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"Battlefield 3" im Mehrspieler-Modus: Groß, chaotisch, tödlich

"Battlefield 3" verspricht Multiplayer-Pixelkrieg in bislang unbekanntem Ausmaß. Bis zu 64 Spieler*ziehen gemeinsam in virtuelle Schlachten, mit Panzern, Hubschraubern, Kampfjets. Ole Reißmann hat mitgeballert.

http://www.spiegel.de/netzwelt/games...795072,00.html
  1. #80

    aha

    Zitat von benutzer10 Beitrag anzeigen
    Andererseits eine aus meiner Sicht unerfreuliche Entwicklung, wie den Menschen, meistens jungen Männern, mit dieser Art von Spielen der Krieg, die Gewalt, das Töten nahegebracht wird, vorhandene Hemmungen abgebaut und das Verhalten im Krieg als normale Handlungsoption integriert wird.
    Wenn sich die Leute im Krieg so verhalten würden wie in einem Shooter:
    - Nicht laufen, nur hüpfen
    - Den Funkverkehr grundsätzlich nur dazu verwenden seine eigenen Leistungen zu kommentieren oder andere mit Schmähungen zu überziehen. Vorzugsweise sollten die Sätze viele Referanzen zu männlichen sowie weiblichen Genitalien enthalten.
    - Über dem Körper des letzten Opfers aufbauen und diverse respektlose Handlungen vollführen, auch wenn es bedeutet, selbst in die Schusslinie zu geraten
    - Taktik, Vorschläge und gute Ideen, die zum Gewinn der Schlacht beitragen könnten grundsätzlich ignorieren
    - Wenn die eigene Seite gerade am verlieren ist, einfach umdrehen und weggehen.
    - Die Nationalität der Kriegsfraktion annehmen, die gerade gewinnt

    Trotz Shooter kann ich kein Blut sehen. Blutabnehmen ist der Horror. Ich kann keine Insekten töten, weil ich das Gematsche nicht abhaben kann und als mein Zwerghamster gestorben ist, habe ich tagelang geheult.

    Zitat von tiemer Beitrag anzeigen
    ich bin mutter eines 13jährigen und komplett überfordert mit diesem hype und der tatsache, dass gleichaltrige bis jüngere klassenkameraden das teil spielen [..]
    ich brauche wirklich mal meinungen von friedliebenden menschen, die dieser faszination erliegen, die ich (wahrscheinlich aus alters- und geschlechtsgründen) nicht wirklich nachvollziehen kann.
    Vom Gefühl her würde ich Shooter am ehesten mit Fangen-Spielen vergleichen. Durch die Gegend rennen, versuchen die anderen zu kriegen oder selbst zusehen, dass man davonkommt und Adrenalinschübe, wenn man gerade nochmal so entwischt ist.

    Bei Kampagnen und Szenarien ist es ähnlich wie damals in der Grundschule. Ich habe z.B. immer "Hero Turtles" mit meinen Freunden gespielt. Bei Shootern fällt natürlich die "Du bis tot - Nein bin ich NICHT!!!"-Diskussion weg, aber vom Prinzip her ähnlich.

    Bei Shootern, wie auch beim "Turtles spielen" gilt: erst mit Freunden macht das Spiel Spaß. Um zu gewinnen, muss man viel Geschick, Taktisches Können, Konfliktfähigkeit und Teamgeist an den Tag legen.

    Das eigentliche Problem bei einem 13-jährigen sehe ich nicht bei der Darstellung von Gewalt, sondern in dem Umfeld. Es oftmals ruppig zugehen und man hört und liest Schimpftiraden oder Anzügliche Anspielungen, die einen wirklich vor Scham erröten lassen. Jeder geht nunmal davon aus, dass sein Gegenüber volljährig ist.

