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Ausschreitungen in Rom: Sieg*der Randalierer

Brennende Autos, Straßenkämpfe, gewaltbereite Autonome: Während die Demonstrationen gegen die Finanzbranche weltweit friedlich abliefen, ist der Protest in Rom eskaliert. Italiens Hauptstadt glich teilweise einem Schlachtfeld.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...792030,00.html
  1. #30

    Heute brennt Rom... und morgen?

    Während tausende friedlich demonstrierten und sich auch nicht zu Gewalttaten anstacheln liesen, gelang es einer Gruppierung vermumter, oft schwarz gekleideter und mit Gasmasken gegen das Tränengas der Polizei bereits ausgerüsteten Demonstranten, sich zu infiltrieren und Rom zu einem Kriegs-Schauplatz werden zu lassen. Höhepunkt war der Angriff auf einen Spezialtransporter der Carabinieri, aus dem die beiden Insassen gerade noch fliehen konnten, bevor dieser vollkommen ausbrannte.

    Mich persönlich schmerzt es, wenn derartige Bilder aus meinem Land um die Welt gehen. Und Gewalt dieser art ist stets zu verurteilen, vor allem, da sie ja vollkommen willkürlich stattfand: Kirchen, Banken, das Verteidigungsministerium, einfache Ladengeschäfte und private Kleinwagen fielen der Gewaltwelle zum Opfer. Wo ist da der Zusammenhang?

    Doch obwohl der friedliche Protest dem gewaltsamen immer den Vorrang haben sollte, komme ich um ein gewisses Verständnis für jugendliche, die buchstäblich die Schnauze voll haben von den leeren Worten und Versprechungen einer Politikerriege, und ihrer Wut freien Lauf lassen, nicht herum.

    Und welches Ergebnis bringen schlussendlich die friedlichen Proteste in ganz Europa vom gestrigen Samstag?

    Werden ein Berlusconi & Co umdenken und sich plötzlich um die belange derer, die sie gewählt haben und jetzt brauchen, kümmern?

    Werden Währungsspekulanten, die das große, schnelle Geld um jeden Preis machen wollen, ob ein Land in den Ruin schlittert oder nicht, plötzlich weinen und sich eine vernünftige Arbeit suchen?
    Was bewirkt ein friedlicher Protest voller schöner Worte und Spruchbänder bei ignoranten Firmenchefs und Aufsichtsratsvorsitzenden, die ihre Produktionen und somit Arbeitsplätze ins Ausland verlagern um höhere Profite zu erzielen, allerdings weiterhin auf hohe Verkaufszahlen in Europa bauen, weil sie das simple Prinzip eines Wirtschaftskreislaufes nicht verstehen?

    Die Proteste in Italien gestern liefen unter dem Motto "Protest der erniedrigten". Wie schwer diese Worte wiegen, und warum soviele sich erniedrigt fühlen, sollte Grund für alle sein, nachzudenken. Jugendliche, die von Zeitarbeitsfirma zu Zeitarbeitsfirma tingeln müssen, obwohl hochqualifiziert, und sich am Ende eines Zeitvertrages nicht einmal ein Dankeschön mit dem letzten Gehaltszettel abholen dürfen. Oft werden sie nichteinmal darüber informiert bis zum letzten Tag, dass ihr Vertrag nicht weiterverlängert wird oder endlich in einen der ersehnten Festverträge umgewandelt wird.
    DAS ist pure Erniedrigung! Sich dann anhören zu lassen, dass sie bis 30 bei Mutti wohnen, weil sie aber ohne einen Festvertrag nicht einmal einen Mietsvertrag bekommen, DAS ist Erniedrigung.
    Und sich dann noch anhören zu müssen, dass sie für einen Job überqualifiziert sind, für einen anderen die Berufserfahrung allerdings noch fehlt, DAS ist pure Erniedrigung!

    Es ist zu einfach, auf ein paar Krawallmacher mit dem Finger zu deuten und sie in den Begrif "Black Block" oder wie auch immer einzukesseln, um die eigentlichen Problemen unter den Tisch zu kehren.
    -------------------------

    www.mailand.blog.de
  2. #31

    Erste !! ??

    Zitat von Phoenix2006 Beitrag anzeigen
    Ich habe mal eine wissenschaftliche Frage (Fachgebiet: Pyschologie)

    Wer hat ein Interesse daran, die Demonstrationen zu diskretditieren?
    A: Das Schwein Luise, weil es sich bei den Demonstranten nicht um Vegetarier handelt?
    B: Eisbär Knut, weil seine Trauerfeier bzw. sein Begräbnis nicht die Größenordnung hatte, wie es die Occupy Veranstaltungen von gestern erreichten.
    C: Diejenigen, gegen die sich die Demonstrationen richten.

