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Austausch-Log Südafrika: Vor dem Spiegel sind wir alle gleich

Markus HintzeIn Berlin durfte er anziehen, was er wollte, in Südafrika wachen ältere Schüler über seine Frisur und seine Klamotten. Doch inzwischen zwängt Austauschschüler Markus, 16, sich sogar gern in seine Schuluniform. Und er hat gelernt: Wer richtig auffallen will, muss Tennis spielen.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/a...836087,00.html
  1. #1

    ....

    Er schreibt die gleichen Argumente die jeder bereits in der 6ten Klasse im Englisch Unterricht kennengelernt hat.
  2. #2

    Uniformen sind nicht schlecht

    Die Argumente sind natürlich gleich, weil sie den Tatsachen durchaus entsprechen.

    Disziplin und Ordnung gelten allgemein als altbacken und stehen hinter einem scheinbar grenzenlosen Individualismus zurück.

    Der hingegen bringt in den meisten Fällen dann doch nur eine Gruppenuniformierung hervor. Besonders die ach so beinharten Freidenker, zu unserer Schulzeit waren das die "Punks", waren die intolerantesten Zeitgenossen überhaupt.
    Was wäre beispielsweise passiert, wenn man in ihr bevorzugtes Lokal mit Anzug und Krawatte gekommen wäre?
    Sicherlich Ähnliches wie mit ihrem Outfit in einem feinen Restaurant.
    Die Hip-Hopper hatten ihre viel zu weiten Jeans auf Halbmast, die Techno-Fans schrille Longsleeves und Sporthose und schließlich gab es noch die Indie/Metal-Gruppierung mit alten Armeerucksäcken die wie die Jeans- und Stoffhosen reich mit Edding verziert wurden.
    Heute sind das analog die "Emos", "Pink-Girlies" und "Metros".

    Man identifiziert sich mit der Gruppe und die Zugehörigkeit wird erkennbar gemacht.
    Uniformen führen schon dazu, dass man sich stark mit der Schule identifiziert und die Ausgrenzung ist viel geringer, wenn man z.B. andere Musik hört als der Banknachbar.

    Uniformen müssen dazu nicht einmal einengende Anzüge sein, sondern auch bequeme, lässige Kluft.
  3. #3

    Zitat von StaticBool Beitrag anzeigen
    .......Besonders die ach so beinharten Freidenker, zu unserer Schulzeit waren das die "Punks", waren die intolerantesten Zeitgenossen überhaupt.
    Was wäre beispielsweise passiert, wenn man in ihr bevorzugtes Lokal mit Anzug und Krawatte gekommen wäre?
    Sicherlich Ähnliches wie mit ihrem Outfit in einem feinen Restaurant.
    .......
    Na... da hat aber wer Ahnung..
    Was wäre passiert? Nichts.. Ein, zwei blöde Sprüche, das wars dann..
    Sind Sie je in ein solches "Lokal" gegangen? Oder auf ein Punkkonz?
    Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht.
    Ja, auch Punks waren intolerant. Aber das zeigte sich in Bereichen zu denen sie niemals Zugang gehabt haben dürften.

    Und ein Lokal welches etwas auf sich hält legt mehr Wert auf das "Benehmen" als auf die Optik.

    Den Unterschied zwischen echtem Stil und Wichtigtuerei erfuhr ich in den frühen 80ern. Eben als Punk..
    Mit meiner Freundin ging ich in ein "Wimpy". Eine billige US-Burgerklitsche.. Kaum hingesetzt kam die Bedienung angewetzt und teilte uns mit daß wir doch bitte das Lokal verlassen sollten. Wir würden nicht zum Ambiente des Hauses passen..

    Nun erst Recht dachten wir uns und gingen zu einem Restaurant in der Nähe, welches eben für sein spiessiges Publikum bekannt war. Natürlich rechneten wir nicht damit überhaupt hinenzukommen, stand doch ständig ein Pinguin an der Tür.
    Aber weit gefehlt..
    Wir wurden, trotz Iro und Bondigde behandelt wie alle anderen im Lokal. Zuvorkommend und höflich.. Natürlich wurde an den Tischen getuschelt, aber die Bedienung liess sich davon nicht beeindrucken.

    Das war für mich eine Lehrstunde in Sachen Stil und Toleranz..

    Und genau das sind Maßstäbe nach denen ich noch heute agiere. (und auch meine Lokaöitäten aussuche.)
  4. #4

    Okay, hier sind noch ein paar neue:

    Zitat von Derax Beitrag anzeigen
    Er schreibt die gleichen Argumente die jeder bereits in der 6ten Klasse im Englisch Unterricht kennengelernt hat.
    Na gut, als ich in der sechsten Klasse war, war das alles noch kein Thema (so um 1961 herum ...)

    Wer aber meint, daß die Schuluniformen die Protzerei beenden, der kennt die Menschen nicht. In extremen Fällen habe ich auch schon maßgeschneiderte Schuluniformen gesehen - auf den ersten Blick sieht man das vielleicht nicht, aber die Mitschüler mit der Ware von der Stange sind sich des Unterschieds schon sehr bewußt. Auch die Prestige-Handies und das Schlachtschiff, mit dem Mama ihren Taxi-Dienst ableistet, sind schon mit Bedacht ausgesucht. Dieweil fährt Papa mit dem Zweitwagen zur Arbeit, auch schon mal zum Kunden. Sticker hintendrauf: "My other car is a REAL OTA!"

    Aber so richtig geht's zur Sache, wenn es darum geht die lieben Kleinen zum Abiball aufzubrezeln ("Matric Dance") - das ist die erste Gelegenheit, mal so richtig zu zeigen, was die elterliche Schatulle hergibt. Da werden speziell die Mädels ohne Rücksicht auf die Kreditkarten mit Designerware behangen. Manch ein Jahresgehalt wird dabei abgefackelt, obwohl letztlich doch jeder weiß, wie weit der andere gehen kann. Ich bin fest überzeugt, daß da ein Stau abgearbeitet wird, der sich in vielen Jahren in Schuluniformen angesammelt hat.

    Tatsache ist wohl, daß der "homo sapiens" - ganz speziell in diesem Alter, aber auch sonst - dringend seine Position in einer Hackordnung finden muß, und dabei auch nach Gleichgesinnten forscht, mit denen er sich durch äußerliches Erscheinungsbild und Habitus zu solidarisieren sucht.

    Eigentlich sind wir doch ganz schön komisch - so richtig zum Schießen (Um Himmels willen, hoffentlich versteht das jetzt keiner falsch! - Ich denke dabei an die Tradition der Münchner Lach- und Schießgesellschaft.)


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