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Auslese: Die Evolution gilt auch für den modernen Menschen

CorbisHomo sapiens hat sich über die Evolution erhoben - das zumindest glaubt er gern. Doch laut einer neuen Studie schützen soziale und technische Entwicklungen den Menschen selbst in der Neuzeit nicht vor den Mechanismen der natürlichen Auslese.

Evolution: Darwins Auslese gilt auch für moderne Menschen der Neuzeit - SPIEGEL ONLINE
  1. #130

    Anthromorphismus?

    Zitat von reuanmuc Beitrag anzeigen
    Das nennt man Anthropomorphismus und ist einer der schlimmsten Fehler, den Biologen begehen können. Das eigene Zweckdenken wird der Natur unterstellt, weil es scheinbar so aussieht. Dahinter stecken aber andere Mechanismen. Kennen Sie die Geschichte von dem Pferd "schlauer Hans"?
    Oder haben Sie doch Angst, dass Wir uns eigentlich nicht so weit von Freunden unseren kleineren unterscheiden?
  2. #131

    Zitat von neoptolemos Beitrag anzeigen
    Die Theorie der Selektion fordert rein aus ihrer mathematischen Struktur heraus bestimmte Zeiträume, oder anders ausgedrückt: ein Selektionsprozess hat eine bestimmte Höchstgeschwindigkeit. Wenn die um mehrere Zehnerpotenzen überschritten wird, wie bereits wiederholt in freier Natur beobachtet bzw. nachgewiesen wurde, dann hat die Theorie ein Problem.
    Ja, nämlich die "Höchstgeschwindigkeit" einer Generation, bei maximaler Heritabilität und entsprechendem Selektionsdruck. Es ist also nicht ganz klar, wie diese "überschritten" werden kann, erst recht nicht, in welchen Fällen dies "wiederholt" beobachtet wurden. Aber natürlich nennen Sie da keine Quellen, weil das offensichtlich Quatsch ist. Genau so wie kein Problem für die Theorie aufgrund des angebrachten Beispiels ersichtlich ist, ausser vielleicht wenn man diese nicht verstanden hat..
  3. #132

    Zitat von neoptolemos Beitrag anzeigen
    Das sind nämlich schlicht empirische Befunde, jedoch mitnichten Belege für Selektion als Erklärung für den Wandel - eher dafür, dass Selektion nicht die richtige Erklärung liefert.
    Sie sollten nicht nur meine Postings lesen, auch wenn sie langweilig sind, sondern vor allem endlich ein Lehrbuch zur Evolution. Die Selektion erklärt nicht die Wandlung (Variation), sondern bestimmt die überlebende Population, bzw. die Eigenschaften oder Funktionen mit der für das Überleben in einem bestimmten Habitat geeigneten Fitness. Es sind weder die Stärksten noch sind es andere Superlative. Wer schneller ist als der Räuber, oder gut genug getarnt ist, kann überleben.

    Die Selektion beruht auf Komparativen, nicht auf Superlativen. Nachkommenschaft bezieht sich nicht auf einzelne Paare, sondern auf Populationen. Wer überlebt, kann sich nicht nur fortpflanzen, sondern auch phänotypische und genetische Veränderungen weitergeben.
  4. #133

    Man muss nicht immer große Zeiträume betrachten!

    Zitat von NewHuman Beitrag anzeigen
    Für mich ist die natürliche/sexuelle Auslese schlicht und einfach eine Erklärung für einen langen historischen Prozess. Das heißt auch: Wenn es über viele Generationen zu keinen besonderen Veränderungen im Genpool kommt, dann findet eben auch keine besondere Auslese statt.Ich habe gar keine Lust dazu Ihnen darzulegen, wie und wo genau im Moment dieser Prozess beim Menschen stattfindet, weil solche Aussagen unzulässig sind (geht auch oft in Richtung Sozialdarwinismus). Natürliche Auslese beim Menschen lässt sich nicht in der Aktualität betrachten, sondern nur in der historischen Rückschau. Für einen experimentellen Ansatz müssen Sie schon auf andere Tierarten zurückgreifen.
    Als Nebenprodukt der Framingham-Herz-Studie, bei der über zwei Generationen von 1948 an die Einwohner der Stadt Framingham medizinisch begleitet wurden, um die Ursachen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu ergründen, sind aus den umfangreichen Daten auch Schlüsse über evolutionäre Entwicklungen gezogen worden. Es zeigt sich, dass die Zahl der Kinder einer Frau mit charakteristischen Merkmalen der Frau korrelieren. Wenn der Trend erhalten bleibt, wird in zehn Generationen der Durchschnitt der Frauen in Framingham 2 cm kürzer und 1 kg schwerer sein, ein gesünderes Herz haben, das erste Kind fünf Monate früher bekommen und zehn Monate später in die Menopause eintreten:
  5. #134

