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Austausch für Grundschüler: Mit neun allein nach Frankreich

SPIEGEL ONLINESie möchten nur das Beste für ihren neunjährigen Sohn. Also sagten Kaspars Eltern ja, als er allein für einen Schüleraustausch nach Frankreich wollte. Jetzt ist er für ein halbes Jahr weg. Geblieben sind die Zweifel, ob die Entscheidung richtig war.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/a...816494,00.html
  1. #10

    Zitat von al2510 Beitrag anzeigen
    Höflichkeit sollte man vor Französisch lernen. Was für Menschen sollen hier erzogen werden? Solche die immer nur spielen wollen?
    Habe mal eine Konfirmanden Freizeit aus Österreich erlebt, da hat ein Mädchen schrecklich geheult, wußte nicht was los war, es war Heimweh. So gesehen ist es natürlich gut, dass man einen Austausch macht, aber eine halbes Jahr ist schon happig. Es spricht auch gegen die Beziehung zu den Eltern. Wer das so problemlos hinnimmt, hat wohl zu den Eltern auch keine so starke Bindung.
    Zur Bindung: das Gegenteil ist der Fall. Unsicher gebundene Kinder (eben deshalb!) neigen eher zu Heimweh und Kinder, die eine sichere Bindung haben, sind explorationsfreudiger.

    Ich selbst wollte mit 6 Jahren auch mal Abenteuer erleben und bin zur Verwunderung meiner Eltern mit Tante und Onkel spontan für eine Woche zu ihnen in die Großstadt gefahren. Die Bindung zu ihnen war sicher und das Vertrauen so groß, daß ich sie alleine lassen konnte.

    Sofern das Kind es selbst will, kann man sicher auch ein achtjähriges ein halbes Jahr weglassen. Besuche und Telefonkontakte sind heute ja auch kein Problem.
  2. #11

    Pädagogik der klischeehaften Vor/urteile?

    Zitat von al2510 Beitrag anzeigen
    Habe mal eine Konfirmanden Freizeit aus Österreich erlebt, da hat ein Mädchen schrecklich geheult,..es war Heimweh. ..aber eine halbes Jahr ist schon happig. Es spricht auch gegen die Beziehung zu den Eltern. Wer das so problemlos hinnimmt, hat wohl zu den Eltern auch keine so starke Bindung.
    was dem Einen seine "Götterspeise" ist dem Anderen sein "Gift" - der von kleinauf weltwärts gewandte Schützearchetyp reagiert natürlich ganz anders auf solch eine Herausforderung wie beispielsweise Steinbock, Krebs oder Jungfrau. ..Nur mal so als gedankliches Beispiel; auch wenn reale Charaktermischungen doch noch sehr viel multipler sind!
  3. #12

    ..die für mich wichtigste Frage...

    ...ist, WARUM um Himmels Willen ein 9jähriger für ein halbes Jahr ins Ausland gehen soll? Nur weil er es will, das kann's ja wohl nicht sein. Was also soll es bringen, ein Kind mit 9 statt mit 15 (über den Unterschied in der Persönlichkeitsentwicklung zwischen diesen 6 Jahren müssen wir hier ja wohl nicht diskutieren) ins Ausland zu schicken?
    Oder ist das die logische Konsequenz aus Sprach-Frühförderung im Kindergarten (englisch mit 2, russisch mit 3 und chinesisch mit 4), IQ-Test mit 5 (mein Kind ist bestimmt hochbegabt und muss dringend gesonderfördert werden) und Wirtschaftslehre mit 6 (je früher ein Kind die wirtschaftlichen Zusammenhänge beggreift, desto besser)?
    Warum also ein Kind (nicht nur rechtlich gesehen bis zum 14. Geburtstag) in seinem gewohnten Umfeld - Eltern, Freunde, Klassenkameraden - belassen, ihm dadurch Urvertrauen geben und ihn dann von mir aus in der Pubertät oder danach die dann immer noch sinnvolle Auslandserfahrung geben.

