Basilika von Assisi: Rätselhafter Teufel in Fresken aufgetaucht

800 Jahre lang ist er dem Blick von Betrachtern entgangen, jetzt hat eine Kunsthistorikerin den Teufel entdeckt: Er steckt im Detail einer Freskenmalerei in der italienischen Basilika San Francesco von Assisi - und grinst.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...796737,00.html
  1. #20

    Pareidolie: Ich sehe was, was Du nicht siehst ...

    Was jetzt? Wollte Frau Frugoni nur mal ihr Bild in der Zeitung sehen oder hat die Spol-Redaktion den Artikel nur aus Versehen nicht in die Rubrik "Panorama" gestellt?
    Die eigentliche Nachricht lautet "Kunsthistorikerin fällt auf optische Selbsttäuschung ´rein"

    Diese Täuschung, der Pareidolie-Effekt, sorgt dafür, dass wir den Mann im Mond sehen, die Jungfrau Maria uns auf Toastbroten erscheint oder Jesus in einer Bratpfanne wiederaufersteht ...

    Einen Nachrichtenwert hat das nur, weil es Wissenschaftler gibt, die ernsthaft behaupten, dass ihnen nicht an billigen Marketingtricks gelegen ist. ;)
  2. #21

    und ist

    der Haufen noch so klein, ein Teufel muss stets drunter sein!
  3. #22

    kein Titel

    Warum sollte der Künstler nicht dem Teufel einen Platz, wenn auch nur schemenhaft, eingeräumt haben ? Schließlich ist er doch der beste Freund der Kirche. Ohne ihn hätte die Kirche keinen Feind und nicht die Macht erlangt, mit der sie dem Menschen die Hölle heiß machen kann und konnte ;-)
  4. #23

    Ich seh' da keinen Teufel.

    Da ist ein Typ mit hoher Stirn und Kinnbart, der vor sich hingrinst. Wahrscheinlich der Maler selbst (wie sah der Giotto denn aus?). Hörner sind keine zu erkennen.

    Aber abgesehn davon, das Fresko ist ja mal wieder ein schlagender Beweis dafür, daß monderne "Renovierungen", die verlorengegangene Teile absichtlich nicht im Detail wieder herstellen, den künstlerischen Eindruck völlig zerstören. Sieht ja schlimm aus, das Bild! Durch das Durcheinander von originaler Malerei und großflächigen Farbklecksen (besonders bei zahlreichen Gesichtern!) wird die gesamte Komposition zwerstört und ist nur noch für Kunstexperten, die ihren Blick selektiv auf die erhaltenen Teile richten, genießbar. Fürcherlich, so was, man mag es nicht mitansehen!
  5. #24

    da erlaubt man sich

    als mittelalterlicher Maler mal ´n Jokus (ganzen Tag auf dem Gerüst, das schlaucht!) und dann merkt es keiner - erst 800 Jahre später...
  6. #25

    Teufelsvorstellung

    Da haben sich die Teufelsbilder/-vorstellungen des Malers zwischen diesem Fresko: Die Verteibung der Teufel aus Arezzo (durch Franz von Assisi)

    http://www.zeno.org/Kunstwerke/B/Gio...fel+aus+Arezzo

    und dem "Wolkengesicht" aus dem Grablegungsfresko aber total verändert. Sehr, sehr unwahrscheinlich, die Interpretation in der Meldung, die übrigens mal wieder alle Zeitungen fröhlich weiterverbreiten.

    Vielleicht bringt die kostenlose Werbung dem Tourismus in Umbrien und Assisi in den Wintermonaten etwas Umsatz :-).

    -bpauli
  7. #26

    Jedem seine Phantasie

    Zitat von fred_frinton Beitrag anzeigen
    Soso, der Teufel steckt im Detail. Zuerst erkannte ich allerdings ein anderes Gesicht, das der nun festgestellte "Teufel" anschaut. Nur schemenhaft unter dem Flügel des Engels im blauen Teil der Wolken. Nase und Augen könnte man erkennen, wenn man möchte und interpretieren. Und nun?
    Jedem sei seine Phantasie gegönnt. Jeder kennt es, dass man auf gemusterten Teppichen, Fliesen und Wolken irgend welche Figuren erkennen kann, wenn man es drauf anlegt.

    Ich mache mir oft im Badezimmer (o.k., auf dem Klo) den Spaß, dass ich Gesichter oder Köpfe in meiner strukturierten Auslegware suche - und finde. Je nach Laune sind es immer wieder unterschiedliche Dinge, die ich auf meiner Suche finde.
    Dieses Phänomen gilt aber nicht für den Wolkenteufel. Er ist ganz klar absichtlich gemalt worden.

    Wer weiß, wie viele "alte Meister" noch sowas in ihren Bildern versteckt haben. Wer suchet, der findet!
  8. #27

    Gesicht oder Sinnestäuschung?

    Zitat von champagnero Beitrag anzeigen
    Dies ist aber eben gerade keine zufällige Struktur. Sondern von einem Maler gemalt. Mit der gleichen Begründung könnte man die Mona Lisa auch als zufällige Struktur hinstellen, auf der sich unser Gehirn ein Gesicht einbildet...
    Muster auf der Tapete sind auch "hingemalt" bzw. "hingedruckt", und man kann dennoch alles mögliche in ihnen sehen.

    Die Tintenkleckse beim Rohrschachtest sind auch menschengemacht, trotzdem besteht ja gerade der Sinn dieses Testes darin, was der Proband in sie hineininterpretiert.

    Ich denke, klarafall ist schon auf der richtigen Spur. Man erinnere sich auch den Fall des vermeintlich von Außerirdischen geschaffenen "Gesichtes auf dem Mars", welches sich schließlich auch als zufällige Felsformation entpuppte:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Cydonia_Mensae
  9. #28

    Badlands Guardian

    Zitat von Porgy Beitrag anzeigen

    Ich denke, klarafall ist schon auf der richtigen Spur. Man erinnere sich auch den Fall des vermeintlich von Außerirdischen geschaffenen "Gesichtes auf dem Mars", welches sich schließlich auch als zufällige Felsformation entpuppte:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Cydonia_Mensae
    Und in Kanada gibt es ein durch Erosion entstandenes Bild eines Indianers.

    http://en.wikipedia.org/wiki/Badlands_Guardian

    http://maps.google.com/maps?ll=50.01...11,-110.113422
  10. #29

    Irgendwie....

    erinnert mich das an die Geschichte meines großen Bruders:

    Der hatte in einem Schulheft einen Fettfleck, den der Lehrer dann insofern interpretierte, daß er aus selbigem ein Ferkel gemalt hat :-D

    Also man kann schon auch Dinge in Dinge reininterpretieren.

    Und Wolkenbilder gucken ist ein altes Kinderspiel, haben wir früher oft gemacht.

    Teufel *g* *Kopfschüttel*