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Ausbau der Ganztagsschulen: Forscher verlangen Milliarden-Investitionen

DPABislang nutzt nur gut jeder vierte Schüler Ganztagsangebote. Die Bertelsmann Stiftung empfiehlt einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsschulplatz. Der aber würde die Bundesländer knappe zehn Milliarden Euro zusätzlich kosten - und Hilfe aus dem Bundeshaushalt ist dafür nicht in Sicht.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/0...837142,00.html
  1. #1

    Für

    was braucht man den Ganztagsschulen?
    Nur damit die Eltern bzw. Alleinerziehende arbeiten zu gehen nur um sich einen Flachbildfernseher leisten zu können???
  2. #2

    Selten dümmlicher Kommentar

    Zitat von crocodil Beitrag anzeigen
    was braucht man den Ganztagsschulen?
    Nur damit die Eltern bzw. Alleinerziehende arbeiten zu gehen nur um sich einen Flachbildfernseher leisten zu können???
    Hallo crocodil,
    Mal kurz die Harz4 Keule auspacken statt nachzudenken.
    Bei der Anwendung von etwas Gehirnschmalz kommt man eigentlich schnell darauf, dass nur die Ganztagsschule eine Ausbildung anbieten kann, die halbwegs unabhängig von der Herkunft des Schulkindes ist.
    Das ist natürlich politisch nicht gewollt, denn sonst hätten wir sie schon lange. Aber eine Philharmonie oder die 5. Autobahnspur ist halt wichtiger als die zukunftstauglichkeit des Nachwuchses. Wer lebt wohl hier auf Kosten der nächsten Generation?
    Vorteile:
    - Wegfall der Bücherschlepperei, habe schon 8 jahrige mit Rollie Koffern gesehen, weil sie den ganzen Krempel nicht mehr tragen können.
    - kontrollierte Hausaufgaben
    - Mehr Sozialisierung durch gemeinsammen Sport.
    Wenn es um Bankenrettung geht, verschwieden die 10 Mrd. bei der Rundung der Endsumme.

    Ganztagesschule und Kindergartenpflicht, dass sind die Schlüssel für die Integration der kommenden Generation. Aber wie gesagt, politisch nicht gewollt, statt dessen Privatschulen (die sind häufig ganztags) und Herdprämie und Green Cards für asiatische Ingenieure (die machen Schule nämlich ganztags).

    mit Kopfschütteln, Kioto
  3. #3

    Ganztagsschulen

    Wenn es tatsaechlich nur um ca. 10 Milliarden Euro geht,
    muesste das Programm machbar sein, denn unsere Buer-
    haben doch das vierhundertfache auf der Hohen Kante.
    Es waere doch viel besser in seine Kinder zu investieren,
    als das schoene Geld den Banken anzuvertrauen
  4. #4

    Sowas von volle Zustimmung!

    Ganztagsschulen sind eine nette und hilfreiche Option, für in Not geratene (Teil-)Familien, wo z.B. die Mutter alleinerziehend ist und nicht von Hartz 4, sondern ihrer Arbeit leben möchte. Hier machen Ganztagsschulen Sinn. Als Verwahranstalten für die breite Masse und normale Familien sind sie ein Hohn!
    Der Hintergrund ist ja aber ein ganz anderer: Wer Vollzeit die Kinder kontrolliert, kontrolliert die zukünftige Gesellschaft. Wer schon den Kleinsten klarmacht, daß es keine "freie" Zeit mehr gibt, schon gar keine Freizeit, sondern daß man sich 24/7 in der Gesellschaft unterzuordnen und anzupassen hat, der wird auch keine Revolution ernten, wenn er in einigen Jahren die reguläre 6-Tage Woche wieder einführt, die 55 Stunden Woche zum Standard erhebt, die Urlaubstage von 30 auf 20 reduziert und und und.
    Das Perfide: Hier versteckt sich der turbokapitalistische Neoliberalismus noch hinter dem Deckmäntelchen des Gutmenschentums - man will doch den armen Eltern nur helfen.
    Man kann gar nicht soviel essen, wie man.........
  5. #5

    Anders herum wird ein Schuh draus

    Zitat von crocodil Beitrag anzeigen
    was braucht man den Ganztagsschulen?
    Nur damit die Eltern bzw. Alleinerziehende arbeiten zu gehen nur um sich einen Flachbildfernseher leisten zu können???
    Es gibt bereits viele "Schlüsselkinder", die sich selbst überlassen sind, weil sie eben nach der Schule NICHT betreut werden. Durch mehr Ganztagsschulen würde man diese besser fördern können, da sie dann nicht allein zuhause vor Glotze oder Computer hängen.
    Die Ausweitung des Ganztagsangebots wäre nur eine Reaktion auf die Zustände, die bereits bestehen, nicht umgekehrt.
  6. #6

    Lasst den Kindern ihre Jugend, wenn möglich

    Zitat von fördeanwohner Beitrag anzeigen
    Es gibt bereits viele "Schlüsselkinder", die sich selbst überlassen sind, weil sie eben nach der Schule NICHT betreut werden. Durch mehr Ganztagsschulen würde man diese besser fördern können, da sie dann nicht allein zuhause vor Glotze oder Computer hängen.
    Die Ausweitung des Ganztagsangebots wäre nur eine Reaktion auf die Zustände, die bereits bestehen, nicht umgekehrt.
    Und da liegt der Hund begraben, denn bei der Diskussion wird mal wieder schwarz-weiß gesehen.
    Zum einen das "alte" Schulsystem, bei dem die Kinder nachmittags nicht betreut werden und damit die Werktätigkeit der Eltern erschwert bzw. die Kinder möglicherweise "verwahrlosen" (nur Glotze/Computer), zum anderen der Betreuungswahn der politisch Verantwortlichen, weil für einige "Schlüsselkinder" daraus Vorteile erwachsen.

