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Auslese: Die Evolution gilt auch für den modernen Menschen

CorbisHomo sapiens hat sich über die Evolution erhoben - das zumindest glaubt er gern. Doch laut einer neuen Studie schützen soziale und technische Entwicklungen den Menschen selbst in der Neuzeit nicht vor den Mechanismen der natürlichen Auslese.

Evolution: Darwins Auslese gilt auch für moderne Menschen der Neuzeit - SPIEGEL ONLINE
  1. #140

    Zitat von neoptolemos Beitrag anzeigen
    In der Physik hätte man längst eine Theorie verworfen, wenn sich herausstellt, dass ein Teilchen 1000mal so schnell fliegt wie vorhergesagt.
    aber auch nur, wenn diese Teilchengeschwindigkeit für Ihre Theorie essentiell wäre ;-)
    Sonst sieht es eher so aus, dass man <unerwartete Ergebnisse> in eine bestehende Theorie zu integrieren versucht, weil davon ausgegangen wird, dass der Mensch sich geirrt hat und die naturgegebenen ZUsammenhänge bisher falsch interpretiert hat. Bevor man die Theorie komplett verwirft und eine neue aufstellt.
    In der Evolutionsbiologie dagegen wird das ignoriert.
    in keiner Naturwissenschaft werden wissenschaftliche Probleme oder Widersprüche ignoriert. Im Gegenteil, man arbeitet daran.
    Das ist immer schlecht für eine Theorie und dieses Verhalten seitens ihrer Vertreter ist ein Vorbote des Untergangs der Theorie.
    was Sie und Gleichgesinnte nicht zu verstehen scheinen: in den Naturwissenschaften wird eine gestürzte Theorie immer nur durch eine neue wissenschaftliche Theorie abgelöst. Aber niemals durch längst veraltete, religiöse Märchen.

    Daher können Sie und andere gerne an der Evolutionstheorie herumkritisieren soviel Sie wollen. Das, was Sie eigentlich stört, die naturwissenschaftliche Erklärung für die Entstehung des Menschen, die den Menschen nicht mehr als "Krone der Schöpfung", sondern als zufällig entstandenes Evolutionsprodukt sieht, wird sich nicht mehr ändern.
  2. #141

    Zitat von kaksonen Beitrag anzeigen
    Selbstverständlich ist es eine Folge der Selektion, weil diese Merkmale in nördlichen Breiten Vorteile verschaffen. Wo wird denn in der Evolutionstheorie ein bestimmter Zeitraum vorgeschrieben?
    Wobei man sich fairerweise auch nicht nur auf die Selektion stützen sollte. Andere Faktoren der Gleichung wie Gendrift oder -hitchhiking können da auch immer eine Rolle spielen, die Fixierung oder das Verschwinden eines Merkmals basiert darum nicht zwangsweise (nur) auf natürlicher/sexueller Selektion. Wenn man etwa an Augenfarben beim Menschen denkt, in Kombination mit den oft sehr geringen effektiven Populationsgrössen etwa bei der frühen Besiedlung Europas.

    So oder so, relevant ist im Endeffekt nur was dabei unten raus kommt. Die Allelfrequenzen einer Population sind darum natürlich immer das Ergebnis der evolutionären Mechanismen - ob nicht-zufällig oder zufällig - über den beobachteten Zeitraum.
  3. #142

    Z.B. das:

    Zitat von reuanmuc Beitrag anzeigen
    ... Es gibt viele Beispiele für tierisches Verhalten, das aus menschlicher Perspektive einen intelligenten Eindruck macht, aber mit Intelligenz nichts zu tun hat. ....
    Gedächtnis von Affen ist besser als das Gedächtnis der Menschen - YouTube
  4. #143

    Zitat: Die Forscher betonen aber: "Von ihnen gab es im 18. und 19. Jahrhundert im Vergleich zu heute nur wenige."
    Dass die Forscher sich da mal nicht gewaltig täuschen. Die Untersuchungen von deCode in Island haben ergeben, dass schon vor 500 Jahren 15 bis 20% der "ehelichen" Kinder Kuckuckskinder waren. In einem Land, wo die meisten Männer blond und blauäugig sind, sind auch die Kinder meist blond und blauäugig.
  5. #144