    Wenn ich aber lese, "er wollte das so", dann wird mir himmelangst, denn dann frage ich mich, was dieses Kind vielleicht sonst noch "so will" mit seinen 9 Jahren - istd as dann auch die ausreichende Entscheidungs-Instanz für diese Eltern? Was ein 9jähriger will?
  4. #13

    Es

    Zitat von alafesh Beitrag anzeigen
    Zur Bindung: das Gegenteil ist der Fall. Unsicher gebundene Kinder (eben deshalb!) neigen eher zu Heimweh und Kinder, die eine sichere Bindung haben, sind explorationsfreudiger.

    Ich selbst wollte mit 6 Jahren auch mal Abenteuer erleben und bin zur Verwunderung meiner Eltern mit Tante und Onkel spontan für eine Woche zu ihnen in die Großstadt gefahren. Die Bindung zu ihnen war sicher und das Vertrauen so groß, daß ich sie alleine lassen konnte.

    Sofern das Kind es selbst will, kann man sicher auch ein achtjähriges ein halbes Jahr weglassen. Besuche und Telefonkontakte sind heute ja auch kein Problem.
    ist wirklich eine Frage des Grundvertrauens zu den Eltern. Ich hatte kurz nach dem Krieg das Glück als 5jähriger Junge, gesundheitlich ziemlich down, von einer Gastfamilie in der frz. Schweiz für ein halbes Jahr aufgenommen zu werden. Meine Eltern erklärten mir das Wie und Warum, und mir leuchtete das ein. Als mein Vater mich dann in Schaffhausen den Gasteltern übergab war ER der Traumatisierte: immer wieder sagte er "Nicht einmal mehr umgesehen hat er sich nach mir" wie mir meine Mutter viel später erzählte. Ich erinnere mich nicht mehr an viel, nur dass es eine wunderschöne Zeit war. Aber verallgemeinern kann man das natürlich nicht.
  5. #14

    URvertrauen? - UrVERTRAUEN!

    Zitat von Neckarwelle Beitrag anzeigen
    ...ist, WARUM um Himmels Willen ein 9jähriger für ein halbes Jahr ins Ausland gehen soll? Nur weil er es will, das kann's ja wohl nicht sein. ..in seinem gewohnten Umfeld - Eltern, Freunde, Klassenkameraden - belassen, ihm dadurch Urvertrauen geben und ihn dann von mir aus in der Pubertät oder danach die dann immer noch sinnvolle Auslandserfahrung geben.

    Wenn ich aber lese, "er wollte das so", dann wird mir himmelangst, denn dann frage ich mich, was dieses Kind vielleicht sonst noch "so will" mit seinen 9 Jahren - istd as dann auch die ausreichende Entscheidungs-Instanz für diese Eltern? Was ein 9jähriger will?
    Ihnen fehlt vielleicht ein gewisses Ur-Vertrauen zum durchaus (überwiegend) recht gesunden Willen und Urteilsvermögen der meisten Kinder? Ich finde, der Kaspar hat tolle Eltern! Die haben anfangs auch nicht gerade juchhu geschrien, als Kaspar ihnen seinen Wunsch auseinander setzte. Sondern reiflich überlegt. Und dann kamen über 8 Jahre offensichtlich gewachsenes URVERTRAUEN PUR in die immer noch kindheitsgerechten Wünsche ihres Jungen.
    (und wenn's sein muss, kann man ja zur Not auch mal innerhalb von 2 Tagen in die Bretagne hinfahren!)
  6. #15

    Da

    Zitat von Neckarwelle Beitrag anzeigen
    ...ist, WARUM um Himmels Willen ein 9jähriger für ein halbes Jahr ins Ausland gehen soll? Nur weil er es will, das kann's ja wohl nicht sein. Was also soll es bringen, ein Kind mit 9 statt mit 15 (über den Unterschied in der Persönlichkeitsentwicklung zwischen diesen 6 Jahren müssen wir hier ja wohl nicht diskutieren) ins Ausland zu schicken?
    Oder ist das die logische Konsequenz aus Sprach-Frühförderung im Kindergarten .....
    haben Sie sich aber einen schönen Popanz aufgebaut! Ein entsprechendes "Gluckenszenario" möchte ich Ihnen ersparen.
  7. #16

    .

