Australien: Arzt verliert Zulassung wegen "Schwulentherapie"

AFPEin australischer Arzt hat einem 18-Jährigen ein Medikament verschrieben, das ihn von seiner Homosexualität "heilen" sollte. Nach einer Beschwerde hat er nun seine Zulassung als Hausarzt verloren.

http://www.spiegel.de/panorama/gesel...853996,00.html
  1. #1

    Korrekt

    Zulassung entziehen, gut gemacht. Aus menschlicher sicht dumm, aus medizinischer völlig wchwachsinnig.

    Nebenbei: Ich frage mich seit ich denken kann wieso in Deutschland reguläre Ärzte und Apotheken Homöopathie und ähnlichen Schwachsinn legal als Medikamente verkaufen dürfen oder alternative "Medizin" anbieten, die wissenschaftlich keine Basis hat oder bereits widerlegt ist.

    Wie kann sowas im 21 Jahrhundert sein?
  2. #2

    Zukunft

    Zitat von Gaiwa Beitrag anzeigen
    Zulassung entziehen, gut gemacht. Aus menschlicher sicht dumm, aus medizinischer völlig wchwachsinnig.

    Nebenbei: Ich frage mich seit ich denken kann wieso in Deutschland reguläre Ärzte und Apotheken Homöopathie und ähnlichen Schwachsinn legal als Medikamente verkaufen dürfen oder alternative "Medizin" anbieten, die wissenschaftlich keine Basis hat oder bereits widerlegt ist.

    Wie kann sowas im 21 Jahrhundert sein?

    Was als Krankheit definiert wird ist dem Zeitgeist unterworfen, dieser kann sich auch ändern.

    Vor ca. 50 Jahren währe Homosexualität als Krankheit oder Charakterschwäche bezeichnet worden hingegen Homöopathie als Aberglaube und jeder Arzt hätte Probleme bekommen wenn er daran geglaubt hätte.

    Ob es sich wieder ändert?
  3. #3

    Was soll ma zu dem Artikel noch sagen? Richtige Entscheidung! So jemand kann kein Arzt bleiben.


    Zitat von Gaiwa Beitrag anzeigen
    Nebenbei: Ich frage mich seit ich denken kann wieso in Deutschland reguläre Ärzte und Apotheken Homöopathie und ähnlichen Schwachsinn legal als Medikamente verkaufen dürfen oder alternative "Medizin" anbieten, die wissenschaftlich keine Basis hat oder bereits widerlegt ist.

    Wie kann sowas im 21 Jahrhundert sein?
    Wenn man mit etwas sehr viel Geld verdienen kann dann einfach wahnsinnig viel Lobbyismus betrieben. Das Problem ist weniger, dass solche "Medikamente" legal angeboten werden dürfen, sondern eher, dass die Nachfrage besteht. Das ganze Problem wird sich nur durch noch mehr Aufklärung bessern. Wir brauchen keine Scharlatane! Das ganze ist nicht anders, als sich einen Vodoo-Priester nach Hause zu bestellen. Beides hilft gleich gut.
  4. #4

    @Gaiwa

    Tja, vielleicht weil wir auch im 21.Jahrhundert noch Menschen sind, die oft wenig wissen, aber dafür umso mehr glauben?
  5. #5

    .

    Zitat von rewerb Beitrag anzeigen
    Tja, vielleicht weil wir auch im 21.Jahrhundert noch Menschen sind, die oft wenig wissen, aber dafür umso mehr glauben?
    Und was das Schlimme ist: Sie glauben zu wissen.
  6. #6

    wissenschaft

    Zitat von südd. Beitrag anzeigen
    Was als Krankheit definiert wird ist dem Zeitgeist unterworfen, dieser kann sich auch ändern.[...]
    das ist zwar richtig, aber auch ein zeitgeist kommt um die unerbitterliche logik westlicher wissenschaft nicht herum.
    Und die hat inzwischen ziemlich gute vorstellungen davon, was homosexualität bedeutet, wie sie entsteht, wo die grenzen zum pathologischen liegen usw.usf.
    Als mediziner und damit als wissenschaftler hätte der arzt (auch völlig unabhängig von seinem "glauben") schlicht "wissen" müssen, dass homosexualität, selbst wenn man sie als krankheit definieren würde und der junge mann gegebenenfalls einem pathologischen leidensdruck infolge seiner sexuellen veranlagung unterworfen ist, ganz schlicht und ergreifend mit medikamenten nicht "heilbar" ist.

    - und genau das sagte diese australische gesundheitsbehörde aus.
    - was an sich schon wieder ein skandal ist:

    wir WISSEN: homosexualität ist eine veranlagung. Man wird so geboren. Gewisse umstände in schwangerschaft, frühkindlicher erziehung etc. verstärken diese (offensichtlich genetische) veranlagung nur noch. Angesichts der homophobie auch der sog. fortschrittlichen gesellschaften würde sich schwulsein kein mensch freiwillig aussuchen, könnte man es sich aussuchen.

