REUTERSDas Assad-Regime startet offenbar eine Offensive gegen die Aufständischen. In der belagerten Stadt Homs steht eine Öl-Pipeline in Flammen, aus Hama melden Rebellen neue Kämpfe. Laut Aktivisten rücken Eliteeinheiten der Regierung nun auch in Damaskus vor.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...815377,00.html
Nein, ich sehe an Herrn Assad nichts Gutes, ich halte ihn und seinen Clan für eine Verbrecherdynastie. Aber ich sehe auch, daß ich als "Medienkonsument" mißbraucht und hinters Licht geführt werden soll von einer Kampagnenpresse, die mir auf äußerst dünner Grundlage angebliche Fakten vorsetzt.
Seit Libyen sollte man eigentlich dafür ein wenig sensibilisert sein, wie das abläuft. Warum wird mir automatisch Sympathie für Dikatatoren unterstellt, nur weil ich nicht kritiklos und unreflektiert nachplappere, was Spiegel Online und ARDZDF mir vorschwatzen?
Gab es unter Gaddafi keine Menschenrechtverletzungen? Galt die Scharia nicht schon unter Gaddafi? Was wollen Sie mit diesen Null-Argumenten aussagen?
Hätten Sie auch für Europa (vor der Fra. Revolution) so argumentiert. Na ja wir sind zwar nur Untertanen aber was solls. Ich weiß ja nicht wie Sie denken aber ich wünsche mir für keinen Menschen den Utertanen-Status
Ja und? Deshalb wollen Sie mehr statt weniger Atombomben? Vor allen in den Händen von Fundamentalisten?
Toten aufs Konto der Rebellen - es wäre blöd, anzunehmen, dass desertierte Regierungssoldaten, die zumindest Ihre Handfeuerwaffen, wenn nicht sogar mehr, mitgenommen haben, nicht in die Kämpfe gegen Regierungstruppen eingreifen, auch wären die Demonstranten ganz schön blöde, wenn sie sich von den Regierungstruppen wie die Lämmer abschlachten ließen, ohne sich dagegen zu wehren.
Sicher scheint mir aber zu sein, dass die große Mehrheit der Toten auf das Konto der Regierungstruppen geht. Die hier auftretenden Assad-Befürworter erinnern mich irgendwie, so sie nicht sowieso bezahlte, deutschsprechende syrische Regierungsanhänger sind (was ich von der Mehrheit sehr stark annehme), wenn sie denn Deutsche sind, an die RAF-Leute, die bei irgendeiner Flugzeugentführung (war glaub ich Uganda) Selektionen nach jüdischen Passagieren vorgenommen haben - Hauptsache pro-arabisch und anti-israelisch (wobei ich Israel, zumindest unter der jetzigen Regierung, keineswegs mag und die israelischen Siedler auf besetztem Gebiet ganz einfach als Terroristen ansehe).
Der Vater des hier von Einigen geschätzten Baschir al Assad, Hafiz, war unbestritten ein krimineller, menschenverachtender Despot und Diktator schlimmster Machart, und ein Sohn Baschir mag zwar am Anfang tatsächlich Reformen im Sinn gehabt haben, konnte sich aber weder gegen die herrschenden Militärs noch gegen seine Restfamilie durchsetzen - und so wurde er zunächst zumindest nach außen zur Gallionsfigur des alten Assad-Reiches - und zwischenzeitlich auch zum würdigen Nachfolger seines Vaters als Menschenschlächter.
Syrien und Libyen in einen Topf zu schmeißen, geht total an der Sache vorbei. Ich gehe so weit, den toten Gaddafi im Gegensatz zu Assad (egal welchen - die ganze Familie ist kriminell) in seinem Land als einen Reformer (wohlgemerkt, nur für seine Landsleute) anzusehen und die libysche Revolution als reine Stammes-Kämpfe um die Herrschaft und soziale Rückwärtsbewegung abzuhaken.
Immerhin hatten in keinem arabischen Land Frauen eine ähnlich große Gleichberechtigung wie in Libyen, der Alphabetisierungs-Kampagnen Gaddafis führten dazu, dass die Alphabetisierungs-Rate Libyens von 20 auf 80% stieg - und eigentlich ging es der Bevölkerung relativ gut. Die Frauen bei unserem ach so tollen Verbündeten Saudi-Arabien wären froh, wenn sie einen Bruchteil der Rechte der libyschen Frauen hätten.
Das ging dort möglicherweise konservativen islamischen Kräften viel zu weit. Das sich der Westen denn dort einmischte, hat nur einen Grund: Öl. Und da Gaddafi doch etwas unberechenbar war, hat man halt mitgemacht. Wie scheißegal dem Westen Menschenleben sind, sieht man ja beispielsweise jetzt an Syrien, Humanität wäre nie ein Grund für ein Eingreifen in Libyen gewesen.
JorgeX
In welcher Stadt ist die Pipeline und die dazugehörige Raffinerie? Richtig in Homs - wer hat momentan die überhand in Homs? Richtig die Rebellen - die Rebellen schneiden sich also selber von ihrer Benzinversorgung ab? Oh man.
Ach so" Al-Qaida-Chef ermutigt syrische Rebellen" bedeutet alle Rebellen = Al Qaida. Sehr einfach Ihr Weltbild.
Ja! Die sind sich nämlich alle total einig da unten.
Hm, ich vertraue im Allgemeinen darauf, seriösen Medien (oder was zumindest allgemein als solche angesehen wird) im Großen und Ganzen zu vertrauen (zumal sich keine unterschiedlichen Medien irgendwie absprechen, das wäre für so etwas aber nötig). Eine Kampagnenpresse klingt für mich etwas arg nach Verschwörungstheorie, aber Ereignisse wie Libyen sollten einem zu denken geben, das gebe ich zu.
Das ist dann eine schöne einfache Welt, auf der einen Seite die bösen Diktatorenverehrer und auf der anderen Seite die guten demokratischen Rebellenunterstützer. Was nun, wenn die Aussagen der westlichen Medien nicht ganz so stimmen und sich doch eine Propagandakontinuität zeigt, z.B. wie bei der Brutkastenlüge in Kuweit (siehe Wikipedia) oder wie bei den chem. Waffen im Irak. Die einfache Welt wird dann auch etwas schwieriger, wenn auf der guten Seite solche eindeutig demokratischen Länder wie Saudi Arabien, Katar und Bahrein stehen - brav vom Westen unterstütz, da in diesen Ländern ja nicht gegen Andersdenkende und Aufbegehrende vorgegangen wird. Die Panzerlieferungen u.a. aus D dienen sicher gegen die angriffslustigen Bösen (Syrien, Iran).
Erschwerend kommt hinzu, dass nahezu alle Medien ungeprüft nur Meldungen der Rebellen bzw. ihrer Beobachter (u.a. die fadenscheinige
syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London ...).
Dadurch entsteht natürlich der Eindruck einer einseitigen Berichterstattung und es ist unmöglich die jeweiligen (sicher von beiden Seiten begangenen) Medlungen in Qualität und Quantität einer Partei zuzuordnen. Alleiene durch die einseitige Unterstützung einiger arabischer Diktaturen durch den Westen kann es keine Glaubwürdigkeit der staatsnahen Medien (von Bild bis Zeit) geben.
Durch die primitive und einseitige Berichterstattung scheint mir das Assadregime, dass nachweislich auch widerliche Menschenrechtsverletzungen begangen hat, in der Bewertung vieler Leser eher besser wegzukommen. Die Massenmedien haben überdreht!