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Ausgegraben - Neues aus der Archäologie: Shert Nebtis seltsame Ruhestätte
Czech Institute of Egyptology/ M. FrouzForscher rätseln über ein ägyptisches Grab: Wieso wurde Pharaonentochter Shert Nebti zwischen Hofbeamten beigesetzt und nicht bei der Königsfamilie? Außerdem im archäologischen Wochenrückblick: Mythen um Gehenkte, Erzaufbereitung im 14. Jahrhundert, Spuren der ersten Polynesier.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...-a-866087.html
- #1 11.11.2012 09:40 von
Besserwissernachtrag
Der "goldene Schnitt" wurde mit Sicherheit schon von den Ägyptern lange vor Euklid angewandt: Es sollte also vielleicht eher heissen, dass die älteste überlieferte Formulierung von Euklid stammt –*ähnlich wie es sich z.B. beim "Satz des Pythagoras" verhält, der den Babyloniern ebenfalls viel früher bekannt war.
Und dann ist die Beschreibung des G.S. hier doch "etwas" mitlungen: Was wäre denn das "Ganze" einer Fläche, deren "grösserer" und "kleinerer" Teil? Da würde man doch wohl Flächenteile vermuten? Aber das ist natürlich falsch. Es ist die Proportionierung einer rechteckigen Fläche in der Weise, dass die Summe der Länge der langen und kurzen Seiten sich zur langen so verhält, wie die lange zur kurzen. Bestes Beispiel: unsere Papierformate A1,2,3,4,5 … Diese Teilung hat den Vorteil, dass die Halbierung der Fläche (z.B. das Falten das A4-Blattes) eine Fläche ergibt, die wiederum dem G.S. entspricht. Daraus abgeleitet wurden dann Maße genommen, die man z.B. bei der Proportionierung von gemalten menschlichen Figuren in ägypt. Gräbern wiederfinden kann. - #2 11.11.2012 10:30 von
Besserwisserkorrektur
Die Aussage "Polynesien wurde ... in einem engen Zeitfenster von nur 16 Jahren [besiedelt]" ist doppelt falsch. Zum Einen geht es lediglich um die Erstbesiedlung von Tonga und nicht von ganz Polynesien, wie suggeriert wird. Denn Polynesien reicht schließlich bis Hawaii, zur Osterinsel und nach Neuseeland. Zum Anderen beinhaltet das Zeitfenster von 16 Jahren nicht die gesamte Besiedlung von Tonga, lediglich der Zeitpunkt der Erstbesiedlung konnte auf die genannten 16 Jahre eingegrenzt werden.
Die Erstbesiedlung aller polynesischen Gebiete erstreckte sich über zwei Jahrtausende. - #3 11.11.2012 11:04 von
Messen, was man nicht sehen will
Was der Mensch nicht versteht oder nicht verstehen will, das misst er. Zitat: "Goldenen Schnitt nutzten Künstler schon vor 15.000 Jahren" Der Goldene Schnitt wurde hier mit Sicherheit nicht bewusst eingesetzt. Es gibt in der Zeichnung jede Menge Linien, die nicht dem Goldenen Schnitt entsprechen. Man muss sich nur das Passende raussuchen. Viel wichtiger an dieser Zeichnung ist, dass es sich um die Darstellung einer Geburtsszene handelt (und nicht um mehrere "Motive") und, wie in den anderen Kulthöhlen der Altsteinzeit, damit Zeugnis abgelegt ist, dass hier die Urmutter verehrt wurde.
- #4 11.11.2012 14:40 von
ein Ahnungsloser...
... möchte hier zum goldenen Schnitt sagen, dass er die "bewusste
Anwendung" arg bezweifelt und ein verbales Gitter namens
"Zufall" um diese gewagte Theorie errichten möchte. Lange habe
ich hingegen die Gravur des Pferdekopfes betrachtet und genossen.
