Ist das der gleiche Scheich der internationale Terrorgruppen mit Geld und Waffen versorgt?
REUTERSDoha ist kühl, hypermodern, wirkt mit seinen Neubauten teils wie eine Plastikwelt. Doch im Herzen von Katars Hauptstadt entstand ein Basar, der die Magie der Vergangenheit ausstrahlt - weil hier der Scheich eine Kindheitserinnerung wieder zum Leben erweckt hat.
http://www.spiegel.de/reise/fernweh/...-a-880103.html
Ist das der gleiche Scheich der internationale Terrorgruppen mit Geld und Waffen versorgt?
- eine schöne Märchenwelt wird hier präsentiert, der Blick hinter die Mauern fehlt.
Welch ein Lobgesang auf eine künstliche Klitzerwelt in der Wüste von Katar.
Eine Welt islamischer Familiendynastie und islamischer Feudaldiktatur und des Islam-Geldadels, in der der Scheich das Gesetz ist.
Ach ja, "im Herzen von Katars Hauptstadt entstand ein Basar - eine Kindheitserinnerung ... des Scheichs ... wird zum Leben erweckt."
Kann es eigentlich eine Steigerungsstufe von Schmalz-Boulevard aus Katar und damit Ablenkung von einer Diktatur und einem Hauptfinzierer islamistischer Terrorbrigaden geben?
Tatsache ist: Souk Wakif von Doha ist einfach zauberhaft. Da hilft kein Schlechtreden!
Abends in den Restaurants der vielzähligen Gassen sitzen, dezente Gerüche, zurückhaltende Verkäufer, im Orient sein und trotzdem als Frau problemlos alleine unterwegs sein können, ein Kunterbunt an kleidung und Hautfarben um sich, ohne Stress und Hektik.... ich war einfach verzaubert. Und werde in Zukunft versuchen meine Stopovers in Doha zu planen.
Da Katar damals ein bettelarmes Dorf war in dem sich Hase und Fuchs gute Nacht gesagt haben kann man allemal nur ein Disneyland der Kindheitsträume erbauen. Authentisch ist das aber nicht.
Eine derartige Erzählung von der Trostlosigkeit moderner Plastikarchitektur kann beihnahe überall auf der Welt erzählt werden.
Zweifelhaft sollte dabei allerdings bleiben, ob eine punktuelle Restaurierung wirklich mehr ist als der bloße Tropfen auf dem heißen Stein und man Geschichte auf diese Weise wirklich zurückgeholen kann, nachdem die Bulldozer das alte Erbe überrollt haben.
Derartiges klingt mir nach Investorenlyrik, wie eine politische Beruhigungspille, die wir überall verabreicht bekommen, wo eine menschlich gewachsene Architektur durch kapitalistische Geldvermehrungsarchitektur ersetzt wurde.
Als Beispiel denke ich etwa an den historischen Gebäuderest vom Hotel Esplanade (Berlin), das völlig verloren unter den vitrinenartigen Glasdächern des Sonycenters am Potsdamer Platz steht und allenfalls dem Anschein von historischem Bewusstsein und Humantität dient. Tatsächlich sind solche Sachen bloß Trostpflaster, nachdem man alles Schöne und Menschliche einer kurzfristig gedachten Rendite geopfert hat.
Stimmt, Souk Waqif ist schoen. Anfangs dachte ich auch: Plastikwelt, Disney. Aber er ist besser gelungen als alles was ich in den Emiraten gesehen habe und einfach ein netter Ort um Abends den Tag ausklingen zu lassen. Gute Restaurants gibts auch anderswo in Doha, aber neben dem Verkehrschaos sitzen ist weniger angenehm. Ich kann schon verstehen warum auch Einheimische dort gerne hingehen. (wobei auch mal angemerkt werden sollte dass es auch anderswo in Doha noch nette Ecken mit kleinen verwinkelten Strassen gibt. Aber da muss man nach suchen)