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Behinderte Kinder an Regelschulen: Gemeinsamer Unterricht kostet hunderte Millionen

DPABehinderte und lernschwache Kinder sollen nicht länger auf Sonderschulen verbannt sein. Dazu hat sich Deutschland verpflichtet. Doch es wird teuer, alle Schüler gemeinsam zu unterrichten: Eine Studie beziffert die Kosten auf 660 Millionen Euro im Jahr - nur für zusätzliche Lehrer.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/0...823365,00.html
  1. #110

    Inklusion ist möglich!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Behinderte und lernschwache Kinder sollen nicht länger auf Sonderschulen verbannt sein. Dazu hat sich Deutschland verpflichtet. Doch es wird teuer, alle Schüler gemeinsam zu unterrichten: Eine Studie beziffert die Kosten auf 660 Millionen Euro im Jahr - nur für zusätzliche Lehrer.

    Behinderte Kinder an Regelschulen: Gemeinsamer Unterricht kostet Hunderte Millionen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL
    Ich schreibe diesen Beitrag, um allen Beteiligten Mut zu machen, die Inklusion zu wagen. Mein eigenes Leben ist ein Beispiel dafür, dass es möglich ist, auch mit Handicap ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben zu führen. Als ich 1987 eingeschult wurde, hatte ich auch das, was man als "sonderpädagogischen Förderbedarf" bezeichnet - ein angeborenes Handicap führte zur massiven Einschränkung meines Sehvermögens, meiner Motorik und meiner Mobilität. Meine einzige Chance auf Inklusion war damals ein Modellprojekt der Montessori-Schule der Aktion Sonnenschein in München. Doch mit viel Mut und Engagement meiner Eltern und Lehrer sowie mit meiner eigenen Leistungsbereitschaft habe ich es geschafft, Abitur zu machen, zu studieren und sogar zu promovieren. Heute arbeite ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin an einer Universität. Das heißt also, dass ich ein vollkommen selbständiges Leben führe. Inklusion verleiht Menschen mit Handicap die Fähigkeit, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und ist damit eine Investition in eine gute Zukunft. Be der Berechnung der Kosten sollte man Folgendes bedenken: Wie hoch sind die Kosten, die anfallen, weil Menschen ihr Leben lang von staatlicher Fürsorge abhängen, weil sie nie einen Beruf erlernen konnten, mit dem sie ihr Einkommen selber verdienen können! Doch Mut ist um so vieles wichtiger als Geld - daher möchte ich alle Beteiligten und Betroffenen ermutigen, dass andere die gleichen Chancen bekommen, die ich bekommen habe. In diesem Zusammenhang bedeuten mir die Worte unseres Bundespräsidenten Joachim Gauck sehr viel, der gesagt hat: "Aber dass es möglich ist, nicht den Ängsten zu folgen, sondern den Mut zu wählen, das haben wir gezeigt"
  2. #111

    ...

    Liebe Martina Metzger,

    um Leute so wie Sie geht es überhaupt nicht, sondern es geht darum, zwecks angeblichen Einsparpotentials Sonder- und Förderschulen abzuschaffen und auch geistig Behinderten - und nicht irgendwelche mit körperlichen Handicaps, die auch jetzt schon ohne weiteres auf normale Schulen gehen können, so sie den Notendurchschnitt haben - den Zugang zur Gesamtschule offen zu halten, egal ob das nun sinnvoll ist oder nicht, und ausserdem ohne ausreichend ausgebildetes Personal.

    Ich habe an einem Camphill mit angeschlossener Sonderschule ein Praktikum gemacht und 90% der Schüler wären an einer normalen Grund- oder Hauptschule deplaziert, weil sie dem Unterricht nicht folgen könnten.
    Und dabei reden wir noch nicht einmal von verhaltensauffälligen Jugendlichen, die für ihre Klassenkameraden wie auch für die Betreuer eine physische Gefahr sind, sondern nur von geistig und gleichzeitig schwerst körperlich Behinderten, die sich nur mit Mühe aufrecht halten können und einen Helm zu ihrer eigenen Sicherheit tragen müssen.
  3. #112

    Zitat von dickebank Beitrag anzeigen
    Es gibt kein Fachwissen.

    Die SuS bekommen Gelegenheit sich Sachkompetenz oder Inhaltskompetenz anzueignen.

