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Begründung für Einreiseverbot: Israels Innenminister schimpft Grass einen "antisemiti

REUTERSDie israelische Regierung legt nach: Der Schriftsteller Günter Grass sei ein "antisemitischer Mensch", erklärte Innenminister Jischai. Es sei eine Ehre, ihm die Einreise ins Land zu verbieten. In Deutschland überwiegt bei aller Kritik am Dichter Unverständnis über die Reaktion Jerusalems.

Begründung für Einreiseverbot: Israels Innenminister schimpft Grass "antisemitischen Menschen" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
  1. #220

    Feuerteufel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die israelische Regierung legt nach: Der Schriftsteller Günter Grass sei ein "antisemitischer Mensch", erklärte Innenminister Jischai. Es sei eine Ehre, ihm die Einreise ins Land zu verbieten. In Deutschland überwiegt bei aller Kritik am Dichter Unverständnis über die Reaktion Jerusalems.

    Begründung für Einreiseverbot: Israels Innenminister schimpft Grass "antisemitischen Menschen" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Dass in solchen Foren wie hier, Unausgegorenes und Unausgewogenes ausgesprochen/niedergeschrieben wird, ist noch irgendiwe verständlich, da es sich hier zumeist um unprofessionelle Meinungsäußerungen handelt. Aber auch in diesem Fall ist wieder gut zu erkennen, dass selbst Medien- und Politprofis zu völlig destruktiven und unnachvollziehbaren Aussagen und Handlungen fähig sind.

    Wer schützt unsere Welt vor solchen Feuerteufeln?
  2. #221

    .

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die israelische Regierung legt nach: Der Schriftsteller Günter Grass sei ein "antisemitischer Mensch", erklärte Innenminister Jischai. Es sei eine Ehre, ihm die Einreise ins Land zu verbieten. In Deutschland überwiegt bei aller Kritik am Dichter Unverständnis über die Reaktion Jerusalems.

    Begründung für Einreiseverbot: Israels Innenminister schimpft Grass "antisemitischen Menschen" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
    Das ist natürlich Unsinn.

    Es relativiert allerdings in keinster Weise das, was Grass da fabriziert hat. Ich frage mich bei solchen billigen Angriffen immer: Merkwürdig, auf die nahe liegende Idee, den Menschenverächter Chameini anzuprangern kommt der Feigling Grass nicht. Stattdessen sucht er sich ausgerechnet die einzige Demokratie im Nahen Osten aus für seinen Selbstfindungstrip. Aber natürlich ist das kein Zufall, denn Iran kann Grass nicht von der Vergangenheit reinwaschen - da braucht es schon den Staat, der damals die Überlebenden aufgenommen hat.

    Um Israel ging es Grass nie - es geht lediglich darum, dass sich der alte Mann noch einmal am Ende reinwaschen möchte. Ganz so wie Pontius Pilatus, der seine Hände in Unschuld wusch. Nein, das wird hier nicht funktionieren - um die Vergangenheit "zu bewältigen" (wenn das überhaupt möglich ist), braucht der altre Mann vor allem Mut. Den hat er aber offensichtlich nicht. Und dann kommt dieses unsägliche "Gedicht" da heraus.

    Nein, Günter Grass - das war gar nichts. Weder war es politisch etwas, noch war es literarisch etwas. Ohne den Mut, die eigene Geschichte aufzuarbeiten, wird das nichts. Juden lassen sich heutzutage Gott sei Dank nicht mehr als Sündenböcke missbrauchen.
  3. #222

    Schwarz oder weiss

    Finde ich sehr interessant, die Beiträge hier zu lesen!

    Was ich mich frage:
    1. Hätte ich an Grass Stelle das Gedicht verfasst?
    - Nein, mit seiner Vergangenheit hätte er sich besser zu anderen Themen äussern sollen, genug elementar wichtige Fragen gibt es schließlich. Jedenfalls hätte er nicht Israel als den Hauptaggressor hinstellen dürfen.

    2. Hat Iran ein Recht auf die Atombombe?
    - Ich bin Pazifist und trotzdem kann ich nachvollziehen, warum jeder Staat ohne die Bombe diese haben möchte- als Versicherung dafür nicht von den USA oder anderen zerbombt zu werden.

