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Austausch-Log USA: Falsche Weißwurst, echte Heimat

Ein Städtetrip nach New York, ein Weißwurst-Festival, dann der Wechsel der Gastfamilie: Seit einem Monat ist Maximilian Lüderwaldt, 17, als Austauschschüler in den USA und fühlt sich jetzt schon ganz zu Hause. Auch die Schule hat angefangen - und ist ganz schön anspruchsvoll.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/a...721085,00.html
  1. #20

    Klar !

    Zitat von backero Beitrag anzeigen
    Ich stimme Ihnen vollkommen zu, dass hier in USA nicht alles sonnig ist, im Gegenteil, es gibt massive Probleme mit den sich die Leute hier auseinandersetzen muessen. Die Verschuldung ist sicherlich eins....
    Klar wenn man weiss ist und die Republikaner wählt, dann ist die USA "the land of the free". Ich kenne kaum ein Land welches rassistischer ist als die USA. Meine bessere Hälfte ist aus Chicago und dunkelhäutig. Wir waren schon mehrfach wochenlang in den USA unterwegs und was man sich dort an Vorurteilen und Diskriminierung als Nichtweisser gefallen lassen muss, geht auf keine Kuhhaut. Katzentische in guten Restaurants, Verkäufer folgen einem in teuren Geschäften, wenn man Businessclass fliegt, wird doppelt kontrolliert ob ein Schwarzer dort auch sitzen darf etc. etc.
    Komischerweise erleben wir das in Berlin nie, soviel zur "Norm" in Deutschland.
  2. #21

    Wunderbares Jahr

    Also Leute, was soll die Aufregung, vonwegen Schule und so.
    Ich war 1960/61 Austauschschueler in einer kleinen Stadt in Washinghton State. Es gab nur eine Highschool. Aber das akademische war doch voellige Nebensache. Klar, da habe ich hauptsaechlich "accelerated courses" besucht, doch das ganze hatte keinerlei Relevanz fuer mein zukuenftiges Zentralabitur in Baden-Wuerttemberg 1963. Das vermisste Schuljahr liess sich locker nachlernen.

    An unserer US-Schule gab es allerdings erhebliche Leistungsunterschiede bei den Schuelern. Meine engeren Freunde waren schlicht besser als ich, die kriegten Stipendiem in MIT, Dartmouth und Stanford. Die Masse der Mitschueler war eben etwas langsamer (wir haben ja in Deutschland damals auch nur mit ca. 8 Prozent des Jahrgangs Abitur gemacht, die grosse Mehrheit ging vorher schon verschuett) und ging anschliessend halt auf das lokale Junior-College oder an eine groessere Staatsuniversitaet.

    Nochmals, die Schule ist ja bei einem solchen Austauschjahr eher nur eine wichtige soziale Erfahrungsstaette und ich habe da viel gemacht, was es in Deutschland an der Schule nicht gab. Z.B. Debate,viel Sport, Rhetorikkurse, Durchfuehren von Meetings etc.

    Daneben war es fuer meine Zukunft recht hilfreich, dass ich lernen konnte mich in eine neue Umgebung einzufuegen, selbstaendig durch ein Land zu reisen und daneben doch recht viel Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein zu entwickeln.

    Mit meiner Gastfamilie, deren Tochter uebrigens zur gleichen Zeit bei uns im heimischen Schwaben war, habe ich heute noch Kontakt.

    Selbstverstaendlich wurden mir damals auch grottendoofe Fragen gestellt. Nur, das ist mir in Deutschland auch schon oefter passiert.

    Bei einem solchen Austauschjahr kann man natuerlich auch Pech mit der Gastfamilie haben, doch das ist kaum zu vermeiden, selbst wenn man mit einer kompetenten Austauschorganisation zusammenarbeitet. Ich war selbst im Vorstand meiner Organisation. Also es ist schon erstaunlich was da alles schiefgehen kann.

    Fazit: Ich wuerde das wieder machen und moechte so ein Austauschjahr allen jungen Leuten empfehlen, selbst wenn man ein Schuljahr verliert. Allerdings muss es ja nicht die USA sein, die Berichte aus andern Laendern sind doch auch groesstenteils recht herzerfrischend.
  3. #22

    Deutsche Austauschschüler in den USA 2010: Go for it - but be careful!

