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Aussortierte Ingenieure: Wir helfen uns selbst!

Alkoholiker, Schuldner, Übergewichtige -*für viele Probleme gibt es Selbsthilfegruppen. In Chemnitz trifft sich regelmäßig eine Gruppe arbeitsloser Ingenieure. Ihre berufliche Lage ist düster, aber sie wehren sich gegen die Resignation.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...791704,00.html
  1. #1

    Kollateralschaden

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Alkoholiker, Schuldner, Übergewichtige -*für viele Probleme gibt es Selbsthilfegruppen. In Chemnitz trifft sich regelmäßig eine Gruppe arbeitsloser Ingenieure. Ihre berufliche Lage ist düster, aber sie wehren sich gegen die Resignation.

    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...791704,00.html
    Die Situation in den neuen Bundesländern war einzigartig in der Wirtschaftsgeschichte. Es mußte ein schnelles Umsteuern erfolgen und die arbeitslosen Ingenieure Sachsens war der Kollateralschaden der Wiedervereinigung.
    Kaufleute gab es als Arbeitslosenproblem gar nicht, da es in der DDR eigenllich gar keine Kaufleute gab, im eigentlichen Betriebswirtschaftlichen Sinn.
    Eine Berufsgruppenaufteilung bestand in der DDR in Produzenten, Planwirtschaftler, Überwacher und Gefängniswärter

    Fehlverhalten der Treuhand, gekoppelt mit Überforderung der Banken? NAchzulesen alles im Klassiker dieser Zeit:

    "Kaltstart" von Gerlinde und Hans-Werner Sinn
  2. #2

    Tja,

    ich kann's einfach nicht verstehen. Ich bin seit vielen Jahren Freiberufler (E-Techniker) und habe NIE ein Problem gehabt einen - gutbezahlten - Job zu finden. Im Gegenteil, ich werde oft angerufen und muß ablehnen weil ich keine Zeit habe. Ebenso ist es mit meinen Bekannten aus der Branche. Vor allem Programmierer, die C++ können und vor Assembler keine Angst haben, werden praktisch in Gold aufgewogen. Aber man muß dann auch schon mal für einige Zeit sein Dorf verlassen. Wer in max. 20 km Radius seinen Job finden will, mit 7,5h Tag wird allerdings ewig arbeitslos bleiben. Bin übrigens 57 und einige von den Kollegen sind schon 60.
  3. #3

    zwischen den Zeilen lesen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Alkoholiker, Schuldner, Übergewichtige -*für viele Probleme gibt es Selbsthilfegruppen. In Chemnitz trifft sich regelmäßig eine Gruppe arbeitsloser Ingenieure. Ihre berufliche Lage ist düster, aber sie wehren sich gegen die Resignation.

    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...791704,00.html
    Sicherlich waren die Umwälzungen 1991 nach der Wiedervereinigung tiefgreifend und haben zu hoher Arbeitslosigkeit geführt. Aber wer heute über fünfzig ist und seit der Wende keine Arbeit hat, war damals über dreißig. Und es gab einen großen Aufschwung nach 1991.

    Ich halte unsere heute geforderte Mobilität auch für hinterfragbar, aber wer nicht aus der Heimat will, muss auch damit rechnen, arbeitslos zu werden. Man löst eigene Probleme oder man hat keine, aber man sucht die Schuld nicht bei anderen. Es gibt Ingenieursgruppen, die hatten es wirklich schwer. Wer mit über fünfzig als Analogtechniker die Telekom verlassen mußte, konnte keine Arbeit mehr im bekannten Gebiet finden. Aber auch da gilt zu hinterfragen, warum man sich nicht rechtzeitig weitergebildet hat. Die Entwicklung war absehbar.

    Wer träge und behäbig auf einer scheinbar sicheren Stelle hockt, wird heute immer öfter vom modernen Darvinismus erlegt.
  4. #4

    Erfahrung im Job

    Zitat von posten Beitrag anzeigen
    ich kann's einfach nicht verstehen. Ich bin seit vielen Jahren Freiberufler (E-Techniker) und habe NIE ein Problem gehabt einen - gutbezahlten - Job zu finden. Im Gegenteil, ich werde oft angerufen und muß ablehnen weil ich keine Zeit habe. Ebenso ist es mit meinen Bekannten aus der Branche. Vor allem Programmierer, die C++ können und vor Assembler keine Angst haben, werden praktisch in Gold aufgewogen. Aber man muß dann auch schon mal für einige Zeit sein Dorf verlassen. Wer in max. 20 km Radius seinen Job finden will, mit 7,5h Tag wird allerdings ewig arbeitslos bleiben. Bin übrigens 57 und einige von den Kollegen sind schon 60.
    Wenn ich heutige hochkomplexe Produkte und den weltweiten Markt sehe, dann sind Angestellte mit Jahrzehnten Erfahrung notwendig, um am Markt zu bestehen. Der Trend wir sich in Kürze verändern und Firmen werden den Wert erfahrener Mitarbeit schätzen lernen.

