort teilnehmen will, und dabei mehr Gepäck habe, als ich auf einen Schlag kraft meiner anatomischen Möglichkeiten mit mir tragen kann?