    Deutsche, die hier das amerikanische Schulsystem kritisieren, sollten etwas vorsichtig sein: viele Amerikaner sind wie allergisch gegen Kritiken durch Ausländer von Institutionen wie Schulen. Sehr viele Amerikaner sind immer noch sehr grundsätzlich davon überzeugt, dass die USA das tollste und großartigste Land der Welt sei, auch wenn das in vielen Aspekten im Jahre 2010 nicht mehr so sehr der Fall zu sein scheint. (Man ziehe hier internationale Ländervergleichsstudien zu Rate.)

    Ich selbst habe immerhin fast 23 Jahre lang bis Ende 2009 in den USA gelebt und bin nun als 50-jähriger zum ersten Mal seit 1987 wieder in Deutschland. Jeder, der einen Jugendlichen als Austauschschüler in die USA schicken möchte, sollte sich sehr gut von ganz verschiedenen Seiten her informieren. Dies ist auch heutzutage durch das Internet viel einfacher als früher. Ich würde auch dringend empfehlen, ehemalige Austauschschüler persönlich über ihre USA-Erfahrungen berichten zu lassen, soweit das möglich ist.

    Das allgemeine Problem mit so vielen Dingen in den geographisch wie kulturell riesigen USA ist schon, dass es "Die Amerikaner" und "Die Amerikanischen Schulen" als solches gar nicht gibt. Der Teufel steckt immer im individuellen Detail. ("Die Deutschen" schlechthin gibt es natürlich auch nicht - aber "Die Amis" gibt es eben noch viel weniger.)

    Es haben hier einige Foristen geschrieben, dass die Qualität öffentlicher Schulen in den USA ganz fundamental davon abhängt, wie hoch die lokal erhobenen Schulsteuereinnahmen sind. Das ist korrekt. Die zu erwartende Qualität der öffentlichen Schule(n) in einem verwaltungsmäßigen Schuldistrikt ist damit gekoppelt an die offiziell geschätzten Immobilienwerte der Einfamilienhäuser innerhalb des Schuldistrikts ("assessed property values"). Aber Ausnahmen von dieser Korrelation kommen natürlich auch vor.

    Aus den berühmt-berüchtigten PISA-Studien ist ersichtlich, dass amerikanische Schüler im internationalen Vergleich von allen führenden Industrienationen am schlechtesten abschneiden. Auch ist in den USA die Schulabschlussrate (official high school graduation rate) des öffentlichen Schulsystems (Mittelwert) nur etwa 70%(!)

    In dem SPIEGEL Artikel liegt ganz klar die Schlüsselinformation im folgenden Zitat:
    "Meine Schule wird regelmäßig in Rankings als eine der besten in ganz Amerika aufgeführt, praktisch alle Schüler besuchen nach dem Abschluss eine Universität. Entsprechend hoch sind die Erwartungen - auch an die Austauschschüler."

    So eine tolle High School in den USA ist natürlich ideal für einen deutschen Austauschschüler. Auch ist damit vom Einzugsgebiet der Schule her zu vermuten, dass die Gastfamilien einigermaßen vernünftig sind.
    Was mir überhaupt nicht bekannt ist, ist in welcher Weise in den USA amerikanische Familien eingeschätzt werden (überprüft oder getestet werden oder was auch immer), die gerne Gastfamilien für internationale Austauschschüler werden möchten.
    Denn: die ganze psychologische Dimension der Erfahrung Austauschschüler zu sein, ist ganz fundamental und ganz kritisch erst einmal von der Gastfamilie her bestimmt. Theoretisch würde ich gerne empfehlen, dass deutsche Eltern (oder wenigsten einer der Eltern) zusammen mit ihrem am USA-Schüleraustausch interessierten Sohn oder Tochter sogar dort vor Ort die potenzielle Gastfamilie wie Schule vorher erst einmal kennenlernen. Aber ich verstehe, dass das meistens schon allein aus finanziellen Gründen nicht möglich ist.
  4. #23

    Themenbezug?

