Bayreuther Festspiele: Den Nazi mit dem Meese-Bub austreiben

dapdNazi-Tattoo? War da was? Die Bayreuth-Chefinnen blickten zur Eröffnung der Festspiele entschlossen nach vorn. Jonathan Meese soll 2016 den "Parsifal" inszenieren, kündigten die Wagner-Urenkelinnen an. Ausgerechnet der Künstler also, der gern mal den rechten Arm zum Hitlergruß hebt.

http://www.spiegel.de/kultur/musik/0...846296,00.html
  1. #1

    ...

    Ich verstehe nicht, warum man den Hügel seit 1945 hoch subventioniert und sich dort die (Polit-) Prominenz die Klinke in die Hand gibt.

    Winnifried Wagner hatte sich noch 1979 in einem Interview als 'bekennende Nationalsozialistin' bezeichnet.

    Mir wurde und wird nicht nur von der 'Musik' übel.
  2. #2

    stell Dir vor....

    Warum um alles in der Welt geben wir diesen Festspielen eigentlich ein solches Gewicht? Aus meiner zugegebener Weise bescheidenen Sicht erlauben wir mit dieser Gewichtung einer perfekten Selbstdarstellung den Bühnenzutritt - schade - Es gibt bei weitem wichtigere und vor allem bessere kulturelle Highlights...
  3. #3

    ...

    Zitat von RealSatiriker Beitrag anzeigen
    Ich verstehe nicht, warum man den Hügel seit 1945 hoch subventioniert und sich dort die (Polit-) Prominenz die Klinke in die Hand gibt.

    Winnifried Wagner hatte sich noch 1979 in einem Interview als 'bekennende Nationalsozialistin' bezeichnet.

    Mir wurde und wird nicht nur von der 'Musik' übel.
    Jeder kann Verstantaltungen inszenieren wie er will,
    solange er sich nicht strafbar macht.
    Vielleicht haben sie aber auch nur einfach einen
    einen anderen Musikgeschmack?
  4. #4

    Ach Gott, kann man da nur seufzen - die Spielchen gehen munter weiter...

    Herr Meese mag ja vielleicht ein bedeutender Künstler sein, ein Opernregisseur ist er nicht, von Musik wird er vermutlich wenig Ahnung haben, vom Gesang gar keine.
    Macht ja alles nix, Hauptsache, die Zeitungen schreiben fleißig.

    Bis die Musikkritiker und die Wagnerenkelinnen irgendwann allein im Festspielhaus sitzen.
    Ich mußte an Berichte über die Saison 2011 denken - zur Bestürzung einiger "Fachleute" blieben die Sitze leer, dabei hatte doch die Chefin des Hauses persönlich das heikelste Werk ihres Urgroßvaters inszeniert, schon allein deshalb hätten alle hinrennen müssen.

    Tja, daß Opernfans nicht wegen einer ach-so-tollen Inszenierung ins Theater gehen, scheinen manche einfach nicht zu begreifen. Die Wagnerschwestern auch nicht.
  5. #5

    Parzival

    Zitat von RealSatiriker Beitrag anzeigen
    Ich verstehe nicht, warum man den Hügel seit 1945 hoch subventioniert und sich dort die (Polit-) Prominenz die Klinke in die Hand gibt.

    Winnifried Wagner hatte sich noch 1979 in einem Interview als 'bekennende Nationalsozialistin' bezeichnet.

    Mir wurde und wird nicht nur von der 'Musik' übel.
    Winifred Wagner hat aus ihrem Leben erzählt. Aber das ist nicht erwünscht, denn es soll halt alles schwarz-weiß und nicht differenziert gezeigt werden.

    Wer etwas Schlimmes tut, der ist abzulehnen. Da gebe ich Ihnen recht. Problem allerdings: Was kann man der Frau Wagner denn vorwerfen?

    Ansonsten ist der Spiegel-Artikel suggestiv. Denn im Artikel am Ende wird zugegeben, dass es sich bei dem bestimmten Gruss um Teil des Bühnenprogramms handelt. Das muss keineswegs okay sein, damit wir uns richtig verstehen.

    Es ist etwas ganz anderes, in strafbarer Weise die rechte Hand zu heben. Das liegt wohl nicht vor.

    Geschmacklos ist etwas in Griechenland: Da hat sich eine Sportlerin in hässlicher Weise über Afrikaner geäußert. Das ist schlimm, aber was ist denn schon in Bayreuth AKTUELL gewesen? Alles doch nicht ganz so schlimm.
  6. #6

    ...

    Zitat von RealSatiriker Beitrag anzeigen
    Ich verstehe nicht, warum man den Hügel seit 1945 hoch subventioniert und sich dort die (Polit-) Prominenz die Klinke in die Hand gibt.

    Winnifried Wagner hatte sich noch 1979 in einem Interview als 'bekennende Nationalsozialistin' bezeichnet.

    Mir wurde und wird nicht nur von der 'Musik' übel.
    Dass sie von Musik nichts verstehen ist kein Verbrechen.

    Mit den Subventionen haben sie aber völlig recht. Warum man ausgerechnet die privilegierten Besucher Bayreuths mit Steuergeldern unterstützt werden, das erklärt wohl einiges über die Politik in diesem Lande.

    Zum Thema selber gibt es heute einen ausgezeichneten Artikel in der FAZ, den sollte sie (und alle anderen) mal lesen:

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleto...-11830508.html
  7. #7

    Zitat von RealSatiriker Beitrag anzeigen
    Ich verstehe nicht, warum man den Hügel seit 1945 hoch subventioniert und sich dort die (Polit-) Prominenz die Klinke in die Hand gibt.
    Vielleicht Gesinnungskontinuität ....?

    Zitat von RealSatiriker Beitrag anzeigen
    Winnifried Wagner hatte sich noch 1979 in einem Interview als 'bekennende Nationalsozialistin' bezeichnet.
    Ach, da gibt es noch viele weitere ....

    Zitat von RealSatiriker Beitrag anzeigen
    Mir wurde und wird nicht nur von der 'Musik' übel.
    Kunst ist immer auch Geschmackssache.
    Übel werden muss einem von Wagners Musik aber nicht unbedingt.
  8. #8

    ...

    Zitat von Wahrheit2011 Beitrag anzeigen
    Winifred Wagner hat aus ihrem Leben erzählt. Aber das ist nicht erwünscht, denn es soll halt alles schwarz-weiß und nicht differenziert gezeigt werden.
    .
    Naja, auch eines Sichtweise.

    Zitat aus dem Interview von 1979:

    “Also, wenn heute Hitler hier zum Beispiel zur Tür hereinkäme, ich wäre genauso so so so fröhlich und so so glücklich, ihn hier zu sehen und zu haben, als wie immer.."

    Wo sie da Grautöne suchen, bleibt mir allerdings ein Rätsel.
  9. #9

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nazi-Tattoo? War da was? Die Bayreuth-Chefinnen blickten zur Eröffnung der Festspiele entschlossen nach vorn. Jonathan Meese soll 2016 den "Parsifal" inszenieren, kündigten die Wagner-Urenkelinnen an. Ausgerechnet der Künstler also, der gern mal den rechten Arm zum Hitlergruß hebt.

    Bayreuther Festspiele: Meese inszeniert 2016 den "Parsifal" - SPIEGEL ONLINE
    Ich hätte ja bei SPON lieber etwas über das geglückte Don Giovanni-Premieren-Experiment in Stuttgart gelesen, als das ewiggleiche Nazigewäsch mit den unsympathischen Erben Wagners.