    Diese steht neben Handlungskompetenz, Sozialkompetenz einschließlich Selbstkompetenz und Urteilskompetenz.

    Fähigkeiten und Fertigkeiten sind von vorvorgestern.
    immerwieder erheiternd und erstaunlich anzusehen, was die neuere erziehungs-"wissenschaft" für aussagen und behauptungen in die welt zaubert. umso trauriger, das es menschen gibt, die das ganze für voll nehmen.
  4. #113

    Zitat von marta-m Beitrag anzeigen
    Die Diskussion über Gelder ist sowas von unnötig und nervig. Schade, dass Spiegel-Online so reißerisch titelt.
    Ganz genau.
    Wenn man auf das Geld achtet wird womöglich auch noch etwas vernünftiges draus.

    Zitat von marta-m Beitrag anzeigen
    Wir haben uns glücklicherweise zur Inklusion verpflichtet. Wir haben den Behinderungsbegriff der WHO in unserem SGB veranktert, zum Glück. Nun müssen wir uns aber auch an diese rechtlichen Grundlagen orientieren, zum Glück.
    Richtig. Und deswegen müssen Schwerhörige, Blinde, Autistische Kinder jetzt viel mehr Leisten um auf die gleichen Noten zu kommen wie Kinder ohne Körperliche oder Geistige beeinträchtigung.
    Da wir nicht aufs Geld achten werden Schüler jetzt als Betreuer eingesetzt und Beeinträchtige Kinder dürfen als Klassenhaustierchen herhalten.
    Und geistig Behinderte Kinder werden jetzt gefördert indem man sie Bildchen ausmalen lässt und verhaltensauffällige Kinder setzt man einfach unter noch mehr Drogen.
    Es lebe die Inklusion zum Nulltarif.

    Zitat von eifelhippe Beitrag anzeigen
    Ich habe in einer Blindenschule gearbeitet.
    Alles war auf die blinden Kinder eingerichtet, verschiedene Wege waren an der Beschaffenheit erfühlbar.
    Die Schule war gut ausgestattet.
    Und warum genau ist das nun schlecht?
    Warum lernen die Schüler besser und werden leichter integriert wenn die Schule und die Arbeitsmaterialien nicht auf sie zugeschnitten ist und die Lehrer keine spezielle Ausbildung besitzen?

    Zitat von eifelhippe Beitrag anzeigen
    Da war es dann schon eine Taschengeldfrage, ob ein Stadtausflug möglich war.
    Integration: Fehleanzeige.
    Wäre es nicht besser diese Schule in die Stadt zu verlegen anstelle sie zu schließen und die Kinder nicht mehr zu fördern?

    Zitat von eifelhippe Beitrag anzeigen
    Für die Kleinen war es hart, nur das Wochenende und in den Ferien zuhause sein zu können.
    Und ist es für die Kinder leichter wenn sie als blinde in einer Schule sind die für sehende optimiert ist. Und in der der Unterricht niemals komplett auf sie zugeschnitten werden kann.

    Zitat von eifelhippe Beitrag anzeigen
    Einer derart reiche Gesellschaft wie wir, die für alles mögliche Geld zum Fenster rauswirft, sollte es möglich sein, genügend Geld zur Verfügung zu stellen, damit auch diese Kinder einen bestmöglichen Start in die Zukunft haben.
    Also soll ihrer Ansicht nach JEDE Schule so ausgestattet werden wie eine Blindenschule, eine Gehörlosenschule und eine Schule für Geistigbehinderte?

    Zitat von eifelhippe Beitrag anzeigen
    Ob das nun integriert in eine normale Schulklasse ist oder aber doch in einem besonderen Förderbereich, sollte von Fall zu Fall entschieden werden. Allerdings nicht unter dem Wirtschaftsfaktor...
    Träumen sie weiter. Die Schulen bauen sich nicht ohne Geld um. Ohne sehr viel Geld und Werbung werden auch nicht tausende von zusätzlichen Förderlehrern aus dem Boden sprießen.
  5. #114

    Zitat von anna cotty Beitrag anzeigen
    Selbst hier ( Irland) koennen natuerlich nicht alle Behinderten in einer Regelschule unterrichtet werden, dafuer gibt es Behinderungen, die einfach zu stark sind.
    Und das nennen sie tolerant? Warum werden diese armen Kinder nicht inkluiert?