    Ich denke ich tippe mal ganz laienhaft auf "A" und muss gestehen, dass ich keine Psychologin bin.
  3. #32

    Ziviles Zusammenleben ist, wenn wir uns ausbeuten lassen

    Zitat:"...Die staatlichen TV-Sender RAI 1 verlas die erste Reaktion von Silvio Berlusconi aus seiner Villa in Arcore bei Mailand: "Die unglaublichen Ausschreitungen sind ein alarmierendes Zeichen für unser ziviles Zusammenleben..."
    Ist es ziviles Zusammenleben, wenn eine, jeglicher volkswirtschaftlicher Realität entrückte Elite, die Wirtschaftskraft des unteren- und Mittelstands schamlos zur Bereicherung ausnutzt?
  4. #33

    Schwer zu sagen.

    Zitat von Daniele Beitrag anzeigen
    ...
    Werden ein Berlusconi & Co umdenken und sich plötzlich um die belange derer, die sie gewählt haben und jetzt brauchen, kümmern?
    ...
    Bei den Demos der 70er kam es auch immer wieder zu Gewalt. Man erinnere sich an einen früheren Aussenminister und ehemaligen Sponti...
    Ob das der Geschichte damals mehr genützt oder geschadet hat, kann man nur schwer beurteilen. Ich vermute mal pauschal ist das auch unsinnig. Henning Venske sagte mal bezogen auf die Diktaturen in Südamerika: "Generäle verjagt man nicht mit Gummibärchen." Tatsächlich sind aber die Regime, die mit Gewalt aufgebaut werden, auch meist nicht Muster an Demokratie. Liegt vielleicht an der Lebenseinstellung von gewaltbereiten Menschen.
    Also mir wäre daher eine Veränderung durch friedliche Demonstrationen und zivilem Ungehorsam symphatischer.
    Nur muß man den Begriff Gewalt definieren. Die deutschen Innenminister bezeichneten ja schon mal gern Sitzblokaden als Gewaltanwendung und rechtfertigten damit ihr hartes Durchgreifen. Das ist natürlich Schwachsinn.
    Aber Autos und Läden Unbeteiligter anzuzünden ist definitv unsinnige Gewalt.
  5. #34

    Versteh ich nicht

    Wollten
    Zitat von fr.rottenmeier Beitrag anzeigen
    A: Das Schwein Luise, weil es sich bei den Demonstranten nicht um Vegetarier handelt?
    B: Eisbär Knut, weil seine Trauerfeier bzw. sein Begräbnis nicht die Größenordnung hatte, wie es die Occupy Veranstaltungen von gestern erreichten.
    C: Diejenigen, gegen die sich die Demonstrationen richten.

    Ich denke ich tippe mal ganz laienhaft auf "A" und muss gestehen, dass ich keine Psychologin bin.
    Was wollen Sie eigentlich sagen? Wollten Sie lustig sein? Wie kommen plötzlich die Vegetarier inIhr Blickfeld und der tote Knut (der weder lebend noch tot ein "Interesse" an Demos gegen Banken haben konnte,ebensowenig wie ein Schwein,das sein entsetzliches Leiden wohl kaum auf eine obskure Geldordnung zurückführt?)Und wenn Veggies bzw. Tierrechtler im Namen von Knut und Luise solche gedanklichen Verknüpfungen vornehmen - landen sie dann bei
    einer Verurteilung der rebellierenden Römer oder Frankfurter?
    Warum sollten ausgerechnet Vegetarier etwas gegen die Demos haben, die - friedlich oder gewaltsam - eine Ordnung angreifen, die auch die Tiere ausbeutet und versklavt?
  6. #35

    alte Kapuzen - -ääähh Hüte

    Zitat von jocurt Beitrag anzeigen
    ist doch ein alter Hut in der demonstrationsgeschichte.

    Autonome sind immer auffallend gekleidet, gut erkennbar, treten als Block auf und ..... niemand kann Sie einkesseln, fangen etc.

    Sind offensichtlich gut ausgebildet, um als Gruppe zu agieren.

    Komisch, wenn das in Ägypten, Tunesien passiert heisst es bei uns in der Presse, das sind staatsgesteuerte Provokateure.
    Passiert das in der EU also wir, Italien, Spanien, Grichenland sind das immer Autonome, Linke und der schwarze Block. Und nie kann die einer fassen, obwohl die so schön auffällig uniformiert auftreten. Haben die einen Ausweis?

    Mmhhh !
    fangen und festhalten (was wohl in einzelnen Fällen geschehen ist), Kapuze runter, fotografieren, Foto ins Internet stellen und fragen, wer kennt den oder die? - - man wird sich kaum wundern, wenn dann Mitarbeiter irgendwelcher Dienste enttarnt werden...

    ist auch in Tunesien so geschehen und dann waren die meisten Enttarnten die "armen Flüchtlinge", die in Lampedusa ankamen
  7. #36

    gelenkte Randaliere?

