Begründung für Einreiseverbot: Israels Innenminister schimpft Grass einen "antisemiti

REUTERSDie israelische Regierung legt nach: Der Schriftsteller Günter Grass sei ein "antisemitischer Mensch", erklärte Innenminister Jischai. Es sei eine Ehre, ihm die Einreise ins Land zu verbieten. In Deutschland überwiegt bei aller Kritik am Dichter Unverständnis über die Reaktion Jerusalems.

Begründung für Einreiseverbot: Israels Innenminister schimpft Grass "antisemitischen Menschen" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
  1. #360

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die israelische Regierung legt nach: Der Schriftsteller Günter Grass sei ein "antisemitischer Mensch", erklärte Innenminister Jischai. Es sei eine Ehre, ihm die Einreise ins Land zu verbieten. In Deutschland überwiegt bei aller Kritik am Dichter Unverständnis über die Reaktion Jerusalems.

    Begründung für Einreiseverbot: Israels Innenminister schimpft Grass "antisemitischen Menschen" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Nunja, ich bin mehr als überrascht und sehe durch die Wirkung dessen, was Grass geschaffen hat eine Bestätigung darin, dass es mal höchste Zeit war, dass dies alles nun passiert, was jetzt passiert.

    Wäre es nicht Grass gewesen, der Blechtrommel-Schreiber und Nobelpreisträger, sondern ein Irgendjemand, der so etwas Unerhörtes in die Welt setzen wollte, es wäre untergegangen, es hätte keinen Aufschrei gegeben, es wäre nicht angestoßen worden und es wäre rein nichts passiert, worauf es sich gelohnt hätte auch nur einen kleinen Finger zu krümmen, geschweige denn zu reagieren.

    Dies wird Grass bewusst gewesen sein und nichts anderes steckt doch dahinter. Grass wollte provozieren, er wollte mit seinem Gedicht anstoßen zur Diskussion, zur Beschäftigung mit dem Thema, er will die Kontroverse. Und genau das hat er geschafft, wie bisher niemand sonst.

    Ich hab jedenfalls den Eindruck, alle Welt hat sein Gedicht gelesen, viele Menschen machen sich Gedanken über ein Thema, dass bisher eher ein relativ spezielles war, regional begrenzt und eigentlich auch weit weg.

    Grass ist Schriftsteller, Dichter und was kann einen Dichter stolzer machen, wenn sein Gedicht gelesen wird. Offenbar haben viele Leute, sehr viele sogar, sein Gedicht gelesen. Und sie halten nicht nur still inne, wie das so bei den meisten Gedichten der Fall ist. Nein, sie denken sogar drüber nach, sie diskutieren, geben ihre Meinung kundt, agieren sogar aufgrund dessen, erlassen Verbote oder freuen sich drüber. Es ist einfach nur köstlich!

    Und ich glaube auch nicht, dass Grass mit dieser Publicty gerechnet hat, vielleicht ein bisschen, aber im Grunde ist er selbst überrascht von der Wirkung dieses Gedichtes.

    Ich muss wirklich sagen, Grass ist ein erfrischendes Meisterstück gelungen in dieser stumpfen Zeit der Gleichmacherei und Behäbigkeit. Und das mit Lyrik. Bravo!

    Ich wünschte mir gerne einfach mehr davon...
  2. #361

    Totale Vernichtung?

    Zitat von paulhaupt Beitrag anzeigen
    haben die sehr verehrten Foristen schon mal von der Theorie gehört, daß jedes Volk auf dieser Welt ein Existenzrecht hat und somit auch das absolute Recht hat, sich gegen seine Vernichtung mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu wehren?
    Das liest sich in dieser kurzen Form wie "jedes Mittel ist Recht egal wieviel andere Völker dabei draufgehen..."
    Wenn Sie das anders meinen, sollten Sie mal ein paar Sekunden mehr Zeit investieren.
  3. #362

    Gedichte müssen sich nicht immer reimen. Es gibt viele "Dichter" die sich einen Dreck um Reime, Versmaß oder so scheren.
    Ob der Herr Grass recht hat weiß ich nicht, aber es gibt mir schon zu denken, das Israel so heftig reagiert. Da muss nur einer mal den Zeigefinger heben und schon wird er als Antisemit betitelt. Das finde ich echt schwach. Die Israelis denken einfach sie können sich alles erlauben und haben auf Grund der GEschichte einen Freibrief.
    Außerdem finde ich es gut wenn sich KUnst auch mal in die Politik einmischt.