    Sollte rauskommen wie alt er ist, z.B. via Voice-Tools (es sei denn, Stimmbruch ist schon vorbei ), wird sich Ihr Sohn zur Zielscheibe von Spott und Agression werden, oder er wird für weiblich gehalten und das führt bei einigen Spielern zu wirrem und irrationalem Verhalten.

    Das ist jedoch ein generelles Problem von Onlinespielen an sich. Ich kann inzwischen fließend dreisprachig schimpfen und baggern.

    Wenn Sie ihren Sohn für reif genug halten, können Sie versuchen ihn unter Aufsicht spielen zu lassen. Boxen aufdrehen und frühzeitig eingreifen, wenn die Runde zu sehr abgleitet.

    Ein ganz anderes Problem der PC-Version ist die Spyware-Sache von EA, aber dazu gibt es hier genug Artikel auf SpON.

    Geschlecht: w, Dipl.-ing, 29
  2. #81

    spielkind

    Zitat von tiemer Beitrag anzeigen
    .... wie alt die schreiber bzw. fans von battlefield 3 hier sind?
    Vorweg schließe ich mich der überwiegenden Meinung an, das man einen Kontakt mit dem Spiel in diesem Fall wohl schwerlich vermeiden kann, aber das Spiel eben auch aus gutem Grund FSK18 ist.

    Ich bin 35, und spiele seit 27 Jahren Computerspiele und u.a. auch Shooter mit Xbox oder PC, Singeplayer, online oder manchmal sogar noch LAN.
    Die frühsten Spiele, an die ich mich erinnere, bei denen es als Teenager eine Diskussion über Gewaltdarstellungen gab, waren ...
    -Wings of Fury von 1988 (mit einem Flugzeug musste man eine japanische Insel beschiessen und bomardieren, wobei die flüchtenden Soldaten schreiend starben)
    -Hostages von 1988 (als Polizist/Scharfschütze musste man eine von Terroristen besetzte Botschaft befreien und z.B. die Silhouetten der Geiselnehmer durch ein Fenster erschiessen)

    Grafisch und spielerisch alles etwas ganz anderes, aber zumindest letzteres würde ich noch am ehsten mit dem vergleichen, was man heute Egoshooter nennt.

    Insofern halte ich Ratschläge einer bestimmten Altersgruppe (in die ich selbst falle) für nur bedingt nützlich, weil ich mit einem ganz anderen Realismus aufgewachsen bin, als mit dem was heute geboten wird.

    Ich würde auch raten, sich die Zeit zu nehmen und sich so eine Spielsession mal anzugucken und im Gespräch versuchen einzuschätzen wie groß zwischen Realität und Spiel unterschieden wird und wie anhaltend die Begeisterung über eine längere Phase ist.
    Wenn sie sich davon kein Bild machen können und die Begeisterung nicht wenigstens miterleben (wenn schon verständlicerweise nicht nachempfinden) können, wird es nicht leichter darauf eingehen zu können.
    Je nachdem wie gross die Begeisterung ist, und wie viel Freizeit dafür geopftert wird, würde ich das zeitlich auch einschränken.
    Ein schlechtes Zeichen fand ich, wenn ich nach stundenlangem Spielen, nachts davon geträumt hatte, wie ich vor meinem geistigen Auge Tetrissteine sortiere oder Autorennen fahre. Dann hatte ich am Tag zuvor eindeutig zu intensiv gezockt.

    Speziell zu der Gewalt in dem Spiel:
    Sofern auch ein 13jähriger versteht, das diese Spiele, egal in welcher Grafik, höchstens ansatzweise einen winzigen Bruchteil von dem nachstellen, was Krieg in Wirklichkeit bedeutet, ist in meinen Augen schon viel gewonnen.
    Realistische Darstellung ergibt noch keinen realistischen Inhalt.
    Ob Autorennen, Kampfsport oder Egoshooter ist da fast gar nicht mehr so entscheidet.
    Die Darstellung der unmittelbaren, wie langfristigen Folgen, ob emotional oder juristisch, kann man zum Glück (noch) nicht simulieren. Beim Computerspiel fängt man im schlimmsten Fall von vorne an.

