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Benzin-Talk: "Anne Will" im Schnellcheck

dapdDer Benzinpreis steigt und steigt - wer ist schuld? Oder muss Sprit noch viel teurer werden, damit wir zur Vernunft kommen? Bei Anne Will rangen sechs Gäste um Antworten, nur zwei konnten überzeugen. Der Talk im Schnellcheck.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0...829838,00.html
  1. #110

    Eigene Nase

    Zitat von FoxhoundBM Beitrag anzeigen
    Richtig. Und Wenn ich schon wieder diese Pauschalisierungen lese ...
    "Der fährt morgens mit seinem SUV zum Bäcker!"
    Und danach vielleicht weiter zur Arbeit?
    "180 auf der Autobahn! Sprit ist viel zu billig!"
    Wie viel Prozent der 40 Millionen.......
    Ich muß gestehen auch ich fahre Auto,allerdings versuche ich wirklich es soweit wie es mir möglich ist stehen zu lassen.Warum?
    Weil ich doch über Umweltverschmutzung nachdenke und meine der Dreck den ich vom meinem Auto wasche doch nicht nur von Kohlekraftwerken stammt sondern auch aus dem Auspuff meines Autos!
  2. #111

    Keine Rechtfertigung notwendig..

    - wenn jeder Autofetischist - und solche soll es ja geben - wüßte, was er seinem heiligen Blechle mit jahrelangem, täglichem Stop & Go - Betrieb antut, dann würde er's freiwillig lassen und Alternativen nutzen.

    Aber dann fehlt ja der Automobilindustrie irgendwann die Kundschaft.

    Wem nutzen Fahrzeuge, die nach 10 Jahren nur 22.000 km oder weniger auf dem Zähler haben, nie bei Nässe oder Salz bewegt werden - also nicht verschleißen und weggeworfen werden müssen?

    Nun?

    ;-)
  3. #112

    Grundversorgung

    Zitat von acusticusneurinom Beitrag anzeigen
    Wo sehen Sie das denn? Ich wage nur vorsichtig, die Tatsache zu kritisieren, daß sich die Menschen - gleich in welchem PKW, ob SUV oder Kleinhitsche - gerne auch zum Brötchenholen fortbewegen lassen, wenn sie genauso gut zu Fuß gehen könnten. Abgesehen davon, daß das dem geliebten Fahrzeug sehr schadet.
    Achso. Ist aber diese Aussage nicht auch bloß ein Klischee? Wer macht das denn wirklich?
    Zitat von acusticusneurinom Beitrag anzeigen
    Es geht um den Drittelmix, den gab es 1970 auch schon. 8 - 9 Liter - die heutigen Karren benötigen auch nicht weniger. Sie glauben, wenn die Kutsche statt 90 jetzt 170 Pe-Esse hat, dann wäre das ein Fortschritt.
    Die PS-Zahl ist für mich dabei nicht maßgebend. Allerdings ist steigende Effizienz eines Motors eben auch mit mehr Leistung verbunden. In diesem Punkt werden wir uns wohl nicht einig werden, also weiter zum nächsten.
    Zitat von acusticusneurinom Beitrag anzeigen
    Das nutzt nichts, das war eine Subvention für die Automobilindustrie mit grünem Feigenblättchen. Ändert nichts an der Tatsache, daß die Zulassungszahlen weiter steigen, der Flächenverbrauch an seine Grenzen stößt. Wenn Sie diese Fakten ausblenden, Ihr Problem. Dann muß es eben noch teurer werden, damit manche Menschen lernen, bei längeren Wartezeiten - vor LZA z.B. oder anderswo - den Motor auszuschalten oder kurze, innerstädtische Wege bis 3 km. Wegstrecke vielleicht mit den Öffis oder per pedes zurückzulegen. Auch der Preis ist ein Steuerungsinstrument und sogar ein sehr effektives. Das Recht auf Autofahren steht nicht im Grundgesetz.
    Sonst gäbe es ja das Auto vom Sozialamt. Ich wäre ja auch dafür, Instrumente wie die Heim / Telearbeit zu stärken, um mehr Menschen vom Pendeln wegzubringen. Bei Büroarbeitsplätzen eine gute Alternative. Leider sind Arbeitgeber (darunter viele Behörden) da nicht sehr aufgeschlossen. Was den Flächenverbrauch angeht, so sind zum Teil die Gemeinden daran nicht unbeteiligt. Wenn jedes Dorf seine Umgehungsstrße fordert, dann wird eben weiter betoniert und asphaltiert.
  4. #113