    Zitat von anna cotty Beitrag anzeigen
    Aber ich habe es noch nicht erlebt, dass Kinder, die aus verschiedenen Gruenden im Rollstuhl sitzen oder Kinder mit Epilepsie und aehnlichen Problem Schwierigkeiten haben, in eine 'normale' Schule zu gehen.
    Hier haben diese Kinder nur dann Probleme in die Schule zu gehen wenn die Baulichen Voraussetzungen an dieser Schule es nicht zulassen.
    Bsp.: Meine alte Realschule war in einem Hochhaus untergebracht. Natürlich ohne Fahrstuhl. Die Fachräume waren teilweise in oberen Stockwerken.
    Je nach Art des Rollstuhls ist es nicht möglich ein Kind gefahrlos zwei Stockwerke nach oben zu tragen. Bzw. es geht schon aber dann bekommt man ärger mit der Versicherung.
    An meiner jetzigen Schule wurde ein Schüler im Rollstuhl aufgenommen aber es war klar das wir diesen bei einem Brand eventuell nicht evakuieren können weil die Stadt nicht fähig ist an allen Notausgängen befestigte Wege anzulegen.
    Und je nach Wetter bekommt man den Rollstuhl eben nicht einfach über die matschige Wiese.
    Epileptiker können genauso an eine Regelschule wenn sie durch die Anfälle sich und andere nicht ständig gefährden.
    Auch Kinder mit leichtem Autismus findet man an den Regelschulen wie Schüler mit Schwerhörigkeit, Rheuma ... manchen Sehschwächen oder Stoffwechselerkrankungen.

    Zitat von anna cotty Beitrag anzeigen
    Und als in unserer Dorfschule, das erste Mal ein Kind im Rollstuhl am Unterricht teilnahm, war es selbstverstaendlich, dass die Klassen so organisiert wurden, dass es moeglich war.
    Um diese Kinder geht es hier nicht.
    Es geht um Kinder die Verhaltensauffällig sind, denen von Psychologen bescheinigt wird das sie nicht in der Lage sind mit Gruppen über 5 Personen zu arbeiten und die in eine Klasse mit 25+ Schülern integriert werden sollen.
    Es geht um Blinde oder Taube Kinder die zusammen mit Autisten unterrichtet werden sollen. Oder mit Kindern die dauerhafte Hilfe benötigen.
    Wie integriert man denn in Irland Blinde in eine Klasse? Oder noch besser in eine Klasse in der auch ein schwerhöriges Kind ist oder eines mit Autismus. Es darf also wenn ein Bild aufgelegt und gezeigt wird nicht zeitgleich dem Blinden Kind erzählt werden was auf dem Bild zu sehen ist.
  6. #115

    Da

    Zitat von NN1 Beitrag anzeigen
    immerwieder erheiternd und erstaunlich anzusehen, was die neuere erziehungs-"wissenschaft" für aussagen und behauptungen in die welt zaubert. umso trauriger, das es menschen gibt, die das ganze für voll nehmen.
    ---------
    muss ich "dickebank" (# 106) in Schutz nehmen. Seine Aussage konnte nur ironisch verstanden werden. Insofern kann ich Ihnen damit:
    "umso trauriger, das es menschen gibt, die das ganze für voll nehmen", nur Recht geben. Traurig, traurig!
  7. #116

    Wo

    Zitat von marit Beitrag anzeigen
    Ganz genau.
    Wenn man auf das Geld achtet wird womöglich auch noch etwas vernünftiges draus.
    ............//..............
    Träumen sie weiter. Die Schulen bauen sich nicht ohne Geld um. Ohne sehr viel Geld und Werbung werden auch nicht tausende von zusätzlichen Förderlehrern aus dem Boden sprießen.
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    ist das Problem? Der Strom kommt doch auch aus der Steckdose!!
  8. #117

    Zitat von marta-m Beitrag anzeigen
    Behindern die Kinder, die durch ständiges Sprechen den Unterricht stören?
    Ja, deswegen erhalten diese Kinder auch Disziplinarmaßnahmen (wenn keine geistige Behinderung vorliegt) oder müssen in sehr schlimmen Fällen zeitweise an eine Förderschule wo sie lernen wie man in einer Gesellschaft mit anderen umgeht.
    Diese Förderung der Kinder soll jetzt wegfallen.

