Massiver Protest gegen einen Ball auf der Wiener Hofburg: Akademische Burschenschaften hatten ausgerechnet am Holocaustgedenktag*zu der Tanzveranstaltung*eingeladen. Rund 20 Demonstranten wurden vorübergehend festgenommen.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...811933,00.html
KLEINE ZEITUNG -Österreich
In der Wiener Hofburg tanzte gestern die rechte und extrem rechte Hautevolee an: Von FPÖ-Obmann Heinz Christian Strache über den Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf bis zu Gesinnungsfreunden von ihnen aus Frankreich (Marine Le Pen) oder .....
In der wiener Innenstadt herrschte Ausnahmezustand: Hubschrauber, Polizei, Wasserwerfer...
"Es geht nicht an , dass wir bloß aus weltanschaulichen Gründen diffamiert werden", sagte Graf gestern Vormittag. Er wolle Proponenten der (gegen) Kundgebung, allen voran den Präsidenten der Israelischen Kulturgemeinde, Ariel Muzicant, wegen Verhetzung anklagen.
Die Verbindung der Burschenschaft des Korporationsrings, insbesondere von Grafs "Olympia", mit Rechtsextremismus und Geschichtsrevisionismus seien evident.
3000 protestierten gegen den Ball der schlagenden Burschenschaften am Holocaust- Gedenktag in Wien.
usw.
*lol*
Sie offenbaren meiner MEINUNG nach wie viele der sog. "Demonstranten" völliges Unwissen.
Der Ball heißt "WKR-Ball", weil er, anders als von Ihnen behauptet, nicht von einer einzelnen Burschenschaft, sondern vom Wiener Korporationsing (einer Vielzahl verschiedener Studentenverbindungen, wie Burschenschaften, Landsmannschaften, Mädelschaften etc. pp.) veranstaltet wird.
Der Hinweis, dass irgendetwas "evident" sei, ohne es zu begründen, ist arg schwach. Dass die von Ihnen behaupteten rechtsradikalen Tendenzen der Burschenschaft (nochmal: welche Burschenschaft durfte ihren Ball auf der Wiener Hofburg allein ausrichten?), die ja den Ball allein ausrichten durfte, nicht mal ansatzweise belegt worden sind, weist meiner MEINUNG nach eher in Richtung unreflektierter Behauptungen hin.
Was soll die ganze Aufregung? Ein wenig mehr Mitte und weniger linke Gesinnung täte der ganzen Gesellschaft gut.
Laßt die Burschenschaftler doch tanzen. Jedenfalls ein erfrischenderer Anblick als die Autonomen. Wie heißt es bei Rosa Luxemburg doch so treffend: Freiheit bedeutet auch immer, die Freiheit des Andersdenkenden.
Sie denken überhaupt nicht dran, weil so gut wie niemand überhaupt weiß, dass der 27. Januar diesem Gedenken dient (habe ich selbst auch erst aus diesem Artikel erfahren). Dass in diesem Jahr der letzte Samstag im Januar - an dem der WKR-Ball seit jeher stattfindet - auf den 27. Januar fällt ist zudem schlicht kalenderarischer Zufall.
Sie gedenken allenfalls "seiner" (Genitiv)... Dass man das am 27. Januar zu tun habe ist im Übrigen ein relativ rezentes Phänomen (Festlegung des "internationalen Holocaustgedenktages am 01.11.2005, davor in Deutschland 1996 und in Österreich 1997), in's Bewusstsein der breiten Massen ist dieser Gedenktag anhin nicht eingedrungen. Der Besuch eines Balls schließt ein Gedenken im Übrigen nicht aus - das kann man ja auch schon vorher getan haben.