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Ausstellung "Das Koloniale Auge": Unterjocht von der Kamera

SMB, Ethnologisches MuseumPrunkvolle Clan-Chefs, nackte Asketen, erotische Kurtisanen: In den Fotografien, die Missionare, Ethnologen und Händler im Indien des 19. Jahrhunderts machen ließen, inszenierten die Europäer den Subkontinent. Eine Ausstellung in Berlin schärft den Blick für die koloniale Propaganda.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...845386,00.html
  1. #1

    Schon wieder so was...

    Es ist immer das gleiche Schema: "Die bösen Europäer machten ein paar einheimische Gehilfen reich, um ihre Macht besser auszuüben über die Bevölkerung..."

    Was damit impliziert, jedoch nicht gesagt wird, ist, dass die meisten solchen Ländern sowieso diese Struktur haben und Jahrhunderte oder Jahrtausende lang hatten:

    In China haben sich die wenigen Reichen in Prunk gelebt, während tausende bei der Errichtung der großen Mauer starben. Wären die Briten schon damals eine Kolonialmacht, hätte man alles auf die Briten geschoben. Ebenso in Afrika, ebenso in Südamerika. Die Kultur der wenigen Reichen, die die armen Massen unterdrücken, während sie sich selbst bereichern, ist und war schon immer weltweiter Standard.

    Demokratie, Humanismus und Gleichberechtigung sind europäische Ideale, eine europäische Erfindung. Nur darüber wird selten gesprochen.
  2. #2

    Wenn ich das Bild vom Goldschmied sehe, frage ich mich, warum in dieser Region keine Stühle erfunden wurden. Auf vielen Bildern aus Indien, Afghanistan etc. hocken alte Männer herum statt sich auf einen Stuhl zu setzen.
    Ist das etwas religiöses? In türkischen Teehäusern sitzt man meiner Meinung nach auf Stühlen.

    In Deutschland waren die Büroarbeitsplätze um 1900 auch of mit einem Stehpult ausgestattet.
  3. #3

    Klasse Fotos

    Phantastisch Fotos! 1. Was ist dagegen einzuwenden un 2.: Läuft das heute anders? Ist die heute mediale Aufbereitung der täglichen Katastrophen und Kriegsgreul um einen Deut besser?
  4. #4

    Zitat von produster Beitrag anzeigen
    Phantastisch Fotos! 1. Was ist dagegen einzuwenden un 2.: Läuft das heute anders? Ist die heute mediale Aufbereitung der täglichen Katastrophen und Kriegsgreul um einen Deut besser?
    Aber klar doch! Die weden nicht mehr "inszeniert", sondern im nachhinein digital "verbessert"...
  5. #5

    Heutige Kolonialkritiker....

    ....scheinen total zu vergessen dass es sich um eine ganz andere Zeit handelte, mit eben ganz anderen Werten. Menschen vergangener Zeiten nachträglich zu richten dass sie nicht wie wir heute waren mutet doch sehr hochtrabend an. Im Rückblick sind wir ja immer schlauer. Seien wir doch lieber dankbar dass unsere aufgeklärte Gesellschaft einen Gesinnungswandel erlaubt hat der die Auswüchse der damaligen ideologie richtiggestellt hat. Ja, ja, wir sind doch besser als die damals, aber doch nur weil unsere westliche Gesellschaft außerordentlich fähig war dazu zulernen. Man bedenke doch wieviele andere Gesellschaften das nicht können, und die heute noch Gefangene ihrer tausendjährigen Tradition sind. Muss ich da Beispiele nennen?
  6. #6

    Wenn ich mir die Fotos meiner Familie vor und um 1900 ansehe, so sind diese nicht unähnlich.
    Man muss diese Bilder im Kontext sehen und auch nicht vergessen, dass minutenlange Belichtungen nötig waren. Selbstverständlich war alles gestellt - anders ging es nicht!
  7. #7