    Wenn ich an meine Jugend zurück denke, war morgens Schule, am frühen Nachmittag Hausaufgaben und der Nachmittag ab 15 Uhr gehörte uns zur eigenen kreativen Gestaltung (sowohl Buden-/Seifenkistenbau... aber auch C64-Zocken und bei Regen Fernsehen).

    Für mich ist der freiwillige offene Ganztag die einzige kindgerechte Lösung, die auch die Interessen der arbeitenden Eltern berücksichtigt. Ist eine Betreuung durch die Eltern nicht machbar, können die Kinder ihre Freizeit in der Schule mit entsprechenden Möglichkeiten ausleben. Aber bitte keinen Zwang für alle, denn es gibt auch noch die Mehrheit an Familien, in denen die Kinder "altherkömmlich" spielen können. Und der überwiegende Teil der Kinder hängt auch nicht nur dauernd alleine vor dem Fernseher/Computer/Konsole ab.

    Ich habe einige Zeit an einer Gesamtschule mit Nachmittagsunterricht gearbeitet (entspricht dem gebundenen Ganztag). Den Nachmittagsunterricht hätte man auch streichen können, denn die Kinder waren kaum noch aufnahmefähig, trotz langer Mittagspause. Und wie soll sich die eigene Kreativität entwickeln, wenn die Schule die eigene Freizeitgestaltung verhindert?
    Mit tun die heutigen Kinder wirklich leid, deren Jugend sich auf die Zeit von 16.30 bis 18.00 (da gibts ja schon wieder Abendessen und dann gehts bald ins Bett) beschränkt.

    Und dass Erziehungswissenschaftler den gebundenen Ganztag bevorzugen, liegt in ihrer Natur, denn nur dort können die von ihnen entwickelten Konzepte kontrolliert umgesetzt werden. Ob dies aber wirklich im Interesse der Kinder ist und zur Ausbildung mündiger Bürger führt, wage ich zu bezweifeln.

    Fazit: Der freiwillige offene Ganztag sollte ausgebaut werden, um dem Problem der "Schüsselkinder" gerecht zu werden, aber bitte mit Freizeitangeboten am Nachmittag und der Wahlfreiheit bei der Teilnahme.
  7. #7

    optional

    Bayern hat die wenigsten Ganztagsschüler, aber die besten Ergebnisse bei allen Vergleichen von Schülerleistungen. Schon mal daran gedacht, dass es da einen Zusammenhang gibt? Ganztagsschulen sind Gleichmacherei auf niedrigstem Niveau (ebenso wie Krippen für Kleinstkinder etc.).
  8. #8

    optional

    Volle Zustimmung zu Beitrag 6 von mrsa!
    Hatte eines meiner Kinder 3 Jahre lang auf einer gebundenen Ganztagsschule, nur deshalb, weil es die einzige nicht private Gesamtschule am Ort war.
    Kind musste deshalb aus der Theatergruppe an der Musikschule ausscheiden. Es gab außer Freitags täglich vier Doppelstunden mit je einer halben Stunde Pause. Danach noch abends daheim Hausaufgaben bzw Stoff lernen.
    Und halbstündige Pausen sind mittags zuwenig Zeit, um sich für den Nachmittag zu erholen und zuviel Zeit, wenn das Kind gemobbt wird.
    Nach drei Jahren haben wir das Handtuch geworfen und das Kind (mit einem Jahr Wiederholung) auf ein Gymnasium wechseln lassen. Da ist es heute noch hat sich prima entwickelt.
    Freiwillige Ganztagsschulen mit Hausaufgabenbetreuung, Sport- und Kulturangeboten und der Möglichkeit, auch Sportvereine und Musikschulen außerhalb der Schule nutzen zu können, sind in meinen Augen wirklich sinnvoll. Und wer viel Ruhe braucht, auch solche Kinder gibt es, kann eben nach dem Pflichtunterricht gehen, wenn die Eltern die Betreuung anders ermöglichen können.
  9. #9

    Zitat von eigene_meinung Beitrag anzeigen
    Bayern hat die wenigsten Ganztagsschüler, aber die besten Ergebnisse bei allen Vergleichen von Schülerleistungen. Schon mal daran gedacht, dass es da einen Zusammenhang gibt? Ganztagsschulen sind Gleichmacherei auf niedrigstem Niveau (ebenso wie Krippen für Kleinstkinder etc.).
    Die Gesellschaft ist vielschichtig (vielleicht nicht so stark in Bayern), daher sollte es auch mehrere Möglichkeiten geben, z.B. die Betreuung der Kinder am Nachmittag für arbeitende Eltern.

    Da die U3-Betreuung relativ neu ist, kann darüber wohl noch keine Aussage in Form der Pisa-Tests erfolgen (die ersten U3 betreuten Kinder werden erst in ein paar Jahren daran teilnehmen).

    Aus Ihrem Beitrag entnehme ich, dass Sie scheinbar die zur Zeit eingeführten/einzuführenden Ganztagsschulen mit dem herkömmlichen Gesamtschulkonzept (vorwiegend von Rot/Grün unterstützt) verwechseln.
    Aber ich gebe Ihnen in sofern Recht, dass auch in meinen Augen die Beschneidung der Freizeit von Kindern durch die Verschulung am Nachmittag nachteilig für deren Entwicklung (Kreativität/Sammlung eigener Erfahrung) ist.


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