    Und solange das Spielen nicht Vordergründung zum Stressabbau dient, oder Konflikte aus dem realen Leben in das Spiel projeziert werden, und dann mit einem virtuellen Kopfschuss 'abgearbeitet' werden, halte ich das auch für normal, das manche/viele Jungs das spannend finden.
    Kommt eben auf die Art und Intensität der Begeisterung an, aber auch auf die grundsätzliche Einstellung zur Gewalt.

    ps-nebensache : Den Vergleich und die Kritik zwischen den ArmA & BF-Anhängern finde ich auch so gelungen, als würde man behaupten, das alle Leute die nicht auf Autotunning stehen, nichts vom Autofahren verstehen.
    Die einen bevorzugen halt einen sehr taktischen Realismus mit zig Einstellungen mit Details und den anderen reicht es wenn sie mit sechs Tastenkombinationen auskommen.
  3. #82

    Wenig innovativ

    Ich kenne die Reihe seit dem Erscheinen von "Battlefield 1942" (Battlefield 1) vor neun Jahren. Seither hat sich am Spielprinzip nichts geändert, die Innovation liegt bei Null. Zwar gibt es eine immer realistischere Grafik, aber das wars dann auch schon. Und auch die Themen weg von historischen Hintergründen hin zu fiktiven Krisenherde macht mich nicht an.

    Dazu kommt immer wieder das Märchen, dass man nur im Team eine Chance hat. Ein größeres Ego-Spiel als dieser Ego-Shooter ist eigentlich kaum noch denkbar, es sei denn man empfindet es tatsächlich als Teamgeist, sich mit einem anderen in den Jeep zu setzen, wo der eine fährt und der andere ballert.

    Das Schlachtfeld (Battlefield) als alleinstehendes Spielbrett hat sich meiner Meinung nach längst überholt. Der nächste Schritt wäre die Kamapagne, in der die Schlachtfelder eingebettet sind. Ebenso innovativ wäre ein Kommandosystem mit mehreren Ebenen, in dem man aufsteigen kann. Aber ob des jemals kommt...?
  4. #83

    sorry

    wer diese idiotischen Ballerspiele gut findet kann doch nicht alle Latten am Zaun haben. Nach drei Wochen rumballern hat man sich auch die letzten Gehirnzellen weggeschossen..

    Und kann auch nicht mehr mit seinen Mitmenschen kommunizieren , nur noch bumm bumm stottern
  5. #84

    das stimmt so nicht ...

    Zitat von zervus Beitrag anzeigen
    .. mag es sein, aber nicht gewaltarm - in der kampagne darf man zB aus nächster nähe miterleben, wie einem selbst den kopf abgeschnitten wird für ein terrorvideo ...
    der multiplayerpart ist schön verbuggt und macht imho keinen spass - schöne enttäuschung. da bleib ich lieber bei bf:bc2 vietnam.
    Ähhm, nein. Es wird zwar eine Tötung angedeutet, aber der Rest ist Sache der(ihrer) Phantasie.
  6. #85

    .

    Zitat von jp' Beitrag anzeigen
    Ist der Trojaner damit nun vergessen und verziehen?
    Gestern noch entsezt und heute so ein Werbeartikel?
    ich wette mein linkes ei darauf, dass hier EA gezielt werbung geschaltet hat.
    armes armes SPON !
    ps: ich hab mein BFD3 zurückgegeben, eine email an den datenschutzbeauftragten geschrieben, EA angeschrieben und sende denen heute das nervige datenherausgabe formular zu.
  7. #86

    .

    Zitat von marckiv Beitrag anzeigen
    wer diese idiotischen Ballerspiele gut findet kann doch nicht alle Latten am Zaun haben. Nach drei Wochen rumballern hat man sich auch die letzten Gehirnzellen weggeschossen..

