Markus HintzeWarum nur bin ich in diesem südafrikanischen Kaff? Markus Hintze, 16, kommt aus einer Weltstadt, für seinen Schüleraustausch hat es ihn aufs Land verschlagen. Ihm fehlen echte Freunde zum Reden und dann bekommt er auch noch Hausarrest. Das Schlimmste daran: Der ändert gar nichts.
http://www.spiegel.de/schulspiegel/a...818914,00.html
eigentlich müsstest Du dankbar sein, eine solche Chance zu bekommen und dann noch in Südafrika! Das ist es aber auch: Südafrika, nicht Deutschland! Selbst wenn Du für ein Austauschjahr nach Holland gegangen wärest, hättest Du Dinge und Umstände vorgefunden, die Du nicht kennst und die sich von denen in Deiner Heimat unterscheiden. Außerdem bist Du sicherlich nicht unvorbereitet nach Südafrika gegangen und hast es Dir bestimmt aus einer Liste von möglichen Ländern ausgesucht. Nun lass doch mal die oberflächliche Sichtweise eines Jugendlichen, der nur "Spaß" haben will und nutze die Zeit, Dich mit der Geschichte, den Menschen und den Umständen in Südafrika zu beschäftigen und dann kannst Du die Zeit auch genießen, weil Du viel mehr verstehst und nicht dumpf einfach herumhängst und auf die gleiche öde Party wartest, die Du in Deutschland besuchen würdest.
Und bei all dem kann er noch froh sein, dass er auf dem Land gelandet ist, denn wenn er in einer Großstadt wie Durban oder Kapstadt gelandet wäre, dann wäre das Ganze noch abstruser. Ich hatte einmal das Vergnügen, eine Woche in Durban nicht touristisch unterwegs sein zu dürfen. Mir war bis dahin garnicht klar, auf wie viele Arten man bedroht, überfallen und ausgeraubt werden kann...
Das wird Dich Dein Leben lang prägen. Diese Erfahrungen sind mehr wert als Schule und Du wirst noch oft merklich oder unmerklich davon profitieren dass Du damals vielleicht nicht die große Äußere Welt gefunden aber die in Dir drin erschlossen hast.
Liebe Grüße!
Den Bildern nach tippe ich auf Stellenbosch - ein sehr schoener Ort, in dem man sich doch noch recht frei bewegen kann (im Vergleich zu anderen Staedten). Ich habe lange Zeit dort gelebt (10 Jahre), und will die Zeit dort nicht missen.
Allerdings geniesse ich seit zwei Jahren auch wieder die Freiheiten Europas.
Man muss wohl Berliner sein, um behaupten zu können, Berlin sei eine Weltstadt. Außerhalb Berlins sieht das niemand so. Es könnte von der Bildfläche verschwinden und niemandem würde es auffallen.
Zudem sagen die Berliner selbst, ihre Stadt sein ein Dorf. Oder war das München? Auch so eine "Weltstadt"...
Finde den Bericht ziemlich wohltuend, weil er mal zeigt, dass auch ein Auslandsjahr nicht immer nur supertoll ist und auch mal Erfahrungen bereithalten kann, auf die man verzichten könnte. Ab und zu könnte man bei der SPON-Austauschlog-Serie nämlich einen anderen Eindruck bekommen.
Schlecht ist sowas grundsätzlich trotzdem nicht, klar.