dapdAugen auf bei der Berufswahl: Wie weit die Löhne für deutsche Azubis auseinanderklaffen, zeigt eine neue Studie. Bauhandwerker können auf über 1300 Euro kommen, manch anderer Lehrling geht mit kaum mehr als 200 Euro nach Hause. Beim Verdienst spielt auch die Region eine Rolle.
http://www.spiegel.de/karriere/beruf...829500,00.html
Privat habe ich festgestellt, dass viele Unternehmen (vor allem im Einzelhandel) gerne "ältere" Azubis einstellen, die etwas mehr Lebenserfahrung, Persönlichkeit und einen z. T. besseren Wissensstand einbringen. Am liebsten Mitte 20, engagiert, selbstständig...die sich vieles von alleine aneignen. Allerdings wird trotzdem das übliche Azubi-Gehalt für Jugendliche bezahlt, die bei den Eltern leben (müssen). Mit 300-400 Euro/Monat lässt sich in der Regel kaum eine dreijährige Ausbildung alleine stemmen. Nach Abzug von Miete & Co. bleibt da nichts zum Leben. Auch wenn ich mich unbeliebt mache: Sicherlich wird niemand gezwungen, mit Mitte 20 noch eine Ausbildung zu machen, aber Unternehmen sollten zumindest bei Personen, die nicht mehr zuhause wohnen, so viel zahlen, dass niemand sich aufgrund einer (zweite, neue) Ausbildung extra verschulden muss. Staatliche Förderungen, z. B. Wohngeld, stocken zwar (oft auf Beträge unter Hartz IV) auf, aber warum soll der Staat für unterbezahlte Azubis aufkommen. Damit das Unternehmen spart?
Uns haben die Lehrer auf der Handelsschule erzählt, dass es in den 1970ern, also nur ein paar Jahre vor uns, nicht wenige Schüler gab, die Ihre Ausbildungsverträge schon lange vor Ende der Schule in den Taschen hatten und sogar schon ein kleines Gehalt (es war die Rede von so 50 bis 100 Mark monatlich) bekamen, nur damit sie nicht noch absprangen und sich für einen anderen Ausbildungsplatz entschieden. Die Zeiten waren wirklich mal besser.
Das verweise ich in das Reich der Phantasie! Meine Schulfreunde und ich hatten gegen Ende der 70er Jahre alle massenhaft Bewerbungen selbständig verschicken müssen, um einen Ausbildungsplatz zu finden. Anfang der 70er sah das vielleicht anders aus.
Zwischen 1955 und 1965 war die absolute Baby-Boom Zeit!
Ich denke, so etwas stellt einen anderen Extremfall dar.
Wir können uns aber bestimmt darauf einigen, dass man früher einfacher an einen Ausbildungsplatz kam. Von Familie und Bekannten erfuhr ich, dass sie selbst (ggf. mit Vater oder Mutter) zum Meister gegangen sind und der hat nur noch gefragt:"Was willst du werden? Schreiner, Schlosser, Dreher.....?" - zumindest in Betrieben, die mehrere Berufe angeboten haben. Ich kenne aus dem Kreise niemanden, der mehr als 3 Bewerbungen geschrieben hatte. Und fast alle hatten ihre Ausbildungsstätte "um die Ecke", also mit dem Fahrrad schnell zu erreichen.
Hier wird aber auf recht hohem Niveau gejammert: es gibt Ausbildungsberufe, bei denen man selber für die Ausbildung aufkommen muss, z. B. als Erzieher/in. Dass die Schere derart weit bei der Ausbildungsvergütung auseinandergeht, wundert mich aber schon ein wenig.
Bei den Mangel an Vorstellungsvermögen und der Unfähigkeit sich in andere Situation hineinzuversetzen, könnten Sie glatt Politiker werden (armes Abitur).
Bei weiten nicht jeder bekommt seine Wohnung bezahlt und bei weiten nicht jede Schule bietet ein Internat, erst neulich eine Schule gesehen mit einer Deutschlandweit einmaligen Ausbildung ohne Internat oder angemessenen Unterkunftsmöglichkeiten. Menschen auf den Land sind in dieser Hinsicht doppelt benachteiligt, kaum Betriebe und wenn es schlecht läuft ist die Schule auch noch wo anders (Klinik im Kurort und Schule in der Stadt...).
Bin selber Mechatroniker Azubi im 2. Lehrjahr, verdiene 611€, Jobbe Nebenbei auf 165€ Basis und bekomme Kindergeld, habe eine eine Wohnung, ein Auto und einen Roller. Geht alles, man muss nur wollen, so wie ich nebenbei noch ein bisschen Jobben und man braucht nichtmal bei Mama die Hand aufhalten ;)