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Bambi-Show: Das hässliche Rehlein

Witze auf Pump, Eitelkeiten auf Sparflamme, Lächeln gegen den Schmerz: Bei der Bambi-Verleihung zeigte das deutsche Unterhaltungsgewerbe seine provinzielle Fratze. Einzig Britney Spears' reizender SM-Dress erinnerte an selige Zeiten, als Gier, Lust und Kamerageilheit noch was galten.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...593246,00.html
  1. #1

    Jeder mal ein Reh...

    Nahezu jeder Promi bzw. Fastpromi in Deutschland und sogar eine Reihe von internationalen, bekam bereits unter sonstwelchem Vorwand das berühmte Reh in die Hand gedrückt.
    Eine Rehinflation. Es sieht als Preis hübsch aus und macht sich gut im "Pokal-Regal", im Gegensatz zu anderen teils abenteuerlichen Objekten... Aber welchen Wert hat es noch? Fast jeder mit Rang und Namen hat es schon, teils mehrfach.

    Wohl das schlimmste Beispiel dieses Auswuchses war der letztjährige Preis für "Mut"... Wir erinnern uns.

    Nun ja, wenigstens hat sich die Glitzerwelt wieder mal am Buffett getroffen.
  2. #2

    ich habe mir gerade mal die Liste der "Geehrten" angesehen

    das ist ja eine einzige Frechheit. Da hat doch niemand auch nur irgendeinen Preis verdient.

    Pop International: Britney Spears - vielleicht für den irrwitzigsten Haarschnitt
    Schauspielerin International: Meg Ryan - dreht die überhaupt noch?
    Schauspieler International: Keanu Reeves - was hat der denn dieses Jahr abgedreht?
    Fernsehen: Christine Neubauer - na gut, eine der Ausnahmen
    Sport: Matthias Steiner - zum x-ten Mal für die Frau ... oder für den "Deutschen Österreicher"
    Sonderpreis der Jury: Lewis Hamilton - er hat seinen Job mit viel Glück erledigt, wo ist mein Bambi?
    Entertainment: Stefan Raab - ok, das darf nicht wahr sein, seit Jahren unlustig
    Engagement: Kinderhospiz Bärenherz in Wiesbaden - ok, noch eine Ausnahme
    Film national: Til Schweiger - hätte man ihm nur die Ohren abgeschnitten, nicht dem Hasen
    Lebenswerk: Hardy Krüger - netter Mensch, ok
    Kultur: Cornelia Funke - niemand anderen gefunden?
    Mode: Tommy Hilfiger - für die selbe Mode seit Jahren?
    Klassik: Plácido Domingo - Placebo mal wieder, aber besser als Paul Potts
    Moderation: Frank Plasberg - hart aber lästig
    Shooting-Star: Leona Lewis - ok, wer ist das????
    Sonderbambi: Johannes "Jopie" Heesters - kein Kommentar, ist Alter schon Qualifikation, der weigert sich doch, ehrenvoll abzutreten
    Publikumsbambi Nachrichtenmann des Jahres: Peter Kloeppel - na gut, da haben wir die dritte Ausnahme
    Jurypreis Schauspielerin national: Johanna Wokalek - niemanden sonst gefunden?
    Jurypreis Schauspieler national: Michael "Bully" Herbig - wofür? Für den Brandner Kasper hoffentlich nicht

    Insgesamt traurig, zum Glück habe ich mir das nicht angesehen.
  3. #3

    Das...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Witze auf Pump, Eitelkeiten auf Sparflamme, Lächeln gegen den Schmerz: Bei der Bambi-Verleihung zeigte das deutsche Unterhaltungsgewerbe seine provinzielle Fratze. Einzig Britney Spears' reizender SM-Dress erinnerte an selige Zeiten, als Gier, Lust und Kamerageilheit noch was galten.

    http://www.spiegel.de/kultur/gesells...593246,00.html
    ...war die unterirdischste Sendung des Jahres. Und dann noch ein Vertreter von RTL als bester Nachrichtenmann. Realsatire live.
  4. #4

    gaaaanz übel

    mir wurde fast übel als ich bei zappen Harald Schmidt als Moderator der Bambi Verleihung sehen musste
    GÄÄÄÄHN.
    Er hat die Stimmung nicht gerade angeheizt.
    Frage mich wie hochdotierte Redaktionen und Veranstalter so einen Typen als Moderator einsetzen.

