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Aus für "Harald Schmidt Show": Zeigen Sie Haltung, Mann!

dpaHarald Schmidt hört auf - na und? Das ehemalige Ein-Mann-Leitmedium der Republik hat sich ohnehin längst selbst überflüssig gemacht. Jedes Tabu war gebrochen, jeder Gag gerissen. Vor allem aber: Wer will heute noch jemandem dabei zusehen, wie er keine Meinung hat? Und nur Spott?

http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,824321,00.html
  1. #30

    Endlich!

    Mann, hat das gedauert.

    Von Anfang an war dieser Typ nur eine mürbe Kopie seiner heimlichen Vorbilder Leno und O’Brien, und viel zu oft eine peinliche *fremdschäm*.

    Hochmütig, abstoßend selbstverliebt und hochgradig sadistisch hat er nie verstanden, was seine unerreichbaren role models immer ausgezeichnet hat: Sympathie, auch dem Abseitigsten gegenüber, Charme, Chuzpe, shrewd wit und, vielleicht am wichtigsten, die Begabung, souverän und lässig hinter den Gegenstand des Spottes zurück treten zu können.

    Viele dieser Fähigkeiten wurden mit ihren Trägern erfolgreich von den auch deshalb zu ewiger Verdammnis bestimmten Nazis aus dem Pool deutscher Kulturproduktion verdrängt/vernichtet.
    Insofern ist der schwäbische Oberlehrer Schmidt teilweise entlastet.

    Nicht jedoch hinsichtlich seiner Penetranz und beratungsresistenten Superbia, die auch in seinem religiösen Bezugssystem zu den 'Todsünden' gehört, was eine narzisstisch gestörte Persönlichkeit natürlich nie tangiert.
    Schmidt hatte immer nur ein einziges Thema - Schmidt, und wie großartig er ist.

    Wie es anders, zeitgemäßer und binnenkulturell adäquater es gehen kann, zur Freude und zum intellektuellen Zugewinn des Publikums, zeigt das ZDF (ausgerechnet!) mit seiner 'Anstalt' und dem schwer einzuordneten, immerhin unverwechselbaren und keinem amerikanischen Vorbild entlehnten Urban Priol, der in drei Sätzen mehr Pointen unterbringt, als Schmidt in drei Sendungen.

    Justice, finally.
  2. #31

    SAT.1 hört auf?

    .
    Ja -wie jetzt? Gibt es denn dann kein Fernsehen mehr in Deutschland?
    .
    Ich habe ja schon soo lange so etwas nicht mehr gemacht.
    Internet tut's auch.
    .
    H. Schmidt war in den 90ern gut. Danach? Wer weiß das schon?
  3. #32

    tatsächlich... ?

    Komisch irgendwie. Früher war ich mal großer Harald Schmidt Fan und hab unter der Woche kaum eine Show verpasst. Bis er wieder ins ÖR zurückkehrte und mit konfusen Sendezeiten keine verlässliche Instanz mehr war. Dann kam noch der elende Pocher hinzu, und das waren dann auch die letzten Sendungen, die ich mit ihm gesehen habe.
    Dass er eine neue Show hatte, die jetzt abgesetzt wird, war komplett an mir vorbei gegangen. Tje nun... vielleicht einfach um, seine Zeit. Zumindest für mich, die seit einigen Jahren die Privatsender meidet wie der Teufel das Weihwasser. Einfach unguckable. Alles.
  4. #33

    Freue mich, wenn Gottschalk verschwindet

    Das deutsche Kriterium für derartige Unterhaltung: der Protagonist sollte bei den Grosseltern gut bekannt sein, also mindestens 30 Jahre im TV sichtbar gewesen sein, was nach meinem Eindruck für Schmidt, Gottschalk und Jauch zutrifft. Ferner ist wichtig, dass wir von Seiten der Sendeanstalten in diesem Bereich so gut wie nie Frauen sehen sollen. Das gilt ja für Bundespräsidenten und kann nicht falsch sein. Wichtig sind private Produktionsfirmen wie bei Jauch, Gottschalk im Bereich des GEZ-Fernsehens, da sie nicht den Staatsverträgen unterliegen. Den Programmauftrag 'Bildung, Information, Beratung' bitte in ARD- und ZDF-Toiletten. Behandlungsräume für jeden Blinden, der sich ab 2013 weigert, TV-Gebühr zu zahlen, mit Stromanschluss.
  5. #34

    Ich seh das so:

    Die Quote war bei Harald Schmidt nie wirklich herausragend. Die Show - bis auf der Zwischenspiel von Pocher - ingesamt seit jeher auf demselben Niveau- Es gab in das letzte halbe Jahre schwache, schlechte und gut Sendungen. Genauso wie früher bei der Harald Schmidt Show.