    Zitat von mooksberlin Beitrag anzeigen
    Klar wenn man weiss ist und die Republikaner wählt, dann ist die USA "the land of the free". Ich kenne kaum ein Land welches rassistischer ist als die USA. Meine bessere Hälfte ist aus Chicago und dunkelhäutig. Wir waren schon.....
    Ich denke der Bundespraesident hat schon das Passende am Sonntag gesagt: Ein Ex-"Exportweltmeister" kann sich Provinzialitaet und Intoleranz einfach nicht leisten. Ein waehrend der Schulzeit im Ausland verbrachtes Jahr zieht schon die richtige Lehre aus dieser Einsicht.

    wenn man es in den USA verbringt, wird man schnell merken, dass es wohl kaum ein Land der Erde gibt, das Auslaendern gegenueber so tolerant und wenig diskrimnierend ist wie die USA. Ich habe diese Erfahrung in mittlerweile 6 Jahren machen duerfen und bin ziemlich dankbar fuer die Toleranz mit der man mir begegnet ist und fuer die Chancen, die man mir hier eroeffnet hat.

    Es gibt rassistische Dumpfbacken, auch in Amerika, keine Frage. Wer die nur auf Seiten der Republikaner und der Weissen vermutet, verraet allerdings eine peinliche Unkenntnis der US-Wirklichkeit und ihrer Geschichte.

    Manchmal habe ich allerdings auch den Eindruck von einer verstaendlichen, aber nicht unbedingt realitaetskonformen oder auch nur hilfreichen Uebersensibilitaet, die hinter jeder zweideutigen Situation sofort Rassismus als Ausloeser vermutet. Ich habe Aehnliches im heutigen Suedafrika beobachtet. Die Narben von Segregation und Apartheid verheilen nicht in in einer Generation, das ist ein muehsamer, schrecklich quaelender Prozess.

    Wenn man das politische Handeln des jetzigen Praesidenten kritisieren darf, ohne deshalb gleich in den Rassismustopf geschmissen zu werden, dann sind die Buerger dieses Landes auf einem guten Weg. Und das kann ich fuer ihre grosse Mehrzahl behaupten.
  5. #24

    Q.e.d.

    Zitat von SBorst Beitrag anzeigen
    Ich denke der Bundespraesident hat schon das Passende am Sonntag gesagt: Ein Ex-"Exportweltmeister" kann sich Provinzialitaet und Intoleranz einfach nicht leisten. Ein waehrend der Schulzeit im Ausland verbrachtes Jahr zieht schon die richtige Lehre aus dieser Einsicht.
    wenn man es in den USA verbringt, wird man.....
    Danke, dass Sie meine These bestätigen. Man ist Ihnen gegenüber offen und tolerant weil Sie WEISS und aus Europa sind. Übersensibilität ist gut, Sie wissen schon wie die Schwarzen in die USA kamen ? Nicht als freiwillige Einwanderer wie Sie. Und wo ist die Entschuldigung eines amerikanischen Präsidenten für all das erfahrene Unrecht der Schwarzen ? In den Schulen der USA wird die Sklaverei ganz kurz abgehandelt, meist ohne grosse Wertung. Der Holocaust hingegen wird ( zurecht) jahrelang intensiv durchgearbeitet und ist auch in den Medien allzeit präsent.
    Und bezüglich Ihrer letzten Aussage, G.W. Bush wurde immer für seine Politik und seinen mangelnden Intellekt kritisiert, Obama hingegen wird von vielen Reaktionären allerdings nur aufgrund seiner Hautfarbe und der vermeintlichen Zugehörigkeit zum Islam verhöhnt, da sehe ich dann doch einen sehr grossen Unterschied !
  6. #25