    3. Ist Israel bedroht?
    - Für mich ist es absolut verständlich, dass Israel sich von Iran und etlichen Nachbarn bedroht fühlt. Ich als Deutscher mit deutsch persischen Wurzeln würde mich auch bedroht fühlen, würde ein Nachbarstaat mit Auslöschung drohen.( Trotzdem halte ich die Wahrscheinlichkeit eines iranischen Erstangriffs auf Israel für nahezu ausgeschlossen- nichts würde von Iran übrig bleiben)

    4.Hat Israel selbst " Schuld" an dem ganzen Hass?
    Die Frage ist doch, ob ein Volk, das fast ausgelöscht wurde, nun besonders besonnen mit anderen umgeht oder seinerseits( jedenfalls die Machthabenden) mit allen Mitteln zuschlägt, getreu dem Motto: Lieber töte ich die als die mich.

    Ich verurteile Israels Politik gegenüber den Palästinensern, genauso aber auch die Politik der Iraner gegen ihr eigenes Volk.

    Bleibt zu hoffen, dass dieser schöne Spruch irgendwann Wahrheit wird:
    Stellen Sie sich vor es ist Krieg und keiner geht hin.

    PEACE
  4. #223

    traurig - tragisch

    Zitat von Cotti Beitrag anzeigen
    ...Ist es nicht wirklich traurig, dass ein freier Mensch in einem freien Land, sich praktisch erst auf dem Totenbett trauen darf, ein angeblich befreundetes Land vor einem Riesenfehler zu warnen? Ist es nicht traurig, dass er genau vorherwusste, welche Reaktionen sein Wort hervorrufen würde - weshalb er auch so lange brauchte, bis er sich traute?
    Das war mein erster Gedanke als ich seinen Text las. Vielleicht liegt da die Antwort für seinen Fehler.
  5. #224

    darf ich was dazu Fügen?

    Zitat von gaveston Beitrag anzeigen
    Immerhin bemühen Sie sich, Ihre Kritik an Grass konkret und nachvollziebar zu machen. Danke für dieses Novum unter den Israel-Getreuen, daß mein bislang vollkommenes Unverständnis ihnen gegenüber etwas aufhellt. Darauf kann man nun auch konkret Antworten.

    Zu 1. Grass's Gedicht (ein "Gedicht" ist immer eine Verkürzung eines Themas auf sein 'Wesentliches'. Es arbeitet von daher mit Symbolen und Methaphern - Deshalb schrieb er, nennt es, und ist es auch ein Gedicht und keine Abhandlung zum Nahost Konflikt.
    Für manchen Foristen hier vielleicht auch eine Neuigkeit: Das ein Gedicht sich reimen muß, gilt in der Literatur schon sehr lange nur noch für den Köll'chen Karneval.

    Also das Gedicht warnt vor einer Bedrohung des Weltfriedens durch Israel, das bis zur Auslöschung des iranischen Volkes führen könnte.

    Zitat:
    "...Die Atommacht Israel gefährdet
    den ohnehin brüchigen Weltfrieden... "

    "...Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag,
    der das von einem Maulhelden unterjochte
    und zum organisierten Jubel gelenkte
    iranische Volk auslöschen könnte
    daß in der faktischen vernichtung des Irans münden könnte..."

    Unbestreibar ist, daß Israel sich einen "Präventivschlag" (Angriffskrieg) gegen den Iran vorbehält.
    Selbst ein geglückter "konventioneller" Schlag gegen etwaige Atomanlagen Irans dürfte zu einer menschlichen Katastrophe führen (s.Japan), die in ihrem unkalkulierbaren Verlauf (Gegenschlag - Reaktion Verbündeter) zu einer globalen Katastrophe - und damit zu einer faktischen "Auslöschung" des iranischen Volkes führen könnte. Viel dürfte im Extremfall nicht mehr übrig sein.

    Damit ist widerlegt, daß von Israel kein Unglück aus gehen kann.