    Nur: Damals war eben alles besser ;) Unsere Wahrnehmung spiel uns einen Streich. Persönlich halte ich es aber für unwahrscheinlich, dass Sat.1 den Sendeplatz mit einer Sendung besetzen kann, die mehr Quote bringt.

    Harald kann ja zu ZDF Neo oder Kultur gehen und dort seine Show machen - da wär er Quotenkönig :D
  6. #35

    Friede sei mit ihm

    Als Klamaukaffe neben Feuerstein war er erträglich, wenn auch nie ein Schauspieler, mehr so was wie Tappert. Sein pseudointellektuelles Geschwafel war bestenfalls behelfsmäßig witzig und seine Hybris nahezu unerträglich, und nur seiner vermeintlichen Berühmtheit als Adlatus von Feuerstein geschuldet. Er war überflüssig, aber er hatte seine Zuschauerklientel, warum auch immer. Jetzt stellt sich nur die Frage, ob die noch dümmer geworden sind, oder ob sie an Einsicht zugelegt hat. Seine Konkurrenz auf den Kanälen kann es wohl kaum gewesen sein. Die Guten sind arg selten zu sehen und zu hören.

    Ulkig an ihm war nur seine Behauptung, Schwabe zu sein. Er kann nicht schwäbisch, nicht mal die Betonung bekommt er halbwegs hin. Vermutlich war es wie immer bei den Fernsehfuzzis. Er war bekannt, und mehr braucht es nicht. Irgendwann braucht man das bekannte Gesicht nicht mehr, weil es nur noch anödet. Wie auch die Methodik seiner unausgegorenen Zynismen. Seniler Stammtisch von Menschen, die sich für gebildet halten, eine Karikatur seiner selbst.

    Erkenntnisleitend ist vor allem die Tatsache, daß ein solcher Wicht sich so teuer darstellen durfte. Panem et circenses. Wie allüberall.
  7. #36

    H. Schmidt ...

    ....hat mit seiner Masche dieses niveaulose Blödelfernsehen doch erst eingeleitet.....

    Zitat von tessini Beitrag anzeigen
    ......
    Es kann doch nicht sein, das diese ganzen Pappnasen wie Barth, Raab, Panzer und wie die alle heissen, mit ihren niveaulosen Sendungen durchkommen. Das ist doch Verblödung des Volkes auf ganzer Linie!
  8. #37

    zum schwanz ausreißen

    Zitat von tessini Beitrag anzeigen
    die Nachricht haut mich ganz schön um. Und nun steigt auch noch Wut auf.

    Es kann doch nicht sein, das diese ganzen Pappnasen wie Barth, Raab, Panzer und wie die alle heissen, mit ihren niveaulosen Sendungen durchkommen. Das ist doch Verblödung des Volkes auf ganzer Linie!

    Ich will nicht glauben, das es so wenig Menschen in diesem Land gibt, die diesen Humor mögen und verstehen.

    Hoffentlich bekommen die jungen wie Pierre M. Krause (SWR3) oder Joko und Klaas (ZDF neo) eine Chance. Sonst sehe ich echt schwarz für die deutsche Fernsehlandschaft....
    hoffentlich macht er wenigstens über Internet weiter gegen die Verblödung.
  9. #38

    Harald Schmidt

    Die ersten zehn Minuten seiner Sendung waren gelegentlich der zweite Teil der Tagesschau. Früher wie heute. Keiner hat die Tagesthemen besser aufgearbeitet als er. Jedenfalls wenn er wollte. Das werde ich vermissen. Und variable Elemente seiner Sendung wie zuletzt Charlie Wagners "Klassiker des Herrenwitzes" lassen sich in vergleichbarer Art bis zu Schmidteinander zurückverfolgen. Schmidt steht für etwas, das im deutschen Fernsehen nicht ersetzt werden kann. Wem das nicht auffällt, der lacht bei Barth.
  10. #39

    Schmidt entspricht nicht mehr dem Zeitgeist

    Heutzutage heißt es zu allem und jedem eine Meinung zu haben und diese möglichst lautstark in Talkshowrunden oder per Internet vernetzt in Blogs, Foren und Social Media abzusondern und zu vertwittern. Da passt Schmidt nicht mehr. Schade eigentlich. An seiner Stelle stehen Knallchargen wie z.B. ein Urban Priorl, voller eingebildeter Meinungsüberlegenheit. Schmidt hat dieses Hamsterrad des ständigen Durch- und Wiederkäuens verstanden und sich darüber lustig gemacht. Das versteht wohl nur noch eine Minderheit - der Autor dieses Artikels wohl auch nicht. Schade!








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