    Zitat von marta-m Beitrag anzeigen
    Behindern die Kinder, die durch eine Lähmung aller Extremitäten eine Schulbegleitung benötigen?
    Unter Umständen ja, da einige Aktivitäten die in der Klasse durchgeführt werden (bewegte Schule, Ergebnisausflüge) nicht gemacht werden können.

    Zitat von marta-m Beitrag anzeigen
    Behindern die Kinder die Klasse, die durch ein markenbewusstses Auftreten andere Kinder ins gesellschaftliche Abseits stellen?
    Ja, daher gibt es mit diesen Kindern teilweise auch Gespräche und es gibt Kurse an manchen Schulen die diesem entgegen wirken (Voraussetzung: Die Schule hat einen Sozialarbeiter).

    Zitat von marta-m Beitrag anzeigen
    "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden". [..] Und Inklusion ziehlt genau auf diese Komponenten ab. Sehr wohl sind wir als Sozialstaat hier gefragt, entsprechende Schwellen abzubauen. Und eine Schwelle ist sehrwohl die Unterteilung zwischen Regel- und Sonderschule.
    Und jetzt erklären sie mir bitte warum ich ein Kind nicht mehr benachteilige wenn man:
    - eine mind. 20 Stündigen Förderung bei der auf die Stärken und Schwächen der Schüler eingegangen wird auf eine 1-2 Stündige Förderung (durch Laien) gekürzt wird
    - von Kindern erwartet das sie für eine Aufgabe mehr leisten müssen als ihre Klassenkameraden weil die äußeren Umstände niemals auf sie zugeschnitten werden können
    - die Förderung durch Spezialisten eingetauscht wird durch die pseudo Förderung bei Laien die einen zweistündigen Crashkurs bekommen haben in „Umgang mit Kindern mit Krankheit xy“
    - einem Kind in jeder Stunde vorführt das es mit seinen Klassenkameraden niemals mithalten kann und es nur Kindergartenaufgaben bekommt und im Unterricht nichts lernt sondern, malt, spielt und eigentlich eher sowas wie ein Haustier ist als ein Klassenkamerad.
    - ein Kind den Gesprächen seiner Klassenkameraden geistig nicht folgen kann
    - ...

    Zitat von marta-m Beitrag anzeigen
    Ich bin davon überzeugt, dass Kinder an einer inklusiven Gesamtschule eine qualitativ wertvollere Bildung erfahren als auf dem klassischem Gymnasium.
    Können sie uns auch noch sagen warum genau sie auf diese idee kommen?
    Warum wird ein Kind das Luft- und Raumfahrt studieren möchte besser gefördert wenn es sich an der Schule nicht mit weiterführenden Aufgaben beschäftigt sondern den Klassenkameraden 20min dabei begleitet sich die Hände zu waschen.
  9. #118

    Zitat von westpfälzer Beitrag anzeigen
    -------------
    ist das Problem? Der Strom kommt doch auch aus der Steckdose!!
    Soll das Ironie sein?
    Aber sie haben recht:
    wenn der Rollstuhlfahrer oder Blinde bei einem Brand nicht den Weg aus dem Gebäude schafft, oder der geistig Behinderte Schüler durch eine Glastüre rennt sparen wir uns später einiges an Geld das wir dann für Lautsprecher für das schwerhörige Kind ausgeben können.
  10. #119

    Geflecht

    Zitat von NN1 Beitrag anzeigen
    immerwieder erheiternd und erstaunlich anzusehen, was die neuere erziehungs-"wissenschaft" für aussagen und behauptungen in die welt zaubert. umso trauriger, das es menschen gibt, die das ganze für voll nehmen.
    Dass diese Thesen Einzug in die Schulpolitik finden, dafür gibt es die bertelsmann Stiftung. Der Rest ist einfach, denn Schule ist eine Behörde und Lehrer sind weisungsgebunden.

    Und jetzt kommt die Crux, ich muss den amtlich verordneten Schwachsinn nicht einmal verstehen, ich muss ihn nur exekutieren. Im besten Fall macht man dies auf Art des braven Soldaten Schwejk, nur machen muss man es. Die Möglichkeit einen anderen, "alternativen" Arbeitgeber zu finden sind begrenzt, die Ersatzschulen sind auch joint-ventures. Da weht der gleiche Wind, nur meistens von Weihrauch durchdrungen.


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