Automatisierung in der Logistik: Robopacker verdrängen den Menschen

Kiva / Paul AvisHat der Kistenschlepper bald ausgedient? Lange Zeit galt die Lagerwirtschaft als Branche, die sich nicht so recht automatisieren lässt - und als typischer Arbeitsplatz für geringqualifizierte Billigjobber. Doch jetzt dringen Rechner und Roboter auch in dieses Revier ein. Zum Beispiel bei Amazon.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-847701.html
  1. #1

    unerledigtes

    roboter ersetzen menschen in der arbeit ... na hurrah, was für eine neue erkenntnis!
    eigentlich ja ne großartige sache: endlich schluss mit der plackerei, dem körperlich ruinösen kistenschleppen. Dumm nur: die arbeit wird nicht leichter sondern gestrichen. - Und damit eine existenzmöglichkeit vernichtet. Auch nicht schlimm - es gibt wichtigeres & v.a. schöneres als die elendigliche maloche.

    nur eines bleibt ärgerlich: andere, viel höher bezahlte arbeitskräfte, hätten nur mal zwischendurch ihren job machen sollen:

    amazon hat probleme, saison-leute zu finden?
    - kann's vielleicht an der miesen bezahlung, dem schlechten betriebsklima und der perspektivlosigkeit für die zeit nach der saison liegen???
    was sagen da die hochbezahlten amazon-manager dazu?

    roboter zahlen keine steuern ... wer bitte soll denn noch hartz4 für die gefeuerten finanzieren? die hochbezahlten manager, die sich vor'm finanzamt arm rechnen?
    - was sagen da unsere hochbezahlten steuer-politiker eigentlich dazu?
    und die leute? nicht malochen müssen ist die eine sache. Aber seien wir mal ehrlich: bildung, kunst, kultur, soziales und politisches engagement ist eher seltener die sache des klientels, das bisher in der logistik lohn und brot fand. Ja und was, wenn die maloche weg ist?
    - glotze, bier, fußball und depression sind nicht wirklich tragende alternativen.
    - was sagen da unsere soziologen, die sozial- und gesellschaftspolitiker, die hochbezahlten damen und herren vom arbeitsamt dazu?

    sorry: die einen haben keinen job oder verlieren ihn, weil sie durch roboter ersetzt werden, und die anderen machen ihren job nicht.
    DAS wäre mal einen artikel wert.
  2. #2

    Arbeit für alle

    Ich möchte wetten, dass es nicht sehr lange dauert, bis hier gejammert wird, dass durch die Automatisierung noch mehr Menschen in ein ärmliches Hartz IV-Dasein entlassen werden. Dazu gibt es meiner Meinung nach zwei Dinge zu sagen:


    Erstens werden hier wenig attraktive Knochen - und Fließbandjobs durch Maschinen übernommen, was im prinzip das Leben von Menschen verbessert.

    Und zweitens führen Mindestlöhne und die deutsche Armutsdefinition dazu, dass menschliche Arbeit gegenüber dem Einsatz von Maschinen zu teuer wird.

    Wer Arbeit für alle will, muss entweder erreichen, dass alle entsprechend gebildet werden (können), oder für einfache Arbeit auch niedrige Löhne und Lenbensstandards akzeptieren.

    Meiner Meinung nach ist in Deutschland kein Platz für Hilfsarbeiter und ungelernte Kräfte. Und bei dem derzeit weitverbreiteten Desinteresse an Bildung wird es da noch einige Probleme geben.
  3. #3

    Was, wenn der Strom ausfällt?!? Im Ernst?

    Gewerkschafter Reimann scheint mir sehr naiv zu sein. Oder sitzen bei den Banken lauter Menschen zur Bearbeitung von Überweisungsträgern falls mal der Strom ausfällt?
  4. #4

    Na so was?

    ZITAT: "Amazon hat wirklich Probleme, in Deutschland genügend Leute zu finden. In Saisonzeiten werben die auch im Ausland an."

    ...bei einem bekannte Logistik Konzern, der hier im südl Rheinhessen einige Lager betreibt, bekommt ein über eine Zeitarbeitsfirma angestellter Mitarbeiter (das sind nicht wenige) 900 euro netto ...inkl Schichtzulage.
    Zahlt Amazon besser?

