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Ausnahmejazzer Scott: Er ist ein Model und er spielt gut auf
Kiel Adrian ScottEr modelte für die "Vogue", seine Gigs eröffnet er mit Worten von Malcom X und lebende Legenden vergleichen ihn mit Miles Davis. Auf seinem neuen Album sucht der junge Jazz-Star Christian Scott nun seine Wurzeln - und kleidet sich deswegen wie ein Häuptling.
http://www.spiegel.de/kultur/musik/0...847663,00.html
- #1 04.08.2012 08:48 von
Jazz ist gut,
...aber am wichtigsten ist, das die Jazzmusiker gut aussehen.
- #2 04.08.2012 09:41 von
Früher waren die Jazzmusiker noch Typen,
heute wird, wie in diesem Fall, von der Musikindustrie ein Image am Reißbrett entworfen, das den größtmöglichen Hype verspricht. Diese Künstlichkeit läßt sich nicht wirklich verstecken. Das Ganze wirkt irgendwie hilflos und albern. Im Jazz gibt es eben keine musikalische Weiterentwicklung mehr. Also werden alte Formeln neu verpackt. Dann wird irgendein "Zeuge" bezahlt, der Vergleiche mit Miles Davis anstellt - absolut lächerlich. Scott's Musik ist handwerklich gut gemacht, teilweise sogar gefühlvoll, aber im wesentlichen ein langweiliger Aufguss musikalischer Formeln der 60er Jahre.
- #3 04.08.2012 14:50 von
D'accord
Ich gestehe, Jazz ist für mich die intelligenteste Unterhaltungsmusik, nicht weniger, nicht mehr. Meine Jazz-Welt ist Bebop/Hardbop/"Cool". Adornos Polemik gegen den Jazz richtete sich ja auch in erster Linie an seinen Anspruch, "Große Musik" sein zu wollen. Harmonisch/melodisch hat sich der Jazz seit Lennie Tristano nicht weiter entwickelt. Anleihen bei der avancierten Ernsten Musik waren ebenso albern wie die Anbiederung an simple Rockmusik und ihre vom Markt erfundenen Pseudo-Sub-Genres. Jazz ist ein schöner musikalischer Sport: Real Book aufgeschlagen, Patterns-Book in Reichweite, und auf geht's. Dazu schmeckt ein schönes Pils.
- #4 04.08.2012 16:07 von
NUN- ICH gestehe...
...dass JEDE "INTELLIGENTE MUSIK" für mich "UNTERHALTUNGSMUSIK" ist- denn Seelentaube Geräusche die abgesondert werden um die Innerer Leere zu ÜBERTÄUBEN- SIND KEINE MUSIK- und können auch nicht "UNTERHALTEN" sondern nur abschrecken- also im Grunde FAST alles "Zeitgenössische" NACH etwa 1975 ( zu den Ausnahmen gehört gerade das was M. Davis bis Ende der 80er /kurz vor seinem Tod 91 gemacht hat- natürlich auch K. jarrett und andere die den Jazz NICHT vor die Hunde gehen liessen- manche bis heute- aber eben- DAS wird Mainstreambetrachtet Immer "Aussenseitriger"...)
Was Adorno angeht- vor dem DENKER T.W. Adorno der mit Horkheimer und anderern eine Geistesschule begründete von welcher aus das Faschistische Erbe unserer Grossväter erfolreich bekämpft wurde, habe ich HÖCHSTEN Respekt- NUR was seine
"Musikalische- Einstellung" angeht- samt unglaublicher Abendländischer Hybris bzgl "Grosse Musik" und ähnliches- DA kann ich nur gequält aufstöhnen und mit dem Kopf schütteln- BACH UND MOZART im 20en Jahrhundert WÄREN JAZZER GEWORDEN- darauf schwör ich JEDEN EID !!!- DIESBEZÜGLICH war Adorno eben tiefstes Koloniales 19es Jahrhundert- aber wir Nachgebornen müssen auch aufpassen ZU Vernichtend in unserem Urteil über DIE zu sein- JEDER ist ein Kind seiner Zeit- um eine eitgenossen Adornos- Albert Schweizer nämlich- zu betrachten- -einer der Grossartigsten Menschen des 20en Jh. und doch sind manche überlieferten Äusserungen von Ihm über afrikas Ureinwohner etc von zutiefst Rassistisch7Kolonialistischer Grundeinstellung geprägt- DAS gehört mit zu UNSEREM Erbe- wir müssen uns von solchen einstellungen distanzieren- dürfen es aber HISTORISCH nicht leugnen! - #5 04.08.2012 16:56 von
- #6 04.08.2012 17:12 von
Das hört sich fast so an...
...wie die Urteile der *ehemaligen* Spießer über den Jazz, der von ihnen als Ne*ermusik verunglimpft wurde. Jarrett hat den Jazz nicht fallengelassen; gleichwohl überzeugt mich seine Schostakowitsch-Einspielung der 24 Präludien und Fugen mehr. Und nein, weder Schuberts "Winterreise" noch Schönbergs Oeuvre u.v.a.(!) sind Unterhaltungsmusik. Obwohl die Begriffe "Ernste Musik" oder besser "Große Musik" nicht die glücklichsten sind, finden wir kaum bessere, "Klassische Musik" ist jedenfalls der dümmste. Und Adornos Denken ist aus dem Geiste der Musik geboren worden. Das verbindet ihn mit Nietzsche. Das Verstehen seiner "Philosophie der Neuen Musik" ist Voraussetzung, um sich überhaupt mit dem Adorno'schen Denken auseinandersetzten zu können.
- #7 04.08.2012 18:09 von
- #8 04.08.2012 19:51 von
Sie haben mich Missverstanden...
...ganz klar- Schuberts winterreise berührt die Seele- Sie erschüttert DEN der TIEF zuhören kann (man hört nur mit der Seele gut!) Existentiell...- ABER- Ellingtons/Strayhorns "Take the A-Train" berührt mich AUCH- ist ECHT EHRLICH UN D UNVERSTELLT- erzählt mir etwas WAHRES ausc dem Leben DIESER Menschen...TERHALTUNG will ICH gerade NICHT Veroberflächlicht vestanden wissen !
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