Immerhin bemühen Sie sich, Ihre Kritik an Grass konkret und nachvollziebar zu machen. Danke für dieses Novum unter den Israel-Getreuen, daß mein bislang vollkommenes Unverständnis ihnen gegenüber etwas aufhellt. Darauf kann man nun auch konkret Antworten.
Zu 1. Grass's Gedicht (ein "Gedicht" ist immer eine Verkürzung eines Themas auf sein 'Wesentliches'. Es arbeitet von daher mit Symbolen und Methaphern - Deshalb schrieb er, nennt es, und ist es auch ein Gedicht und keine Abhandlung zum Nahost Konflikt.
Für manchen Foristen hier vielleicht auch eine Neuigkeit: Das ein Gedicht sich reimen muß, gilt in der Literatur schon sehr lange nur noch für den Köll'chen Karneval.
Also das Gedicht warnt vor einer Bedrohung des Weltfriedens durch Israel, das bis zur Auslöschung des iranischen Volkes führen könnte.
Zitat:
"...Die Atommacht Israel gefährdet
den ohnehin brüchigen Weltfrieden... "
"...Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag,
der das von einem Maulhelden unterjochte
und zum organisierten Jubel gelenkte
iranische Volk auslöschen könnte
daß in der faktischen vernichtung des Irans münden könnte..."
Unbestreibar ist, daß Israel sich einen "
Präventivschlag" (Angriffskrieg) gegen den Iran vorbehält.
Selbst ein geglückter "konventioneller" Schlag gegen etwaige Atomanlagen Irans dürfte zu einer menschlichen Katastrophe führen (s.Japan), die in ihrem unkalkulierbaren Verlauf (Gegenschlag - Reaktion Verbündeter) zu einer globalen Katastrophe - und damit zu einer faktischen "Auslöschung" des iranischen Volkes führen könnte. Viel dürfte im Extremfall nicht mehr übrig sein.
Damit ist widerlegt, daß von Israel kein Unglück aus gehen kann.
Es hat für mich etwas ungeheuer perfides, daß Sie die Opfer des Naziterrorismus Instrumentalisieren, um die Augen der Menschen vor einem möglichen schwersten Verbrechen Israels zu verschließen (Ihr Versuch der Suggestion an die Denke der Kritiker: "Die Juden sind unser Unglück"). Ich empfinde es als eine nachträgliche Schändung der Millionen Opfer des Holocausts.
to be continued...