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Balkankriegs-Thriller: Die Spur? Führt zu Genscher!

APKroaten gegen Serben, mittendrin deutsche Ermittler. Der übergeordnete Strippenzieher aber war vor 20 Jahren ein anderer: Bundesaußenminister Genscher. Im Thriller "Der kalte Traum" verwebt Oliver Bottini Fakten und Fiktion - und schafft ein Drama menschlichen und politischen Scheiterns.

http://www.spiegel.de/kultur/literat...833440,00.html
  1. #1

    Manche Wahrheiten werden wohl nur wahrgenommen, wenn sie als Fiktion daherkommen...

    Manche Wahrheiten werden wohl nur wahrgenommen, wenn sie als Fiktion daherkommen. Dass Genscher alles dafür getan hat, dass Jugoslawien zerschlagen wird - teile und herrsche - ist wohl kaum zu bestreiten. Und damit trägt er und mit ihm Deutschland eine Mitverantwortung für das bis heute andauernde Chaos und die Zersplitterung auf dem Balkan... Der Erbfeind Serbien sollte wieder einmal sterbien...
  2. #2

    Verstehe ich nicht

    Wieso sollte durch die Unabhängigkeit Sloweniens und Kroatiens Serbien sterbien - das müssen sie mal erklären?

    Das ist doch derselbe wieder aufgebrühte linksverschwörungstheoretische Schwachsinn, der seit 20 Jahren dazu aufgebrüht wird - dt. Neoimperialismus auf dem Balkan und so - furchtbar "kritisch" und total, na, gähn
  3. #3

    weil

    Zitat von mow77 Beitrag anzeigen
    Wieso sollte durch die Unabhängigkeit Sloweniens und Kroatiens Serbien sterbien - das müssen sie mal erklären?

    Das ist doch derselbe wieder aufgebrühte linksverschwörungstheoretische Schwachsinn, der seit 20 Jahren dazu aufgebrüht wird - dt. Neoimperialismus auf dem Balkan und so - furchtbar "kritisch" und total, na, gähn
    nur Tito Jugoslawien zusammengehalten hat .danach fühlten sich die Kroaten durch den Länderausgleich unterdrückt und da Serbien nicht das Land der Kompromisse ist, schien die Unabhängigkeit die beste Lösung zu sein. Serbien aber finanziell abhängig von Kroatien ist .
  4. #4

    Zitat von raven_wolf Beitrag anzeigen
    nur Tito Jugoslawien zusammengehalten hat .danach fühlten sich die Kroaten durch den Länderausgleich unterdrückt und da Serbien nicht das Land der Kompromisse ist, schien die Unabhängigkeit die beste Lösung zu sein. Serbien aber finanziell abhängig von Kroatien ist .
    Wie kann man eigentlich die hohe Komplexität der Balkankriege auf 3 Sätze reduzieren und wieder dem alten plumpen Muster folgen: Es gibt nur einen Schuldigen? Ich glaube so richtig beschäftigt haben Sie sich damit nicht, sonst würden Sie die Probleme und Ursachen nicht versuchen so zu vereinfachen.

    Ich bilde mir nicht ein, die absolute Wahrheit zu kennen, aber ich war mehrfach da - auch im Einsatz.

    Mein letzter Einsatz 1999 ging ins Kosovo. Danke für diesen Einsatz! Das war das beste Lehrbeispiel dafür, zukünftig weder auf politische Kanzelpredigten, noch auf die angeblich objektive Berichterstattung deutscher Medien zu vertrauen.

    Mir hat man von allen Seiten eingebleut, dass die Serben die Bösen sind. Und wissen Sie was? In Prizren habe ich wesentlich mehr serbische Leichen sehen und zählen müssen, als Kosovo-Albaner. Das Vertreiben und Niederbrennen ehemals serbischer Besitztümer war großes Kino, finanziert und veranstaltet von der Mafia UCK/TMK, die hier als die Heilsbringer und Widerstandskämpfer galten. Das diese Typen in Menschen-/ und Drogenhandel involviert sind und waren, und teilweise in Mordkommandos loszogen und Zigeuner in ihren Vierteln "plattmachen" (O-Ton) wollten, war uns nach 3 Wochen bewusst. Ich habe wesentlich mehr Albaner verhaftet als Serben, aber hey, ist ja auch kein Wunder. Es lebten ja nur noch eine handvoll Serben in der Stadt, die dann schlussendlich auch nach Serbien gingen, obwohl sie seit Generationen im Kosovo leben.

    Ich empfehle Ihnen das Buch "Masken für ein Massaker" Paolo Rumiz. Ich empfehle Ihnen außerdem die Spielfilme "No Man's Land" und "Warriors - Einsatz in Bosnien" der BBC.