    Es hat für mich etwas ungeheuer perfides, daß Sie die Opfer des Naziterrorismus Instrumentalisieren, um die Augen der Menschen vor einem möglichen schwersten Verbrechen Israels zu verschließen (Ihr Versuch der Suggestion an die Denke der Kritiker: "Die Juden sind unser Unglück"). Ich empfinde es als eine nachträgliche Schändung der Millionen Opfer des Holocausts.

    to be continued...
    Was am meisten kritisiert wird ist der Satz „die Vernichtung des Iran“. Das ist gar nicht übertrieben. Es hat praktisch begonnen. Ein Land bzw. ein Volk muss nicht unbedingt physisch „vernichtet“ zu werden, um es auszulöschen, zu vernichten. Beispiele in der jungen Vergangenheit hat viel gegeben. Z.B. der IRAK, der Irak, seine Kultur, seine Vielfältigkeit ist praktisch vernichtet. Seine Identität ausgelöscht. Seine Kinder verstreut in aller Welt. Viele Kulturen, die Jahrtausende überdauert haben, gibt es immer weniger dort, viele Sprachen verschwinden.

    Palästina: die Palästinenser haben Ihre Identität, Ihre Traditionen durch jahrzehnter Besatzung, Vertreibung und Armut fast verloren. Weite Teile der Bevölkerung hat sich dadurch radikalisiert. Viele pal. Kulturelle beklagen, das Verschwinden der traditionellen palästinensischen Frauenkleider, die werden durch den viel einfacheren, billigeren, Tschador ersetzt.
    Weitere Beispiele gibt es bestimmt zu Hauf.
    Also das Wort Auslöschung ist gar nicht übertrieben. Es ist real.
  6. #225

    Könnte mir fast vorstellen, dass Grass nur mal die Reaktion "testen" wollte.
    Es ist ohnehin eines der kontroversesten Themen.
    Antiamerikanisch zu sein ist völlig in Ordnung, Antiisraelisch geht öffentlich überhaupt nicht.
    Warum und weshalb ist auch jedem klar und es wurde schon jede Menge darüber gesagt ob das richtig oder falsch ist.
    Es entsteht gern das Bild, dass Israel um jeden Preis unterstützt wird und jede Politik mitgetragen. Ich denke, dass dem nicht ganz so ist. Da wird bestimmt genug beraten und diskutiert und nicht alles hingenommen was Israel theoretisch vor haben könnte. Nur laut sagen wird man das aus strategischen Gründen eben nicht.

    Ich finde Grass Gedicht überflüssig, da es nichts ändern wird.
    Es ist wichtig sich unserer dunkelsten Geschichte bewusst zu sein, aber es ist ebenso wichtig nicht bis in alle Ewigkeit ein kolletkives Schuldgefühl zu haben. Die Reaktionen zeigen ja zu Teil, dass das immer noch allgegenwärtig ist.
    Ändern eine solche Aktion jedoch nichts. Die Diskussionen nehmen nicht diese Richtung.
  7. #226

    Zitat von paulhaupt Beitrag anzeigen
    ... wenn das bloße Existenzrecht unseres Landes von den meisten Nachbarländern ernsthaft in Frage gestellt würde, wenn unser Land von Nachbarn umgeben währe deren Ziel es ist, uns von der Erde zu vertilgen. Und die das auch offiziell in alle Welt hinausschreien.
    Ich möchte Sie mal hören wenn in unserem Land regelmäßig Raketen einschlagen würden die von unseren Nachbarländeren aus abgefeuert wurden, wenn in unseren Städten Selbstmordattentäter Furcht und Schrecken verbreiten.
    Ich möchte Sie mal sehen wenn ein Land, dessen Führung seinen Hass auf uns bei jeder Gelegenheit in die Welt hinausbrüllt, auf dem Weg ist sich Atomwaffen zu beschaffen. Wenn unser Land so klein währe, daß man es mit ein, zwei Atombobmben für alle Zeit vernichten könnte ...

    Ich sage Ihnen bei uns währe sowas von Alarm!
    Sie Vergleichen Äpfel mit Birnen. Denn die Sorge von Feinden umgeben zu sein hat rein gar nichts mit der Landnahme in den Palästinensergebieten zu tun. Ist also reine Ablenkung von der Faktenlage das Israel gegen mindestens ein Dutzend UN Resulotionen verstößt, die nur keine Folgen haben weil die USA Vetorechte besitzen.

