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Begründung für Einreiseverbot: Israels Innenminister schimpft Grass einen "antisemiti
REUTERSDie israelische Regierung legt nach: Der Schriftsteller Günter Grass sei ein "antisemitischer Mensch", erklärte Innenminister Jischai. Es sei eine Ehre, ihm die Einreise ins Land zu verbieten. In Deutschland überwiegt bei aller Kritik am Dichter Unverständnis über die Reaktion Jerusalems.
Begründung für Einreiseverbot: Israels Innenminister schimpft Grass "antisemitischen Menschen" - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik
- #210 08.04.2012 22:20 von
Oh mein Grass
Herr Grass hat sein Ziel doch erreicht: er hat angesichts eines schwierigen Themas zu einer Diskussion angeregt.
Kritik an Israel oder israelischer Politik wird immer als Antisemitismus bezeichnet oder ausgelegt.
Die Kritik an Israel ist vollkommen berechtigt.
Zur Presse: Ich finde es doch erstaunlich wie sich die Springer-Medien und mittlerweile auch der Spiegel zu den Meinungsführern in Deutschland aufschwingen. In vielen Artikel war von einerm "Empörung Deutschlands", von einem "Skandal" in Bezug auf G. Grass zu lesen.
Wenn man sich aber die Umfragen anschaut, sind zwischen 80-85 % der Deutschen auf der Seite von G. Grass.
Nicht nur die Politik, sondern auch die Medien reden mittlerweile am deutschen Volk vorbei. Darüber sollte man ebenfalls einmal nachdenken. - #211 08.04.2012 22:20 von
- #212 08.04.2012 22:21 von
Ich zitiere mal Krippendorff, weil es so passend ist:
"Die selbsternannten Sprecher israelischer Politik in Deutschland, die sich mit ihrer blinden Reaktion auf Grass’ Mahnruf wieder einmal unrühmlich hervorgetan haben, haben offensichtlich nicht den Mut diese Wahrheit auszusprechen: Dass nämlich der Schlüssel zur Entschärfung der explosiven Lage im Mittleren Osten in konkreten Schritten zur mühsamen Lösung der Palästina-Problematik liegt, an der die gegenwärtige Regierung kein ernsthaftes Interesse hat, indem sie mit ihrer systematischen Siedler- und Vertreibungspolitik jeden Tag neue Barrieren gegen das Volk errichtet, mit dem sie angeblich in Frieden leben will."
Auch wenn Grass darauf nicht explizit angesprochen hat, so haben doch die überzogenen Reaktionen der israelischen Regierung entgegen der eigentlichen Intention genau diesen elementaren Punkt wieder in den Fokus gerückt.
Da kann man von Grass und ihm als Person und seinen Werken halten, was man will, sollte dieses Thema genau diese Welle ausgelöst haben, kann darin auch eine Chance stecken. - #213 08.04.2012 22:21 von
Die Antwort ist klar
Die Antwort ist glaskar: aus Sorge und Verantwortung um den durch
Israel akut gefährdeten Weltfrieden.
Im Übrigen: Nichts ist polemisch an Grass' Gedicht. Die nackte Wahrheit ist nicht polemisch. Die Getroffenen heulen, weil sie ertappt sind und genau wissen, dass der alte Dichter nichts als die Wahrheit spricht. - #214 08.04.2012 22:21 von
Das mag richtig sein was sie hier anführen, aber dann muss auch die andere Seite der Medaille bedacht werden. Auf wessen Kosten hat Israel diesen Wohlstand erlangt? Zum großen Teil auf Kosten der Palästinenser und aufgrund der westlichen Finanzhilfen und Kreditgarantien, insbesondere aus den USA und Deutschland, deren strategisches Ziel allein der Existenzsicherung des Staates Israel dient.
Und aus meiner Sicht sind die israelischen Machthaber nicht weniger intolerant als ihre arabischen Nachbarn. - #215 08.04.2012 22:23 von
- #216 08.04.2012 22:23 von
nicht wirklich souverän
Ich finde diese Reaktionen nicht mehr souverän.
Der Text von Grass ist schlecht, an vielen Stellen inhaltlich falsch und zeugt eher von seiner eigenen Befindlichkeit als dass er zu produktiver Kritik aus Sorge beiträgt. Ich frage mich warum er sich nicht beschränkt hat auf die durchaus berechtigte Kritik z.B. Siedlungspolitik, Nicht-Wollen der 2-Staaten-Lösung. Das pauschale, ungenaue, falsche an Grass´Text ist seine Schwäche. Dass ihm das den Vorwurf des Antismitismus einbringt finde ich nicht souverän von vielen Kritikern.
Einen wichtigen Fakt hat Grass nicht benannt, das ist die von Kanzlerin Merkel wiederholt benannte deutsche Staatsräson zum israelischen Staat - wenn man das zu Ende denkt.... hätte ich mir auch zu diesem Punkt klarere, begründetere Worte von Grass gewünscht.
Sein Text ist wirklich schlecht, wie ein Rundumschlag der Schaden anrichtet statt Diskussion, Schaden auch für ihn selbst. - #217 08.04.2012 22:25 von
unterschiede
man muss nicht mal mehr die nachrichten lesen, und über christliche traditionen auch nicht urteilslos sein, aber gegenüber aug-um-aug mag ich halt doch, dass es auch die möglichkeit vom saulus zum paulus gibt. und grass darf man gern in ebensolcher tradition verstehen, er war bestimmt nie ein kriegstreiber, solange ich ihn schriftstellerisch wahrnehmen konnte. sein persönliches leben und damit verbundene (un-)möglichkeiten bleiben aber nichtsdestotrotz ihm überlassen, ihn deswegen in der antisemitismus-ecke anzusiedeln ist fahrlässig, weil der sich dadurch erst wieder erheben kann.
- #218 08.04.2012 22:26 von
Pessach- und Osterunterhaltung
Zum Thema: Wieso sollte man Grass den Nobelpreis aberkennen? Er hat einen der beiden politischen bekommen - den bei dem es nicht nur auf Zeitgeist, sondern auch auf Handwerkskunst ankommt. Das steht, auch wenn es heute vielleicht anders wäre. Vom souveränen Staat Israel hätte ich mehr Souveränität erwartet.
Das ändert meine Einstellung zu Grass und seinem dummen Eloborat aber keinen Deut. - #219 08.04.2012 22:26 von
Ich bin ein sogenannter junger Erwachsener. Und ich muss sagen, ihre Aussage finde ich mehr als ungerecht.
Was denken Sie was man in dem Alter für eine Macht hat?
Keine.
Was war denn mit den ganzen "gebildeten" Erwachsenen?
Ich habe mich bis jetzt nicht so wirklich für Politik interessiert.
Leider muss ich sagen.
Nicht das mir dazu der "IQ" fehlen würde.
Wenn man nun das Gedicht liest und das ohne vorher eine Meinung gefestigt zu haben, darüber wie etwas zu sein hat, dann ist es eher inspirierend.
Hauptsächlich darin, dass man seine Augen offen halten sollte und nicht alles unkommentiert lassen.
Ein einzelner Mensch kann etwas auslösen, vielleicht sogar verändern.
Vielleicht kann ich das auch.
Danke Günter Grass
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