Befristete Stellen: Zweck erfüllt, Job weg

Eine feste Anstellung*- für Berufsanfänger ist das oft ein Traum. Fast die Hälfte aller Arbeitsverträge wird*auf eine bestimmte Zeit begrenzt. Dabei ist die Befristung*in vielen Fällen gar nicht zulässig.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...798570,00.html
  1. #20

    wen interessiert's?

    Frei nach dem Motto:
    Bring die Leute dazu, daß sie sich für ihr Leben *wirklich* anstrengen müssen,
    lass sie zappeln, dann haben sie keine Zeit, nachzudenken und zu demonstrieren.
    Geht ein Hartz-4ler demonstrieren, wird ihm der Unterhalt gekürzt. So einfach.
    Das ist politisch so gewollt.

    Daß sich die angestaute Wut eines Tages doch noch Luft verschaffen wird, nun,
    das ist "nicht mehr unser Problem"(sagt der Politiker).
  2. #21

    Chancen für den AN

    dieses Prinzip der ständigen Zeitverträge ist nicht gut - weder für den AN noch für den AG, denn der AG muss immer wieder das Glück haben, solches Personal zusammenzuwürfeln, daß die Projekte auch klappen.

    Hier sehe ich auch eine Chance der AN: Wer sich in vielen Projekten bewährt hat, verfügt über einen guten Erfahrungsschatz und sehr breit angelegtem praktischen Wissen. Für freiberufliche Mitarbeiter ist das eine referenz nach der anderen .. für wechselnde Festangestellte jedoch auch.
    Man muß sich in vielen betrieben auch fragen: muß ich da bleiben? Muß ich mir das Betriebsklima dort auf Jahre hinaus antun?

    Ich will das Prinzip der unsicheren Arbeitsverhältnisse nicht schönreden und wünsche mir ebenso Verhältnisse wie in den 70ern. Aber wer als AN oder Freier sich selbst die Initiative vorbehält und sich nicht dauerhaft rumschubsen läßt, der kann daraus vielleicht mehr Zufriedenheit ziehen als jemand der 20 Jahre auf derselben Stelle versauert udnj mit 55 "freigesetzt" wird.
  3. #22

    ...

    Zitat von benutzer10 Beitrag anzeigen
    Außerdem können die Mitarbeiter mit den Zeitvertrags-"Häppchen" in ständiger Angst um ihre berufliche Zukunft gehalten werden, und mit der Hoffnung auf einen festen Vertrag zu Zugeständnissen (Arbeitszeit, Flexibilität) genötigt werden, die sie sonst vielleicht nicht machen würden.
    Verzeihung, aber diese 'Angst' müssten Arbeitnehmer in allen anderen Länder auf dem Planeten doch auch haben.
    Wir müssen uns in Deutschland von der Vorstellung verabschieden, das jeder Arbeitnehmer bei kontinuierlichen Lohnsteigerungen und ebenso kontinuierlichen Arbeitszeitverkürzungen einen Job auf Lebenszeit (einmal Daimler, immer daimler) quasi von Staats wegen erhält.
    Ist nicht schön, aber leider Realität

    Zitat von benutzer10 Beitrag anzeigen
    Ein Spiegel des in meiner Wahrnehmung immer roher und unsolidarischer werdenden Umgangs miteinander in unserer Gesellschaft.
    Da haben Sie nicht ganz unrecht.
    Schließlich erdreistet sich auch der Arbeitnehmer als Kunde seinen Strom-,Handy- oder zeitschriftenabovertrag zeitlich zu befristen. Keine Spur von Solidarität mit seinem bisherigen Lieferanten und deren Mitarbeiter.
  4. #23

    ...

    Zitat von ich.frage.mich Beitrag anzeigen
    Wenn ein Arbeitgeber ein Projekt hat oder befristet jemanden für sagen wir 2 Jahre eretzen muss, so ist B'efristung (zu anständigen bedingungen) doch nur sinnvoll.
    nn davon, wenn er "unbefristet" eingestellt wird und dann nach 2 Jahren deine 2betriebsbedingte Kündigung" erhält?

    Bei einem befristeten Arbeitsvertrag weiß er doch zumindest vorher Bescheid.
    Es ist eine lebenslähmende Belastung für manche Leute, wenn sie nicht wissen, ob sie in einem halben Jahr auch für das nächste Projekt weiterbeschäftigt werden. Oder ob es überhaupt einen nächsten Auftrag gibt.
    Das ist vergleichbar mit den Angestellten von insolvenzgefährdeten Betrieben, wo morgen Ende sein kann. Die Zukunftsangst lässt viele erstarren. Man muss da zwischen denen und den Lebenskünstlern wie z.B. vielen Selbständigen unterscheiden, die diesen Druck häufig sogar brauchen.

    Ich rede von befristet arbeitenden Menschen in vielleicht auch noch strukturarmen Landstrichen, die gerne auf Jahre planen, vorsichtige Typen sind, Sicherheit regelrecht benötigen. Solchen Leuten hilft kein Bewusstsein, den Zeitpunkt des Vertragsendes zu wissen. Diese Leute brauchen einen beruflichen, finanziellen Halt in ihrem Leben.

