Banken-Kapitalspritze: Europa zwingt Spanien Hilfen auf

REUTERSDie Nachricht über die mögliche 100-Milliarden-Kapitalspritze für Spaniens Banken geht vor allem an die Finanzmärkte: Seht her - Europa hilft sich selbst, Wetten gegen Banken oder ganze Länder werden scheitern! Dabei sind die Risse innerhalb der Euro-Zone unübersehbar.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...837980,00.html
  1. #30

    Zitat von analysatorveritas Beitrag anzeigen
    Außer in den entsprechenden öffentlich zugänglichen Internetforen, auf einigen wenigen Web-Seiten (Spiegel, Focus, Wiwo, Handelsblatt, FAZ) oder einigen zugestandenen Veröffentlichungen namhafter Wirtschafts- und Rechtsexperten findet kaum eine umfassende Information der deutschen Öffentlichkeit statt. Die öffentlich-rechtlichliche seriöse Berichterstattung über dieses zugegebenermaßen komplexen Gebiets ist ein völliger Totalausfall, ein politisches Verlautbarungsorgan wäre sicherlich zutreffender. Die meisten Tageszeitungen meiden dieses Gebiet oder berichten sehr oberflächlich über auswählte und vorher abgestimmte Bereiche.

    Man könnte es oder man muss es wohl als gewollte und gesteuerte öffentliche Desinformations- und Agitationskampagne bezeichnen. Was früher das Ost- und das Westfernsehen waren, ist heute das Fernsehen in seiner medialen gesellschaftlichen Bandbreite und das Internet in einigen wenigen Teilen als Informationsquelle. Zum Glück findet noch ein unabhängiger Meinungsbildungsprozess im Internet statt, leider dürfte dieser viele Menschen kaum erreichen.
    Sicher spielen die Medien bei diesem schleichenden Staatstreich (und so muss man es mittlerweile nennen) eine tragende Rolle. Gerade vor dem historischen Hintergrund einer DDR-Vergangenheit, sollte Deutschland doch eigentlich für eine derartige Gleichschaltung besonders sensibel sein.

    Allerdings war es auch nie so einfach sich durch alternative Quellen, Blogs etc. eine eigene kritische Meinung zu bilden. Man muss nur den Willen dazu haben. Da besonders junge Menschen diese Möglichkeit immer öfter nutzen, besteht noch Hoffnung, dass die ideologische Meinungshoheit irgendwann gebrochen wird.

    Die nächsten Wochen werden sicherlich spannend. Welche politischen Entscheidungen werden getroffen, während die Europäer damit beschäftigt sind ihren jeweilige Nationalmannschaften zuzujubeln.
    Vor einigen Jahren hätte ich sowas noch als Verschwörungstheorie abgetan, aber die Hinterzimmerpolitik der Finanzkrise hat mich eines besseren belehrt.
  2. #31

    Spanien, der Euro und die DM

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Nachricht über die mögliche 100-Milliarden-Kapitalspritze für Spaniens Banken geht vor allem an die Finanzmärkte: Seht her - Europa hilft sich selbst, Wetten gegen Banken oder ganze Länder werden scheitern! Dabei sind die Risse innerhalb der Euro-Zone unübersehbar.

    Euro-Hilfen für Spanien: - SPIEGEL ONLINE
    Wers glaubt, wird seelig!

    Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) lobte seinen Kollegen umgehend für "die Entschlossenheit", das Bankenproblem mit Hilfe des Rettungsschirms zu lösen.
    Sicher! Schäuble jubelt, Juncker jubelt, Barroso jubelt,alle Eurokraten jubeln.
    Und Spanien hat die Bedingungen, unter der sie das Steuergeschenk annimmt, selbst ausgehandelt! Sie lauten: keine Restriktionen, keine Troika!.

    Einer Rückkehr zur D-Mark erteilte der Bundesbank-Chef jedoch eine kategorische Absage. Ein Zerfall der Währungsunion wäre mit extrem hohen Kosten und Risiken verbunden, warnte Weidmann. "Aus diesem Grund kann ein solches Szenario nicht das Ziel des Handelns der politisch Verantwortlichen sein."

