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Autismus: Gendefekt macht Blickscheu

Schau mir in die Augen - und ich sage dir, welche Gene du trägst: Das Erbgut bestimmt die Fähigkeit zum Blickkontakt, wie eine neue Studie zeigt.*Kommunikationsstörungen wie Autismus scheinen*demnach genetisch veranlagt zu sein.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...771011,00.html
  1. #1

    Oh, nicht schon wieder!

    Autismus ist keine Krankheit, sondern "höchstens" eine Entwicklungsstörung. Man kann es mit Farbenblindheit, fehlendem Richtungssinn und ähnlichem vergleichen.

    Informatorisch: ich habe das Asperger-Syndrom, eine milde Form, die sich insbesondere auch durch ein Unbehagen im Blickkontakt oder Vermeidung desselben bemerkbar macht. Es steckt natürlich sehr viel mehr in der Wahrnehmung und Verarbeitung von Sinneseindrucken dahinter.
  2. #2

    Und wieder ein Schlag ins Gesicht der "alles nur Umwelt"-Fraktion

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Schau mir in die Augen - und ich sage dir, welche Gene du trägst: Das Erbgut bestimmt die Fähigkeit zum Blickkontakt, wie eine neue Studie zeigt.*Kommunikationsstörungen wie Autismus scheinen*demnach genetisch veranlagt zu sein.
    In den sozialreformerischen 1960'er und 70'er Jahren galt das Dogma, dass die menschliche Psychologie ein reines Ergebnis der Umwelt sei, und Störungen daher ein Ergebnis von "schlechtem" Elternhaus und "böser" Gesellschaft. Wenn man diese nur ausreichend kontrollieren könnte, könnte man den ideal-glücklichen Menschen herstellen und mit dem eine ideale Gesellschaft.

    In der Zwischenzeit gibt es Untersuchung um Untersuchung, die zeigt, dass viele soziale und psychologische Eigenschaften und Verhaltensneigungen genetische Grundlagen haben. Der Mensch scheint nur in Grenzen verbessert werden zu können. Schade irgendwie um das Ideal der perfekten Gesellschaft. Aber vielleicht ist dies eine Warnung für die Sozialingenieure, die meinen, sich in ihrem Sendungsbewusstsein überall einmischen zu dürfen, und die Grundlage für einen wachsenden Respekt gegenüber den Menschen, wie sie nun einmal sind.
  3. #3

    Wissenschaft mit Lücken

    Und die Studie ignoriert auch total, dass Blickkontaktverhalten auch anerzogen sein kann. Mein Vater konnte seine Wut nicht beherrschen und wir lernten als Kinder schnell, Augenkontakt mit ihm möglichst zu vermeiden. Das trug sich auch auf Fremde über!
  4. #4

    .

    Zitat von herkurius Beitrag anzeigen
    Autismus ist keine Krankheit, sondern "höchstens" eine Entwicklungsstörung.
    Eine Entwicklungsstörung, die in vielen Fällen aber ein selbstständiges Leben ausschließt und einen hohen Leidensdruck erzeugt.
  5. #5

    Ein weiterer Experte

    Zitat von herkurius Beitrag anzeigen
    Autismus ist keine Krankheit, sondern "höchstens" eine Entwicklungsstörung. Man kann es mit Farbenblindheit, fehlendem Richtungssinn und ähnlichem vergleichen.

    Informatorisch: ich habe das Asperger-Syndrom, eine milde Form, die sich insbesondere auch durch ein Unbehagen im Blickkontakt oder Vermeidung desselben bemerkbar macht. Es steckt natürlich sehr viel mehr in der Wahrnehmung und Verarbeitung von Sinneseindrucken dahinter.
    Und da Sie dieses Syndrom haben, halten Sie sich für einen ausgweiesenen Experten auf dem Gebiet, oder was? Oder haben Sie eine eigene Studie zu dem Thema erstellt? Nein? War ist nicht nur das, was Sie gern glauben möchten. Und selbst wenn es bei Ihnen keine genetische Ursache hat können Sie daraus nicht ein allgemeingültige Schlußfolgerung ziehen. So ist das halt mit der Wissenschaft - anders als bei einer Ideologie.
  6. #6

    .

    Zitat von Naturhuf Beitrag anzeigen
    Und die Studie ignoriert auch total, dass Blickkontaktverhalten auch anerzogen sein kann.
    Das glaube ich nicht. Ich hab die Studie nicht gelesen, aber ich denke es gibt heutzutage kaum einen Psychiologen oder Neurologen mehr, der glaubt, daß psychische Störungen rein genetisch (oder rein umweltbedingt) bedingt sind.
  7. #7

    Die Überschrift ist absolut richtig:

    genetische Faktoren "scheinen" nur die Ursache für diese "Krankheit" zu sein. Aber es sollte doch nicht um die scheinbare Ursache gehen, sondern um die wahre Ursache. Andersherum wird ein Schuh draus: die genetischen Umsände sind nur ein Symptom dieser Veränderungen.
  8. #8

    .

    Naja, vier Varianten dieses Gens, zusätzlich spielen laut der Studie offenbar auch noch verschiedene Kombinationen dieser Varianten eine Rolle. Sind also insgesamt fünfzehn verschiedene Positionen die zu testen sind. Das ganze an dreißig Personen. Diese Statistik ist wenig vertrauenswürdig.
  9. #9

    Defekt?

    Oh toll .. Soll ich mich jetzt als Asperger Betroffener einer Gentherapie unterziehen damit andere Leute nicht mehr sonst was von mir denken, weil ich ihnen während eines Gesprächs nicht in die Augen schaue?
    Danke für die Info, dass dieses Gen offenbar etwas mit der Dauer von Augenkontakt zu tun hat, ABER wehe irgendwer macht daraus "Genetic Engineering" ..

    Dieses Gen ist in keiner seiner 4 Varianten in irgendeiner Weise "defekt". Es ist natürlichen Ursprungs. Und irgendwie sollten die Menschen endlich aktzeptieren, dass Autismus, in welcher Ausprägung auch immer, ein Teil der Evolution ist.
    Würde zu gerne mal wissen wo die Menschheit heute wäre ohne Asperger/Autismus. Wieviele der klügsten Köpfe der Menschheit wohl heute zu den Asperger Betroffenen zählen würden ..








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