    Zitat von --_Der_Kleine_Prinz_-- Beitrag anzeigen
    Man spricht Tieren doch keine menschlichen Fähigkeiten zu
    ( = Anthropomorphismus ), wenn man feststellt, dass sie lernen und das Gelernte nutzen, oder?
    Das ist richtig, aber wohin es führen kann, zeigt eindrucksvoll dieser Bericht zu den erwähnten Kartoffel-Makaken in Japan:

    Der Hundertste Affe.

    Und dazu noch ein Bericht zum Vergleich: Neue Techniken bleiben bei Meerkatzen in Familie.
  6. #145

    Interessant ...

    Zitat von reuanmuc Beitrag anzeigen
    Woher wissen Sie, dass diese Tiere ein Wissen haben und nicht behavioristisch oder einfach instinktiv reagieren? Sicher können Tiere auch lernen, aber es gibt viele Formen des Lernens. Das ist ein weiter Begriff. Es gibt viele Beispiele für tierisches Verhalten, das aus menschlicher Perspektive einen intelligenten Eindruck macht, aber mit Intelligenz nichts zu tun hat. Die Medien berichten gerne über solche Beispiele und kommentieren sie entsprechend suggestiv. Ein typisches Beispiel für einen solchen Irrtum sind die Kartoffeln waschenden Affen in Japan.

    ... es gibt also immer noch Leute, die den Tieren Fähigkeiten zum Lernen absprechen. Macht mich ein wenig sprachlos.

    Da fangen Sie mal an:

    Tiere - Wie lernen sie? | Fragen und Verstehen | BR-Kinderinsel

    Diese Seite wird als Einstieg für Sie genau richtig sein. Und dann lesen Sie mal wissenschaftliche Zeitungen ...
  7. #146

    Zitat von Celegorm Beitrag anzeigen
    Ja, nämlich die "Höchstgeschwindigkeit" einer Generation, bei maximaler Heritabilität und entsprechendem Selektionsdruck.
    Natürlich können Sie einen Selektionsdruck fingieren, der fast 100% einer Population dahinrafft, aber das gilt wohl nur für Krankheitsepidemien, aber nicht für den Prozess, der als Erklärung für die Entstehung der Vielfalt und Gestalt der Lebensformen und ihrer Organe behauptet wird. Und um den geht es doch.

    Die Selektion ist keine Theorie als Selbstzweck, sondern eine Teiltheorie eines Erklärungsversuchs für die Entstehung der Lebensformen insgesamt. Nur in dem Zusammenhang ist sie es überhaupt wert, betrachtet zu werden.

    Die Darwinsche Theorie besagt, dass die ganz geringe Variation, die entweder im Genpool schon vorhanden ist oder durch Mutation dazukommt, innerhalb sich wandelnder Umweltbedingungen der Selektion unterliegt.

    In der modernen Theorie von der natürlichen Selektion wird ein Selektionsvorteil auf fiktiver Basis quantifiziert, (also behauptet, um wieviel mehr als 100% die Wahrscheinlichkeit für die Nachkommenschaft des Phänotyps im Verhältnis zum Rest der Population ist) und je nach der fiktiven Stärke dieses Vorteils und anderer Faktoren errechnet sich die Dauer eines Selektionsprozesses innerhalb einer Generation. Die anderen Faktoren können dabei nur verlangsamend wirken, nicht beschleunigend.

    Selbst bei Selektionsvorteilen, die die außerordentliche Stärke von 1% mehr Nachkommen verursachen, bräuchten Sie eine Generationenfolge im 5stelligen Bereich, um eine normale Population zu durchdringen, und das nur unter der vollkommen wirklichkeitsfremden Vorstellung, dass dieses Merkmal sich ununterbrochen dominant und wirksam durchsetzt.

