Wenn sich die Leute im Krieg so verhalten würden wie in einem Shooter:
- Nicht laufen, nur hüpfen
- Den Funkverkehr grundsätzlich nur dazu verwenden seine eigenen Leistungen zu kommentieren oder andere mit Schmähungen zu überziehen. Vorzugsweise sollten die Sätze viele Referanzen zu männlichen sowie weiblichen Genitalien enthalten.
- Über dem Körper des letzten Opfers aufbauen und diverse respektlose Handlungen vollführen, auch wenn es bedeutet, selbst in die Schusslinie zu geraten
- Taktik, Vorschläge und gute Ideen, die zum Gewinn der Schlacht beitragen könnten grundsätzlich ignorieren
- Wenn die eigene Seite gerade am verlieren ist, einfach umdrehen und weggehen.
- Die Nationalität der Kriegsfraktion annehmen, die gerade gewinnt
Trotz Shooter kann ich kein Blut sehen. Blutabnehmen ist der Horror. Ich kann keine Insekten töten, weil ich das Gematsche nicht abhaben kann und als mein Zwerghamster gestorben ist, habe ich tagelang geheult.
Vom Gefühl her würde ich Shooter am ehesten mit Fangen-Spielen vergleichen. Durch die Gegend rennen, versuchen die anderen zu kriegen oder selbst zusehen, dass man davonkommt und Adrenalinschübe, wenn man gerade nochmal so entwischt ist.
Bei Kampagnen und Szenarien ist es ähnlich wie damals in der Grundschule. Ich habe z.B. immer "Hero Turtles" mit meinen Freunden gespielt. Bei Shootern fällt natürlich die "Du bis tot - Nein bin ich NICHT!!!"-Diskussion weg, aber vom Prinzip her ähnlich.
Bei Shootern, wie auch beim "Turtles spielen" gilt: erst mit Freunden macht das Spiel Spaß. Um zu gewinnen, muss man viel Geschick, Taktisches Können, Konfliktfähigkeit und Teamgeist an den Tag legen.
Das eigentliche Problem bei einem 13-jährigen sehe ich nicht bei der Darstellung von Gewalt, sondern in dem Umfeld. Es oftmals ruppig zugehen und man hört und liest Schimpftiraden oder Anzügliche Anspielungen, die einen wirklich vor Scham erröten lassen. Jeder geht nunmal davon aus, dass sein Gegenüber volljährig ist.
Sollte rauskommen wie alt er ist, z.B. via Voice-Tools (es sei denn, Stimmbruch ist schon vorbei ), wird sich Ihr Sohn zur Zielscheibe von Spott und Agression werden, oder er wird für weiblich gehalten und das führt bei einigen Spielern zu wirrem und irrationalem Verhalten.
Das ist jedoch ein generelles Problem von Onlinespielen an sich. Ich kann inzwischen fließend dreisprachig schimpfen und baggern.
Wenn Sie ihren Sohn für reif genug halten, können Sie versuchen ihn unter Aufsicht spielen zu lassen. Boxen aufdrehen und frühzeitig eingreifen, wenn die Runde zu sehr abgleitet.
Ein ganz anderes Problem der PC-Version ist die Spyware-Sache von EA, aber dazu gibt es hier genug Artikel auf SpON.
Geschlecht: w, Dipl.-ing, 29

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