    Allerdings warnte Weidmann davor, dass die fehlende Option eines Euro-Austritts dazu führt, dass sich Deutschland von seinen Euro-Partnern alles bieten lässt. Die enge Bindung an den Euro dürfe "nicht heißen, dass Deutschland erpressbar wird und Haftung ohne Kontrolle verspricht. Denn das würde die Stabilitätsgrundlagen der Währungsunion aushöhlen."
    Das wird nicht so teuer wie die Beibehaltung des (T)Euro.
    EFSF und ESM kosten uns >450Mrd, Target2 nochmals >700Mrd, ELA 150Mrd, LTRO >150Mrd, IWF =21%, EZB >27% der Schulden.
    Tendenz steigend!
  3. #32

    Zurückzahlen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Nachricht über die mögliche 100-Milliarden-Kapitalspritze für Spaniens Banken geht vor allem an die Finanzmärkte: Seht her - Europa hilft sich selbst, Wetten gegen Banken oder ganze Länder werden scheitern! Dabei sind die Risse innerhalb der Euro-Zone unübersehbar.

    Euro-Hilfen für Spanien: - SPIEGEL ONLINE
    Schäuble in den "Tagesthemen", das Land müsse das Geld hinterher auch wieder zurückzahlen: "Dafür haftet Spanien."
    Natürlich müßten sie das genau so, wie Privatleute ihre Hypotheken. War da nicht mal was mit einer geplatzten Hypothekenblase? Was passiert eigentlich bei uns, wenn ich eine Wohnung auf Pump kaufe und pleite bin? Drängt Schäuble mir auch Geld auf um die Wohnung behalten zu können?
  4. #33

    Zitat von Liberalitärer Beitrag anzeigen
    Gut, ich bin Mehrstaatler, sehe das immer auch etwas aus der Außenperspektive und bin momentan ganz dankbar für diese Wahloption.
    Hier tun sich echte Abgründe auf. Man kann nur hoffen, dass wenigstens am Ende das BVerfG diesen kollektiven Irrsinn stoppt. Glaube ich aber nicht. Spanien wird das auch nicht helfen, die Wirtschaft ist im freien Fall, Mitgerissen werden Portugal, Italien, Frankreich und am Ende auch D. Dexia braucht 90 Mrd. Damit sind Luxemburg (Klein Island) und Belgien de faco am Ende. Das ist kaum kommentiert worden, obwohl ähnlich groß wie - bisher - Spanien.
    Das ist ein multinationales Problem erster Ordnung, wie seinerzeit die Kubakrise und niemand kommt mehr mit einem blauen Auge raus. Ein paar schwere Knochenbrüche ist noch die beste Variante.

    Dexia: Pleite-Bank bittet um noch mehr Geld - Banken - Unternehmen - Handelsblatt
    Ich bin meinem Reisepass nach Deutscher, habe aber, mit Ausnahme von kurzen Familienbesuchen, Deutschland seit mehr als 20 Jahren schon nicht mehr besucht.
    Ich glaube nicht, das das BVerfG irgendetwas sinnvolles unternimmt, was nicht anschliessend durch die Politik umgangen wird. Ich sehe auch, das dies ein globales Problem ist. Das ist auch mein einziges Interesse an dieser Krise. Werte in Euro oder innerhalb des Euroraums habe ich schon lange nicht mehr.
    Ich finde es aber erschreckend, wie wenig eigentlich Europäer wissen, was um sie herum vor sich geht.
  5. #34

    Geld ist geil Politiker und Geiz ist geil Bürger... naja Deutschland eben

    Zitat von DerFrankenberger Beitrag anzeigen
    Nun lässt sich das stolze Spanien also doch breitschlagen, dass die deutschen Steuerzahler ihm seine Sparkassen retten darf, aber natürlich nur wenn das spanische Wohlbefinden nicht gestört wird. Wollen die Deutschen wirklich künftig so leben ? Arbeiten für die stolzen Freunde im Süden ? Die Rückkehr der D-Mark wird zunächst eine wirtschaftliche Katastrophe. Es gab in der deutschen Geschichte aber weitaus größere Katastrophen. Wir werden es schaffen. Wir haben nämlich auch unseren Stolz !
    Und die Deutschen Ländersparkassen nehmen ihre Kommunen aus.