    Ohne Sorge

    Zitat von acusticusneurinom Beitrag anzeigen
    - wenn jeder Autofetischist - und solche soll es ja geben - wüßte, was er seinem heiligen Blechle mit jahrelangem, täglichem Stop & Go - Betrieb antut, dann würde er's freiwillig lassen und Alternativen nutzen.

    Aber dann fehlt ja der Automobilindustrie irgendwann die Kundschaft.

    Wem nutzen Fahrzeuge, die nach 10 Jahren nur 22.000 km oder weniger auf dem Zähler haben, nie bei Nässe oder Salz bewegt werden - also nicht verschleißen und weggeworfen werden müssen?

    Nun?

    ;-)
    Gebrauchtwagenkäufer (wie ich) lieben solche Fahrzeuge. Die Automobilindustrie lebt wie jede andere Industrie vom Verkauf neuer Produkte, das kann man ihr schlecht vorwerfen. Und die lassen sich auch was einfallen, um den Verkauf anzukurbeln. Je mehr Elektronik im Auto verbaut wird, desto früher geht es kaputt. Ich fürchte, die Ära der langlebigen Fahrzeuge ist spätestens am Ende des letzten Jahrtausends vorüber gewesen. Man wird sehen.
  5. #114

    Zitat von rennflosse Beitrag anzeigen
    Gebrauchtwagenkäufer (wie ich) lieben solche Fahrzeuge. Die Automobilindustrie lebt wie jede andere Industrie vom Verkauf neuer Produkte, das kann man ihr schlecht vorwerfen.
    Das war auch nicht meine Intention - wenn die Menschen so "dumm" sind, alle drei Jahre ein Neufahrzeug erwerben zu wollen.....
    Ich fürchte, die Ära der langlebigen Fahrzeuge ist spätestens am Ende des letzten Jahrtausends vorüber gewesen. Man wird sehen.
    Ein alter Grundsatz: Was nicht "drin bzw. dran ist" - kann auch nicht kaputtgehen.
    Zitat von rennflosse Beitrag anzeigen
    Achso. Ist aber diese Aussage nicht auch bloß ein Klischee? Wer macht das denn wirklich?
    Viele, eigentlich die Mehrzahl der Automobilisten, gerne und oft. Es ist ja - so bequem. Statt zu laufen, lasse ich mich fortbewegen, erst recht im eigenen Auto. Da habe ich noch das Gefühl, auf die Fortbewegung einen eigenen Einfluß zu haben. Auch wenn ich mich schon wenige Meter nach dem Start im ersten Stau befinde.
    Darüber hat es schon in der Vergangenheit viele Studien gegeben, ich habe nur eine beispielhaft eingestellt:

    Studie zeigt: Chemnitz ist eine Autostadt - Freie Presse: Durch die Priorisierung des Auto-Verkehrs über Jahrzehnte hinweg seien zudem die Marktchancen für den ÖPNV eingeschränkt und die Reisezeiten bei der ÖPNV-Nutzung bei weitem nicht konkurrenzfähig zum MIV.

    Allerdings ist steigende Effizienz eines Motors eben auch mit mehr Leistung verbunden.
    Das ist nicht zwingend die Folge. Gleichbleibende Leistung, geringerer Spritverbrauch, so würde ein Schuh daraus. Daher stagnieren die Verbräuche im Drittelmix ja auch auf dem Niveau der 80-er Jahre.

    Was den Flächenverbrauch angeht, so sind zum Teil die Gemeinden daran nicht unbeteiligt. Wenn jedes Dorf seine Umgehungsstrße fordert, dann wird eben weiter betoniert und asphaltiert.
    Tja. Die - welch' gruselige Formulierung - "Autodenke" ist seit den dreißiger Jahren fest im deutschen Hirn.
  6. #115

    ...

