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Bankenbeteiligung: Wen die Griechen-Rettung reich macht

Finanzkonzerne*und Regierung feiern ihre Grundsatzeinigung zur Griechen-Hilfe als Wohltat für arme Südeuropäer. Doch bei genauem Hinsehen ist der zugesagte Betrag verschwindend gering. Einen großen Teil der Last trägt der Steuerzahler, Grund zum Jubel haben nur die Banken.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...771742,00.html
  1. #130

    3,2 Milliarden? Lächerlich!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Finanzkonzerne*und Regierung feiern ihre Grundsatzeinigung zur Griechen-Hilfe als Wohltat für arme Südeuropäer. Doch bei genauem Hinsehen ist der zugesagte Betrag verschwindend gering. Einen großen Teil der Last trägt der Steuerzahler, Grund zum Jubel haben nur die Banken.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...771742,00.html
    Um mal ein Gefühl für die Höhe des Beitrages von 3,2 Milliarden zu geben, den die gesamte Finanzwirtschaft leisten will:

    Der Gewinn der Deutschen Bank im ersten Quartal 2011, also in drei Monaten, betrug nach Steuern 2,1 Milliarden Euro.
    http://www.deutsche-bank.de/de/conte...chten_3092.htm

    Ein "wichtiger, verantwortungsvoller Schritt" seien die 3,2 Milliarden Euro, welche die deutsche Finanzwirtschaft beisteuern will, sagte der CDU-Abgeordnete Hans Michelbach.
    Herr Michelbach, arbeiten Sie zufällig bei der Deutschen Bank?
  2. #131

    Faszinierend: "Wen die Griechen-Rettung reich macht"

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Finanzkonzerne und Regierung feiern ihre Grundsatzeinigung zur Griechen-Hilfe als Wohltat für arme Südeuropäer. Doch bei genauem Hinsehen ist der zugesagte Betrag verschwindend gering. Einen großen Teil der Last trägt der Steuerzahler, Grund zum Jubel haben nur die Banken.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...771742,00.html

    Der Artikel ist schon faszinierend in der Art, wie in ihm eine Information polemisch aufbereitet wird.

    Der Steuerzahler trägt das Meiste? Natürlich, denn staatliche Institutionen (allen voran die EZB mit €49 Millionen und die EU mit €38 Millionen) stellen die absolute Mehrheit der Investitionen in diese von Anfang an zweifelhaften Anlagen. Jeder wirtschaftlich erfahrene Mensch musste die Sause kennen, die dort zum Wählerfang von den wechselnden Regierungen mit Krediten veranstaltet wurde.

    Dagegen steht die Deutsche Bank laut der im Artikel mitgelieferten Gläubigeraufstellung nur mit €1,6 Millionen im Risiko.

    Und wie man mit einem durch Aufschieben der Abrechnung vermiedenen Verlust "reich" wird, bleibt das Geheimnis des Reporters.
  3. #132

    Wer soll es denn sonst bezahlen?

    Vielleicht habe ich etwas falsch verstanden, aber es ist doch schon so, dass die Steuerzahler ihr Geld in Form von Staatsschulden bei den Banken geliehen haben. Es sollte nun eigentlich selbstverständlich sein, dass die Steuerzahler ihre Schulden wie versprochen an die Gläubiger, also in der Regel die Banken, zurückbezahlen. Wenn die Steuerzahler bzw. die Wähler nich wünschen, dass die Banken damit Gewinne machen, müssen sie eben dafür sorgen, dass die Staaten keine neuen Schulden mehr machen. In der Regel geht das dann nur über Steuererhöhungen bzw. Einsparungen.
  4. #133

    nt

    Zitat von Celestine Trueheart Beitrag anzeigen
    Die Mehrzahl der Bevölkerung ist, so weit ich weiß, gegen die Privatisierung der Bahn, womit man z.B. in Großbritannien verheerende Erfahrungen gemacht hat. Dto. z.B. mit Privatisierung des Wassers, was in ganz vielen Ländern wieder rückgängig gemacht worden ist. Und ist es denn vorteilhafter, immer höhere Strompreise zu zahlen, während der staatliche Konzern Vattenfall daheim in Schweden etwa 50% günstigere Srtompreise anbietet? Ich finde nicht. Ihre Denkart ist zu einseitig.