    Zudem, sich als ordentlich ausgebildeter Akademiker wie ein Praktikant von Projekt zu Projekt zu hangeln, ist sowas von demoralisierend. Da fragen sich manche Leute schon, warum sie sich 10 Jahre durch Abi und Studium gepeitscht haben, um dann von der kleinen festangestellten Arzthelferin gefragt zu werden, wie man denn permanent mit der Arbeitslosigkeit im Nacken leben könne, dass eine Lehre wohl doch besser gewesen wäre ...
  5. #24

    Daimler?!?

    Zitat von dhanz Beitrag anzeigen
    Wir müssen uns in Deutschland von der Vorstellung verabschieden, das jeder Arbeitnehmer bei kontinuierlichen Lohnsteigerungen und ebenso kontinuierlichen Arbeitszeitverkürzungen einen Job auf Lebenszeit (einmal Daimler, immer daimler) quasi von Staats wegen erhält.
    .
    Daimler ist ein ganz schlechtes Beispiel! Daimler deckt seinen gesammten Bedarf an neuen Arbeitskräften nahezu ausschließlich über Leiharbeit/Bremdarbeitskräfte. Da weiß mann nie ob die Beauftragung für das nächste Jahr weitergeführt wird, im Regelfall erfährt man es erst anfang Januar!! In meiner Abteilung beträgt der Fremdarbeiteranteil 50%.
    Sooo sieht es aus!
  6. #25

    Voll das Arbeitszeugnis !

    Zitat von x3Ray Beitrag anzeigen
    Diese ganze Perversion der befristeten Einstellungen mag rechtlich ok sein, aber moralisch ist es ein Armutszeugnis für jeden Arbeitgeber. Zeigt es doch auf diese Weise, dass soziales Engagement/Verhalten fehlt.

    Ganz besonders schlimm ist es, wenn befristete Verträge nach Ablauf der Befristung beendet werden und dieselbe Stelle dann mit einem neuen, wiederum befristeten Arbeitnehmer besetzt wird.
    das ist voll moralisch verwerflich, wenn Kunden nach 2 Jahren ihre Meinung aendern und nach anderer Qualifikation fragen, das ermöglicht noch von einem Tag zum anderen...

    Mensch Junge, das sind Deine Nachbarn, die Dich da plötzlich nicht mehr wollen. Wie frühere in der Sandkiste.
    Geändert von ( um Uhr)
    Häuser werden nicht auf Sand gebaut und Träume nicht auf Ausreden.
    Du bist der Architekt Deines Lebens. Du bist der Autor Deiner Erfolgsstory - niemand sonst.
  7. #26

    Befristete Arbeit - wie sie singt und lacht

    Überprüfen wir einmal kritisch den Artikel:
    Fast jeder zweite neu eingestellte Arbeitnehmer (46 Prozent) hat im Jahr 2010 nur einen befristeten Vertrag bekommen.
    Sind in den 46 Prozent auch die Zeitarbeiter? Wenn nein: wie hoch ist dann die Zahl (oder Prozent) der neu geschlossenen Verträge unbefristet?

    Mit der Befristung ist Richard - rechtlich gesehen - zunächst einmal nicht schlechter gestellt als ihre unbefristeten Arbeitskollegen.
    Mag in der Sache stimmen, aber so erhält die Arbeitnehmerin keine Berufserfahrung in dem Unternehmen, um in der Gehaltsstufung nach oben zu steigen.
    Oder beispielsweise kann sie so nicht die Betriebsrente in Anspruch nehmen oder zu viel schlechteren Konditionen.
    Oder falls sie gegen Ende der Laufzeit des Vertrages schwanger wird, verlängert sich der Vertrag nicht und sie steht dann mit Kind aber ohne Arbeit da.

    Sie haben Anspruch auf die gleiche Vergütung und die gleichen Fortbildungen.
    Wegen des Geldes: s. o. Im öD gibt es beim TVöD die sogenannte Stufung in den Entgeltgruppen. An die oberen Stufen kommt man als befristet Beschäftigter gar nicht.

    Aber die Angestellten können mit solchen Verträgen kaum langfristig planen.
    Wer das Gegenteil behauptet lügt. Die diese Tatsache widerlegen wollen, sollten einmal versuchen, mit befristeten Verträgen einen Kredit für z. B. ein Automobil zu bekommen.

    Eine Befristung ist höchstens für zwei Jahre zulässig. Außerdem darf innerhalb der zwei Jahre der Vertrag höchstens dreimal verlängert werden.
    Kleiner aber feiner Unterschied: eine Verlängerung von befristeten Verträgen ist wie o. g. möglich, aber wenn der Arbeitnehmer jeweils einen neuen Vertrag erhält, kann er beliebig "verlängert" werden.

    Das könne der Arbeitnehmer einklagen.
    Grau ist alle Theorie. Verklagen Sie heute den Arbeitgeber auf Entfristung des Vertrages, können Sie damit rechnen, bald dort nicht mehr tätig zu sein. Man findet schon einen Grund, Sie zu kündigen. Ggf. kündigt der Arbeitgeber "ordentlich", also innerhalb der zulässigen Frist. Ob man dann Chancen bei einem neuen Arbeitgeber hat, kann sich jeder selbst ausrechnen.