Ausstieg aus dem Atomausstieg: Energiewendehälse

Die Atomkraft stirbt unwillig. Neuestes Argument: Die Energiewende sei unsozial. Das ist falsch. Unsozial ist nur die Art und Weise, wie die Bundesregierung versucht, die großen Konzerne von ihrem Beitrag zu diesem nationalen Projekt zu entbinden.

Energiewende: Bundesregierung schont Großkonzerne - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    optional

    Es ist auf den ersten Blick verblüffend, dass der Stahlkonzern für seinen Strom weniger zahlt als der Hartz-IV-Empfänger.
    Und wie viel zahlt der Stahlkonzern über seine Mitarbeiter an Hartz IV Empfänger?
  2. #2

    optional

    Super Artikel, danke. Ganz davon ab, dass bis zur Bedrohung der Wettbewerbsfähigkeit noch ein ordentlicher Anstieg der Preise notwendig ist, und die Wettbewerbsfähigkeit mit sicherheit nicht alleine vom Strompreis abhängt. Aber das hat der Philip wohl auch noch nicht verstanden.
  3. #3

    Mal wieder ein besserer Artikel von Herrn Augstein nach der Blamage letzte Woche.
  4. #4

    Es gibt zweifelsohne Bereiche, in denen Herr Augstein kompetent seine Meinung vertritt, Energie"erzeugung" und Energiepolitik gehören eindeutig nicht dazu. Es lässt sich mit Sicherheit trefflich über die Art und Weise streiten, mit der energieintensive Produzenten von der EEG-Umlage entlastet werden. Dass aber ein ausgewiesener Linker nicht mal soviel ökonomischen Sachverstand besitzt um zu erkennen, dass aus Deutschland abwandernde (Industrie-)Arbeitsplätze die Sache als solche noch ein Stück weiter unsozial werden liessen, das erstaunt mich dann doch.

    Die technischen Defizite seiner Weltsicht ("Es gibt Tage, da gibt es den Strom wegen der reichhaltigen Windenergie praktisch kostenlos.") seien hier mal aussen vorgelassen.
  5. #5

    optional

    Vor ein paar Jahren wurde der Strom jedes Jahr immer teurer, jetzt wird der Strom ebenso immer teurer. Früher war es die Geldgier der Konzerne und heute soll es der Ökostrom sein? Ja klar...
  6. #6

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Atomkraft stirbt unwillig. Neuestes Argument: Die Energiewende sei unsozial. Das ist falsch. Unsozial ist nur die Art und Weise, wie die Bundesregierung versucht, die großen Konzerne von ihrem Beitrag zu diesem nationalen Projekt zu entbinden.

    Energiewende: Bundesregierung schont Großkonzerne - SPIEGEL ONLINE
    Was ist nur mit den Deutschen los? In Umfragen befürworten 105 % den Ausstieg aus der Kernenergie. Allerdings boykottiert eben diese Mehrheit auch den Biosprit, schert sich kein bißchen um Ökostrom und mutiert zu einem cholerischen Irren mit Schnappatmung, wenn die jährliche Heizkostenabrechnung 20 Euro teuerer ist. (Vince Ebert)
  7. #7

    Zitat von moev Beitrag anzeigen
    Und wie viel zahlt der Stahlkonzern über seine Mitarbeiter an Hartz IV Empfänger?
    Und warum bezahlt er seine Leiharbeiter nicht gleich so, daß sie kein H4 benötigen?
  8. #8

    nuechtern

    Fast 50 % der EEG Umlage gehen in die Photovoltaik, die aber leider die geringste Wirkung hat. Gemessen an der einzig relevanten Größe für die Umwelt, den Primärenergieverbrauch spielt Solarstrom fast keine Bedeutung und die regenerative Energie kommt aus Wasserkraft, Biokraft und mit Abstand Windenergie.
    Photovoltaikanlagen sind mit ca. 8 % Rendite mit den z.Z. mit den besten Geldanlagen und stehen faktisch nur Immobilienbesitzern offen, zumindest mit dieser Rendite und damit tendenziell der Mittel- und Oberschicht. Zahlen müssen privat aber alle und der Anteil ist bei finanziellen Schwachen eventuell mit Kindern prozentual deutlich größer - das ist eine SOZIALES PROBLEM!!!.
    Die Freistellung von Unternehmen oder Industriezweigen von der EEG Umlage durch den BUND wirk hier wie vom Autor genannt verstärkend, ist aber nicht das eigentliche Problem. Denn die EEG Umlage steigt seit Jahren stärker als von allen erwartet (hauptsächlich aufgrund des unkontrollierten wenig brauchbaren Ausbau an Photovoltaik) und muss von ca. 45 % der Verbraucher getragen werden. Das Macht deutlich dass sowohl die Höhe der Umlage als die Verteilung ein soziales und wirtschaftliches Problem ist.
    Also bitte lieber Auto: keine Nebelbomben und die eigenen Fehler im Nebel unsichtbar zu machen.
    Und noch etwas: 8% Rendite für die Photovotaikanlage auf dem eigenen Dach, weitestgehend durch die Bank finanziert ergibt Eigenkapitalrenditen von anfänglich 30% und mehr. Dafür wurde Herr Ackermann vor kurzem medial gesteinigt!
  9. #9

    Zitat von Reziprozität Beitrag anzeigen
    Es gibt zweifelsohne Bereiche, in denen Herr Augstein kompetent seine Meinung vertritt, Energie"erzeugung" und Energiepolitik gehören eindeutig nicht dazu. Es lässt sich mit Sicherheit trefflich über die Art und Weise streiten, mit der energieintensive Produzenten von der EEG-Umlage entlastet werden. Dass aber ein ausgewiesener Linker nicht mal soviel ökonomischen Sachverstand.....
    Dieses Märchen sollte endlich mal aufhören, bei jedem Thema wird so getan, ob alle Konzerne morgen flüchten würden. Deutschland ist stark wegen seiner gesamten Infrastruktur, dazu gehört die Transportanbindung, Bildung, Verwaltung (Rechtssicherheit) nicht unbedingt die Energiepreise. Ich habe auch eher das Gefühl, dass die Energiekonzerne um Ihre Vormachtsstellung fürchten und Angst vor einer dezentralen (lokalen) Energieerzeugung haben. Das eine politische Steuerung bei der Energiepolitik gemacht wird, ist wohl in allen Ländern so, wohin eine völlige Liberalisierung der Energiepolitik führen kann sieht man in den USA und seinen unzähligen Blackouts.