    Als Beispiele verweise ich auf das, was kaksonen angeführt hat, oder u.a. auch hier

    Schlange gegen Giftkröte: Blitz-Evolution schlägt warzigen Widerling - SPIEGEL ONLINE

    In 70 Jahren sei passiert, wovon Biologen („Evolutionsfachleute“) glaubten, es würde Millionen Jahre dauern…
  8. #147

    Fuehlen statt Wissen

    Zitat von Celegorm Beitrag anzeigen
    Nicht "immer", lediglich wenn dadurch die Allelfrequenzen eines Merkmales folgender Generationen beeinflusst werden. Aber natürlich bestehen auch diese indirekten Wechselwirkungen. Aber es ging eigentlich um die Ebene der direkten Weitergabe von Merkmalen und angebliche Beispiele von dafür vorteilhaftem Genmaterial.

    Wenn bereits bei dem grundlegenden Selektionsmechanismus hier solche Unklarheiten herrschen macht es nicht unbedingt Sinn, noch zusätzliche Komplexität hineinzubringen.
    Das Ausblenden von zusaetzlichen Komplexitaeten ist doch lediglich eine Art Trick, was aus der Realitaet wegzublenden, um dem Hirn den Gefallen zu tun, es nicht zu ueberlasten.
    Dieser Trick wird von Menschen auf ungeheuer viel angewendet und hat sich deshalb zu einer jener Barriere entwickelt, Dinge nur partiell und nicht komplett zu verstehen. Um damit sich dann leidlich zufrieden fuehlen zu koennen.
  9. #148

    Zitat von NewHuman Beitrag anzeigen
    Natürliche Auslese beim Menschen lässt sich nicht in der Aktualität betrachten, sondern nur in der historischen Rückschau.
    In Wirklichkeit können wir es gar nicht betrachten, sondern nur hineininterpretieren.

    Wer die Fossilien der Vorgängerformen des Homo sapiens betrachtet, dem springt eine gewisse Kontinuität des Wandels ins Auge, der zudem eine klare Richtung aufweist. Niemand ist bislang imstande, einen adaptiven Vorteil irgendeiner dieser feststellbaren Veränderungen anzugeben. Und das umso weniger, als bis auf uns selbst sämtliche Arten relativ schnell ausgestorben sind (was eigentlich ein Merkmal für eine Fehlanpassung sein sollte) – dennoch ging die Entwicklung der gesamten Gattung in einer wohl definierbaren Richtung weiter.

    In der gesamten Fachliteratur habe ich noch nie gefunden, dass jemand eine kohärente Theorie der Adaption durch Selektion aufgestellt hätte, die die Vorgeschichte des Menschen erzählt hätte. Kein Paläoanthropologe wäre so blöd, weil man ja noch nicht einmal weiß, wer von wem abstammt. Statt dessen ergeht man sich in peinlichen bis lächerlichen Spekulationen um die Ursachen der Haarlosigkeit des Menschen, der Entstehung der Sprache, der Zweibeinigkeit, der Vergrößerung des Gehirns, der Entwicklung der Hand, oder gar des Organsmus der Frau.
    Zitat von NewHuman Beitrag anzeigen
    Mein Meteoriten-Beispiel sollte den zweiten Punkt illustrieren. Natürlich hätte ich hier auch eine menschengemachte Umweltkatastrophe anführen können.
    Auch für Sie: Bei der Theorie der Selektion geht es nicht um die triviale Feststellung, dass bei einer globalen Katastrophe ein paar Leute überleben, sondern mittels der Selektion soll OHNE Katastrophen erklärt werden, wie die vorfindliche Welt des Lebendigen zustande gekommen ist.
  10. #149

    Korrektur! @ celegorm

    Zitat von neoptolemos Beitrag anzeigen
    und je nach der fiktiven Stärke dieses Vorteils und anderer Faktoren errechnet sich die Dauer eines Selektionsprozesses innerhalb einer Generation.
    Tippfehler: Es sollte natürlich heißen:

    ...und je nach der fiktiven Stärke dieses Vorteils und anderer Faktoren errechnet sich die Dauer eines Selektionsprozesses innerhalb einer Population


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