    Die Vorschläge könnten helfen, die völlig einseitige Schuldzuweisung noch einmal zu überdenken - und nicht nur bei Ihnen. Jeder Seite hat Dreck am Stecken und niemand nimmt sich etwas! Auch das, wenn Sie sich erinnern mögen, spiegelte sich in ständig ändernden Bündnissen wider: Bosnier und Kroaten gegen Serben. Serben und Kroaten gegen Bosnier. Dann mal wieder alle gegeneinander, und vor allem zu Beginn die JNA mit Bosniern, Serben und Kroaten gegen ihre jeweils eigene Ethnie.

    Ich masse mir nicht an, einer Seite die Schuld alleinig zu zuweisen. Nationalisten und religiöse Fanatiker gibt's auf allen Seiten. Die deutsche Seite aber, hat maßgeblich durch Anerkennungen dazu beitragen, dass Jugoslawien zerbricht, alte Rechnungen wieder auf den Tisch gepackt wurden und die schlimmsten Verbrechen der Nachkriegszeit auf europäischem Boden begangen worden sind. Einem langwierigen Krieg, in dem sich Nachbarn, die Jahrzehnte friedlich nebeneinander lebten, abends mit Äxten überfallartig die schlafenden Schädel einschlugen.

    Die Balkankriege sind nicht in 3 Sätzen zu bewerten. Eine objektive Analyse beschäftigt Menschen, die vermutlich mehr Grips im Kopf haben, als wir beide zusammen.
  5. #5

    Verstehe ich immer noch nicht

    Bin ja ganz bei Ihnen bei dem Gedanken - alles furchtbar kompliziert, jeder hat Dreck am Stecken usw. Schon verstanden, ist klar. Warriors habe ich gesehen, und auch einiges dazu gelesen.

    Nur scheint es mir eher so, dass die alten Rechnungen schon lange vor der Anerkennung wieder ausgegraben wurden. DIe Anerkennung für Slowenien bedeutete, dass das Land imerhnin relativ ungeschoren aus dem Schlamassel rauskam. Im Hinblick auf Kroatien war der Krieg damit im Wesentlichen vorüber. Und es ist ja nicht so, als hätte man nicht lange versucht, diesen Staat zusammenzuhalten. Im Fall der Sowietunion hat man sich weniger Mühe gemacht, nicht auszudenken, wenn die Russische Regierung 1991/1992 reagiert hätte wie das Serbien Milosevics.

    Und wenn der einzige Grund für den Verbleib der Kroaten und Slowenen in Jugoslawien das Argument wäre, dass sonst der "Serbe" durchdreht, ja mei...möchten Sie in so einem Staat leben?

    Das Deutschland aber Jugoslawien "kaputt" gemacht hätte ist, Verzeihung, gehässiger Quatsch - in Europa ursprünglich von germanophoben französischen und britischen Diplomatenzirken, linken Jugoslawienfans und paranoiden serbischen Politkern gepflegt, aber trotzdem nicht richtiger.
  6. #6

    Zitat von mow77 Beitrag anzeigen
    [...]Nur scheint es mir eher so, dass die alten Rechnungen schon lange vor der Anerkennung wieder ausgegraben wurden. DIe Anerkennung für Slowenien bedeutete, dass das Land imerhnin relativ ungeschoren aus dem Schlamassel rauskam. Im Hinblick auf Kroatien war der Krieg damit im Wesentlichen vorüber. Und es ist ja nicht so, als hätte man nicht lange versucht, diesen Staat zusammenzuhalten[....]

    Das Deutschland aber Jugoslawien "kaputt" gemacht hätte ist, Verzeihung, gehässiger Quatsch[...]
    Ja - oder das Kroatien Franjo Tudjmans und Ante Gotovinas, oder das Bosnien der eingeflogenen Dschihadisten, die freudestrahlend Christen köpfen gingen. Wir können hier gegenseitig anfangen aufzurechnen, aber das kann doch nicht der Sinn sein!

    Ich bin auf der Ebene der Zivilisten, und nicht der, der ausführenden Gewalt wie Militär, Paramilitär, Polizei und sonst etwas. Ich entschuldige doch nicht Verbrecher wie Milosevic, Mladic, Karadzic oder Zeljko Raznatovic und Co. Ich hab keine Lust mich da in die Rolle des Verteidigers drängen zu lassen.