    Wer hat da wohl die gut ausgerüsteten Randalierer aus Süditalien nach Rom bringen lassen?
    Vielleicht hätten Sie nicht die nette Louisa befragen sollen sondern lieber einen der adrett schwarz verkleideten Herren aus süditalien nach seinem Auftraggeber befragt.
  8. #37

    Cui Bono ?

    Auf dem Kurfürstendamm
    Anfang der 80er Jahre geriet ich beim Kudamm-Bummel in eine Demo der Hausbesetzer-Szene.War harmlos, bis plötzlich 4 Schwarzjacken anfingen, mit Eisenstangen Schaufensterscheiben einzuschlagen.Diese Leute rannten dann bis zur Augsburger Strasse und sprangen in einen offenen Polizei-Transporter.Habe damals meine Erkenntnis dem Tagesspiegel mitgeteilt - vergeblich!
  9. #38

    Falsch! Gewonnen haben die friedlichen Demonstranten die in riesigen Massen zusammenfanden. Die paar Idioten machen uns das nicht kaputt!

    Schließt euch den Protesten an!
  10. #39

    Die Randalierer waren organisiert!

    Zitat von Daniele Beitrag anzeigen
    Während tausende friedlich demonstrierten und sich auch nicht zu Gewalttaten anstacheln liesen, gelang es einer Gruppierung vermumter, oft schwarz gekleideter und mit Gasmasken gegen das Tränengas der Polizei bereits ausgerüsteten Demonstranten, sich zu infiltrieren und Rom zu einem Kriegs-Schauplatz werden zu lassen. Höhepunkt war der Angriff auf einen Spezialtransporter der Carabinieri, aus dem die beiden Insassen gerade noch fliehen konnten, bevor dieser vollkommen ausbrannte.

    Mich persönlich schmerzt es, wenn derartige Bilder aus meinem Land um die Welt gehen. Und Gewalt dieser art ist stets zu verurteilen, vor allem, da sie ja vollkommen willkürlich stattfand: Kirchen, Banken, das Verteidigungsministerium, einfache Ladengeschäfte und private Kleinwagen fielen der Gewaltwelle zum Opfer. Wo ist da der Zusammenhang?

    Doch obwohl der friedliche Protest dem gewaltsamen immer den Vorrang haben sollte, komme ich um ein gewisses Verständnis für jugendliche, die buchstäblich die Schnauze voll haben von den leeren Worten und Versprechungen einer Politikerriege, und ihrer Wut freien Lauf lassen, nicht herum.

    Und welches Ergebnis bringen schlussendlich die friedlichen Proteste in ganz Europa vom gestrigen Samstag?

    Werden ein Berlusconi & Co umdenken und sich plötzlich um die belange derer, die sie gewählt haben und jetzt brauchen, kümmern?

    Werden Währungsspekulanten, die das große, schnelle Geld um jeden Preis machen wollen, ob ein Land in den Ruin schlittert oder nicht, plötzlich weinen und sich eine vernünftige Arbeit suchen?
    Was bewirkt ein friedlicher Protest voller schöner Worte und Spruchbänder bei ignoranten Firmenchefs und Aufsichtsratsvorsitzenden, die ihre Produktionen und somit Arbeitsplätze ins Ausland verlagern um höhere Profite zu erzielen, allerdings weiterhin auf hohe Verkaufszahlen in Europa bauen, weil sie das simple Prinzip eines Wirtschaftskreislaufes nicht verstehen?

    Die Proteste in Italien gestern liefen unter dem Motto "Protest der erniedrigten". Wie schwer diese Worte wiegen, und warum soviele sich erniedrigt fühlen, sollte Grund für alle sein, nachzudenken. Jugendliche, die von Zeitarbeitsfirma zu Zeitarbeitsfirma tingeln müssen, obwohl hochqualifiziert, und sich am Ende eines Zeitvertrages nicht einmal ein Dankeschön mit dem letzten Gehaltszettel abholen dürfen. Oft werden sie nichteinmal darüber informiert bis zum letzten Tag, dass ihr Vertrag nicht weiterverlängert wird oder endlich in einen der ersehnten Festverträge umgewandelt wird.
    DAS ist pure Erniedrigung! Sich dann anhören zu lassen, dass sie bis 30 bei Mutti wohnen, weil sie aber ohne einen Festvertrag nicht einmal einen Mietsvertrag bekommen, DAS ist Erniedrigung.
    Und sich dann noch anhören zu müssen, dass sie für einen Job überqualifiziert sind, für einen anderen die Berufserfahrung allerdings noch fehlt, DAS ist pure Erniedrigung!

    Es ist zu einfach, auf ein paar Krawallmacher mit dem Finger zu deuten und sie in den Begrif "Black Block" oder wie auch immer einzukesseln, um die eigentlichen Problemen unter den Tisch zu kehren.
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