    Metom
  4. #363

    Zitat von nichtWeich Beitrag anzeigen
    ... Der geneigte Bürger erkennt aber hoffentlich die Absicht, dass hier Mundtot gemacht werden soll, wer nicht die richtige Meinung hat.
    gerade mal bei BILD geschaut. die haben immer noch keine feuerpause gegen grass eingelegt.

    zudem hat BILD keine kommentarmöglichkeiten bei den artikeln eingeräumt. so ganz spurlos wird daher die kampagne am deutschen wahlvolk nicht vorbeigehen. fürchte ich. hoffentlich täusche ich mich.
  5. #364

    "sowas von Alarm"?

    Zitat von paulhaupt Beitrag anzeigen
    ... wenn das bloße Existenzrecht unseres Landes von den meisten Nachbarländern ernsthaft in Frage gestellt würde, wenn unser Land von Nachbarn umgeben währe deren Ziel es ist, uns von der Erde zu vertilgen. Und die das auch offiziell in alle Welt hinausschreien.
    (...) Ich möchte Sie mal sehen wenn ein Land, dessen Führung seinen Hass auf uns bei jeder Gelegenheit in die Welt hinausbrüllt, auf dem Weg ist sich Atomwaffen zu beschaffen. Wenn unser Land so klein währe, daß man es mit ein, zwei Atombobmben für alle Zeit vernichten könnte ...
    Ich sage Ihnen bei uns währe sowas von Alarm!
    Ich entnehme aus Ihren Worten, dass Sie vermutlich etwa 1980 oder später geboren sind und den Widerstand eines Großteils der Deutschen gegen die Nachrüstung der BRD gegen eine - jedenfalls behauptete - unmittelbare atomare Bedrohung durch den Warschauer Pakt nicht mitbekommen haben.

    Sie wüßten sonst, dass es viele waren, die für andere und wahrhaft intelligentere Mittel politisch gekämpft haben, als für atomaren Erstschlag und die partielle atomare Selbstzerstörung für den Fall, dass im "Fulda-Gap" der von den angeblichen Fachleuten vorhergesagte Einmarsch russischer Panzereinheiten erfolgt, der doch angeblich so nahe bevorstand, wenn man die vereinigten Hardliner und Kriegstreiber im NATO-Hauptquartier in Brüssel gehört hat.
    (Dass diese Kriegspropaganda zudem objektiv verfehlt war, hat man dann nach dem Zusammenbruch des gerade real nicht existierenden Sozialismus sehen können: Zu einem auch nur einigermaßen aussichtsreichen Angriff hat dort aber auch wirklich alles gefehlt, was militärisch und wirtschaftlich notwendig gewesen wäre - einschließlich der ernsthaften Absicht.)

    Gerade die Geschichte der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg und die Erfolge der konsequenten Friedens-Ost-Politik (zunächst der SPD, dann aber sogar der Regierungen Kohl/Genscher) anstelle der weiteren Drehung an der Rüstungsschraube ist das beste Beispiel dafür, dass es auch andere Alternativen als "sowas von Alarm!" gibt, die erfolgreich sein können.
  6. #365

    Nobelpreis durch Verschweigen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die israelische Regierung legt nach: Der Schriftsteller Günter Grass sei ein "antisemitischer Mensch", erklärte Innenminister Jischai. Es sei eine Ehre, ihm die Einreise ins Land zu verbieten. In Deutschland überwiegt bei aller Kritik am Dichter Unverständnis über die Reaktion Jerusalems.

    Begründung für Einreiseverbot: Israels Innenminister schimpft Grass "antisemitischen Menschen" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Grass hätte den Nobelpreis nie bekommen, wäre seine Waffen-SS-Mitgliedschaft bekannt gewesen. Er sollte den Preis zurückgeben. Wer in Himmlers Truppe war, hat ihn verspielt.
  7. #366

    Anti!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die israelische Regierung legt nach: Der Schriftsteller Günter Grass sei ein "antisemitischer Mensch", erklärte Innenminister Jischai. Es sei eine Ehre, ihm die Einreise ins Land zu verbieten. In Deutschland überwiegt bei aller Kritik am Dichter Unverständnis über die Reaktion Jerusalems.