Da kam mir Picasso`s ungeheuer geschulte Sensomotorik der Hand
im Hinblick auf seine Portrait-Zeichnungen, aus einer einzigen Linie
bestehend und wie man berichtet: ohne den Stift oder die Feder
abzusetzen, in den Sinn. - Hier waren Jäger am Werk. Gute
Beobachter. Kindgleich das Typische überbetonend, Unwesentliches
zurückdrängend. Wie schwer ist es doch, eine Gravur so sicher
und dazu hochtypisch-prägnant nach der Natur auf den Stein
zu bringen. Hier fällt mir der Begriff des "eidetischen Sehens"
ein. Den viele Kinder besitzen und das im Übergang zum
Erwachsenenalter bei den meisten Menschen verloren geht. Der
Jäger und "Meister des Pferdekopfes" muss ein "Eidetiker" gewesen
sein. Wie ich, der Graphiker, der sein Leben lang zeichnet. Das
ist für mich die Botschaft dieser Felszeichnungen. Weder Euklid,
noch der goldene Schnitt. Höchstens der Vergleich mit "Lascaux".
Der Höhle der fantastischen Tierzeichnungen. Ich sehe große
Übereinstimmungen. - Dankeschön für den spannenden Bericht. - #5 11.11.2012 17:04 von
- #6 11.11.2012 17:25 von
Und außerdem ...
Und außerdem ist die Zeitangabe im Artikel falsch. Die Quelle, auf die sich der SPIEGEL-ONLINE-Bericht bezieht, nennt als Erstbesiedelungszeitraum für Tonga "2838±8 BP", wobei "BP" zwar "before present" bedeutet, aber, weil sich das Datum der Gegenwart laufend ändert, "present" laut internationaler Übereinkunft sich auf den Bezugspunkt 1.1.1950, das Jahr der Nutzbarmachung der Radiokohlenstoffdatierung, bezieht.
Tonga wurde also nicht erst zwischen 834 und 812 v. Chr. besiedelt, sondern schon zwischen 896 und 880 v. Chr.
Just nitpicking. ;-) - #7 11.11.2012 18:20 von
Eine unreflektiertere (ungangssprachlich: "dümmlichere") Interpretation kann man sich eigentlich nicht vorstellen. Wir wissen nicht, ob die Bildnisse damals als schön oder harmonisch oder sonstwie empfunden wurden. Und den Gipfel bildet die Behauptung "Die Werke dieser Künstler haben sich durchgesetzt und zwar bis heute." Tatsache ist, dass diese Werke übrig geblieben sind (bis heute). Vom "Durchsetzen" der "Werke" kann nicht einmal ansatzweise die Rede sein.
Sollte die Frau Güth wirklich so ahnungslos sein, dass Sie noch nicht mitbekommen hat, dass Kunst aus der Steinzeit sich dadurch "durchsetzt", dass sie "überliefert" wird, wie es im archäologischen Sprachgebrauch heißt, also einfach und schlicht durch Zufall erhalten bleibt? Da ist kein Kustos, der bestimmte "Werke" auswaehlt und weitergibt.
Die Qualität der Beiträge, die Frau Franz so zusammenträgt, ist schon immer wieder erstaunlich; dies dürfte eines der besten Beispiele dafür sein. - #8 11.11.2012 18:32 von
Ägyptische Prinzessin
Vielleicht ein Mysterium, vielleicht aber auch ganz banal ein eigener Lebensentwurf einer Prinzessin die eigene Vorstellungen über ihre letzte Ruhestätte hatte? Vielleicht war es einfach ihr Wunsch gemeinsam mit ihrem Ehemann an der Begräbnisstätte seiner Familie in die Ewigkeit zu gehen. Hätte sie etwas ernsthaftes verbrochen, hätten wir vielleicht nie von ihr erfahren weil sie ausgelöscht werden wäre.
- #9 12.11.2012 06:05 von
Wat'n Quatsch
Es ist ganz normal und üblich, dass Königskinder zwischen Hofbeamten (typischerweise Verwandte) beigesetzt wurden.
Hier versucht SPON eine Indiana Jones-Story zu schreiben.
Ein einfaches Gespräch mit einem Ägyptologen hätte ausgereicht, um das zu recherchieren.
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