    Jaja die tollen Europäer

    Zitat von backero Beitrag anzeigen
    Kein Wunder, dass Auslaender sich dort nicht integriert fuehlen und letztes Jahr 345,000 qualifizierte Leute das Land verlassen haben und in Laender auswandern wie die USA, wo man dann letztlich doch einiges mehr an Chancen hat als in Deutschland.
    Besonders freue ich mich immer wenn Leute die Amerikaner verurteilen mit der Aussage, sie wuessten ja noch nichtmal wo Deutschland auf der Karte liegt...diese Aussage zeigt sehr deutlich, wie unfaehig diese Leute sind andere Laender und Menschen mit einer neutralen Brille zu betrachten. Denn in den USA ist foreign policy relativ unwichtig, das Land ist einfach zu gross und die Leute kuemmern sich lieber um lokale Themen. Wieso muss jemand in Iowa wissen wo Deutschland liegt, Deutschland ist relativ unwichtig fuer die Amerikaner. Fuer was fuer ein Job qualifiziert man sich mit Geographiekenntnissen??
    Also ich habe als Austauschschüler ein Jahr lang in den USA gelebt. In Satanta, Kansas (ZIP 67870 für interessierte)
    Ich würde mich als ausgewiesener Amerikafan bezeichnen. Von Lebensstil und menschliche Beziehungen zu Geschichte und Politik der USA, sympathisiere ich doch in all diesen Bereichen zu großen Teilen mit den USA.

    So sehr mir dieses Land ans Herz gewachsen ist, so verschließe ich meine Augen nicht vor den Problemen die die Gesellschaft und die Politik anzugehen hat. Das Aufkommen des tea party-movements ist eine, in meinen Augen, bedenkliche Entwicklung. Amerikanisch sein kann, darf und bedeutet auch nicht, dass man sich vor jeglichen Reformen verschließt (Gesundheit) und jede Ansätze der sozialen Marktwirtschaft gleich Sozialismus bedeuten.

    Um nun auf den von mir zitierten Kommentar zu kommen.
    Ich verstehe uns Europäer nicht immer. Ja wir "kennen" die USA, wir haben eine Ahnung von ihrer Geographie und von ihrer Geschichte. Die Amerikaner haben all das nicht, stimmt.

    Doch ich habe jetzt mal eine Frage: Wie gut kennen wir den Life-style der Vietnamesen, kennen wir die politischen Vorgänge in diesem Land, sind wir mit ihrer Geschichte belaufen. Kennen wir die Geographie Vietnams?

    Die Amerikaner interessieren sich nicht sonderlich für Deutschland und Europa. Doch interessieren wir uns für unwichtige Länder in Asien oder in der Arabischen Welt. Sprechen wir alle Spanisch, Arabisch und Russisch?

    Europäer übersehen den Fakt, dass wir einfach nicht so wichtig für die USA sind wie die USA für uns. Wir haben eine Idee von der Lebenswirklichkeit weil 80% der Filme die wir schauen AMERIKANISCH SIND sind. Wir können alle Englisch weil es die WICHTIGSTE SPRACHE der WELT ist, von der WIRTSCHAFT müssen wir gar nicht reden. Wir lernen doch Englisch auch weil es einen wirtschaftlichen Nutzen bringt und nicht etwa weil wir es wollen. Was bringt es einem Amerikaner Deutsch zu können, was kann er damit anfangen, Goethe, Schiller und Mein Kampf im Original lesen. Toll! Und ich gebe dem Kommentator vorher recht. Was nützt es für den Tankstellen besitzer aus Kansas zu wissen wo Deutschland ist? Wie viele Leute können mir sagen wo Kansas in den USA liegt?

    Zugespitzt gesagt: Für die USA sind wir so wichtig, wie für uns Vietnam oder der Oman. Europa ist selbstherrlich gegenüber anderen und wir Europäer erkennen nicht, dass wir selber nicht allzu besser sind als die Amerikaner sind. Es kränkt uns nur, dass wir es sind die von den USA "ignoriert" werden.
  7. #26