    Begründung für Einreiseverbot: Israels Innenminister schimpft Grass "antisemitischen Menschen" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    In dieser Debatte ist alles anti: Antisemitisch, antidemokratisch, antifrriedlich, anti-Grass. Einfach nur Grässlich.
  8. #367

    wer 45 in die Waffen SS ging.....

    Zitat von ibekn Beitrag anzeigen
    Wenn ich schon wieder höre, dass man ihm vorwirft eine SS Uniform getragen zu haben muss ich den Kopf schütteln. Er war 17, hatte keine andere Wahl und war dort nicht mal ein Jahr. Und danach hat er sich jahrelang gegen den Nationalsozialismus stark gemacht. Lächerlich!
    war ein überzeugter Nazi. Warum? Er hätte als Alternative jederzeit in einen Wehrmachtsteil können. Die suchten auch Leute. Also: Das mit dem Zwang ist eine Legende.
  9. #368

    Zitat von luny Beitrag anzeigen
    Hallo Perlhuhn,

    der Literaturnobelpreisträger hat eine Polemik verfaßt. Eine Kritik ist
    etwas anderes. Verstehen Sie den Unterschied?

    In Israel leben vornehmlich Juden. Das wird Sie jetzt etwas über-
    raschen, ich weiß. Doch so ist es.

    Was würden Sie denn davon halten, wenn jemand aus Israel
    Deutschland mit einer Polemik überziehen würde?

    Nun ist der deutsche Literaturnobelpreisträger eben kein "Niemand".
    Sonst wäre sein Geschreibsel nicht zur Kenntnis genommen worden.

    Jetzt ist es wie es ist und dafür müssen nicht Sie oder ich gerade
    stehen, sondern nur der Verfasser des Textes.

    LUNY
    Am Thema vorbei? Ich bitte Sie...
    Der Vorwurf steht im Raum, Grass sei ein Antisemit.
    Vielleicht gelingt es Ihnen unter Verzicht auf weitere Belehrungen anzuerkennen, dass Avi Primor es lächerlich findet, Herrn Grass einen Antisemiten zu nennen.
    Im Übrigen sind Ihre hypothetischen Fragen längst Realität, aber das ist hier und jetzt wirklich nicht das Thema.
  10. #369

    lustiges thema - lustige wortwahl

    Zitat von Spiegelkritikus Beitrag anzeigen
    Oh, welche Lust zu treten ein
    auf dieses arme Dichterlein,
    das längst am Boden krumm sich windet,
    der letzte Sinn ihm bald entschwindet!

    Was hat er Schlimmes denn getan,
    dass Wut und Häme branden an?

    Der Dichter hat sein Wort erhoben,
    zu warnen vor des Krieges Toben,
    das ausgelöst vom ersten Schlag,
    kein Mensch mehr zu verhindern mag.

    Er mahnte zur Besonnenheit,
    auf dass die Welt sich nicht entzweit
    durch einen Angriff, wild und dumm,
    begründet als Verteidigung
    vor atomaren Waffen dort,
    die niemand hat gesehn vor Ort.

    Mit seiner Warnung hob der Dichter
    sich über viele hohen Richter,
    die vorab schon entschieden haben,
    was über jede Kritik erhaben.

    Verletzt hat er die Deutungshoheit,
    man wirft ihm vor, aus reiner Torheit.

    Kritik ist wichtig, gut und fein -
    doch muss sie auch genehmigt sein!

    Gewidmet den sehr verehrten Herren Günter Grass und Marcel Reich-Ranicki sowie den Menschen in Israel, Iran, Deutschland und überall.
    Zitat von Spiegelkritikus Beitrag anzeigen

    Der Dichter hat sein Wort erhoben,
    zu warnen vor des Krieges Toben,

    ja diese wortwahl muss man loben
    hi hi, ho ho, des 'krieges toben'

    die stalinorgel spielt das lied
    von tod, verwüstung, genozid

    schrapnelle, raketen, amputation
    witwen, panzer, munition

    salve, erstschlag, kapitulation
    hass, totgeburt und mutation

    verseuchte landschaft, weh oh weh
    das wird ne ziemliche kehrwoche

    ach wie munter dieses toben
    denn alles gute kommt von oben (deutschland)

    es so zu nennen, welch ein freak
    der schaue mal auf liveleak (.com)