    Das gilt natürlich nicht für den handwerklichen Bereich. Wer vierzig Jahre Steine schleppte, ist in der Regel körperlich kaputt. Aber auch für diesen Bereich gibt es Möglichkeiten zur frühzeitigen Weiterbildung.
  5. #5

    Experten

    "Kaltstart" von Gerlinde und Hans-Werner Sinn[/QUOTE]

    Naja, da haben Sie die richtigen "Experten" für die abgewickelte DDR-Wirtschaft benannt. Empfehle Ihnen, sich unabhängig zu informieren und nicht gerade bei den Protagonisten der neoliberalen Wirtschaftspolitik nachzuschlagen. Im Übrigen: Was gibt es eigentlich noch zu diskutieren? Zu diesem Thema ist doch schon alles gesagt worden. Die DDR-Wirtschaft war der Konkurrenz aus dem Westen aus verschiedenen Gründen, auch durch Fehlentscheidungen der Nachwende-Regierungen, nicht gewachsen. Die Treuhandanstalt hat mit ihrem klaren Auftrag, die DDR abzuwickeln und zwar zu Gunsten der West-Wirtschaft, ein Übriges dazu beigetragen. Und ein Arbeitslosenheer gehört im Kapitalismus systembedingt immer dazu. Das war von Anfang an klar und alle, die sich für die Abschaffung der DDR eingesetzt haben,
    wussten es.
  6. #6

    Interessante Ressource!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Alkoholiker, Schuldner, Übergewichtige -*für viele Probleme gibt es Selbsthilfegruppen. In Chemnitz trifft sich regelmäßig eine Gruppe arbeitsloser Ingenieure. Ihre berufliche Lage ist düster, aber sie wehren sich gegen die Resignation.

    http://www.spiegel.de/karriere/beruf...791704,00.html
    Stellen sich die Leute für Interessenten auf irgendeiner Internetplattform dar oder kann man sonstwie Kontakt zu ihnen aufnehmen? Hier wäre ein Link hilfreich, oder habe ich was übersehen?
  7. #7

    .......

    ich lese immer gute Ingenieure werden gesucht wie wild ?? Habe ich falsch gelesen??
  8. #8

    Fachkräftemangel?

    Zitat von hoffnungsvoll Beitrag anzeigen
    Wenn ich heutige hochkomplexe Produkte und den weltweiten Markt sehe, dann sind Angestellte mit Jahrzehnten Erfahrung notwendig, um am Markt zu bestehen. Der Trend wir sich in Kürze verändern und Firmen werden den Wert erfahrener Mitarbeit schätzen lernen.

    Das gilt natürlich nicht für den handwerklichen Bereich. Wer vierzig Jahre Steine schleppte, ist in der Regel körperlich kaputt. Aber auch für diesen Bereich gibt es Möglichkeiten zur frühzeitigen Weiterbildung.
    Der auch hier in Diskussionsbeiträgen gemachte Vorwurf, unsere ostdeutschen Landsleute seien zu träge, ist falsch. Hunderttausende von Fachkräften liegen jedes Wochenende auf der Straße, um in Deutschland und darüber hinaus zu ihrem Arbeitsplatz 300, 500 oder gar 1000 km zu fahren. Das meist in unsicheren Leiharbeiterjobs und geringerer Bezahlung als die Festangestellten. Darunter befinden sich auch zahlreiche Ingenieure. Diese flexiblen Fachleute finden wir sogar auf unserer Insel Usedom. Dagegen erzählen Leihkräfte, die bei BMW beschäftigt sind, daß Bayern sich mit Händen und Füßen dagegen wehren, in das Werk Leipzig versetzt zu werden.
  9. #9

    Wer wird gesucht?

    Zitat von janne2109 Beitrag anzeigen
    ich lese immer gute Ingenieure werden gesucht wie wild ?? Habe ich falsch gelesen??
    Werden Ingenieure gesucht, oder gute Ingenieure?








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