    Ihr Deutschen Bürger müsst ja noch viel Reserven haben um all dies mit den Steuern zurück bezahlen zu können.

    Wie wär es mal mit dem ausmisten in Berlin?
  6. #35

    Niemand wird gerettet- Spanien wird auch ausgeplündert.

    Ich wohn hier schon seit 91. Diese Finanzkrise wollen nun die vom Partido Popular lösen, indem sie denen, die sie verursacht haben ganz viel Geld leihen.
    Das Geld müssen sich dann jetzt die Bürger, die die Krise erleiden, von Euch leihen.
    Das wollen wir zwar gar nicht, aber diese Regierung fragt nicht, obs dem Bürger recht ist. Der Präsident hat es nicht einmal für nötig gehalten, selbst diesen Bankrott anzukündigen. Der geht lieber Fussball gucken und dabei ist Bankia ja eindeutig die Bank des PP.
    Ausserdem haben die Banken hier uns Bürgern ja schon 30000 millionen Euro weggenommen. SIe nennen das participaciones preferentes und haben damit ca. 2 millionen kleine Anleger betrogen.
    Da redet auch keiner drüber .
    Die Banker hier gehören zu 35% direkt ins Gefängnis. Total unmoralisch alle.
    Bis gestern dachten wir ja hier noch, das es alles ganz anders gehen solle und das sich die Banken bei ihrer Zentralbank selbst Kredite holen- wie bisher zu 1%.
    Aber anscheinend wollen sie lieber das Volk als Bürgen- und das Volk will es nicht. Mal sehen wie es alles endet aber diese Regierung ist wirklich aussergewöhnlich unfähig. Die werden die Legislaturperiode bestimmt nicht zu Ende bekommen, denn was sie auf der einen Seite in die Kasse sparen am Bürger wird auf der anderen Seite in die maroden Banken geschaufelt "damit die dann wieder Kredite geben können".
    Da fragt sich dann der Spanier: Also. Wir leihen uns Geld. Das leihen wir denen damit sie es uns dann wieder leihen können????? Und das soll dann die Krise lösen, sagt der Spanier. Das ist doch total irre, sagt der Spanier, der normale, mein ich. Der der arbeiten muss um die Schulden zu zahlen die die oben machen in unserem Namen.
    und trotz Krise und allem. Spanien und die Leute - das ist schon schön alles hier. Nette Menschen sinds- so wir Ihr. Kommt doch mal inn Urlaub her.
    Mehr Europa. Zentralregierung Brüssel. Das währe gut für uns alle- für die Steuerzahler, meine ich. Für die Menschen.
    -j-
  7. #36

    Alternativlos

    Zitat von saddlethepony Beitrag anzeigen
    ... aber wieviel Geld hatten wir doch gleich in den Rettungsschirm gepackt? Die Kosten für eine Währungsumstellung hätte doch dazu im Vergleich in keiner Relation gestanden.
    Vielleicht meinte er die damit verbundenen Krtiegskosten in der folge, wenn die BRD es wagen sollte, sich den angelsächsischen finanzmärken entziehen zu wollen. Es gibt da gewisse Gerüchte über Hintergründe für world war II..;)
  8. #37

    Unsere Doktorenpolitiker übertreffen sich selbst!

    Zitat von sorosch Beitrag anzeigen
    ... Sagt der Dr. Merkel bitte
    falls Spanien nichts will,
    ich nehme es gerne.
    In der Regierung haben die Doktoren die
    absolute Mehrheit. Die, die sprechen, die Wissenschaftler,
    Doktoren, Politiker, entmüdingen uns,
    die wir die sind, die es angeht.

    "Arbeitet fleißig, baut Häuser, zieht eure Kinder groß!”
    raten sie uns, ansonsten halten uns im dichten Nebel.