    Richtigstellung

    Zitat von mooksberlin Beitrag anzeigen
    Danke, dass Sie meine These bestätigen. Man ist Ihnen gegenüber offen und tolerant weil Sie WEISS und aus Europa sind. Übersensibilität ist gut, Sie wissen schon wie die Schwarzen in die USA kamen ? Nicht als freiwillige Einwanderer wie Sie. Und wo ist die Entschuldigung eines amerikanischen Präsidenten für all das erfahrene Unrecht der Schwarzen ? In den Schulen der USA wird die Sklaverei ganz kurz abgehandelt, meist ohne grosse Wertung. Der Holocaust hingegen wird ( zurecht) jahrelang intensiv durchgearbeitet und ist auch in den Medien allzeit präsent.
    Und bezüglich Ihrer letzten Aussage, G.W. Bush wurde immer für seine Politik und seinen mangelnden Intellekt kritisiert, Obama hingegen wird von vielen Reaktionären allerdings nur aufgrund seiner Hautfarbe und der vermeintlichen Zugehörigkeit zum Islam verhöhnt, da sehe ich dann doch einen sehr grossen Unterschied !
    Mit Verlaub, das ist schlimmer BS, den Sie da von sich geben. Wir haben hier in Memphis ein gut besuchtes und auch gut gemachtes Civil Rights Museum und natuerlich wird schon in der Elemementary School ausfuehrlich auf Sklaverei und Buergerkrieg eingegangen. MLK Day ist einer der wenigen allgemein eingehaltenen ("observed") Federal Holidays im Lande. Und wissen Sie auch, wer ihn einfuehrte? Der Republikaner Ronald Reagan (eigentlich muesste Ihnen ja gelaeufig sein, dass die Demokraten die Rassistenpartei waren!). Und natuerlich behalte ich mir vor, Obama zu kritisieren, wobei ich Sie natuerlich schon fragen moechte, was denn an der wiederholten Beschimpfung von Bush als Nazi besonders intellektuell gewesen sein oder inwiefern sich diese "Kritik" auf seinen Intellekt bezogen haben soll.

    Es ist schlimm, was den Vorfahren der Schwarzen widerfahren ist und man soll es auch nicht dem Vergessen anheim geben. Aber irgendwann muss ein Land auch zur Normalitaet kommen koennen und duerfen. Ich arbeite taeglich mit Schwarzen zusammen, gehe mit ihnen zum Essen, trinke mit ihnen ein Bier. Sie sind Chefs (in meinem Fall eine Frau uebrigens) und Kollegen, in einigen Faellen meine Freunde.

    Es gibt immer noch die verschiedenen Milieus, z.B. sind die Kirchen in der Regel immer noch entweder schwarz oder weiss, aber oft ist die Abgrenzung frei gewaehlt und gewollt.

    Was wollen sie eigentlich? Dass der weisse Teil der Bevoelkerung bis zum juengsten Tag in Sack und Asche durch die Gegend zieht, oder was? Das mutet man doch noch nicht einmal den Deutschen in Bezug auf die Juden zu!
  8. #27

    Austausch-Log USA

    Zitat von SBorst Beitrag anzeigen
    Mit Verlaub, das ist schlimmer BS, den Sie da von sich geben. Wir haben hier in Memphis ein gut besuchtes und auch gut gemachtes Civil Rights Museum und natuerlich wird schon in der Elemementary School ausfuehrlich auf Sklaverei und Buergerkrieg eingegangen. MLK Day ist einer der wenigen allgemein eingehaltenen ("observed") Federal Holidays im Lande. Und wissen Sie auch, wer ihn einfuehrte? Der Republikaner Ronald Reagan (eigentlich muesste Ihnen ja gelaeufig sein, dass die Demokraten die Rassistenpartei waren!). Und natuerlich behalte ich mir vor, Obama zu kritisieren, wobei ich Sie natuerlich schon fragen moechte, was denn an der wiederholten Beschimpfung von Bush als Nazi besonders intellektuell gewesen sein oder inwiefern sich diese "Kritik" auf seinen Intellekt bezogen haben soll.

    Es ist schlimm, was den Vorfahren der Schwarzen widerfahren ist und man soll es auch nicht dem Vergessen anheim geben. Aber irgendwann muss ein Land auch zur Normalitaet kommen koennen und duerfen. Ich arbeite taeglich mit Schwarzen zusammen, gehe mit ihnen zum Essen, trinke mit ihnen ein Bier. Sie sind Chefs (in meinem Fall eine Frau uebrigens) und Kollegen, in einigen Faellen meine Freunde.

    Es gibt immer noch die verschiedenen Milieus, z.B. sind die Kirchen in der Regel immer noch entweder schwarz oder weiss, aber oft ist die Abgrenzung frei gewaehlt und gewollt.

