SPIEGEL ONLINESie möchten nur das Beste für ihren neunjährigen Sohn. Also sagten Kaspars Eltern ja, als er allein für einen Schüleraustausch nach Frankreich wollte. Jetzt ist er für ein halbes Jahr weg. Geblieben sind die Zweifel, ob die Entscheidung richtig war.
http://www.spiegel.de/schulspiegel/a...816494,00.html
Absolut ein Gewinn fürs Leben. Unsere Tochter hatte im Alter von 8 Jahren zufällig eien Beitrag im Fernsehen verfolgt und seitdem wollte Sie unbeding einen Austausch. Nach dem sehr langen Antragsverfahren, in dem man total gescannt wird, hat es dann 2 Jahre später mit einer ähnlich wie wir tickenden Familie in der Normandie geklappt. Zunächst hat man sich bei gegenseitigen Treffen kennengelernt und dann kam für 6 Monate ein Mädchen zu uns. Die Schule hatte große Skepsis aber unser Tauschkind hat sehr gut kontakte geknüpft und viele Freundinnen bekommen. Für den Klassenverband war sie ein richtiges Bindeglied. Sie hat ein tolles Zeugnis bekommen und gehört richtig zur Familie. Unsere Tochter ist dann im Anschluß in die Normandie und spricht fliessend und akzentfrei Französisch. In den Ferien besuchen sich die beiden regelmäßig und fahren dieses Jahr zusammen mit unserem Pfadfindertrupp nach Kroatien. Unsere Tochter ist sehr gereift und entspannt zurückgekommen. Wöchentliche Telefonate lassen die Entfernung gar nicht so groß erscheinen. Wir haben bislang nur gute Erfahrungen gemacht, auch mit unserer zweiten Tochter, die zum jetzigen Zeitpunkt in Südfrankreich ist. Das Alter von 10 Jahren sit eigentlich ideal: Die Kinder spielen noch viel, sie chatten nicht ständig im Netz, sie hören noch, wenn man ihnen etwas sagt. Man unterschätzt doch sehr, wie gut sich Kinder in einem neuen Familienkreis integrieren können. Für unsere gesamte Familie, bis hin zum kleinen Bruder, war es insgesamt ein Gewinn. Für ihn besonders, da unser Austauschkin ihm jeden Abend vorgelesen hat. Auch wenn sie es die ersten 6-8 Wochen nicht verstanden hat.... es hat sich toll angehört !
Was´n das für´n Quatsch ? Kinder die ein gutes Urvertrauen haben, drehen woanders nicht durch. Sie sind bereit sich auf neue Situationen einzulassen und sehen auch erstmal nur das positive. Und nicht wie Sie, der da scheinbar durch einige Vorurteile belastet ist. Andere Familien gehen auch liebevoll mit Kindern um.
Wenn ich sehe, dass meine Nichten aus Maui seit ihrem 7. Lebensjahr ohne weiteres 2 Monate Sommerferien bei ihren Grosseltern in Bayern verbringen, dann ist das nichts anderes. Sie lernen so ihre deutsche Verwandtschaft kennen, spielen mit ihren fast gleichaltrigen Cousins und üben die deutsche Sprache.
Die wussten schon mit 4, dass Deutschland in Europa liegt und Japan in Asien (da ist deren Grossvater mütterlicherseits her).
Meine vierjährige Tochter nimmt im Kindergarten gerade Deutschland durch, davor haben sie Italien, Grossbritannien, Frankreich und Spanien kennengelernt. Sie kann einem erklären, dass der schiefe Turm in Pisa steht und dass man in Valencia Flamenco tanzen und Orangen auf Bäumen finden kann. Das mag wenig erscheinen, aber die Kleinen können auf dem Globus die Länder finden und ein wenig darüber erzählen. Meine Tochter weiss, dass Frankreich zwischen Deutschland und Spanien liegt. Für dumm kann man sie nicht mehr verkaufen.
Was uns wichtig war und ist: das Wollen muss erkennbar vom Kind kommen. Dann gibt es auch kein Heimweh. Es gibt Möglichkeiten das Kind ohne Manipulation der Eltern mit dem Thema zu konfrontieren. Am besten mit einer Familie, die so etwas schon einmal gemacht hat. Bei uns war es zunächst eine TV-Sendung.
Dort wurde über eine Familie berichtet, die mit der Organisation EN FAMILLE INTERNATIONAL (En Famille International linguistic and cultural exchanges for children and teenagers), die "Mutter" der im Artikel genannten Gesellschaft, berichtet. Der Gründer Jacques Pinault hatte diese Austauschidee vor 33 ! Jahren. Wir haben mit dieser Org. nur gute Erfahrungen gemacht. Die bei Problemen (ja auch die kann es geben) unabhängige Entscheidungen zum Wohl des Kindes treffen kann.
Auch volle 6 Monate sind wichtig, damit das Kind in den letzten 2 Monaten die "Ernte seiner Bemühungen" einfahren kann. Und zum Alter: Wer sich nicht vorstellen kann, ein fremdes Kind (9-12) in seine Familie wie ein eigenes aufzunehmen, der sollte die Finger davon lassen.
Also Mutige voran und sich aus erster Hand ! informieren. Auch wir haben unsere Meinung/Erfahrungen korrigieren müssen. Bekannt sind nur Austausche im Alter ab etwa 16. Und diese sind aus vielerlei Gründen nicht vergleichbar (in der Regel kein Gegenaustausch, finanzielle Interessen, Pubertät "stört" manchmal, Sprache erlernen funktioniert ab der Pubertät anders etc.).
Schüleraustausch für Grundschüler: Mit neun allein nach Frankreich - SPIEGEL ONLINE[/QUOTE]