Ich verstehe ja diese Mechanismen des Journalismus, und im Online-Zeitalter wird das noch mal beschleunigt.
Ja: der junge Mann ist fotogen und redegewandt; ja, er kam bei "Illner" gut rüber. Aber: so ein Effekt erschöpft sich schnell und er ist eben auch nur ein 20 Jahre junger Mann, der die Schule abbrach und auf Wanderschaft nach Finnland ging (von wessen Geld?, offenbar aus "geordneten" Familienverhältnissen stammend, mit dem nötigen Kleingeld in der Portokasse).
Die Jugend ist immer sexy, noch dazu, wenn sie gut erzogen ist und den eloquenten Furor der (Selbst-)Gerechten in sich hat. Das scheint ja mittlerweile (siehe die völlig überzogen-hochgejazzten "Piraten") Mode zu sein. gab es aber früher auch schon: man erinnere sich an das Wortgeschwurbel eines Rudi Dutschke. Heiße Luft.
Eine Ausbildung sollte er erst einmal machen. Und ein wenig arbeiten, sein eigenes Brot verdienen; und das vielleicht nicht nur mit Worten, sondern wertschöpfend als innovativer-produzierender Ingenieur. Wort-Drechsler haben wir genug, das Geld müssen andere verdienen.
Was man natürlich sehen muss: die Umstände der umfassenden Staats- und Bankenkrise, das völlige Versagen der Politik- und Geldelite der letzten 20 Jahre, macht den Hype um solche Jungmannen erst möglich.
Und in der Tat: Staatsverschuldung, Vertragsbrüche ("Die EU ist keine Transferunion.") und gebrochene Versprechen ("Der Euro ist so stabil wie die DM.") machen zornig! Mich auch!
Antworten / Zitieren