    Was wollen sie eigentlich? Dass der weisse Teil der Bevoelkerung bis zum juengsten Tag in Sack und Asche durch die Gegend zieht, oder was? Das mutet man doch noch nicht einmal den Deutschen in Bezug auf die Juden zu!
    Ich stimme mit Ihrer Charakterisierung überein. Sie erscheint mir als sehr einseitigund myop. Ja, viele Schwarze haben Vorfahren, die von ihren eigenen Familien oder Stammeszugehörigen in die Sklaverei verkauft wurden. Davon haben viele ihre Freiheit erkauft oder geschenkt bekommen und haben selbst Sklaven gehalten.
    Das ist mittlerweile z.T. mehr als 200 Jahre her. Und mittlerweile sind viele Schwarze echte Afro-Amerikaner, die freiweillig und vorsätzlich in die USA ausgewandert sind.
    Wenn das Rassenproblem so schlimm wäre, würden dann so viele in die USA einwandern ? Oder will die Foristin behaupten, diese wären zu ungebildet, um das zu wissen ?
    In meiner Erfahrung wollen weder sie noch die alteingesessen Afro-Amerikaner diese alte Geschichte aufwärmen. Diejenigen, die sie immer nochan die grosse Glocke hängen, haben politische Ziele, die selten altruistisch sind.
  9. #28

    Austausch-Log USA

    Zitat von mooksberlin Beitrag anzeigen
    Klar wenn man weiss ist und die Republikaner wählt, dann ist die USA "the land of the free". Ich kenne kaum ein Land welches rassistischer ist als die USA. Meine bessere Hälfte ist aus Chicago und dunkelhäutig. Wir waren schon mehrfach wochenlang in den USA unterwegs und was man sich dort an Vorurteilen und Diskriminierung als Nichtweisser gefallen lassen muss, geht auf keine Kuhhaut. Katzentische in guten Restaurants, Verkäufer folgen einem in teuren Geschäften, wenn man Businessclass fliegt, wird doppelt kontrolliert ob ein Schwarzer dort auch sitzen darf etc. etc.
    Komischerweise erleben wir das in Berlin nie, soviel zur "Norm" in Deutschland.
    Seltsam. In den 30 Jahren, in denen ich in Washington, D.C. gelebt habe, ist mir so etwas nicht passiert. D.C. ist zu 87% schwarz und da wird kein Unterschied gemacht zwischen den verschiedenen Schattierungen von weiss bis Kongobraun. Sie nennen Ihren Mann "dunkelhäutig." Das sagt Einiges über Ihre eigene Einstellung aus. Vielleicht ist es garnicht er, gegen den diskriminiert wird, sondern gegen Sie, die -wie ich mir vorstellen kann - mit Adleraugen auf das Personal guckt, wartend, dass Ihre negativen Erwartungen erfüllt werden.
    Fragen Sie Ihren Mann, ob er sich für "schwarz", "Afro-Amerikaner" oder "dunkelhäutig" hält.
    Tut mir leid, dass ich so direkt sein musste, aber was Sie hier verbreiten und als generell richtig angeben, ist nicht wahr. Wissen Sie, dass der ganze Monat Februar in jedem Jahr in jeder Schule der USA als "Black History Month" designiert ist ? Einen ganzen Monat lang befassen sich die Schüler mit
    der Geschichte der Schwarzen, vor allen denen, von denen nicht allzu viel bekannt ist, wie Nobelpreisträgern, Wissenschaftlern, Autoren, Erfindern.
    Gehen Sie mal in eine Bibliothek im Februar, da werden Sie sehen, wie all' die Schüler eifrig danach suchen.
    Diejenigen, die nach Reparationen rufen, sind mehrheitlich im Leben zu kurz gekommen und geilen sich an einigen extra Dollars auf. Viel Interesse für die eigene Geschichte habe ich da nicht bemerkt.
    Nein, ich konnte Ihre Behauptungen nicht ohne Kommentar stehen lassen.
  10. #29

    Austausch-Log USA

    Zitat von Pacolito Beitrag anzeigen
    Ihr Deutschlandbild?
    Ja, sie war eine Austauschschülerin aus den USA und ich lebte noch in Deutschland.


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