Ausnutzberufe: Kannst Du mal schnell?

Fritz Habekuß Hier mal kurz helfen, dort einen Blick draufwerfen: Wer einen Beruf hat, der Freunden nützen kann, ist bei denen für Rat und Tat gefragt. Wie weit darf Freundschaftsdienst gehen? Ein Jurist, eine Medizinerin, ein Handwerker und eine Illustratorin erzählen.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-859142.html
  1. #1

    Ablehnen!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Hier mal kurz helfen, dort einen Blick draufwerfen: Wer einen Beruf hat, der Freunden nützen kann, ist bei denen für Rat und Tat gefragt.
    Ausnutzberufe: Freundschaftsdienst nach Feierabend - SPIEGEL ONLINE
    Ich bin seit Jahrzehnten in der IT tätig und es war früher so, dass "Hinz und Kunz" ihre Computerprobleme von mir gelöst haben wollten.
    Ich muss dazu sagen, dass ich im Storage und Virtualisierungsumfeld unterwegs bin und dieses Thema hat nicht gerade viel mit den handelsüblichen PC Problemen von Privatanwendern zu tun.....

    Am Anfang habe ich noch gute Mine zum bösen Spiel gemacht und meine freie Zeit für diesen Unsinn geopfert, allerdings ist das ein Fass ohne Boden und kann schnell in ein endloses Gefrickel führen....
    Inzwischen lehne ich jegliche Hilfe ab, das kostet zwar den einen oder anderen Bekannten, aber schont meine Nerven und beschert mir einen entspannteren Feierabend.
  2. #2

    Ich kann immer mal schnell und das ist gut so

    Ich habe immer geholfen und bereue es nicht.

    Es ist richtig, kurzfristig nutzen einen die Freunde aus, aber, wenn es wirklich Freunde sind kommt auch was zurück.

    Ich habe MS bekommen und bin jetzt vielfach auf Hilfe angewiesen, aber weil ich vor der Erkrankung immer für Andere da war, stehe ich jetzt nicht allein da.

    Freunde gaben mir jetzt meinen Garten, helfen mir wenn mal was zu bewegen ist oder wenn Reparaturen im Haus anstehen.
    Auch bei Geld hört die Freundschaft nicht auf.
    Anscheinend haben die Leute keine Ahnung mehr, was Freundschaft bedeutet.
    Wer wirklich Dein Freund ist, merkst Du erst wenn Du nichts mehr zu bieten hast und auf Hilfe angewiesen bist.
    Untehaltungsspielgefährten braucht kein Mensch.
  3. #3

    ...

    Ja... und? Das geht in vielen anderen Berufen auch so. Und ich denke, fast alle, die den Beitrag gelesen haben, können dazu was sagen. "Du bist doch Grafikerin, kannste mir nicht eben ne Anzeige machen? Kannste mir nicht eben mal schnell ne website machen? Ihr fotografiert doch. Könnt ihr nicht eben mal unsere Hochzeit dokumentieren?" Und natürlich für lau. Wir überlegen uns sehr gründlich, wem wir einen Gefallen tun und wem nicht. Die wenigsten Leute bedenken, dass solche Gefallen neben Zeit auch Material kosten. Und Menschen, die glauben, ich fotografiere mal eben ihre Hochzeit mit Standesamt, Kirche, Park und Feier für nüscht und mach mich dann auch noch ein paar Tage dran, um dann 150 Fotos zu bearbeiten, die liegen bei mir ganz falsch.

    Es ist Auslegungs- und Entscheidungssache. Wenn es ein kleiner Gefallen und ein guter Freund ist, lass ich mich gern überreden, aber irgendwann hört es auf.
  4. #4

    re

    Erinnert mich an mein Studium. Fuer meine Masterarbeit war ich auf Gelaendearbeit in einem Staedchen in Suedfrankreich. Regelmaessig kamen Einheimische mit ihren Stein-, Mineralien- oder Fossiliensammlungen vorbei um mich zu fragen was das sei. Letztendlich wurde es mir zu viel und ich habe mit Hilfe der Gemeinde, deren Mitarbeiter wirklich toll waren, einen Steinetag organisiert und alle waren gluecklich - und ich brauchte fuer den Rest meines Aufenthalts nicht mehr selber zu kochen dank einiger Einladungen von Einheimischen.

    Jetzt haelt sich alles ziemlich in Grenzen, vor allem da meine Arbeit zu abstrakt fuer die meisten ist. Eigentlich schon schade.
  5. #5

    Zitat von fort-perfect Beitrag anzeigen
    Ich bin seit Jahrzehnten in der IT tätig und es war früher so, dass "Hinz und Kunz" ihre Computerprobleme von mir gelöst haben wollten.
    Das kommt mir irgendwie bekannt vor.
    Kannste mal "eben"?
  6. #6

    Am Thema vorbei

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Hier mal kurz helfen, dort einen Blick draufwerfen: Wer einen Beruf hat, der Freunden nützen kann, ist bei denen für Rat und Tat gefragt. Wie weit darf Freundschaftsdienst gehen? Ein Jurist, eine Medizinerin, ein Handwerker und eine Illustratorin erzählen.