    Zitat von acusticusneurinom Beitrag anzeigen

    Das steht hier nicht zur Debatte.



    Es geht um den Drittelmix, den gab es 1970 auch schon. 8 - 9 Liter - die heutigen Karren benötigen auch nicht weniger.

    Sie glauben, wenn die Kutsche statt 90 jetzt 170 Pe-Esse hat, dann wäre das ein Fortschritt.

    Naja, eher 420 PS, ein Audi S6 braucht 9 Liter im Drittelmix.
    Ein A4 mit 170 PS knapp 6 Liter, ich weiß ja nicht wo sie
    ihre Daten herhaben.
    Okay, im Fall des A4 ist es etwas "unfair", da es ein Turbo ist,
    aber selbst ein Sauger mit 100 PS kommt mit 6 Liter Sprit aus.
  7. #116

    Automobilisten

    Zitat von acusticusneurinom Beitrag anzeigen
    Das war auch nicht meine Intention - wenn die Menschen so "dumm" sind, alle drei Jahre ein Neufahrzeug erwerben zu wollen.....
    Das hat mit Dummheit nichts zu tun. Nach drei Jahren gibts die ersten Zipperlein, Garantien und Kulanzen verblassen. Dagegen ist der Wertverlust noch gering, so dass mit verhältnismäßig kleinem Aufwand der Neukauf zu bewerstelligen ist. Die Leute wollen sich auch nicht mit dem Auto beschäftigen, sondern benutzen es als x-beliebigen Gebrauchsgegenstand. Ein älterer Wagen braucht mehr Aufmerksamkeit und Pflege.

    Zitat von acusticusneurinom Beitrag anzeigen
    Viele, eigentlich die Mehrzahl der Automobilisten, gerne und oft. Es ist ja - so bequem. Statt zu laufen, lasse ich mich fortbewegen, erst recht im eigenen Auto. Da habe ich noch das Gefühl, auf die Fortbewegung einen eigenen Einfluß zu haben. Auch wenn ich mich schon wenige Meter nach dem Start im ersten Stau befinde.
    Es ging um den Weg zum Bäcker. Also doch ein Klischee, ich wusste es.

    Zitat von acusticusneurinom Beitrag anzeigen
    Das ist nicht zwingend die Folge. Gleichbleibende Leistung, geringerer Spritverbrauch, so würde ein Schuh daraus. Daher stagnieren die Verbräuche im Drittelmix ja auch auf dem Niveau der 80-er Jahre.
    Wird auch durch Wiederholung nicht wahrer.
    Zitat von acusticusneurinom Beitrag anzeigen
    Tja. Die - welch' gruselige Formulierung - "Autodenke" ist seit den dreißiger Jahren fest im deutschen Hirn.
    Nicht nur dort. Sie ist weltweit in allen Hirnen, stärker vielleicht als in den deutschen. Deshalb ist das Problem auch so schwer zu lösen. Vielleicht wenn die Benzinpreise weltweit auf deutschem Niveau wären.
  8. #117

    Zum Link

    Ich habe den verlinkten Beitrag gelesen, er enthält neben richtigen Erkenntnissen auch viele falsche.

    Kleinstädte sind stärker vom Umland aus frequentiert als Großstädte, insofern gibt es da auch spezifische Probleme. Auch ist in Großstädten der ÖPNV besser zu organisieren (Beispiel U-Bahn). Dass Chemnitz vom Einwohnerschwund betroffen ist und dadurch Parkplätze freiwerden, ist ein spezielles Problem dieser Stadt.

    Die scheinbare Begünstigung des Autoverkehrs durch "Grüne Wellen" ist in Wahrheit auch eine (ungewollte) Maßnahme des Klimaschutzes. Bei ständigem Stop & Go wird mehr CO2 ausgestoßen, das ist nur in manchen Hirnen noch nicht angekommen, da will man immer noch den MIV durch Schikanen unattraktiv machen. Im Übrigen profitiert auch der Radfahrer von der grünen Welle und der Bus und der Lieferverkehr ebenso.


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