Getty ImagesDie beiden chinesischen Badminton-Spielerinnen Yu Yang und Wang Xiaoli sind von ihrem Verband dazu aufgefordert worden, öffentlich Reue zu zeigen. Das Duo soll versucht haben, eine Vorrundenpartie der Olympischen Spiele absichtlich zu verlieren.
http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,847786,00.html
[QUOTE=nasodorek;10674805
- Nein, wenn man immer versucht zu gewinnen, hat man immer versucht zu gewinnen. War die frage ernst gemeint?
... wundern mich die vielen Kommentare hier im Forum nicht, die das Verhalten der Spielerinnen rechtfertigen.[/QUOTE]
Ja, die Frage war ernst gemeint.
Beim Schach schlage ich auch nicht die Dame, obwohl ich weiß, dass ich dadurch vermutlich in drei Zügen Matt bin, nur weil von mir jemand verlangt, dass ich die Dame immer schlagen muss, wenn es möglich ist. Freiwillig verlieren ist für das Publikum doof, ok - und richtig absurd ist es, wenn beide Mannschaften verlieren wollen. Bezieht sich "immer das beste geben" auf das einzelne Spiel oder das gesamte Turnier? Ich kriege ja nicht Gold, weil ich immer gewonnen habe, sondern weil ich das Finale gewonnen habe - außer beim KO System - das wäre hier wahrscheinlich die einfachste Lösung.
Wenn es von den Regeln verlangt würde müssten Sie aber die Dame schlagen, sonst würde das regelwidrige Verhalten bestraft.
Das tut aber ja nichts zur Sache. Sie Fragen ob man absichtlich verliert, wenn man immer sein Bestes gibt! Und da ist die Antwort NEIN.
Wir sind aber allerdings einer Meinung, dass die Rückkehr zum KO-System das Problem lösen würde.
Übrigens: Ich finde unfaires Verhalten auch nicht gut. Und ich finde Regeln sind zum Einhalten da. Wie genau lautet eigentlich die Regel mit dem "das beste geben"? Ich finde die online nicht.
Die Dame im Schach zu schlagen, wenn es möglich ist, ist konkret und messbar. "Das beste zu geben" ist als Regel totaler Unsinn. Das ist weder konkret noch messbar. Und - wie ich schon ausführte - hängt das vom konkreten Ziel ab: der beste Schlag, der beste Satz, das beste Spiel, das beste Turnier, die beste Karriere? Und offenbar schließen sich diese Ziele manchmal sogar gegenseitig aus. Sehe ich das falsch?
Eine bessere Schachanalogie wäre Zugzwang gewesen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Zugzwang
Diese Olympiade ist die Olympiade des Chaos. Die Entscheidung des Kommitees ist einfach nur lächerlich. Es gibt keine Regel, die besagt, dass die Spieler gut spielen müssen. Es ist die Schuld der Olympia Organisation, wenn es solche Schlupflöcher gibt. Wäre das amerikanische Team aus diesem Grund ausgeschieden, hätte sie bereits eine Armada aus Anwälten losgeschickt. Diese Olympiade ist für mich ins Wasser gefallen genau so wie das britische Wetter!
Es gibt tatsächlich eine Regel im Badminton, die besagt, dass man immer sein Bestes geben soll? Wie habe ich mir denn vorzustellen, wie die kontrolliert wird?
Ok, in diesem Fall wurde es von den Südkoreanern zugegeben aber selbst mir fallen tausende Gründe ein warum man jetzt nicht in diesen Moment die Höchstleistung bringt. Zur Not war es eben die Psyche...
Das letzte was ich noch mitbekommen habe ist eine entsprechende Formulierung im Eid zum Olympischen Geist. Das ist aber meines Wissens nach nur eine Art pro Forma Aussage. In etwa wie die berühmten "Absichtserklärungen" in der Politik.
Solche taktischen Spielereien im Sport generell sind doch durchaus nicht unüblich, nur hängt das keiner an die große Glocke.
Und selbst wenn, finde ich die komplette Disqualifizierung schon arg übertrieben. Wäre aber auch nicht das erste mal, dass eine Regel kritisiert wird...
Was heißt hier denn bitte "Eklat"? Beim Badminton haben sich die Spielerinnen meines Erachtens überhaupt keines Vergehens schuldig gemacht und voll im Olympischen Geist gehandelt - wenn auch nicht zugunsten der Zuschauer.
Natürlich wird in einem Turnier innerhalb des Reglements versucht, sich Vorteile gegenüber der Konkurrenz zu verschaffen, schwächere Gegner in der nächsten Runde zu erwischen. Das ist beim Fußball so (etwa durch Aufstellen einer B-Elf, durch Schonen von Leistungsträgern in Gruppenspielen), beim Rudern, fast überall. Wie kann es da den Badmintondamen zum Vorwurf gemacht werden, wenn sie taktieren und - zum Zwecke des am Ende bestmöglichen Ergebnisses für sie selbst - absichtlich verlieren? Der Fehler ist kaum bei Spielerinnen oder Trainern zu suchen, sondern bei den Vollpfeifen, (1) die das Reglement ersannen, und (2) die die Spielerinnen als Sündenböcke für die Unfähigkeit des Verbandes ausmachten und sogar disqualifizierten. Meines Erachtens ist diese Disqualifikation unfair und regelwidrig.
Das Reglement kurzfristig und im Nachhinein alleinig zwecks Zuschauerbelustigung auszusetzen, ist ein starkes Stück seitens der Badmintonverantwortlichen. Ich würde sagen: grob unsportlich und auf krasse Weise wider den olympischen Geist!
Insofern stimmt das mit dem "Eklat" dann doch – nur eben als kommerzielle Pervertiertheit von Sportspektakel und Funktionären. Nie hätten sie die Geltung des Reglements ex tunc aufheben dürfen - nur um Zuschauer während der Vorrunden besser zu unterhalten.
Die Chinesen buchen doch noch mehr schöne Erfolge und erstmals zeigen sie sich auch als gute Diplomaten, ziehen die Federballmädchen einfach selber zurück und reagieren cool auf die Dopingvorwürfe des amerikanischen Trainers. Ich bin erstaunt und begeistert. Habe fast das Gefühl, da steckt eine absolute Top PR Agentur aus den USA dahinter.
Ist doch alles hochinteressant, ich weiss nicht, weshalb Sie das nicht mehr interessiert. Vielleicht noch eine kleine Hilfestellung: die Verbände, jeder einzelne, legt die Regeln für seinen Sport, auch den an den OS, selber fest.
Es gibt absolut kein Standing Comity des IOC, das diese Regeln kontrolliert. Dafür gibt es eine Ethik Charta und die verbietet nicht nur Betrug, sondern fordert alle zu Fairness und Respekt vor dem Gegner auf.
Aus beiden Gründen und zudem noch wegen Dopingvergehen sind mindestens 20 Teilnehmer bereits ausgeschlossen worden. Gruss. Ray