    Man kennt ihn doch und er ist ein Sarkast, da hebt die Stimmung nicht gerade.
    Da fehlte leider der PFIFF Herr Burda.....
  5. #5

    Gez

    schade, das sich keiner bei der GEZ und den zuschauern bedankt.. immerhin ermöglichen wir den ganzen schwachsinn und nehmen es auch einfach so hin. das ganze hat wirklich musikentenstadl niveau. wenigstens haben schmidt und raab ein paar arschtritte verteilt. ist ja auch irgendwie geil so 'ne show abzuziehen, während in indien die metropole von terroristen zerlegt wird. hut ab öffentliches rechtliche. ihr setzt echte prioritäten!
  6. #6

    Auf den Punkt

    Der Artikel trifft den Punkt. Es geht um die Glaubwürdigkeit der Branche. Die kann nur wieder hergestellt werden, wenn mindestens die Hälfte der "Stars" abdankt und mehr als die Hälfte dieser Preisveranstaltungen gestrichen wird. Sie sind schlicht Zeit- und Platzverschwendung. Was hier an "Lebensleistungen" ausgezeichnet wird, wäre in jedem anderen Berufsstand keiner Erwähnung wert.
  7. #7

    Stefan Raab - Gewinner des Abends

    Wie schade, dass der sonst lockere, spontane Harald Schmidt und die steifen Schauspielgranden des Öffentlich Rechtlichen so verblassten gegen Stefan Raab und Bully Herbig. Kaum einer der offensichtlich abgesprochenden Witze konnte beim Saalpublikum ankommen, welches sich schon an Lachscannapé und Entrecôte müdegefressen hatte.

    Obwohl ich Stefan Raabs Sendungen nicht mehr verfolge, seitdem er mit TV Total die ganze Woche im Fernsehen unterwegs ist und mich seine Omnipräsenz etwas anödet, zeigt sich doch in dem kurzen, bunten Clip, wie stark und unterhaltend er die Fernsehlandschaft geprägt hat; wieviele Ideen und Spontaneität er in den ergrauten Kasten gebracht hat. Der Vergleich mit dem "nicht enden wollenden Kindergeburtstag" des Off-Sprechers sehe ich mehr als Würdigung denn als Degradierung.

    Raab war es auch, der mir die einzigen zwei Lacher des Abends abgewinnen konnte: durch die erwähnte Liste von zweifelhaften Bambi-Gewinnern, die er vorlas (Dschingis Khan u.a.) und sein Abschiedswort: "Ich muss vor allem einer Person danken: Uschi Glas. Danke, Mama!" Frau Glas, selbst anwesend, verzog verärgert ihr Gesicht.

    Der Rest war dann eigentlich nur eine Präsentation von Filmtrailern der anwesenden Hollywood-Stars und Eierschaukelei; insgesamt eine mühsam mediale Zusammenfassung des Pseudo-Glamours der "Bunte".
  8. #8

    Bescheidenheit tut gut

    Es bekommt der Unterhaltungsbranche meiner Meinung nach, wenn sich alle mal etwas zurücknehmen. Viel zu oft und viel zu übertrieben wurden zuletzt vermeintliche Stars gefeiert und geehrt, wo ich mich frage, mit welcher Berechtigung die überhaupt im deutschen Fernsehen auftreten dürfen (Elton und Simon sind so ein Fall). Volksverdummung pur ist das.

    Vielleicht muss es auch nicht jedes Jahr solch eine Preisverleihung geben, was wäre, wenn man es auf alle zwei oder gar nur vier Jahr ausdünnt? Dann würde die Konstanz einer guten Leistung mehr in den Vordergrund rücken. Und nicht nur Momentaufnahmen.

    Ich habe mir die Bambiverleihung gar nicht erst angesehen, hatte von der Selbstbeweihräucherung der Branche genug. Aber vielleicht war es doch ein positives Beispiel, wie solche Veranstaltungen künftig ablaufen sollten.
  9. #9

    Die BURDA Ehren-Collection!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Witze auf Pump, Eitelkeiten auf Sparflamme, Lächeln gegen den Schmerz: Bei der Bambi-Verleihung zeigte das deutsche Unterhaltungsgewerbe seine provinzielle Fratze. Einzig Britney Spears' reizender SM-Dress erinnerte an selige Zeiten, als Gier, Lust und Kamerageilheit noch was galten.

    http://www.spiegel.de/kultur/gesells...593246,00.html
    Entscheidend für die Verleihung dieser "Auszeichnung" sind die Chefredakreure der BURDA-Blatter, von Schnittmusterheftchen, Rätselmagazinen, bis zum rechtslastigen, neoliberalen Excel-Tabellen-Ranking-Magazin "Focus".

    Die Gewinner dieser Hommage lassen sich diesem Spektrum zuordnen. Der kulturelle Anspruch einer solchen Veranstaltung ist daher "nicht hoch genung" einzuschätzen.


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