Zitat von
Antiautor
Ihre Folgereihe macht dann Sinn, wenn es sich um die ureigenen kindlichen Belange selbst handelt. Wenn das Kind zum Beispiel den Anspruch an sich selbst hat gut in der Schule zu sein, wird es auf eine schlechte Note hin erkennen dass es mehr tun muss, das Für und Wider abwägen und seine Entscheidung treffen. Aber dafür muss es daran gewöhnt sein, Entscheidungen treffen zu dürfen. Je früher man damit anfängt desto besser. Ziel einer sinnvollen Erziehung muss also sein, das Kind frühzeitig in die Lage zu versetzen, eigenverantwortlich zu handeln. Das erreicht man nicht durch ein enges Regelkorsett, sondern durch größtmögliche Freiheit.
Um ein Beispiel zu nennen: wir haben unseren Kindern schon mit 4 Jahren eigene Fernseher zur Verfügung gestellt und den Fernsehkonsum nicht reglementiert. Der Grundgedanke war, dass sie selbst lernen müssen, wozu der Ausschalter gut ist. In der ersten Phase lief der Fernseher praktisch ständig. Sie haben sich die billigen japanischen Animes angeschaut und dann die Handlung nach- und umgespielt. Heute sind sie selektive Fernsehzuschauer, die meistens Arte, 3sat und Phoenix einschalten. Meine Tochter lernt gerade ihre sechste Fremdsprache und nutzt das TV- Gerät meistens für fremdsprachige Programme, aktuell vorwiegend für isländisches Fernsehen. Zum Glück ist Vaddern vom Fach und hat eine drehbare Satellitenschüssel für alle Satelliten zwischen 42° Ost und 30° West...
Wenn ich Ihren erzieherischen Duktus richtig interpretiere, plädieren Sie für die strikte Begrenzung der kindlichen Bedürfnisse. Nach wie vor trete ich für die Feiheit des Individuums ein, auch und gerade in der Familie.