Zitat von
dirktretter
Ich wohne in Shanghai.
Die Lebensmittelpreise sind hier im Schnitt deutlich hoeher als in deutschen Supermaerkten, zum Teil um ein Vielfaches.
Das Vertrauen der Verbraucher -Chinesen wie Expats- in chinesische Nahrungsmittel ist nicht nur durch den Melamin-Skandal erschuettert. Naturgemaess sind die Menschen besonders um den Nachwuchs besorgt.
Ich fliege 3 bis 4 mal im Jahr beruflich und/oder privat nach Deutschland, das duerfte bei den meisten Expats im Schnitt aehnlich sein, die einen oefter, die anderen weniger. Bei jedem Flug erhaelt man "Wunschzettel" aus dem Freundes-, Kollegen- und Bekanntenkreiskreis, das faengt mit Zeitschriften an und hoert mit Babynahrung auf.
Knapp die Haelfte meines Rueckfluggepaecks duerften Nahrungsmittel sein, davon die Haelfte Schmankerln aus der Heimat, die andere Haelfte Babynahrung/Trockenmilchprodukte. Bei meinem letzten Flug vor 2 Wochen hatte ich eine Gepaeckfreigrenze von 96 kg.
Die Milch(produkte)-Erzeugung ist in Asien traditionell nicht sehr ausgepraegt, Kaese bspw. war weitestgehend unbekannt, Lactoseunvertraeglichkeit verbreitet. Das aendert sich jedoch mit zunehmendem Wohlstand rapide, die Produktion kommt der Nachfrage ueberhaupt nicht hinterher. Daher werden auch "offiziell" in grossem Stil Milchprodukte aus Exportlaendern wie Deutschland importiert. Milch, die man hier im Supermarkt oder im Internethandel kauft, stammt oft aus Deutschland. Gerade im Kuehlschrank nachgesehen: 4 Tetrapack a 1 Liter "Neuburger UHT Milk, semi skimmed", Neuburger Milchwerke, Neuburg/Donau. Die kostet hier pro Liter etwas ueber 10 Renminbi im Internethandel, etwa 1,5 Euro.
Das ist in Anbetracht der notwendigen Kuehlkette und der diversen Importabgaben etc erstaunlich guenstig.
@phboerker: die Geschichte mag erstaunlich sein, verwunderlich ist sie nicht.
LG aus SH, Dirk