    Wenn Israel kein Palästina haben will, weil es denkt das sein Existenzrecht davon bedroght wird, dann soll Israel das Westjordanland offiziell annektieren, ebenso den Gazastreifen. Nur müsste Israel dann die dortige Bevölkerung intregieren und ihnen alle Reche zusprechen. Das will Israel aber auch nicht, denn dann dürfte es die Bevölkerung dort nämlich nicht mehr bombardieren und... ach du schreck... müsste die Besitzrechte der Leute anerkennen!
  8. #227

    Sie

    Zitat von luny Beitrag anzeigen
    Hallo Hardliner1,

    es wurde nicht die Kritik, es wurde die Polemik gewählt. Wenn jemand
    etwas kritisiert oder ein polemisches "Gedicht" verfaßt, ist das schon
    ein Unterschied.

    Mit Kritik kann man umgehen, mit Polemik eher nicht. Die Replik auf
    eine Polemik ist die Gegen-Polemik.

    Wir wissen nicht, was der deutsche Literaturnobelpreisträger mit
    der Polemik beabsichtete.

    Was immer es war, es ging wohl gründlich daneben.

    LUNY
    glauben also es würde jetzt ein israelischer Erstschlag evtl. atomar auf Atomanlagen von der Weltöffentlichkeit geduldet.
    Die Weltöffentlichkeit würde auf die internationale Kontrolle der Atomwaffen von Zwergstaaten danach verzichten, Die Kriegswaffenlieferung an beide Seiten in Deutschland nicht mehr diskutiert .
    Ich glaube das nicht.Noch kann die Staatengemeinschaft über israelische Atomwaffen hinwegsehen, nach einem Erstschlag nicht mehr.
    Ich denke dass Obama Netanjahu in aller Härte klargemacht hat, dass der Staat Israel in diesem Fall nicht mehr existieren wird. Mit dem Verlust des Rückhaltes der Staatengemeinschaft und der Rückendeckung des Westens und der USA übersteht Israel keine 4 Wochen. Das weiss Netanjahu und Obama ebenfalls.
    Mit Kritik kann jedenfalls die momentane Regierung Israels nicht umgehen, sonst hätte sie sich nicht eines" harmlosen Gedichtes " wegen so sehr blamiert und aus der Selbstverständlichkeit zivilisierter Staaten verabschiedet. Einen Salman Rusdie, ja, so kann man mit Gedichtschreibern umgehen, aber ob sich Israel da wirklich in der ersehnten Staaten- und Interessensgemeinschaft fühlt? Ihren Worten nach wohl ja.
    Ich kann mir kein zivilisiertes, demokratisches Land auf dieser Erde vorstellen, das einem Dichter die Einreise verweigert aufgrund eines wohlgemeinten Monitums in Form eines Gedichtes.
    Übrigens, wo haben Sie denn da Polemik entdeckt? Ist es nicht mehr die Reaktion eines getroffenen Hundes oder eines Spielverderbers?
    Nach dem Motto wer nicht für mich ist ... ist Antisemit oder polemisiert?
  9. #228

    Realsatire

    "man müsste ihm den Literaturnobelpreis aberkennen"

    Ephraim Kishon hatte seien wahre Freude mit diesem Innenminister. Ob der mit den Ohren wedeln kann?
  10. #229

    meinung - demokratie - zaun

    ... ich kann mir nicht vorstellen, dass das einreiseverbot und all die anderen drohungen g. grass in seiner meinung + seiner art der meinungsäusserung beeinflussen wird - das ist auch recht so - israel schadet sich da selber viel mehr + zeigt anhand des dieses beispieles, wie öffentliche meinungen unterdrückt werden - aber dies ist ja schon seit längerer zeit so - israel sollte sich hüten, die wörter demokratie und antisemitismus in den mund zu nehmen, denn es tönt aus dieser ecke wie ein hohn - nebenbei + interessant: die meldung über den "zaunbau" durch den sinai + um israel schlug keine hohe wellen (wenigstens bei uns in der schweiz) - da fragt sich mancher, wieso auch? israel sollte sich merken, dass die geschichte nicht vergessen wird, aber dass die zeiten sich doch etwas geändert haben und dass die zeiten des ewigen jammerns langsam aber sicher vorbei sind. es wäre schön, wenn die regierung in tel aviv mal etwas konstruktives präsentieren würde. israel kennt repressionen und aus diesem grund sollte es mal einen anderen weg einschlagen - beste grüsse aus der schweiz - rené


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