Der Eindruck täuscht, den die publikumswirksame Zurschaustellung des Massenmörders in den Medien hervorruft. Die Bevölkerung Norwegens verharrt nicht in schaudernder Schreckstarre und nahezu andächtig in der Wahrnehmung der aus ihrer Gesellschaft ausgebrochenen blutrünstigen Gestalt des Attentäters Breivik, sondern versucht erhobenen Hauptes in strenger Geradlinigkeit den monströsen Täter auszuscheiden und einer gerechten Bestrafung zuzuführen. Vor seiner Entfernung aus dem Medienspektakel versucht dieser Mensch noch einmal seine schauderhafte geistige Verirrung vor dem Gericht möglichst publikumswirksam zu inszenieren und hier zeigt sich allerdings eine auffällige Bereitwilligkeit dem wahnhaften Geschehen eine groß angelegte Schau zu gewähren. Nur die direkt Betroffenen haben die Einsicht, dass für die Interpretation des Ungeheuerlichen kein Für und Wider, kein Gesetz, keine Relativierung und keine Inszenierung angemessen ist. Das verursachte Leid lässt sich nicht irgendwie abtragen.
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