    Wir brauchen einen anständigen Mindestlohn, nicht nur in dieser Branche...!
  5. #5

    Wenn der Strom ausfällt..

    "Da wird das noch eine Weile dauern. Was, wenn der Strom ausfällt? Ein automatisiertes System bricht dann zusammen, während Kommissionierer zur Not noch per Handzettel ihre Waren zusammenstellen können."

    ...dann springt das Notstromagregat an. Man nennt das "Fehlertoeranz" und "redundante Systeme".
  6. #6

    Hauptsache das Grundstück war billig

    Da fällt einem nix mehr ein!
    Da werden die Bürgermeister von Gemeinden wie Pforzheim oder Rheinberg mit 100 bis 3000 Dauerarbeitsplätzen geködert.
    Das Land wird Amazon quasi geschenkt.

    Dann machen bald Roboter den Job, weil man so schlecht Arbeitskräfte findet.

    Hätte man dafür wirklich unser bestes Ackerland zubetonieren müssen?
  7. #7

    re:re

    Zitat von AZ1 Beitrag anzeigen
    Gewerkschafter Reimann scheint mir sehr naiv zu sein. Oder sitzen bei den Banken lauter Menschen zur Bearbeitung von Überweisungsträgern falls mal der Strom ausfällt?
    hab ich mir auch gedacht, als ob heute noch irgendwas ohne Strom funktionieren würde..

    Er kann ja mal versuchen ohne Strom in die Oberste Etage eines Hochregallagers zu kommen um dort eine Waschmaschine zu entnehmen.. Die er dann ohne Strom in die digitale (!) Datenverarbeitung einspeist und zur Lieferung frei gibt.

    Aber ist schon ein Argument.. deshalb haben auch die Telkos noch menschliche Vermittler sitzen die im Zweifel die Gespräche von Hand umstellen können.. [/ironie]
  8. #8

    Strohhalme

    Mit Amazon im Rücken dürften sie sich bald weiterverbreiten. Außer bei Amazon selbst, hofft Gewerkschafter Reimann: "Da wird das noch eine Weile dauern. Was, wenn der Strom ausfällt? Ein automatisiertes System bricht dann zusammen, während Kommissionierer zur Not noch per Handzettel ihre Waren zusammenstellen können."
    Lächerliches Argument. Wenn der Strom ausfiele, käme ohnehin die gesamte Bestellungsabwicklung zum Erliegen. Da müsste man dann schon komplett zurückkehren zu gedruckten Katalogen und interner Zettelwirtschaft, viel Spaß. Abgesehen davon wird ein Unternehmen wie Amazon doch wohl hoffentlich so schlau sein, sich gegen Stromausfälle mit technischen und/oder Versicherungslösungen abzusichern.
  9. #9

    Zitat von bernix Beitrag anzeigen
    ZITAT: "Amazon hat wirklich Probleme, in Deutschland genügend Leute zu finden. In Saisonzeiten werben die auch im Ausland an."

    ...bei einem bekannte Logistik Konzern, der hier im südl Rheinhessen einige Lager betreibt, bekommt ein über eine Zeitarbeitsfirma angestellter Mitarbeiter (das sind nicht wenige) 900 euro netto ...inkl Schichtzulage.
    Zahlt Amazon besser?

    Wir brauchen einen anständigen Mindestlohn, nicht nur in dieser Branche...!

    Ob sie es glauben oder nicht, aber Amazon zahlt tatsächlich besser. Zugegeben auch nicht die Welt aber durchaus zu mindestlohntarif in der BRanche und durchaus zwischen 7,50 bis 9,00 Euro die Stunde. Zumindest war dies der Stand von vor zwei Jahren. Es ist zwar nicht auch wirklich ein Vermögen, aber besser als bei manchen Mitbewerbern. Allerdings weiß ich nicht wie die Mitarbeiter der Zeitarbeitsfirmen entlohnt werden, dies ist aber Eher die Aufgabe der Zeitarbeiterfirma.