Marie-Charlotte MaasIn Handwerksberufen macht man sich schmutzig - und viele wird es bald nicht mehr geben. Trotzdem, ein paar Unbeugsame wagen sich in die exotische Ausbildung. Warum tun sie sich das an? Ein Steinmetz, eine Buchbinderin und eine Schuhmacherin erzählen, was sie antreibt.
http://www.spiegel.de/karriere/beruf...843553,00.html
Handwerksberufe haben leider keinen guten Ruf, da viele Chefs und Ausbilder früher sehr ruppig mit den Azubis umgegangen sind, kein Wunder also, wenn die Eltern von so einem Beruf abraten.
Ich durfte auch schon die Erfahrung machen, dass viele Eltern ihren Kindern von Handwerksberufen abraten. In der Fabrik verdient man doch mehr und hat den sichereren Job. Diese Denke ist allerdings falsch. Viele Industriejobs fallen weg, weil der Druck im internationalen Wettbewerb eine Verlagerung in Billiglohnländer erforderlich macht. Der Chinese oder Inder kommt aber sicher nicht, wenn die Heizung defekt ist, das Haus renoviert werden muss oder eben auch exotischere Handwerkstätigkeiten erforderlich sind. Und auch die Weiterbildungschancen sind im Handwerk gegeben, über den Meister bis zum Betriebswirt des Handwerks oder Techniker. Leider sehen das viele Eltern, auch aus Unwissen, nicht und raten daher ab.
Ich habe damals meine erste Ausbildung als Koch gemacht. Nach ca. 30 Praktika in der Gastronomie wurde ich in einem Kreisaltenheim eingestellt ... Da hat man nur gelernt wie man Tüten aufreisst und Pulver verrührt. Also habe ich dort meine Ausbildung abgebrochen und nach einer Fortführung in der Gastronomie gesucht. cholerische , kettenrauchende, alkoholabhängige und gewaltätige Chef de Cuisine waren da die Regel. Ich hab die Ausbildung trotzdem mit grottiger Bezahlung durchgezogen, würde aber heute nicht mehr in der Branche arbeiten wollen. Kann aber nicht behaupten, dass die Erfahrung mir nicht gut getan hätte. wer seinem Chefkoch die Stirn bietet, der lässt sich von niemandem etwas bieten. :)
Ich finde es super, dass sich junge Leute für solche scheinbar veralteten und aussterbenden Berufe interessieren. Die Handwerkskunst ist Teil der menschlichen Kultur und muss unbedingt erhalten bleiben. Ich denke auch dass in Zeiten von immer weiter fortschreitender Automatisierung gerade handgefertigte Teile einen besonderen Wert besitzen und daher auch weiterhin, wenn auch nicht in großem Umfang, gefragt sein werden.
Wenigstens gibt es sie noch: junge Menschen, die sich nicht auf die hippen Bürojobs wie die Fliegen auf die Sch*** stürzen. Leider macht das Fernsehen es vor: in den sog. Daily-Soaps arbeiten alle in klimatisierten Büros in der Innenstadt und haben Berufe, die "irgendwas mit Medien" oder "irgendwas mit Menschen" zu tun haben. Handwerker werden als pöbelnd, dumm, ungehobelt und faul dargestellt.
Wünsche den "aussterbenden Handwerksberufen" viel Erfolg weiterhin!
Ich habe mit 15 Jahren meine Lehre im Elektro – Handwerk begonnen und war nach 3,5 Jahren fertig mit der Ausbildung – die wahrlich kein Zuckerschlecken war. Erst mit 25 Jahren habe ich mit Weiterbildung in einer völlig anderen Branche begonnen. Ich muss heute sagen: Das war genau der richtige Weg! Frei nach dem Motto: „Lerne erst mal einen Beruf; studieren kannst du immer noch!“
Von dem, was ich mir während der handwerklichen Lehre angeeignet habe, zehre ich heute noch: Egal, ob es um Arbeitsorganisation geht oder den Umgang mit Kunden. – Vom handwerklichen wie die eigene Wohnung renovieren mal ganz abgesehen.
so sagt das Sprichwort.
Das Handwerk ist zu Unrecht immer wieder in die Ecke gestellt worden - ohne diesen "Schmierstoff" läuft keine Wirtschaft. In vielen Fällen bedarf es eben eines handwerklichen Spezialisten. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass der Bedarf steigt, denn immer mehr junge Menschen haben "zwei linke Hände" was auch nur kleinere Renovierungsarbeiten anbelangt - der Umgang mit Hammer, Nagel, Schraubendreher und Säge ist für viele heute leider nicht mehr so selbstverständlich wie früher.
Es muss ja nicht so enden wie bei mir - ich habe die Möglichkeit bei einem Freund in einer "Multifunktions-Werkstatt" meiner Kreativität nachzugehen - dort habe ich schon viele Unikate umsetzen können. Die meisten meiner Möbel sind auf meine Wohnung angepasst/eingepasst - in der Form bekommt man sie einfach nicht zu kaufen.
Mit der alternden Gesellschaft wird aber auch der Bedarf an Handwerkern wieder steigen - auch der Handwerker als Spezialist in seinem Gebiet ist eine Fachkraft. Manche lassen sich vordergründig durch "Angelernte" ersetzen aber zu welchem Preis?
Wer einen Handwerksberuf erlernt wird nie "brotlos" da stehen. Das beste Bsp. ist die Mass Schuh Herstellerin. Mass Schuhe sind wieder im Trend, bei denen die sie sich leisten können. Ich würde, wenn ich selbststaendig waere nicht warten, dass die Kunden mich finden sondern ich würde das machen, was man als agressives Marketing bezeichnet. Eine seriöse Mappe anfertigen und dann die Chefetagen, Juwelier Besitzer usw. alle Leute besuchen die
1.) Das nötige Kleingeld für Mass Schuhe haben
2.) In einem Beruf arbeiten wo sie oft stehen müssen und dabei representative Schuhe tragen müssen
Ich bin überzeugt dass eine gute Mappe am Ende Erfolg bringen wird. Hat man mal einige Kunden gewonnen wird viel über Mundpropaganda gemacht.