Ich schreibe diesen Beitrag, um allen Beteiligten Mut zu machen, die Inklusion zu wagen. Mein eigenes Leben ist ein Beispiel dafür, dass es möglich ist, auch mit Handicap ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben zu führen. Als ich 1987 eingeschult wurde, hatte ich auch das, was man als "sonderpädagogischen Förderbedarf" bezeichnet - ein angeborenes Handicap führte zur massiven Einschränkung meines Sehvermögens, meiner Motorik und meiner Mobilität. Meine einzige Chance auf Inklusion war damals ein Modellprojekt der Montessori-Schule der Aktion Sonnenschein in München. Doch mit viel Mut und Engagement meiner Eltern und Lehrer sowie mit meiner eigenen Leistungsbereitschaft habe ich es geschafft, Abitur zu machen, zu studieren und sogar zu promovieren. Heute arbeite ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin an einer Universität. Das heißt also, dass ich ein vollkommen selbständiges Leben führe. Inklusion verleiht Menschen mit Handicap die Fähigkeit, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und ist damit eine Investition in eine gute Zukunft. Be der Berechnung der Kosten sollte man Folgendes bedenken: Wie hoch sind die Kosten, die anfallen, weil Menschen ihr Leben lang von staatlicher Fürsorge abhängen, weil sie nie einen Beruf erlernen konnten, mit dem sie ihr Einkommen selber verdienen können! Doch Mut ist um so vieles wichtiger als Geld - daher möchte ich alle Beteiligten und Betroffenen ermutigen, dass andere die gleichen Chancen bekommen, die ich bekommen habe. In diesem Zusammenhang bedeuten mir die Worte unseres Bundespräsidenten Joachim Gauck sehr viel, der gesagt hat: "Aber dass es möglich ist, nicht den Ängsten zu folgen, sondern den Mut zu wählen, das haben wir gezeigt"

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