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Ausschluss von Präsidentschaftskandidaten: Salafisten drohen Ägypten mit islamischer

DPAEinspruch abgelehnt: Drei Top-Kandidaten bleiben von der Präsidentenwahl in Ägypten ausgeschlossen - aus teils fadenscheinigen Gründen. Die Wahlkommission verschärft die Stimmung am Nil damit gefährlich. Schon drohen die Salafisten mit Revolution, der Urnengang scheint in Gefahr.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...828197,00.html
  1. #30

    Ja

    Zitat von qranqe Beitrag anzeigen
    Ja wer hätte das denn bitte ahnen können?

    Da - man will es dem ägyptischen Volk nicht wünschen - passiert jetzt der gleiche Mist wie vor Jahrzehnten im damals extrem westlich orientieren, modernen Iran, der heute schon fast mit Afghanistan mithalten kann. :-(
    Ich erinnere mich noch, wie die SPON-Autorin Ulrike Putz, die auch jetzt diesen Artikel geschrieben hat, noch vor einem Jahr Netanyahu mit Spott ueberzogen hat, weil er es wagte, genau davor zu warnen ("Revolution wie 1989, oder wie 1979?").

    Verblendung hat leider kein Verfallsdatum.
  2. #31

    Zitat von driftwood1973 Beitrag anzeigen
    Wer sich wie Scholl-Latour ein wenig auskennt in den arabischen Ländern wußte schon während den allgemeinen Lobeshymnen zum "Arabischen Frühling" , daß nun der islamistische Winter in Ägypten, Lybien und leider wohl auch bald Syrien ( mit katastrophelen Folgen für Christen, Aleviten und allen anderen Minderheiten) angebrochen ist.
    Aber wie man jetzt bei dem Umgang der Medien und Politik mit Syrien unschwer erkennen kann, haben wir leider nichts von unseren fahrlässigen Fehlern nichts , aber auch rein garnichts gelernt.
    Ich kann nicht erkennen, dass der Salafismus in den genannten Ländern an der Macht ist.

    Man muss übrigens nicht Peter Scholl-Latour sein, um zu wissen, dass es im Nahen Osten religiösen Fanatismus gibt. Man muss aber anscheinend Peter Scholl-Latour sein, um sich einzureden, dass die säkulare Gewaltherrschaft ein zukunftfähiges Modell zur Einschränkung des religiösen Fanatismus sei.
  3. #32

    Vergleich hinkt gewaltig

    Zitat von kluch Beitrag anzeigen
    Ich sehe überhaupt nicht das große Problem der „islamischen Kräfte“. Schonmal überlegt, wie die Einstellung der CDU 1950 waren, als die Demokratie in D. mal wieder Einzug erhielt?
    Christliche Werte hochhalten! Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann? Kinder ohne Ehe? Homosexualität?
    Am Anfang der BRD war Deutschland genauso konservativ und „zurückgeblieben“ wie die Anfänge der Ägyptischen Demokratie heute....
    Das ist viel zu oberflaechlich gedacht. Deutschland hatte mit der Weimarer Republik bereits Demokratieerfahreungen. Deutschland hatte seit etwa 200 Jahren schon die Aufklaerung. Europa generell hatte schon durch Napoleon republikanische Werte aufgenommen. Und vor allem: Deutschland war nach zwei Weltkriegen absolut niedergeschmettert, von den Alliierten ueberrannt und hatte gerade die groesste Katastrophe in der Menschheitsgeschichte zu verantworten. Das sind ganz spezielle Bedingungen, und dadurch konnte Deutschland den Ballast vorheriger Zeiten abwerfen und unter dem Druck der Siegermaechte sich in eine Demokratie entwickeln.

    Nichts davon ist der Fall in Aegypten.
    Und die CDU mit den Muslimbruedern allein aufgrund des Namens (!) zu vergleichen, ist mehr als absurd! Vergleichen sie auch die Piratenpartei mit somalischen Piraten? Ist ja nach dieser Logik das gleiche!
  4. #33

    Merkwürdige Revolutionskritiker

    Natürlich kann niemand ausschließen, dass der Tugendterror der islamistischen "Wohlfahrtsausschüsse" an die Macht gelangt. Revolutionen sind halt gefährlich. Man kann aber ausschließen, dass die feudal-mafiöse Diktatur in Arabien Zukunft hat.
  5. #34

    Die Salafisten bekämpfen die Demokratie

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Einspruch abgelehnt: Drei Top-Kandidaten bleiben von der Präsidentenwahl in Ägypten ausgeschlossen - aus teils fadenscheinigen Gründen. Die Wahlkommission verschärft die Stimmung am Nil damit gefährlich. Schon drohen die Salafisten mit Revolution, der Urnengang scheint in Gefahr.

