Mann, hat das gedauert.
Von Anfang an war dieser Typ nur eine mürbe Kopie seiner heimlichen Vorbilder Leno und O’Brien, und viel zu oft eine peinliche *fremdschäm*.
Hochmütig, abstoßend selbstverliebt und hochgradig sadistisch hat er nie verstanden, was seine unerreichbaren role models immer ausgezeichnet hat: Sympathie, auch dem Abseitigsten gegenüber, Charme, Chuzpe, shrewd wit und, vielleicht am wichtigsten, die Begabung, souverän und lässig hinter den Gegenstand des Spottes zurück treten zu können.
Viele dieser Fähigkeiten wurden mit ihren Trägern erfolgreich von den auch deshalb zu ewiger Verdammnis bestimmten Nazis aus dem Pool deutscher Kulturproduktion verdrängt/vernichtet.
Insofern ist der schwäbische Oberlehrer Schmidt teilweise entlastet.
Nicht jedoch hinsichtlich seiner Penetranz und beratungsresistenten Superbia, die auch in seinem religiösen Bezugssystem zu den 'Todsünden' gehört, was eine narzisstisch gestörte Persönlichkeit natürlich nie tangiert.
Schmidt hatte immer nur ein einziges Thema - Schmidt, und wie großartig er ist.
Wie es anders, zeitgemäßer und binnenkulturell adäquater es gehen kann, zur Freude und zum intellektuellen Zugewinn des Publikums, zeigt das ZDF (ausgerechnet!) mit seiner 'Anstalt' und dem schwer einzuordneten, immerhin unverwechselbaren und keinem amerikanischen Vorbild entlehnten Urban Priol, der in drei Sätzen mehr Pointen unterbringt, als Schmidt in drei Sendungen.
Justice, finally.
Antworten / Zitieren