    Zitat von Ollie_ Beitrag anzeigen
    Die Zweifel kann ich gut nachvollziehen!

    Nie käme ich auf die Idee, unseren Großen (8) mit neun allein in die weite Welt zu schicken.
    dann haben Sie ein Problem, nicht Ihr Großer! Kinder können viel mehr als man ihnen zutraut. Aber der weint wahrscheinlich jeden Morgen, wenn er sich von Ihnen verabschieden muß, um zur Schule zu gehen.
  8. #17

    Zitat von kalumeth Beitrag anzeigen
    Ihnen fehlt vielleicht ein gewisses Ur-Vertrauen zum durchaus (überwiegend) recht gesunden Willen und Urteilsvermögen der meisten Kinder? Ich finde, der Kaspar hat tolle Eltern! Die haben anfangs auch nicht gerade juchhu geschrien, als Kaspar ihnen seinen Wunsch auseinander setzte. Sondern reiflich überlegt. Und dann kamen über 8 Jahre offensichtlich gewachsenes URVERTRAUEN PUR in die immer noch kindheitsgerechten Wünsche ihres Jungen.
    Aha, und Sie meinen also, dass ein 9jähriger bereits überblicken kann, dass ein halbjähriger Auslandsaufenthalt für ihn sinnvoll und richtig ist?

    Und wenn der Kaspar jetzt meinen würde, dass für ihn Schule nicht mehr sinnvoll ist, sondern er lieber Privatunterricht nehmen möchte? Dann haben Sie auch soviel Urvertrauen in das (9jährige) Kind, dass Sie diesem Wunsch (nach reiflicher Überlegung wohlgemerkt) auch nachkommen? Weil das Kind das ja nunmal so möchte?
    Die allgemeine Schulpflicht jetzt mal ganz weggelassen.

    Mich stört einfach das Abgeben von Elternverantwortung an ein angeblich schon so urteilsgereifte Kind, welches ein Dritt- oder Viertklässler nie und nimmer ist, auch wenn es das meint.
  9. #18

    guter Zeitpunkt

    Kinder vor der Vorpubertät, die mit gutem Urvertrauen und selbständig aufgewachsen sind, sind offen für Neues und können sich gut auf andere Umgebungen einlassen. Daher ist der Zeitpunkt sicher besser als vielleicht mit 12 Jahren, wenn die Pubertät die Kinder verunsichert.
    Sicher ist es nicht das Richtige für jedes Kind und ich hätte auch eher 6 Wochen als 6 Monate gewählt. In guten Händen und richtig begleitet, ist es jedoch eine Erfahrung, an der diese Kinder gut wachsen können.
    Voraussetzung ist natürlich eine gewisse Selbständigkeit. Kinder, die mit 8 Jahren noch nie für eine oder mehrere Wochen von zu Hausen und ihren Eltern getrennt waren, sind sicher nicht richtig auf eine solche Erfahrung vorbereitet.
  10. #19

    Ich

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie möchten nur das Beste für ihren neunjährigen Sohn. Also sagten Kaspars Eltern ja, als er allein für einen Schüleraustausch nach Frankreich wollte. Jetzt ist er für ein halbes Jahr weg. Geblieben sind die Zweifel, ob die Entscheidung richtig war.

    Schüleraustausch für Grundschüler: Mit neun allein nach Frankreich - SPIEGEL ONLINE
    kenne diese Gegend ein wenig, und da es mit der Gastfamilie zu klappen scheint, ist dies das Paradies für einen unternehmungslustigen Jungen. Ich sehe nur einen "Nachteil" nach diesem Austausch: Solange Sohnemann nicht seine Ferien selbst plant, werden alle gemeinsamen Familienferien in der Bretagne stattfinden. ;)








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