    Ausschluss von Präsidentschaftskandidaten: Salafisten drohen Ägypten mit islamischer Revolution - SPIEGEL ONLINE
    Die Salafisten bekämpfen die Demokratie in Ägypten. Und wir lassen solche Leute in unserem Land agitieren!
  6. #35

    Nein

    Zitat von Meckerliese Beitrag anzeigen
    Irgendwann werden sich die Ägypter ihren Mubarak zurück wünschen.
    Nein, das werden sie nicht, von einigen Geschaeftsleuten abgesehen. Natuerlich haben viele Intellektuelle und auch die Kopten Angst vor einem islamistischen Staat (also vor der Noor-Partei, nicht vor der Muslimbruderschaft, die letztendlich aus konservativen aber pragmatischen Geschaeftsleuten besteht, sagen wir mal, so wie die CDU in den fruehen Tagen der BRD) auch wenn die beiden Parteien in vielen Medien immer ueber einen Kamm geschert werden), aber sind hier doch fuer die Mehrzahl der Aegypter, naemlich die marginalisierte Arbeiter- und untere Mittelschicht, viele kleine aber wichtige Freiheiten im Alltag hinzugekommen und die taegliche Angst vor Repression hat abgenommen. Ich fuerchte, die meisten Menschen haben keine Vorstellung davon, was ein nicht-priveligiertes Leben in der Aera Mubarak bedeutete.
    (Und bitte, an alle Foristen, ich moechte keine pauschale Erwiderung im Sinne "die Araber sind ja sowiso nicht demokratiefaehig" - die gab es leider sehr haeufig - und "das war ja zu erwarten" lesen. Stellen Sie sich vor, die Alliierten haetten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Deutschen fuer per se nicht demokratiefaehig erklaert (nach den historischen Erfahrungen waere das zu dieser Zeit vielleicht keine abwegige Aussage gewesen) und Deutschland die Gruendung eines souveraenen demokratischen Staates verwehrt. Der Uebergang zum gefestigten, allgemeinen demokratischen Wertekonsens hat ja auch laenger als ein paar Monate gedauert, nicht wahr?)
    Seien wir etwas geduldiger und optimistischer; die meisten Aegypter wissen sehr gut, dass ihr Land vom Tourismus abhaengig ist. Was im Moment stattfindet, ist ein Machtkampf, der zwischen den verschiedenen Fraktionen mit allen schmutzigen Mitteln, die man sich so vorstellen kann, ausgefuehrt wird.
  7. #36

    xxx

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Einspruch abgelehnt: Drei Top-Kandidaten bleiben von der Präsidentenwahl in Ägypten ausgeschlossen - aus teils fadenscheinigen Gründen. Die Wahlkommission verschärft die Stimmung am Nil damit gefährlich. Schon drohen die Salafisten mit Revolution, der Urnengang scheint in Gefahr.

    Ausschluss von Präsidentschaftskandidaten: Salafisten drohen Ägypten mit islamischer Revolution - SPIEGEL ONLINE
    Nur das zum Thema arabischer Frühling.
    Die Gutmenschen im ÖRF, und nicht nur da, sind uns eine Erklärung schuldig.
  8. #37

    Damit werden wir leben müssen

    Zitat von derweise Beitrag anzeigen
    Die Salafisten bekämpfen die Demokratie in Ägypten. Und wir lassen solche Leute in unserem Land agitieren!
    So lange sie hier rechtmäßig sind und nicht gegen Gesetze verstoßen, genau so, wie die Neo-Nazis.
  9. #38

    600 Jahre

    Zitat von kluch Beitrag anzeigen
    Ich sehe überhaupt nicht das große Problem der „islamischen Kräfte“. Schonmal überlegt, wie die Einstellung der CDU 1950 waren, als die Demokratie in D. mal wieder Einzug erhielt?
    Christliche Werte hochhalten! Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann? Kinder ohne Ehe? Homosexualität?
    Am Anfang der BRD war Deutschland genauso konservativ und „zurückgeblieben“ wie die Anfänge der Ägyptischen Demokratie heute.
    Das schlimmste daran ist: Sie meinen ernst was Sie da schreiben.
    Die Muslimbrüder sind aber nicht 60 Jahre, sondern 600 Jahre zurück.
  10. #39

    Rückfrage

    Zitat von flipworld12 Beitrag anzeigen
    Der Wille aller ist nicht legitim, wenn er nicht grundlegende Werte repräsentiert.
    Und wessen Wille ist dann legitim? Ihrer?


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