    Ausnutzberufe: Freundschaftsdienst nach Feierabend - SPIEGEL ONLINE
    Die befragten Berufsgruppen gehen etwas am Thema vorbei und können auch relativ gut mit der Situation umgehen.
    Am schlimmsten dran sind meines Erachtens Leute, die in der IT-Branche arbeiten und somit automatisch zum kostenlosen Fachmann für die ganze Bekanntschaft werden und Leute, de beim Steuerberater arbeieten, die dann gerne von der gesamten Bekanntschaft gefrgt werden, ob sie nicht die jeweilige Steuererklärung kostenlos erstellen könnten.

    Hier ist eine Trennung zwischen Büro/Praxis und privatem Umfeld eben nicht so leicht herzustellen wie in den geschilderten Beispielen.
  7. #7

    Ich vermisse IT-Fachleute im Artikel!

    ich arbeite schon lange in der IT und es war lange so,
    das jeder aus dem Freundeskreis/Bekannte gerne Support von mir haben wollte.

    Rund um die Uhr.

    Auch gerne mal nach Mitternacht...

    Dieses Windows Problem, das Hardwarteil was nicht so mag, Netzwerk mag nicht, Software, Spiele... kein Thema was fehlte.

    Die ersten Jahre war man mit Elan dabei aber irgendwann langte es...

    Ok, meiner Mutter übers Telefon ihren neuen Router einrichten mache ich immer noch und es ist eine absolute Herausforderung....

    Aber für alle anderen habe ich folgenden Trick, der seit Jahren einwandfrei funktioniert:

    PC? Windows? aha, ok tut mir leid, ich nutze schon seit Jahren kein Windows mehr und beruflich habe ich nur mit UNIX Großservern zu tun...

    Und oh Wunder...diese Leute finden jemanden anderen der ihnen hilft ;)
    (das ich privat natürlich auch u.a. auch Windows nutze, wenn auch in einer VM, geht ja keinen was an ;)
  8. #8

    dipl. inf.

    Oh ja das kenne ich als diplomierter informatiker auch zur genüge. Sobald die leute hören dass man im IT-Bereich arbeitet wird man automatisch als sofort als wandelnde, jederzeit verfügbare und kosfenlose pc hotline betrachtet.
    Und natürlich wird erwartet dass ich jedes nur denkbare windows problem sofort auch ohne detailierte information einen lösungsvorschlag aus dem ärmel schütteln kann.

    Dass ich als entwickler für serversoftware seit 13 jahren fast nur mit unix basierten betriebssystemen arbeite und zuhause auch nur linux laufen habe interessiert dabei bestenfalls am rande. "Du als it fachmann musst dich doch mit sowas auskennen" ist einer der häufigsten sätze in dem zusammenhang.
    Mittlerweile hat sich das aber entspannt. Meine bekannten wissen dass mich nur zu linux bzw. Webserverproblemen fragen dürfen und bei leuten die ich neu kennenlerne gebe ich als berufsbezeichnung softwareingenieur an. Wirkt echt wunder wenn man dem kind einen anderen namen gibt :-)
  9. #9

    .

    Zitat von fort-perfect Beitrag anzeigen
    Ich bin seit Jahrzehnten in der IT tätig und es war früher so, dass "Hinz und Kunz" ihre Computerprobleme von mir gelöst haben wollten.
    Ich muss dazu sagen, dass ich im Storage und Virtualisierungsumfeld unterwegs bin und dieses Thema hat nicht gerade viel mit den handelsüblichen PC Problemen von Privatanwendern zu tun.....

    Am Anfang habe ich noch gute Mine zum bösen Spiel gemacht und meine freie Zeit für diesen Unsinn geopfert, allerdings ist das ein Fass ohne Boden und kann schnell in ein endloses Gefrickel führen....
    Inzwischen lehne ich jegliche Hilfe ab, das kostet zwar den einen oder anderen Bekannten, aber schont meine Nerven und beschert mir einen entspannteren Feierabend.
    Freunde die kein Nein aktzeptieren können, obwohl man gute Gründe dafür hat, sind meiner Ansicht nach keine echten Freunde und wer einen sowieso mit jedem Fitzelchen nervt, der ist erst recht kein Freund. Ihr Beispiel ist aber typisch. Als ITler, umgeben von reinen IT-Konsumenten, ist man schnell der "gute Freund", der einem dringend helfen muss. Ich habe auch so jemanden in meinem Freundeskreis. Wenn wir mal neue Leute kennen gelernt haben, hat er nie Details zu seinem Berufleben genannt um eben potenziellen Fragen auszuweichen.