    Btw. ist die Bundesdruckerei nach einem Privatisierungsversuch seit 2009 wieder im staatlichen Besitz - bestimmt nicht ohne guten Grund, und das ist richtig so.
    Soweit ich weiß, sind viele Privatisierungen an einem ungeheuerlichen Dilettantismus der öffentlichen Hand gescheitert. Meistens werden Verträge abgeschlossen, für die jeder Unternehmer oder Privatmann als unzurechnungsfähig erklärt werden würde oder zumindest ins Gefängnis müsste. Ich erinnere mich an eine heulende Stadtkämmerin, die das ganze Vermögen der Stadt in Lehmann-Zertifikate investiert hatte. Oder an Leasingverträge für die Wasserversorgung mit hundert Jahren Laufzeit und großzügigen Preissteigerungen, die schon nach drei Jahren nicht mehr bezahlt werden konnten.

    Ob Privatisierung oder staatlich, der Effekt ist der gleiche: Der Steuerzahler zahlt zuviel, weil die Staatsverwaltung Geld verbrennt. Beim Beamtenapparat werden die Kosten wie beim Atommüll einfach auf die Zukunft verschoben.

    Die gesunde Bundesdruckerei z.B. wurde von Eichel zwar für 1 Milliarde Euro verkauft, letztlich ist aber der Steuerzahler auf den Kosten sitzengeblieben, der Kaufpreis wurde nie voll bezahlt. Vermutlich ist die BDr heute hoch verschuldet oder der Staat hat beim Rückkauf ordentlich draufgezahlt.
  5. #134

    Die folgenden Fehler traten bei der Verarbeitung auf:

    So wie es im Moment aussieht, wird wohl auch das französische Modell von mindestens einer Ratingagentur nicht angenommen.

    S&P droht mit Zahlungsausfall griechischer Anleihen
  6. #135

    Kein Dilettantismus. Absicht.

    Zitat von drkloebner Beitrag anzeigen
    Soweit ich weiß, sind viele Privatisierungen an einem ungeheuerlichen Dilettantismus der öffentlichen Hand gescheitert. Meistens werden Verträge abgeschlossen, für die jeder Unternehmer oder Privatmann als unzurechnungsfähig erklärt werden würde oder zumindest ins Gefängnis müsste.
    Mit Dilettantismus der öffentlichen Hand hat das nichts zu tun. Die Verträge bei PPP werden von privaten Kanzleien wie Freshfields ausgearbeitet und sind immer geheim. Parlamentarier und Stadträte haben keinen Zugang. Gewinngarantie für den Privaten. Verluste für den Steuerzahler.
  7. #136

    Spekulanten kaufen, Banken aktuell nicht!

    Zitat von marc0815 Beitrag anzeigen
    wahrscheinlich haben die Banken die Staatsanleihen bereits mit hohe Abschlägen gekauft (60-70% des Nennwertes).
    Nein. "Normale" Banken haben die Griechenland-Anleihen noch zu normalen Bewertungen gekauft. Und die ganzen Investmentbanken dürften in Summe bezüglich Griechenland derzeit weiterhin "short" sein, also mehr leer verkauft als gekauft haben.
    Zitat von marc0815 Beitrag anzeigen
    Nun bekommen sie frische Anleihen die am Ende (zur Not mit Bürgschaften der Steuerzahler) zu 100% ausgezahlt werden.
    das macht einen satten Gewinn zusätzlich zu den fürstlichen Zinsen von 5,5-8% über die Laufzeit.
    Die Auszahlung der frischen Anleihen steht in den Sternen, da wird nichts mit Bürgschaften. Im Gegenzug gibt es aber die guten Zinsen und die garantierte Auszahlung von 30% der ursprünglichen Anleihensumme. Und das gilt auch für solche Papiere, wie die am 20.03.2012 fällige Griechenland-Anleihe, die derzeit mit 82 bis 85 Prozent bewertet wird, also nur 15 bis 18 Prozent Abschlag.

    Risikolos reich werden sieht anders aus. Nur dann, wenn Griechenland weitere 5 bis 10 Jahre flüssig bleibt und brav Zinsen zahlt, ist es ein Bombengeschäft, zu 82 Prozent einzusteigen, nächstes Jahr 30 Prozent ausgezahlt zu bekommen, 50 Prozent in eine neue Wackelanleihe (mit hohen Zinsen) umzuwandeln und 20 Prozent in eine sichere Anleihe/Fonds umzuwandeln.
  8. #137

    Den Markt verstehen

    Zitat von berlinerin95 Beitrag anzeigen
    Zumal ja, da diese Anleihen wohl nach Annahme einiger Foristen ein Modell zum "risikolosen Geldverdienen" sind,
    Das behauptet niemand. Das Risiko spiegelt sich ziemlich genau im aktuellen Kurs der Anleihen von ca 65% wieder. Sie verstehen den Markt nicht. Wäre das Risiko gleich null, ginge der Kurs gegen 100% und die Gewinnerwartung wäre weg.








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