    Kolonialismus,das schwarze Loch in der Vergangenheit

    Wieso tun sich gestandene Medien und öffentliche Fernsehanstalten so schwer uns etwas über die Kolonialzeit zu vermitteln ?Ohne in den den Verdacht geraten zu wollen,die Tragödie des letzten Jahrhunderts minimieren zu wollen.Dennoch finden sich Hinweise im Internet,das es z.B. Genozide in kolonialisierten Ländern gab,die dem während der Nazizeit kaum nachstehen zumindest was die Opferzahlen angeht.Auch andere Völker als minderwertig einzustufen,scheint definitiv keine alleinige Erfindung deutscher Antropologen oder anderer "Wissenschaftler"gewesen zu sein.Namen wie Joseph Arthur de Gobineau,Francis Galton,Madison Grant oder Carleton S. Coon und viele andere haben schon teilweise vor der Nazi Ära Rassentheorien und Eugenikforschung betrieben,sowie auch andere Länder.
    Ich glaube man findet viele Erklärungen und Antworten im 19.Jahrhundert für die Menschenverachtene Zeit in der der ersten Jahrhunderthälfte des darauf folgenden Jahrhunderts.Weder werden die Opfer in Denkmälern gewürdigt,noch wird dieser Zeit im allgemeinen International die gebotene Aufmerksamkeit gewidmet.
  8. #8

    Was Sie dabei vergessen

    Zitat von ridgleylisp Beitrag anzeigen
    ....scheinen total zu vergessen dass es sich um eine ganz andere Zeit handelte, mit eben ganz anderen Werten. Menschen vergangener Zeiten nachträglich zu richten dass sie nicht wie wir heute waren mutet doch sehr hochtrabend an. Im Rückblick sind wir ja immer schlauer. Seien wir doch lieber dankbar dass unsere aufgeklärte Gesellschaft einen Gesinnungswandel erlaubt hat der die Auswüchse der damaligen ideologie richtiggestellt hat. Ja, ja, wir sind doch besser als die damals, aber doch nur weil unsere westliche Gesellschaft außerordentlich fähig war dazu zulernen. Man bedenke doch wieviele andere Gesellschaften das nicht können, und die heute noch Gefangene ihrer tausendjährigen Tradition sind. Muss ich da Beispiele nennen?
    ist, dass es schon immer Kolonialkritiker gegeben hat, auch während der Zeit des Kolonialismus. Vergessen Sie bitte nicht, dass es bereits 1789 im Zuge der französischen Revolution eine Deklaration der Menschenrechte gegeben hat.
    Der Kolonialismus ist gerade durch die von Ihnen zitierte sogenannte "aufgeklärte Gesellschaft" ausgelöst worden. Wenn seine Sinnhaftigkeit keine Zweifel mit sich gezogen hätte, wäre keine anhaltende Diskussion zum Versuch der Legitimierung um ihn entbrannt; man denke an Jules Ferry, der im Kolonialismus ein Instrument zur "Zivilisierung der niederen Rassen" sah.
    Was Sie betreiben, würde ich als Geschichtsrevisionismus bezeichnen.
  9. #9

    Ausstellung

    Zitat von Oberleerer Beitrag anzeigen
    Wenn ich das Bild vom Goldschmied sehe, frage ich mich, warum in dieser Region keine Stühle erfunden wurden. Auf vielen Bildern aus Indien, Afghanistan etc. hocken alte Männer herum statt sich auf einen Stuhl zu setzen.
    Ist das etwas religiöses? In türkischen Teehäusern sitzt man meiner Meinung nach auf Stühlen.

    In Deutschland waren die Büroarbeitsplätze um 1900 auch of mit einem Stehpult ausgestattet.
    Darueber habe ich auch oft nachgedacht. Irgendwie zeigt der Stuhl oder der Mangel desselben vielleicht die Naehe zur Erde. Je weiter man von der Erde entfernt ist, desto mehr bevorzugt man einen Stuhl.
    Man koennte es sogar einen Indikator der kulturellen Entwicklung zeigen. Ab er es ist mehr als das. Meine Angestellten in Thailand haetten sofort einen Stuhl bekommen, aber sie bevorzugten es, auf dem Boden zu sitzen. Sie fanden es kuehler und bequemer.








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