    Wie geht es angesichts zunehmender EU-Skepsis in
    mit dem Euro weiter? Auf diese Frage bekommen
    wir keine überzeugende Antwort.

    Unter diesen Umständen hilft uns auch das politische
    Prinzip: ... “You get what you see” nicht weiter.
    Das Gefühl der Unsicherheit steigt.
  9. #38

    Tsts

    Zitat von Ghanima22 Beitrag anzeigen
    Wie wollen Sie denn die Kosten kalkulieren? Alle Assets die sich in irgendwelchen Weicheuro Ländern befinden können für deutsche Harteuro via das europäische Target System hinterlegt werden. Die Gewinn aus dieser Operation, bei einer Eurozonenauflösung, fahren die Spekulanten ein, die Verluste trägt der deutsche Steuerzahler. Kalkulieren Sie das mal.
    Also seriös kann wirklich keiner die Kosten genau quantifizieren..aber qualifizieren geht schon. Im ersten Fall (D tritt aus) handelt es sich überwiegend um Einmalkosten, im zweiten Fall (alles bleibt wie es ist) um eine dauerhafte Alimentierung (=Transferunion), da die Staaten das Geld NIEMALS zurückzahlen werden (können).
    Und warum auch? Wer sich erpressbar macht wie D, darf sich nicht beschweren wenn die anderen das ausnutzen.

    Die Frage lautet also: Gibt man sich einer (Geld-)Illusion hin oder will man die Wahrheit kennen?

    Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ends.
  10. #39

    Europa der Eilten

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Nachricht über die mögliche 100-Milliarden-Kapitalspritze für Spaniens Banken geht vor allem an die Finanzmärkte: Seht her - Europa hilft sich selbst, Wetten gegen Banken oder ganze Länder werden scheitern! Dabei sind die Risse innerhalb der Euro-Zone unübersehbar.

    Euro-Hilfen für Spanien: - SPIEGEL ONLINE
    Da undemokratische Euro-Prokekt der Finanz- und Wirtschaftseliten soll nun aufgrund "alternativloser Zwänge" festgezurrt werden. Die Strategie: Ist die Haushaltshoheit der einzelnen Staaten erst mal auf Brüssel übergegangen, gibt es kein Zurück mehr und der Weh in die dauerhafte Transferunion ist frei.

    Folgende Interessengruppen sind hier am Werk:
    1. Die deutsche Exportindustrie und die deutsche Finanzindustrie.
    Deutsche Exporte sollen künftig vom deutschen Steuerzahler über den Umweg der weitgehend zahlungsunfähigen Südländer selbst finanziert werden.

    2. Die politische Elite der Eurokraten will dieses "historische" Projekt unbedingt durchsetzen und strebt mittelfristig einen europäischen Zentralstaat unter Herrschaft Brüssels an. Die Mitgliedsländer werden auf Markt- und Kapitalkonformität getrimmt.

    3. Eine gewichtige Rolle spielt das anglo-amerikanische Grosskapital: Es strebt einen grossen, lukrativen und gleichzeitig sicheren europäischen Anlageraum für ihre gigantischen Kapitalvolumina an. Dazu braucht es die bedingungslose, dauerhafte Transferunion, die aufgrund der Heterogenität dieser Zone für einen interessanten Anleigezins der Eurobonds sorgt. Die Bonität und Zahlkraft Deutschlands soll die nötige Sicherheit garantieren.
    Wichtiger Nebeneffekt: Der Euro insgesamt wird geschwächt und der Dollar bleibt Weltwährung Nr. 1 - ganz wichtig für die Amis.

    Diese drei hauptsächlichen Interessenstränge sind eng verwoben. Nicht von ungefähr wurden wichtige Schaltstellen dieser Euro-Zone mit Managern besetzt, die der US-Grossbank Goldman Sachs nahestehen, der Speerspitze der anglo-amerikanischen Grossfinanz.
    So wird auch verständlich, dass England vehement auf eine "stabile" Transferunion drängt.

    Leider wissen unsere armen Bürger grösstenteils nicht, was da eigentlich gespielt wird und dass die für obige Interessen regelrecht verheizt werden sollen - alternativlos, versteht sich!