    Die behandlung einer natürlichen (!) veranlagung aber, ist gegen jeden medizinischen ethos. Selbst wenn es bei dem jungen mann zu einem individuellen pathologischen leidensdruck infolge seiner veranlagung gekommen ist, wäre eine "behandlung" höchst fragwürdig:
    Frei nach Rosa v.Praunheim: nicht der schwule ist krank, sondern die lebensumstände, in denen er leben muss.
    Die einzig richtige "behandlung" des arztes wäre gewesen, zu sagen: "du hast probleme in dieser sekte, die wollen dich nicht, weil du schwul bist, und das macht dir gesundheitliche probleme ... löse sie, indem du dir nen anderen verein suchst, wo leute wie du willkommen sind."

    - Aber davon liest man bzgl. der gesundheitsbehörde nichts.
    im gegenteil, sie kritisiert nur das behandlungsverfahren, ohne sich gedanken darüber gemacht zu haben, dass die definition von krankheit eben dem zeitgeist unterworfen ist.
    Zeitgeist ist aber immer auch "Gesellschaft".
    Und die behörde kritisierte nicht die wissenschaftlich völlig schwachsinnige homophobie dieser gesellschaftlichen glaubenssekte sondern blieb bequem bei der reinen wissenschaftlichkeit ohne die gesellschaftlichen implikationen stehen. Das ist ärmlich-erbärmlich, ausreichend (also schulnote 4), aber nicht befriedigend (schulnote 3), in teilen sogar mangelhaft (also knapp an der schulnote 5 vorbeigeschrammt).
  7. #7

    Hamlet

    Zitat von Gaiwa Beitrag anzeigen
    [...] Nebenbei: Ich frage mich seit ich denken kann wieso in Deutschland reguläre Ärzte und Apotheken Homöopathie und ähnlichen Schwachsinn legal als Medikamente verkaufen dürfen oder alternative "Medizin" anbieten, die wissenschaftlich keine Basis hat oder bereits widerlegt ist. Wie kann sowas im 21 Jahrhundert sein?
    ... weil die "basis der wissenschaft" nun so fest auch wieder nicht gegründet ist, wie theoretisch gedacht. Stichwort "Placebo-effekt", etwas, was wissenschaftlich ziemlich gut erforscht ist.
    Es ist nunmal so, dass (frei nach Hamlet) es mehr zwischen himmel und erde gibt, als die schulweisheit sich träumen lässt.

    Und in der medizin gilt angesichts des leidens eines patienten ganz einfach: "wer heilt hat recht". wenn voodoo-tänze und hühnerblut den göttern opfern hilft .... gerne, wenn's das tatsächlich tut, statistisch belegt und in einem hinreichenden maße beliebig wiederholbar ist.

    ABER: in vorliegendem fall haben wir es nicht mit einem medizinischen sondern einem gesellschaftlichen problem zu tun.
    Die krankheit heisst nicht homosexualität sondern homophobie.
    Nicht der junge mann ist krank, sondern diese sekte und ihre mitglieder.
    Nur: gegen dummheit ist bisher noch kein kraut gewachsen und unter dummheit "leidet" auch niemand pathologisch.
  8. #8

    Zitat von südd. Beitrag anzeigen
    Was als Krankheit definiert wird ist dem Zeitgeist unterworfen, dieser kann sich auch ändern.

    Vor ca. 50 Jahren währe Homosexualität als Krankheit oder Charakterschwäche bezeichnet worden hingegen Homöopathie als Aberglaube und jeder Arzt hätte Probleme bekommen wenn er daran geglaubt hätte.
    Wirklich ? Vor 50 Jahren gab es doch in Dland noch den 175er und so mancher Arzt verschrieb bestimmt mehr "Hausmittelchen" anstatt die wissenschaftlich voll fundierte ( aber unnötige ) Chemiekeule wie heute...
    Geändert von ( um Uhr)
    Mit schönen Grüssen aus Hamburg/Barmbek
    falls diese Nachricht ins Forum gelangt
  9. #9

    .

    Zitat von bicyclerepairmen Beitrag anzeigen
    Wirklich ?
    Ja!

    Zitat von bicyclerepairmen Beitrag anzeigen
    Vor 50 Jahren gab es doch in Dland noch den 175er
    Was die Aussage des Foristen durchaus stützt.

    Zitat von bicyclerepairmen Beitrag anzeigen
    und so mancher Arzt verschrieb bestimmt
    Wissen Sie es oder nicht?

    Zitat von bicyclerepairmen Beitrag anzeigen
    mehr "Hausmittelchen"
    Wobei die Wirkung vieler Hausmittelchen durchaus belegt ist.

    Zitat von bicyclerepairmen Beitrag anzeigen
    anstatt die wissenschaftlich voll fundierte ( aber unnötige ) Chemiekeule wie heute...
    Unnötig ist die "Chemiekeule" prinzipiell nicht. Dass leider viel zu oft und zu schnell (und oftmals unnötigerweise) z.B. zu Antibiotika gegriffen wird ist leider auch wahr.