    Zitat von schmunda Beitrag anzeigen
    Die Zahl der Nachkommen ist DIE zentrale Grösse der Evolutionsteorie und der Pool an dem Selektion ansetzt.
    Dabei muss man hinzufügen, dass sich die Zahl der Nachkommen nicht auf die einzelnen Paare bezieht, sondern auf Populationen. Das scheint hier bei einigen Schreibern nicht verstanden zu sein.
  6. #135

    Nein, ist es nicht, denn ...

    Zitat von reuanmuc Beitrag anzeigen
    Das nennt man Anthropomorphismus und ist einer der schlimmsten Fehler, den Biologen begehen können. Das eigene Zweckdenken wird der Natur unterstellt, weil es scheinbar so aussieht. Dahinter stecken aber andere Mechanismen. Kennen Sie die Geschichte von dem Pferd "schlauer Hans"?

    ... es gibt Tiere, die lernenim eigentlichen Sinne und es gibt Tiere, die ihr Wissen gezielt weiter geben.

    Was ist daran so schlimm?

    Man spricht Tieren doch keine menschlichen Fähigkeiten zu
    ( = Anthropomorphismus ), wenn man feststellt, dass sie lernen und das Gelernte nutzen, oder?
  7. #136

    Kein Zeitraum vorgeschrieben!

    Zitat von neoptolemos Beitrag anzeigen
    Umso schlimmer für die Theorie der Selektion. Das sind nämlich schlicht empirische Befunde, jedoch mitnichten Belege für Selektion als Erklärung für den Wandel - eher dafür, dass Selektion nicht die richtige Erklärung liefert.
    Selbstverständlich ist es eine Folge der Selektion, weil diese Merkmale in nördlichen Breiten Vorteile verschaffen. Wo wird denn in der Evolutionstheorie ein bestimmter Zeitraum vorgeschrieben?

    Lesen Sie sich diesen Artikel über kurzfristige Auswirkungen der Selektion durch! Wenn Sie allerdings aus fundamentalistischen Gründen die Evolution ablehnen, können Sie sich das Durchlesen sparen!
  8. #137

    Vielleicht,

    Zitat von --_Der_Kleine_Prinz_-- Beitrag anzeigen
    ... es gibt Tiere, die lernenim eigentlichen Sinne und es gibt Tiere, die ihr Wissen gezielt weiter geben.

    Was ist daran so schlimm?

    Man spricht Tieren doch keine menschlichen Fähigkeiten zu
    ( = Anthropomorphismus ), wenn man feststellt, dass sie lernen und das Gelernte nutzen, oder?
    eher umgekehrt?

    Der Mensch war sicherlich nicht das erste Tier, das was lernte, oder das Gelernte genutzt konnte, oder die Sprache besaß, oder lügen konnte, oder...
    Diese Fähigkeiten haben wir von den Tieren geerbt und einfach etwas "weiterentwickelt".
  9. #138

    Zitat von --_Der_Kleine_Prinz_-- Beitrag anzeigen
    ... es gibt Tiere, die lernenim eigentlichen Sinne und es gibt Tiere, die ihr Wissen gezielt weiter geben.
    Woher wissen Sie, dass diese Tiere ein Wissen haben und nicht behavioristisch oder einfach instinktiv reagieren? Sicher können Tiere auch lernen, aber es gibt viele Formen des Lernens. Das ist ein weiter Begriff. Es gibt viele Beispiele für tierisches Verhalten, das aus menschlicher Perspektive einen intelligenten Eindruck macht, aber mit Intelligenz nichts zu tun hat. Die Medien berichten gerne über solche Beispiele und kommentieren sie entsprechend suggestiv. Ein typisches Beispiel für einen solchen Irrtum sind die Kartoffeln waschenden Affen in Japan.
  10. #139

    So sollen ...!

    Zitat von alex300 Beitrag anzeigen
    ... Gewisse Tierarten scheinen dies nicht nur zu wissen, sie nutzen ihr Wissen. So sollen Äffinnen nach der Geburt ihrer Jungen beobachtet worden sein, die gezielt Bohnen fraßen - quasi als Verhütungsmittel.
    Äffinnen sind während der Periode des Stillens unfruchtbar, weil die Abgabe des Sexualhormons Estradiol unterdrückt wird.


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