    Ich hatte und habe auch grundsätzlich nichts gegen die Auflösung des Staatenbunds, sondern gegen die Art und Weise wie D und AUT vorbei an europäischen Vereinbarungen handelten und damit natürlich die Angelegenheit verkompliziert haben und einigen damit Futter gaben, loszuschlagen. Es brannte schon, aber wir haben es geschafft, dass es ordentlich zu knallen begann und wir in mehrere kriegerische Auseinandersetzungen involviert wurden. "Zerbrechen" ist eben kein "wir trennen uns in Frieden". Aber genau darauf hätte es eben ankommen müssen. Man wusste um die Geschichte Kroatiens und Serbiens und das es auf Fingerspitzengefühl hätte ankommen müssen, wenn auch noch Muslime zwischen Orthodoxen und Katholiken mit der Geschichte stehen.

    Ich nehme niemanden in den Eliten in Schutz, sondern will die Bewertung nur gerecht verteilt sehen, auf oben erwähnter Ebene. Ich hasse kollektive Inhaftungnahme, und noch mehr, wenn sie auch noch einseitig daher kommt. Ich sprach im Übrigen von maßgeblich, nicht ausschließlich. Die Anerkennung hat dazu beigetragen, dass können Sie doch nicht mit Argumenten wie "das sind doch nur linke Traumtänzerein" wegblinzeln. Es ist hier nämlich im Umkehrschluss auch hübsch einfach allen Menschen die nicht derselben Meinung sind, Germanophobie oder Linksein vorzuwerfen.

    Sie haben Recht, Tito hat lediglich den Deckel auf einen kochenden Topf gepresst. Kaum war er tot, flog der Deckel durch die Küche. Das ist tatsächlich einfach, aber das ist auch das einzig Einfache an der Geschichte.

    Ich kann mir bspw. nicht vorstellen, dass eine Unabhängigkeitserklärung der Kroaten die Serben der Kraijna besonders erfreut hat. Und sicher auch nicht die in politischen Funktionen Sitzenden. Nun nehmen Sie mal nur diesen Punkt und schauen, was dann genau passiert ist, nachdem sich nun die Serben auch für unabhängig erklären wollten. Das sollte ausreichen um zu belegen, das eine ungeklärte Zukunft und das hastig unterstützte Auflösen des Staates Jugoslawien mit dazu beigetragen hat, das das herausgekommen ist, was herausgekommen ist.

    Abschließend: Sind Sie sich sicher, dass es, wenn ich der ganzen Welt 24h am Tage erzähle, die einen sind schuld, noch jemanden interessiert, dass die "Einen" auch Opfer sind, und zwar deutlich mehr als transportiert wird, weil es eben nicht die "Einen" gibt?
  7. #7

    Warum

    Ich lebe viele Jahre in Brasilien,bin aber ein Schweizer.In diesem Forum kann mir sicher jemand erklaeren warum die Serben und Kroaten sich bekriegt haben das sind doch beide Christen.Wer hat begonnen und warum?
  8. #8

    Die interessantesten Informationen aus der Politik erfährt man längst nur noch von Romanautoren und Kabarettisten.
  9. #9

    Zitat von mow77 Beitrag anzeigen
    Bin ja ganz bei Ihnen bei dem Gedanken - alles furchtbar kompliziert, jeder hat Dreck am Stecken usw. Schon verstanden, ist klar. Warriors habe ich gesehen, und auch einiges dazu gelesen.

    Nur scheint es mir eher so, dass die alten Rechnungen schon lange vor der Anerkennung wieder ausgegraben wurden. DIe Anerkennung für Slowenien bedeutete, dass das Land imerhnin relativ ungeschoren aus dem Schlamassel rauskam. Im Hinblick auf Kroatien war der Krieg damit im Wesentlichen vorüber. Und es ist ja nicht so, als hätte man nicht lange versucht, diesen Staat zusammenzuhalten. Im Fall der Sowietunion hat man sich weniger Mühe gemacht, nicht auszudenken, wenn die Russische Regierung 1991/1992 reagiert hätte wie das Serbien Milosevics.

    Und wenn der einzige Grund für den Verbleib der Kroaten und Slowenen in Jugoslawien das Argument wäre, dass sonst der "Serbe" durchdreht, ja mei...möchten Sie in so einem Staat leben?

    Das Deutschland aber Jugoslawien "kaputt" gemacht hätte ist, Verzeihung, gehässiger Quatsch - in Europa ursprünglich von germanophoben französischen und britischen Diplomatenzirken, linken Jugoslawienfans und paranoiden serbischen Politkern gepflegt, aber trotzdem nicht richtiger.
    Ich hatte Ihnen gestern Abend gegen 2300 noch ausführlich geantwortet, aber leider ist mein Post nicht durchgekommen...








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