    Und kann auch nicht mehr mit seinen Mitmenschen kommunizieren , nur noch bumm bumm stottern
    Ich finde Fußball auch total ätzend. :)
  8. #87

    hüpfen

    das hüpfen in BF3 als kommunikationsmittel dient und "folge mir" bedeutet ist mir neu, aber gut - ich besuche SpOn ja auch um was zu lernen.

    zur altersfrage: m, 30, Dr. med.
    meinen ersten ego-shooter habe ich im zarten alter von 12/13 jahren gespielt und es trotzdem, sogar über den wehr-ersatzdienst, in einen (mehr oder weniger) pazifistischen beruf geschafft.

    würde ich meinen 13 jahre alten sohn das spiel spielen lassen? wahrscheinlich schon, je nach bisherigem betragen halte ich einen shooter für ungefährlich und höchstwahrscheinlich lernt kind auch via online-gaming nicht mehr schimpfwörter als auf dem schulhof, wobei ich anmerken möchte das meiner erfahrung nach in sonys PSN ein weniger aggressiver grundton herrscht als in microsofts XBL-netzwerk.
  9. #88

    Mal wieder keine Ahnung

    Zitat von marckiv Beitrag anzeigen
    wer diese idiotischen Ballerspiele gut findet kann doch nicht alle Latten am Zaun haben. Nach drei Wochen rumballern hat man sich auch die letzten Gehirnzellen weggeschossen..

    Und kann auch nicht mehr mit seinen Mitmenschen kommunizieren , nur noch bumm bumm stottern
    Eine weitere pauschalisierte Stammtischmeinung die im Grunde nur ihre mangelnde Kenntnis der Materie aufzeigt.
    Wenn sie ein Spiel wie Battlefield nur als Triebabfuhr nutzen wollen, werden sie nicht weit kommen. Man würde sie treffen bevor sie sich umdrehen können und der Fruste würde mehr statt durch das Spiel abgebaut :)
    Um so ein Spiel erfolgreich zu bestreiten muss man die Umgebung kennen, die Vor- und Nachteile aller Klassen und Waffen, die Vor- und Nachteile bestimmter Vorgehensweisen. In jeder Sekunde muss eine Entscheidung getroffen werden. Das Vorgehen in einer Gruppe ist meist unumgänglich was dem ganzen eine soziale Dimension gibt.
    Wenn mann alles addiert kommt man im Grunde bei einer Art Schach in Echtzeit an. Das Szenario ist mit Krieg und Tod definitiv nichts für Kinder aber Hamlet ist es auch nicht.
    Deshalb das USK Siegel beachten und sich ab und zu mit der Thematik beschäftigen.

    Was viele Spielfremde Menschen nicht verstehen ist dass die Gewalt in Spielen, genau wie Gewalt in Filmen oder Büchern ein in erster Linie dramaturgisches Mittel ist.
    Tolstois Krieg und Frieden hätte zum Beispiel schwer ohne Krieg funktioniert, ist man als Leser automatisch Kriegsgeil? Klar gibt es negative Abweichungen aber diese rechtfertigen keine Pauschalisierung.
    Videospiele sind und bleiben ein Medium wie Bücher und Filme. Man muss verantwortungsbewusst mit ihnen umgehen.
  10. #89

    Titel in Buyreuth

    Zitat von Fleckensalz Beitrag anzeigen
    "früher" war man bestenfalls zu fasching/karneval mit pfeil und bogen oder mit plastikpistole als cowboy unterwegs.
    Quatsch. Wo haben Sie gelebt, auf einer Insel ?
    kriegsspielzeug im sinne des wortes war und ist eher verpöhnt.
    Wieder Quatsch. In den sechziger Jahren gab es keinen Markt, bei dem nicht jeder 2. Stand Kriegsspielzeug angeboten hätte. Wie gesagt, Insel ?


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